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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.01.2026

Gefühlt lese ich Quellenangaben mit kurzen Zitaten

Engel und Heilige
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Die Antworten kennt Eliot Weinberger, steht in der Kurzbeschreibung. Ja, er gibt sehr, sehr viele Hinweise, woraus er seine Ansichten und Antworten bezieht. Wobei in meinen Augen genau das, seine Antworten, ...

Die Antworten kennt Eliot Weinberger, steht in der Kurzbeschreibung. Ja, er gibt sehr, sehr viele Hinweise, woraus er seine Ansichten und Antworten bezieht. Wobei in meinen Augen genau das, seine Antworten, auf der Strecke geblieben sind.
Das Buch „Engel und Heilige“ besteht gefühlt aus aneinandergereihten Quellenhinweisen und kurzen Zitaten aus eben jenen Quellen. Auch wenn ein Essay ein Thema in knapper und anspruchsvoller Form abhandeln soll. Hier finde ich für mich keine befriedigenden Antworten.
Natürlich ist es ein Thema bei dem sich der Autor nur auf alte Texte stützen kann. Wer hat schon selbst Engel gesehen? Wer mit Heiligen gesprochen? Dennoch konnte ich mit seinem Ansatz nichts anfangen.
Auch der Teil der Heiligen ist dürftig. Es gibt sehr viele und nicht jeden kann man großartig beschreiben, wenn sich die Seitenzahl in Grenzen halten soll. Aber bei manchen ist es nicht einmal ein richtiger Absatz geworden.
Ich, für meinen Teil, bin von dem Buch ganz und gar nicht überzeugt. Ich würdige die Recherchearbeit des Autors, die sicherlich die Hauptarbeit hierbei gewesen sein muss. Aber empfehlen kann ich das Buch leider nicht.

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Konnte mich nicht erreichen

Scheintod
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Zwölf Tage Witwendasein hat Eva Demski in „Scheintod“ beschrieben. Leider konnte mich die Geschichte so gar nicht erreichen. Ich habe vor der Hälfte begonnen querzulesen.
Die Protagonistin ist eine junge ...

Zwölf Tage Witwendasein hat Eva Demski in „Scheintod“ beschrieben. Leider konnte mich die Geschichte so gar nicht erreichen. Ich habe vor der Hälfte begonnen querzulesen.
Die Protagonistin ist eine junge Frau, die nur mit ‚die Frau‘ und ihr verstorbener Mann mit ‚der Mann‘ tituliert werden. Von der Frau erfahren wir über ihre Beziehung und das Leben ihres Mannes, der da so einiges war, das nicht jeder wusste. Dies geschieht mittels Erinnerungen an die Vergangenheit, Begegnungen an die sich die Frau erinnert, Geschichten die sie mit ihm erlebt hat. Dazwischen immer wieder die Gegenwart. Alltagsarbeiten nach einem Todesfall, Verdächtigungen bei einem Mordfall, Eifersüchteleien, auch Wut auf den Verstorbenen.
Die Autorin schreibt flüssig, dennoch hatte ich das Gefühl es zieht sich alles in die Länge. Wenn ich beim Lesen unruhig werde, weil ich schon am Ende sein will, ist das Buch wohl nicht für mich bestimmt. Oder vielleicht die Autorin.
Es ist natürlich nur meine persönliche Meinung, aber es ist eines der ganz wenigen Bücher, die ich sogar beim Querlesen einige Seiten vor dem Schluss abgebrochen habe.

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Veröffentlicht am 12.03.2023

Entwicklungsresistente, nervige Protagonistin überdeckt den Humor

Bissle Spätzle, Habibi?
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An und für sich wäre die Idee gut gewesen. Leider wurde Amaya für mich mit jeder Seite nerviger. Nur sie und sie ist arm und ihre Kultur und ihre Eltern und auf sie muss Rücksicht genommen werden und und ...

An und für sich wäre die Idee gut gewesen. Leider wurde Amaya für mich mit jeder Seite nerviger. Nur sie und sie ist arm und ihre Kultur und ihre Eltern und auf sie muss Rücksicht genommen werden und und und. Als Daniel hätte ich sie schon längst vor die Tür gesetzt. Aber das sieht sie alles nicht, oder manchmal schon, findet es aber nicht notwendig zu sich, zu ihm, zu ihrem Leben zu stehen. Nein sie geht immer weiter in ein Konstrukt aus Lügen. Was soll das für eine Botschaft sein? Ich bin von „Bissle Spätzle, Habibi“ enttäuscht.
Auch wenn Abla Alaoui es gut gemeint haben mag und zwei Kulturen einander näher bringen wollte. In meinen Augen ging das völlig schief. Warum muss immer Daniel zurückstecken? Das schürt bei mir eher eine Antistimmung als ein Verständnis.
Der Schreibstil ist meistens leicht zu lesen. Die vielen arabischen Wörter, Sätze nahm ich in Kauf, da es zum Leben von Amaya gehörte, auch wenn ich mir nicht jedes Wort übersetzte.
Als Fazit muss ich sagen, dass ich eine witzige Liebesgeschichte zweier Menschen unterschiedlicher Herkunft erwartet hatte. Auch das Näherbringen einer mir nicht wirklich bekannten Religion. Das Buch hat mir, trotz meines geringen Wissens, nicht wirklich Neues vermittelt. Der Humor war durchaus immer wieder vorhanden, konnte leider die Protagonistin nicht sympathischer machen. Ich würde das Buch nicht noch einmal lesen wollen und auch nicht als positive Darstellung einer Muslima betrachten.

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Veröffentlicht am 28.12.2020

Fast ein Lehrbuch für intensive Beschäftigung mit Körpersprache

Signale des Körpers
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Meine geringe Bewertung hängt damit zusammen, dass dieses Buch einfach wie ein Lehrbuch aufgebaut ist. Es braucht schon eine intensive Beschäftigung mit der Materie um hiervon einen Nutzen zu ziehen. Ich ...

Meine geringe Bewertung hängt damit zusammen, dass dieses Buch einfach wie ein Lehrbuch aufgebaut ist. Es braucht schon eine intensive Beschäftigung mit der Materie um hiervon einen Nutzen zu ziehen. Ich mag die Autorin Vera F. Birkenbihl grundsätzlich sehr gerne. Daher hatte ich mir auch dieses Buch besorgt. Leider komme ich damit nicht wirklich klar.

Das Buch besteht aus zwei Teilen, der erste die Wahrnehmung und der zweite die Interpretation. Ebenso ist das Buch in zehn große Kapitel eingeteilt. Diese wiederum in verschieden viele Unterkapitel.

Die Wahrnehmung beschäftigt sich damit, wie man Körpersprache an anderen Menschen unterscheiden. Welche Bewegung, Geste sieht wie aus. In welche Kategorie muss ich sie einordnen.

Erst im zweiten Teil beschäftigt sich die Autorin mit der Interpretation. Was könnte mir diese oder jene Geste, Haltung sagen? Dieser Ansatz gefällt mir gut, da ich schon auch glaube, vorher muss man verstehen wie Körpersprache funktioniert um sie etwas deuten zu können. Doch der Umfang der Erklärungen sprengte einfach mein Interesse – oder auch mein Verständnis.

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Veröffentlicht am 28.08.2020

Die langweilige Ehefrau macht diesem Buch alle Ehre

Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau
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„… Niemand besteigt ein Boot mit dem Gedanken, dass es untergehen wird. Aber Boote gehen nun mal unter. …... Die Liebe ist genau wie das Meer das Risiko wert, auf das wir uns einlassen. …“ Dieses Zitat ...

„… Niemand besteigt ein Boot mit dem Gedanken, dass es untergehen wird. Aber Boote gehen nun mal unter. …... Die Liebe ist genau wie das Meer das Risiko wert, auf das wir uns einlassen. …“ Dieses Zitat aus dem „Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau“ ist mitunter eine der schönsten und stimmigsten Aussagen in diesem Buch.

Kurz gesagt begleiten wir Diane vom Zeitpunkt als sich ihr Ehemann von ihr trennt bis zur Realisierung, dass sie nun alleine ist, und er nicht mehr zurückkommen wird.

Die Stimmung der Protagonistin schwankt je nach Tagesverfassung und Situation. Einerseits nachvollziehbar, andererseits manchmal grenzwertig überzogen. Einige Passagen sind ganz witzig, leider waren es für mich zu wenig, zu kurze oder zu nebensächliche Szenen um der Geschichte etwas Pepp zu verleihen.

Wenn ich vom Titel ausgehe, dann passt der Spannungsbogen. Diane wird als langweilige Ehefrau tituliert und sehr oft reagiert sie nur auf irgendwelche Situationen ohne selbständig zu handeln, sich Gedanken zu machen. Den ersten Teil kann man damit erklären, dass Diane wohl in einer Art Schockzustand gestanden hat. Aber irgendwann muss sie sich auch daraus lösen können.

Ich habe hier ein Buch vorgefunden, das ich nicht wirklich zuordnen kann. Einerseits kein typisches Tagebuch, andererseits auch kein Roman, dazu etwas Humor, der eine – ohne Frage - schwere Lebenssituation andeutungsweise würzt. Der Schreibstil von Marie-Renée Lavoie lässt den Leser flüssig durch die Geschichte gleiten, leider ohne nennenswerten Höhepunkt. Mir persönlich hat an diesem Buch noch einiges gefehlt um mehr Punkte erreichen zu können.

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