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Veröffentlicht am 23.09.2020

konnte mich nicht restlos begeistern

Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau
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Ich bin auf das Buch von Marie-Renée Lavoie gestoßen, als ich mich über das diesjährige Partnerland Kanada bei der Frankfurter Buchmesse informiert habe. Das freche Cover fand ich sehr ansprechend und ...

Ich bin auf das Buch von Marie-Renée Lavoie gestoßen, als ich mich über das diesjährige Partnerland Kanada bei der Frankfurter Buchmesse informiert habe. Das freche Cover fand ich sehr ansprechend und da ich selbst schon ein paar Jahre Ehe auf dem Buckel habe, die auch nicht immer nur harmonisch waren, interessieren mich Bücher über Frauen in ähnlichem Alter und Lebensstadium. Als ich das Buch dann hier bei der Leserunde entdeckt und auch noch gewonnen habe, war die Freude groß. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal, dass ich bei der Leserunde dabei sein durfte!

Das Buch startet mit der bissigen Meinung der Hauptprotagonistin Diane über die Ehe und zeichnet im weiteren Verlauf ein kritisches Bild unserer Gesellschaft voller Doppelmoral und egoistischer Männer. So wird die einst gemeinsame Entscheidung für Familie und Haus ab der Trennung zu einer, die die Frau alleine schultern muss. Die Schuld für die misslungene Ehe wird auf die Frau abgewälzt. Dazu kommt, dass der Ehemann, obwohl er seiner Frau gerade eröffnet hat, dass er sich nach 28 gemeinsamen Ehejahren von ihr wegen einer jüngeren Frau trennen wird („Ich bin einfach nicht mehr glücklich mit Dir!“), dennoch ihre gemeinsame Silberhochzeit feiern möchte, um den Schein zu wahren („denn das erwarten alle und sie haben es verdient“). Diane platzt der Kragen und ab jetzt geht sie mit der buchstäblichen Axt zu Werke. Sie lässt nichts aus – Verleugnung, Zusammenbrüche, Kurzschlussreaktionen, Rachepläne, Zerstörungsorgien bis hin zur Suche eines neuen Ichs und Neuanfang.

„Schreiend komisch“ wie vom Verlag beworben, würde ich dieses Buch jetzt nicht betiteln. Ab und zu musste ich schmunzeln aber so laut wie das Cover ist die Handlung nicht. Eigentlich sind die Situationen, in die Diane gerät mehr traurig als komisch.
Mir blieb Diane relativ fremd. Ihre Aktionen konnte ich meist nicht nachvollziehen und fand sie übertrieben. Der Schreibstil ist flüssig und das Buch ist in kurze Kapitel geteilt, die sich schnell weglesen lassen. Jedoch ist die Geschichte nicht fesselnd oder mitreißend. Man folgt Diane von einer Episode zur nächsten, erlebt mit ihr Alltagsbanalitäten und viele Fremd-Schäm-Aktionen. Ein bisschen hat mich auch gestört, dass Diane (natürlich) aus sehr gut betuchten Verhältnissen kommt und sich um Geld keine Gedanken zu machen braucht. Sie kann einfach aus dem Vollen schöpfen, Dinge zerstören und neu ersetzen. Das geht nicht Jedem so und macht sie für mich noch ein bisschen unsymphatischer.

Dennoch schafft Marie-Renée Lavoie ein Zusammengehörigkeitsgefühl und ruft uns Frauen einen Appell zu „Bleibt, wie ihr seid, egal ob langweilig oder nicht und lebt euer Leben.“ Wer entscheidet schon, was langweilig ist und was nicht?

Schönstes Zitat: „Niemand besteigt ein Boot mit dem Gedanken, dass es untergehen wird. Aber Boote gehen nun mal unter. …Die Liebe ist genau wie das Meer das Risiko wert, auf das wir uns einlassen.“

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Veröffentlicht am 29.08.2020

Das große Finale

Stronger than Fate
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Der 3. Teil der Stronger-Reihe von Meghan March gibt endlich einige Antworten. In diesem Teil passiert mehr als in den beiden ersten Bänden. Zu viel!
Ich freue mich natürlich für Meghan und Cricket samt ...

Der 3. Teil der Stronger-Reihe von Meghan March gibt endlich einige Antworten. In diesem Teil passiert mehr als in den beiden ersten Bänden. Zu viel!
Ich freue mich natürlich für Meghan und Cricket samt Anhang und für die beiden alten Männer über das Happy End.
Aber was die Autorin alles aus dem Hut zaubert um die Geschichte zu Ende zu bringen, ist definitiv too much: es gibt grosses Drama auf jeder Seite, Lügen, unglaubliche Offenbarungen und sogar Mord und Totschlag. Mir schwirrt noch richtig der Kopf! Meiner Meinung nach leidet die Glaubwürdigkeit unter dieser Vielzahl und das Ende war fast schon lachhaft.
Natürlich gibt es immer noch massenhaft Schuldgefühle und dementsprechend viele Entschuldigungen, nicht minder viele (sinnlose) Versprechen und auch einige Sexszenen.
Mögen die Überlebenden glücklich bleiben bis ans Ende ihrer Tage und falls sie nicht gestorben sind, dann leben sie vielleicht noch heute...

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Veröffentlicht am 24.08.2018

Von einer Frau, die die eigenen Träume aufgibt, um für Andere dazusein

Beim Ruf der Eule
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Zusammenfassung:
Maeve Maloney ist eine robuste alte Lady, die eine kleine, von den Eltern geerbte, Pension am Meer führt. Sie hat sich auf die Beherbergung von Menschen mit Behinderungen spezialisiert. ...

Zusammenfassung:
Maeve Maloney ist eine robuste alte Lady, die eine kleine, von den Eltern geerbte, Pension am Meer führt. Sie hat sich auf die Beherbergung von Menschen mit Behinderungen spezialisiert. Eines Tages steht Vincent Roper vor der Tür, ihre Jugendliebe und der einzige Mensch, der noch von ihrer Zwillingsschwester Edie weiß. Sie versucht Vincent wieder loszuwerden, zu schmerzvoll sind die Erinnerungen und Schuldgefühle.
In einem Nebenstrang geht es im Steph und Len, 2 Menschen mit Down-Syndrom, die Maeve in der Pension helfen und sich ineinander verliebt haben.

Meine Meinung:
Mich konnte das Buch leider nicht begeistern. Es beginnt mit dem anstrengenden Schreibstil. Es gibt viele Zeitsprünge, manchmal in einer Zeile. Erschwert wird das noch durch den Umstand, dass der Zeitstrang, der in den 1950iger Jahren spielt, im Präsenz und der Zeitstrang der in der Gegenwart spielt, im Präteritum geschrieben ist. Das hat meinen Lesefluss sehr behindert. Ich habe das Buch immer wieder weggelegt und musste mich selbst motivieren, es zu Ende zu lesen.

Die Geschichte zieht sich zäh dahin, es passiert kaum etwas. Man tappt die ganze Zeit im Dunkeln, was nun damals mit Edie geschehen ist, warum Maeve ihren Verlobten Frank nicht geheiratet hat und welche Rolle Vincent spielt, der doch immer für Maeve da ist und sich so herausragend gut kümmert.
Die Figuren konnten mir nicht ans Herz wachsen. Maeve ist und bleibt eigenwillig und nicht besonders liebenswürdig obwohl sie ein wirklich guter Mensch ist.

Interessant dagegen sind die Passagen über Menschen mit Down-Syndrom. Hier spürt man das Wissen der Autorin.
Am besten hat mir das Schlusswort der Autorin gefallen, dass mir wohl am längsten in Erinnerung bleiben wird.

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Veröffentlicht am 17.07.2018

Wenn man sich in einen Ort und alles, was mit ihm zu tun hat, verliebt

Das kleine französische Landhaus
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Emmy lebt eine vorhersehbare Alltagsroutine wie im Hamsterrad: sie reißt sich für ihren Marketingjob den A... auf und lebt mit einem langweiligen mürrischem Buchhalter zusammen in einer steril eingerichteten ...

Emmy lebt eine vorhersehbare Alltagsroutine wie im Hamsterrad: sie reißt sich für ihren Marketingjob den A... auf und lebt mit einem langweiligen mürrischem Buchhalter zusammen in einer steril eingerichteten Wohnung, die nichts von ihrem persönlichen Stil widerspiegelt. Das da irgendwas nicht stimmen kann, ist ihr jedoch nicht bewußt. Beim ersten gemeinsamen Urlaub seit Jahren geht alles schief aber Emmy erkennt an den Folgen was sie eigentlich will. Sie wandelt sich vom Fußabtreter, den sie anfangs mit vollem Bewusstsein gibt, zur selbstbestimmten Frau und findet den Mut, ihr Leben komplett umzukrempeln.
Leider wurde die wirklich schöne Grundidee nicht besonders gut umgesetzt. Zu viele (hoch emotionale) Dinge passieren in zu kurzer Zeit, das wirkte auf mich unglaubwürdig.
Allerdings versetzt einen die Autorin mit ihren Beschreibungen von schmackhaftem Essen, verträumten Landschaften, urigen Häusern und gemütlichem Beisammensein versetzt in Urlaubstimmung. Und genau zu diesem Zweck ist das Buch auch empfehlenswert - als leichte Urlauslektüre. Vielleicht in Frankreich?

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Veröffentlicht am 12.06.2018

schöner Roman für zwischendurch

Immer wieder im Sommer
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Mir ist bei diesem Buch zuerst das Cover ins Auge gefallen, das wunderschön ist! Der Klappentext verspricht eine berührende Familien- und Liebesgeschichte.
Tatsächlich ist der Stoff richtig gut - Alzheimer ...

Mir ist bei diesem Buch zuerst das Cover ins Auge gefallen, das wunderschön ist! Der Klappentext verspricht eine berührende Familien- und Liebesgeschichte.
Tatsächlich ist der Stoff richtig gut - Alzheimer und der Umgang damit, Familiengeheimnisse, die große Liebe und Betrug...
Leider wurden die Themen relativ schwach umgesetzt, so dass das Buch mir wohl nicht dauerhaft in Erinnerung bleiben wird.
Der Roman ist aus 3 Sichtweisen geschrieben, was ich richtig gut finde.
Anna hat sich nach dem Fremdgehen ihres Ehemannes scheiden lassen und ist jetzt als berufstätige alleinerziehende Mutter stark gefordert. Zu ihrer Mutter hat sie seit 18 Jahren keinen Kontakt mehr. Als diese sich plötzlich bei ihr meldet, fährt Anna gleich mit Kind und Kegel hin. Nach 18 praktisch grundlos getrennten Jahren! Denn einen wirklichen Grund, warum so lange Funkstille herrscht, erfährt man als Leser nicht.
Sophie ist Annas älteste Tochter. Sie steckt mitten in der Pubertät, ist oft uneins mit ihrer Mutter, hat Probleme in der Schule und meint in einen Klassenkameraden verliebt zu sein.
Frieda ist Annas Mutter, die Szenen mit ihr waren mir die liebsten. Sie ist sehr burschikos und lebt seit der Trennung von ihrem Mann vor vielen Jahren ganz allein auf einem Bauernhof. Sie hat die Diagnose Demenz bekommen, weshalb sie sich mit ihrer Tochter in Verbindung setzt. Ihre Geschichte erfährt man im wesentlichen durch Tagebucheinträge.
Die Annäherung an ihre Tochter und ihre Enkel, die sie noch nie kennengelernt hat, erfolgt schnell und quasi problemlos. Alle machen gemeinsam einige Tage Urlaub auf Amrum wo Anna ihre erste Liebe Jan wiedertreffen will. Statt sich dieser anzunähern, kommt sie wieder mit Max zusammen, ihrem Exmann, der auch mit von der Partie ist.
Am Ende gibt es ein Happy End für alle Akteure. Was bleibt, ist das gute Gefühl, dass man glücklich werden kann, wenn man vergibt, dass es nichts bringt, verbittert in der Vergangenheit zu leben und dass Familie wichtig ist!