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Veröffentlicht am 08.09.2020

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Mari - Mädchen aus dem Meer - Das Schildkröten-Orakel
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Mari - Mädchen aus dem Meer von Christiane Rittershausen kommt mit einem wunderschönen Cover daher. Die Prägungen und die vielen Details sind ein richtiges Highlight. Und man darf sich auch auf Illustrationen ...

Mari - Mädchen aus dem Meer von Christiane Rittershausen kommt mit einem wunderschönen Cover daher. Die Prägungen und die vielen Details sind ein richtiges Highlight. Und man darf sich auch auf Illustrationen im Buch freuen.

Fritz staunt nicht schlecht, als seine Schildkröte plötzlich mit ihm spricht. Seine Zwillingsschwester Lena zweifelt schon an seinem Geisteszustand. Doch dann taucht Mari in der Klasse auf, die neue Mitschülern spricht mit einem Seeigel und behauptet eine waschechte Meerprinzessin zu sein. Bald kann auch Lena nicht mehr von der Hand weisen, was immer offensichtliche wird, Mari stammt wirklich aus dem Meer und sie braucht die Hilfe der Zwillinge, denn ihre Heimat Almaris ist in Gefahr. So beginnt eine abenteuerliche Erzählung für Leser ab 9 Jahren, die nicht nur etwas für Fans von Unterwasser Geschichten ist.

Die Unterwasserwelt hat mir total gut gefallen. Die Autorin bringt einige fantasievolle Ideen ein und lässt so bei den Lesern ein wundervolles Kopfkino entstehen. So sind zum Beispiel die Bewohner alle Vegetarier und Mari wirkt richtig einsetzt, bei der Vorstellung Fisch zu essen. Man kann sich Almaris richtig gut vorstellen und es ist ein schönes Leseerlebnis in diese Welt abzutauchen, Wortwörtlich.

Besonders mochte ich Günther den Seeigel, er ist ein humorvoller Begleiter, der gerne öfters hätte vorkommen dürfen. Mit seiner verfressenen Art hat er immer wieder für witzige Szenen gesorgt. Ich mag solche tierischen Begleiter immer unheimlich gerne.

Die Geschichte wird spannend und unterhaltsam erzählt. Und hat die klassischen Story-Elemente, dass die Kinder sich als Team zusammen finden müssen um gegen einen Bösewicht anzukämpfen. So wird es bei der Rettung von Almaris nicht langweilig. Der Schreibstil passt gut zur Zielgruppe, das Buch kann aber auch mit seinen liebevollen Charakteren und der fantasievollen Geschichte Jung und Alt für sich einnehmen. Die Handlung ist in sich abgeschlossen, das Buch hat aber viel Potenzial für eine Fortsetzung, so hoffe ich, dass es noch weiter geht mit der Truppe.

Veröffentlicht am 08.09.2020

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Disney. Twisted Tales: Dunkle Schatten
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Als großer Disney Fan musste ich natürlich diese Alternative Mulan Version lesen. Ich mag den alten Trickfilm sehr gerne und habe ihn etliche Male gesehen. So kam ich auch gut in die Geschichte hinein, ...

Als großer Disney Fan musste ich natürlich diese Alternative Mulan Version lesen. Ich mag den alten Trickfilm sehr gerne und habe ihn etliche Male gesehen. So kam ich auch gut in die Geschichte hinein, die nahtlos an den Film anknüpft.

Zunächst war das für mich etwas irritierend, weil man so einige Seiten nur das liest, was im Film passiert. Doch dann entwickelt die Geschichte ein Eigenleben und differenziert sich von dem Film. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich dann schon die Bilder aus dem Film übernommen, heißt, ich habe mir die Charaktere genauso vorgestellt wie im Film.

Neue Charaktere wurden aber ausreichend beschrieben, sodass man sich diese gut vorstellen konnte. Elizabeth Lim hat ein paar coole Ideen in die Geschichte eingebaut und so dann im Verlauf eine eigenständige Geschichte geschaffen. Mulan muss in die Unterwelt reisen um Captain Shang, der lebensgefährlich verletzt wurde zu retten. Die Unterwelt Diyu ist dabei ein tolles Setting, mit seinen unterschiedlichen Ebenen und all den Gefahren die dort lauern.

Mir hat gefallen, wie der Fokus hier auf die Rettung und das Entkommen aus der Unterwelt gelegt wurde. Und nicht auf die Lovestory zwischen Mulan und Shang, man weiß natürlich, dass es da gewisse Schwingungen gibt, aber das ganz bleibt hier, genau wie im Film sehr dezent, was ich sehr positiv fand.

Vermisste habe ich Mushu etwas, ich hätte es so toll gefunden, wenn er mehr mit von der Partie gewesen wäre, da er ein Garant für humorvolle Szenen ist. ShiShi hatte zwar auch seine witzigen Momente und war ein treuer Weggefährt, aber an Mushu kam er für mich nicht ran.

Alles in allen eine spannende und actionreiche Geschichte über eine Alternative Version von Mulan. In der die Charakterentwicklung von Mulan und ihr innerer Konflikt nicht zu kurz kommt. Immer wieder wird gut eingebracht, wie zerrissen sie sich fühlt, da sie ihre Familie nicht enttäuschen möchte, aber ganz deutlich spürt, dass dieser traditionell Weg, den Frauen damals in China gehen mussten, nichts für sie ist.

Klasse, dass Disney für diesen Band die Autorin Elizabeth Lim ins Boot geholt hat, die als Own Voices Autorin schon bei ,,Ein Kleid aus Seide und Sternen,, gezeigt hat, wie gut sie die chinesischen Traditionen und Mythen an den/die LeserIn bringen kann.

4,5 Sterne

Veröffentlicht am 08.09.2020

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Die Chroniken von Alice - Die Schwarze Königin
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Ich war wirklich sehr gespannt auf diese Fortsetzung, da mir Band 1 mit seinen gruseligen Elementen wahnsinnig gut gefallen hat.

Und gruselig geht es auch hier weiter. Alice und Hatcher fand ich von Anfang ...

Ich war wirklich sehr gespannt auf diese Fortsetzung, da mir Band 1 mit seinen gruseligen Elementen wahnsinnig gut gefallen hat.

Und gruselig geht es auch hier weiter. Alice und Hatcher fand ich von Anfang an ein faszinierendes Gespann. Sie, das gebrochene Mädchen, 10 Jahre weggesperrt und nun eine erwachsene Frau, die keine Ahnung hat wie das Leben außerhalb von Mauern funktioniert. Er, der Axtmörder mit den wilden Augen und diesem inneren Schmerz der sich nach Rache sehnt. Die beiden haben eine ganz eigene Dynamik, die mich zu begeistern wusste.

Deswegen fand ich es auch etwas schade, wie die Geschichte hier verläuft, da ich die zwei gerne mehr zusammen erlebt hätte. Dennoch hat mir dieser „Die Schöne und das Biest“ Einfluss gefallen oder eher gesagt, wie ich nachträglich erfahren habe, aus dem norwegischen Märchen „Östlich von der Sonne und westlich vom Mond“. Doch habe ich dieses düstere und den Horror aus Band 1 vermisst, hier geht es eher subtiler zu. Trotzdem ist es eine gelungene Geschichte, man sollte sich nur ein bisschen von dem Vorgänger lösen.

So gab es auch hier einige krasse Szenen, die man so nicht erleben möchte. Und auch, wie man es aus Märchen kennt, einige Weisheiten die miteingebracht werden oder eher gesagt Belehrungen. Der Fokus liegt stark auf Alice und ihrer Entwicklung. Man begleitet sie als LeserIn, wie sie immer mehr zu sich selbst findet bzw. überhaupt erst eine eigene Identität aufbaut. Dieser Teil hat mir sehr gut gefallen, da es ein realistischer Prozess war, besonders wenn man Alices Vergangenheit bedenkt.

Und so wurde auch die Beziehung zu Hatcher noch einmal beleuchtet und unter die Lupe genommen. Wie gesagt, mag ich die beiden zusammen echt gerne. Ich habe das Gefühl, dass sie sich genau so akzeptieren wie sie sind und nicht danach streben, den anderen zu etwas zu machen, was er nicht ist. So habe ich bei der Liebesgeschichte mitgefiebert und auf einen glücklichen Ausgang gehofft.

Mein Fazit, diese Fortsetzung ist anders als ihr Vorgänger, sei es von der Dynamik der Geschichte und der Charaktere her oder der Atmosphäre. Konnte mich aber trotzdem wieder begeistern.

Veröffentlicht am 02.09.2020

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Memento Monstrum (Bd. 1)
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Bei Memento Monstrum springt einem zuerst das wunderschöne Cover ins Auge. Es wirkt, als würde man ein altes Buch in die Hand nehmen, was richtig gut zu der Geschichte passt. Und die Krallenspuren mit ...

Bei Memento Monstrum springt einem zuerst das wunderschöne Cover ins Auge. Es wirkt, als würde man ein altes Buch in die Hand nehmen, was richtig gut zu der Geschichte passt. Und die Krallenspuren mit Struktur sind ein zusätzliches Highlight was die Gestaltung angeht.

Dracula hat es nicht leicht, seine Frau geht mit der Tochter in den Wellnessurlaub und er muss auf die drei Enkelkinder aufpasse. Was soll er nur mit ihnen machen und noch wichtiger, wie schafft er es, dass sie nicht aus Versehen sterben? Ein Ausflug in die Bibliothek erscheint harmlos und sicher, aber nur so lange, bis eine Ladung Bücher auf die Truppe hinunterpurzelt. Aber so entdeckt Dracula ein alles Fotoalbum und die Enkelkinder wollen sogleich wissen, wer die verschiedenen Monster sind.

Memento Monstrum beinhaltet 4 Geschichten, in denen Dracula aus seiner Vergangenheit erzählt, neben der ursprünglichen Geschichte mit seinen Enkelkindern. In den jeweiligen Geschichten erfährt man mehr über seine Vergangenheit und jede widmet sich einem Freund oder einer Freundin von ihm. Am Cover kann man schon erahnen um wen es alles geht.

Mir hat der Aufbau der Geschichte sehr gefallen. Wie Dracula seinen Enkelkindern die Geschichten erzählt und so auch viele wichtige Botschaften mit auf den Weg gibt. Zum Beispiel, du kannst alles werden, was du willst, lass dich von niemanden daran hindern deine Träume zu verfolgen. Oder auch, dass man nicht blind einem alten Vorurteil folgen sollte. So lernen nicht nur die kleinen Vampire etwas Neues. Die einzelnen Geschichten waren spannend erzählt, so trifft man unter anderen auf einen Geheimagenten, und erfährt etwas über Sherlock Holmes und die Beatles.

Das Buch ist für Leser ab 9 Jahren und altersentsprechend geschrieben. Immer wieder gibt es herrliche Illustrationen von Wiebke Rauers. Ihren Stil kann man am Cover erkennen und ich finde, er hat etwas Besonderes und hebt sich ab. Außerdem passt er vortrefflich zu der Geschichte. Ich habe mich immer gefreut, wenn es wieder eine Zeichnung gab.

Memento Monstrum ist ein süßes Kinderbuch, welches neben charmanten Illustrationen auch ein paar schöne Botschaften enthält. Und durch die optische Gestaltung des Covers ein Highlight im Bücherregal ist.

Veröffentlicht am 02.09.2020

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Ein ganz alter Trick
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Ein ganz alter Trick von Fee Krämer ist ein spannendes Buch für Leser ab 10 Jahren. Hier hat mich gleich der Klappentext angesprochen. Es geht in der Geschichte um Pascal, der von seinem neuen Stiefvater ...

Ein ganz alter Trick von Fee Krämer ist ein spannendes Buch für Leser ab 10 Jahren. Hier hat mich gleich der Klappentext angesprochen. Es geht in der Geschichte um Pascal, der von seinem neuen Stiefvater in ein Internat abgeschoben wurde und dementsprechend ist auch seine Laune. Er hat ein Problem damit sich an Regeln zu halten und macht gerne mal einen Scherz bzw. spielt anderen einen Streich. Einer dieser Streiche geht schief und der Rollator der Seniorin Ingelotte landet im Teich.

So muss Pascal abbitte leisten und die Sommerferien über in der Senioren Residenz gegenüber des Internats aushelfen. Darauf hat er natürlich überhaupt keine Lust, aber er merkt schnell, dass es gar nicht so schlimm dort ist wie gedacht. Und mit der Zeit lernt er einen neuen Freund kennen und auch Ingelotte trifft er wieder. Doch diese sorgt mit einem angeblichen Schatz in ihrem alten Anwesen für ganz schön viel Trubel, denn auf einmal geht es auf Schatzjagd.

Mir hat es großen Spaß gemacht Pascal bei seinen Besuchen im Senioren Zentrum zu begleiten, dort entsteht eine gewissen Situationskomik, die mich öfters zum Schmunzeln gebracht hat. Und auch die Rettungsmission wird spannend gestaltet, so nennt die Gruppe nämlich den Einbruch in das ehemalige Zuhause von Ingelotte. Hierbei mochte ich besonders, wie Pascal selbst merkt, dass das was er da gerade macht, vielleicht nicht die beste Idee ist. So reflektiert er sein eigenes Verhalten und der Einbruch wird nicht idealisiert.

Am Ende hätte ich mir aber doch noch eine kleine Lehre für ihn gewünscht. Ich hatte das Gefühl, dass er sich wieder so durchgeschlagen hat und es keine Konsequenzen gab, was mir als Botschaft nicht so gut gefallen hat. Nichtsdestotrotz ist es eine unterhaltsame Geschichte, die nicht nur die jungen Leser*innen begeistern kann.

Und wisst ihr was noch richtig cool ist? Es gibt ein Daumenkino, bei diesem sieht man Pascal auf seinem Skateboard. Und bei jedem neuen Kapitel befindet sich eine Vignette von Felicitas Horstschäfer, auch ein schönes Detail.

4,5 Sterne