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Veröffentlicht am 03.09.2020

Fantastische Geschichte, die mit jeder Seite spannender wird

Midnight Chronicles - Schattenblick
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Ich mag das Cover unglaublich gerne. Die Kombination aus silbernem-grauem Hintergrund und goldener Schrift ist nicht einmalig, sticht in der Kombination aber dennoch aus der Masse heraus. Außerdem kann ...

Ich mag das Cover unglaublich gerne. Die Kombination aus silbernem-grauem Hintergrund und goldener Schrift ist nicht einmalig, sticht in der Kombination aber dennoch aus der Masse heraus. Außerdem kann man schon jetzt sagen, dass mir der Farbverlauf von diesem Teil zu den nächsten ausgesprochen gut gefällt und ich mich darauf freue, sie in meinem Regal stehen zu sehen.

Auch die Geschichte mag ich: Roxy Blake ist eine Huntress. Das heißt sie jagt, übernatürliche Geschöpfe und schickt sie zusammen mit ihrem besten Freund Finn zurück in die Unterwelt. Doch sie hat noch eine andere Aufgabe: Sie hat aus Versehen alle möglichen, unglaublich starken Wesen aus einem der Höllentore befreit und hat nur noch wenig Zeit, um sie zurückzuschicken, bevor sie selbst, dort gefangen wäre. Zudem sucht sie noch immer ihren Zwillingsbruder Niall, der als Kind verschwand und von dem sie noch immer glaubt, dass er irgendwo dort draußen ist. Als sie also auf einen unbekannten jungen Mann trifft, hat sie eigentlich keine Zeit sich weiter um ihn zu kümmern, doch dann greift er sie plötzlich an und sie muss den Geist austreiben, der ihn in Besitz genommen hat. Als der Unbekannte dabei aufhört zu atmen, tut sie alles, um ihn wiederzubeleben. Als er wieder aufwacht, kann er sich an nichts erinnern und Roxy wird beauftragt, sich um ihn zu kümmern. Sie kann sich durchaus etwas Besseres vorstellen, als sich um ihn zu kümmern, auch weil er Gefühle in ihr hervorruft, die sie nur von ihrem Auftrag ablenken…

Ich habe mich schon seit Ewigkeiten auf diese Reihe gefreut, weil ich vor allem die Young Adult Romane von Laura Kneidl und Bianca Iosivoni sehr, sehr gerne gelesen habe und deswegen sehr gespannt war, wie eine Kooperation der beiden bei einer Fantasy-Reihe aussieht. Ich habe am Anfang nicht so richtig verstanden, wie genau diese Zusammenarbeit konkret aussieht, aber ich finde es im Endeffekt ziemlich gelungen, dass die Autorinnen immer abwechselnd die Bücher der Reihe schreiben und die Geschichten ihrer Charaktere erzählen, auch wenn ich natürlich sehnsüchtig auf den nächsten Teil warte. Der Schreibstil ist in diesem Buch gewohnt leicht und locker, sodass man nur so durch das Buch fliegt. Mich hat die Geschichte ab der ersten Minute gefesselt und bis zum letzten Satz nicht mehr losgelassen.

Ich war sehr gespannt auf die Welt, in der die Geschichte spielt und zu Beginn fiel es mir tatsächlich ein wenig schwer, deren Regeln und Gesetze zu verstehen. Das lag nicht daran, dass sie sich so sehr von unserer unterscheidet, vielmehr existiert sie in unserer. Aber ich habe eine ganze Zeit gebraucht, um zu verstehen, welche Wesen wirklich existieren und wer sie jetzt mit welchen Mitteln bekämpft. Die Schwierigkeit dabei war, dass man nicht mit Roxy zusammen in diese Welt findet, sondern sie schon fest darin verankert ist. Bei Shaw fehlen gerade die ersten Monate seiner Ausbildung und man verpasst so ein wenig dessen Einführung in die Welt, was ich ein bisschen schade fand. Man hätte vielleicht den Zeitsprung ein wenig später setzten können, damit man zumindest die grundlegenden Inhalte auch als Leser mitbekommen hätte. Vieles ergibt sich dann allerdings aus dem weiteren Verlauf der Handlung, man braucht auch einfach nur ein paar Seiten länger bis man die Abläufe dann wirklich verstehen kann. Ich mochte aber die Vorstellung dieser Welt, in die auch ganz normale Menschen einen Zugang finden können, wenn sie nur einmal eingeweiht sind.

Die Charaktere sind aber das, was das Buch wirklich besonders macht. Schon auf den ersten Seiten fiebert man mit jedem Schritt, den Roxy tut, mit. Sie ist von Anfang unglaublich stark und selbstbewusst, obwohl sie genau weiß, dass sie sehr wahrscheinlich zum Tode verurteilt ist. Ich mochte ihre Liebe zu allem Süßen und zu Fast Food, weil es sie ein bisschen menschlicher macht. Ansonsten wirkt sie vor allem von außen häufig ein bisschen hart. Ich mochte sie dennoch von Anfang an, weil man verstehen konnte, warum sie sich emotional von allen distanziert und selbst von ihrem Kampfpartner Finn zurückzieht. Dass gerade Shaw diese Mauer durchbrechen kann, überrascht mich nicht. Er gefiel mir noch besser als Roxy, weil ihm selbst seine Gefühle schon sehr früh klar sind, er Roxy aber nie bedrängt, sondern einfach immer als ihr Freund für sie da ist, wenn sie ihn braucht und ihr nur näherkommt, wenn sie das auch absolut will. Ich mochte seine Zielstrebigkeit, ein Hunter zu werden, obwohl er nicht dazu geboren wurde und Roxy für sich zu gewinnen, obwohl sie eigentlich keine Gefühle zulassen will. Auch die Nebencharaktere finde ich sehr einzigartig und detailliert gezeichnet, sodass man jeden wiedererkennen kann und mit jedem mitfühlt.

Alles in allem habe ich das Buch ab der ersten Seite verschlungen und mich wirklich in die Personen verliebt, die einem alle im Gedächtnis bleiben werden. Ich freue mich schon ziemlich auf den nächsten Teil mit Warden und Cain, obwohl ich natürlich hoffe, dass man auch noch mehr aus Shaws Vergangenheit erfährt und wie Roxys Kampf gegen die Zeit ausgeht.

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Veröffentlicht am 05.08.2020

Ruhiger, unaufgeregter Krimi, der einen ab der ersten Seite abholt

Wer auf dich wartet
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Ich mag das Cover ziemlich gerne, auch wenn es nicht direkt ins Auge springt. Es ist relativ schlicht und dunkel gehalten, aber es passt hervorragend zum ersten Teil und zum Genre. Außerdem finde ich den ...

Ich mag das Cover ziemlich gerne, auch wenn es nicht direkt ins Auge springt. Es ist relativ schlicht und dunkel gehalten, aber es passt hervorragend zum ersten Teil und zum Genre. Außerdem finde ich den Titel nach dem Lesen des Buches ähnlich passend wie den des Originals.

Die Geschichte ist ebenso spannend wie die des ersten Teils: Aidan Poole sitzt vor seinem Computer und wartet darauf, mit seiner Freundin Zoe zu skypen, doch als sich die Verbindung aufgebaut hat, sieht er nur ein leeres Zimmer. Dann hört die Geräusche eines Kampfes aus dem Badezimmer und wie sich eine Tür schließt. Panisch benachrichtigt er die Polizei, ohne allerdings sagen zu können, wo Zoe wohnt und ob sie wirklich überfallen wurde. Als DCI Sheens und sein Team wenig später am Tatort erscheinen, ist Zoe tot. Ihre Pulsadern sind aufgeschnitten und sie liegt reglos in der Badewanne. War es Selbstmord oder doch Mord, wie Aidan behauptet. Die Polizisten ermitteln im Umfeld der jungen Künstlerin, die sich rührend um ihre labilen Freunde gekümmert hat und von denen keiner ein Motiv zu haben scheint oder?

Nachdem mich das erste Buch ziemlich gefesselt hat, wollte ich den zweiten Teil ebenfalls unbedingt lesen und wurde definitiv nicht enttäuscht. Ich mag den Schreibstil ziemlich gerne, er sorgt dafür, dass ich ab der ersten Seite in das Buch eintauchen kann und nur durch die Seiten fliege. Auch die verschiedenen Zeitebenen, die man ja schon aus dem ersten Teil kennt, sorgen hier dafür, dass man unbedingt wissen will, wie es weitergeht und was mit Zoe passiert ist. Dabei erfährt man einerseits wie Zoes Leben und vor allem ihr Kennenlernen mit Aidan verlief, bevor sie starb und andererseits erfährt man, wie die Ermittlungen verlaufen und welchen neuen Erkenntnisse es gibt. Dadurch taucht man anders in das Leben des Opfers ein, als wenn man nur im Nachhinein erfährt, wie sie als lebender Mensch war. Man weiß natürlich von Anfang an, dass Zoe tot ist und versucht aus diesem Grund auch in den Rückblicken herauszufinden, wer ihr Bösen wollen könnte. Zudem war ich immer wieder hin- und hergerissen, ob ich sie mochte oder nicht und wie die Beziehungen zu ihren Freunden wirklich ist.

Ich mag, dass das Buch sich nicht hauptsächlich auf das Privatleben der Ermittler und ihre persönlichen Verstrickungen dreht, sondern vor allem das Leben des Opfers und die Suche nach dem Täter in den Fokus nimmt. Das heißt allerdings nicht, dass man die Ermittler nicht kennenlernt. Sie alle haben durchaus so ihre Probleme und zumindest bei einer Person des Teams wird das Privatleben vermutlich auch im nächsten Teil noch eine größere Rolle spielen, aber dennoch geht es vor allem um die Ermittlungen. Vermutlich hat mich vor allem das gefesselt, weil ich unbedingt wissen wollte, wie sie auf den Täter kommen und natürlich wer es denn nun ist. Dieser eher ruhige Verlauf des Buches hat mich aber nicht gestört, eher im Gegenteil ich hatte das Gefühl, dass ich selbst bei jedem Schritt dabei zu sein und nicht weniger weiß als die Ermittler. Der Fall an sich ist nicht unbedingt außergewöhnlich, aber es hat mich während des Lesens nicht wirklich gestört, sondern ich habe den gemächlichen Aufbau eher genossen und hätte auch locker noch 150 Seiten mehr darüber lesen können.

Alles in allem lebt dieser Krimi nicht unbedingt von dramatischen Wendungen oder gruseligen Thrillerelemeneten, sondern besticht eher durch ein sympathisches Ermittlerteam und einen Fall, den man auch unbedingt lösen will. Ich freue mich schon riesig auf den nächsten Teil der Reihe.

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Veröffentlicht am 27.07.2020

Die etwas andere Liebesgeschichte

Nur in dich verliebt
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Ich mag das Cover unglaublich gerne, auch wenn es auf den ersten Blick nicht unbedingt hervorsticht. Die Farbgebung allein unterscheidet es nicht wirklich von den restlichen Büchern von Paige Toon, auch ...

Ich mag das Cover unglaublich gerne, auch wenn es auf den ersten Blick nicht unbedingt hervorsticht. Die Farbgebung allein unterscheidet es nicht wirklich von den restlichen Büchern von Paige Toon, auch wenn ich den Blauton sehr gerne mag. Es sind aber die kleinen Details, die das Buch besonders machen: Vor allem die drei Silhouetten der Drillinge Phoebe, Rose und Eliza sind perfekt getroffen und verweisen vor allem mit Hinblick auf den Titel schon auf den Inhalt.

Phoebe, Rose und Eliza sind eineiige Drillinge und seit ihrer Jugend in den gleichen Mann verliebt. Als Angus vor 15 Jahren in das Nachbarhaus eingezogen ist, ist jede der ungleichen Schwestern ihm auf den ersten Blick verfallen, doch nur eine kann ihn bekommen. Mittlerweise ist Phoebe mit ihm verlobt und wird ihn in wenigen Wochen heiraten, vorher macht sie sich allerdings noch auf den Weg nach Frankreich, wo sie vor einigen Jahren ihr Herz an die Berge und einen Mann verlor. Rose versucht unterdessen ihrer Mutter bei dem Auszug aus ihrem Elternhaus zu unterstützen und Eliza in ihrer Musikkarriere erfolgreich zu werden, doch Angus spielt noch immer eine größere Rolle in ihren Leben als sie sich selbst eingestehen wollen…

Ich bin ja ein großer Fan der Bücher von Paige Toon, erwarte aber mit jedem neuen Buch, das mich eins enttäuschen wird, das war bei diesem glücklicherweise nicht der Fall. Der Schreibstil ist gewohnt leicht und locker, sodass man nur so durch die Seiten fliegt. Ich bin jedes Mal wieder überrascht, wie sehr es ihre Bücher schaffen, mich in ihren Bann zu ziehen und bis zum Ende nur schwer wieder loszulassen.

Auch die Story an sich trägt dazu bei, dass ich mich in die Geschichte verliebt habe. Dreiecks- oder Vierecksgeschichten in Büchern sind nicht gerade ungewöhnlich und spielen oft eine Hauptrolle, hier ist das zwar auch der Fall, ist aber so anders aufgebaut, dass man nicht so genau weiß, was einen im nächsten Kapitel, auf der nächsten Seite oder im nächsten Satz erwartet. Es wird schon zum Anfang klargestellt, dass alle drei Mädchen sich auf den ersten Blick in Angus verlieben und nur Phoebe ihn bekommt, doch vor allem die Erzählweise trägt dazu bei, dass die Geschichte spannend bleibt. Es wird abwechselnd aus der Sicht von Rose, Phoebe und Eliza erzählt, sodass man immer wieder hin- und hergerissen ist, welcher der Drillinge man ihn denn jetzt gönnt. Ich mochte jede der drei auf ihre Art sehr gerne, habe aber vor allem Eliza ins Herz geschlossen, vielleicht weil ich ihre Art am besten verstehen konnte. Aber auch Angus ist ein netter Kerl, den man einfach gernhaben muss, obwohl man meinen könnte, dass es ihm viel zu gut gefallen könnte, dass alle Schwestern auf ihn stehen. Doch dafür ist er zu ehrlich, zu gradlinig und einfach zu nett. Ich habe ihm die ganze Zeit nur das Beste gewünscht, egal bei wem er das finden würde. Ich habe ehrlich gesagt, ab der Hälfte gedacht, dass jetzt alles geklärt wäre und mich gefragt, was denn nun bitte noch passieren soll, aber mit der Wendung habe ich nun wirklich nicht gerechnet und sie hat das Buch zu etwas Besonderem gemacht, das nicht nur auf den außergewöhnlichen Protagonistinnen beruhte.

Alles in allem hatte das Buch alles, was ich von einer guten Liebesgeschichte erwartet habe, ich habe gelacht, geweint und mit jedem der Protagonisten mitgelitten, denen ich einfach nur gewünscht habe, dass sie ihr Glück und sich selbst finden.

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Veröffentlicht am 13.07.2020

Grandiose Liebesgeschichte mit Taschentuchpotenzial

Wie die Ruhe vor dem Sturm
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Ich liebe das wunderschöne Cover des Buches, es passt wieder einmal hervorragend zu Brittainy C. Cherry, aber auch zum Inhalt. Sowohl der Titel als auch die Libelle sind kleine Anspielungen, die man erst ...

Ich liebe das wunderschöne Cover des Buches, es passt wieder einmal hervorragend zu Brittainy C. Cherry, aber auch zum Inhalt. Sowohl der Titel als auch die Libelle sind kleine Anspielungen, die man erst im Laufe der Geschichte versteht und die man aus diesem Grund noch mehr zu schätzen weiß. Diese kleinen Details machen das Cover zu etwas ganz Besonderem.

Auch die Geschichte ist wieder einmal unglaublich gelungen: Eleanor Gable ist ein eher introvertiertes Mädchen, deswegen ist sie auch nicht gerade begeistert, als sie ihre Cousine Shay auf eine Party begleiten muss, vor allem nicht an einem Tag, an dem der neue Harry Potter herausgekommen ist. Kurzerhand liest sie auf der Party weiter, um endlich zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht, bis sie von Grayson unterbrochen wird. Ein bisschen gegen ihren Willen unterhalten sich die beiden und verstehen sich erstaunlich gut, sodass Ellie ihn nach einigem Zögern wieder trifft und sie sich näherkommen. Seine Freundschaft ist es auch, die Ellie in den Monaten der Krebserkrankung ihrer Mutter immer wieder aufrichtet, als sie jedoch nach Florida zieht wird ihr Kontakt spärlicher und bricht schließlich ab. Erst Jahre später treffen sie sich erneut und Ellie erkennt den freundlichen Jungen nicht mehr wieder, er ist nun ein kalter, unnahbarerer Mann, der nach einem schweren Unfall gebrochen scheint. Er stellt Ellie als Nanny für seine Kinder ein und auch wenn sie versucht die Gefühle von damals zu verdrängen, erkennt sie immer wieder den Jungen, den sie einmal geliebt hat…

Ich liebe die Bücher von Brittainy C. Cherry. Jedes einzelne von ihnen hat es geschafft, mich auf verschiedenste Art und Weise zu berühren. Aus diesem Grund freue ich mich immer riesig auf das nächste Buch, habe gleichzeitig aber auch immer ein wenig Angst davor, dass mich das neueste Buch nicht so packen kann wie das letzte. Diese Angst war hier aber gänzlich unbegründet. Ich war ab der ersten Minute emotional in der Geschichte und habe mit Ellie und Gray mitgelitten. Das liegt vor allem wieder einmal an dem wunderbar poetischen und dabei dennoch leichten Schreibstil, der zum einen dafür sorgt, dass man nur so durch das Buch fliegt, andererseits aber auch jede Szene emotional miterlebt.

Auch in die Charaktere habe ich mich ab der ersten Seite verliebt. Ellies eher ruhige, zurückhaltende, dabei aber nicht naive oder schüchterne Art war mir direkt sympathisch. Ich konnte mich mit ihr, so sehr wie schon lange mit keinem Protagonisten mehr identifizieren und habe deswegen auch umso mehr mit ihr mitgelitten. Besonders zu Beginn des Buches habe ich fast durchgehend geweint und musste immer wieder Pausen einlegen, um mich ein wenig zu beruhigen, nicht nur vor Trauer, sondern auch weil es so viele unglaublich schöne, berührende Momente gab, die ich bei vielen anderen Büchern zwar schön gefunden hätte, mir durch den wunderschönen Schreibstil hier aber wirklich nahe gegangen sind. Auch Greyson ist vor allem als Junge unglaublich toll. Ich finde den Begriff des Book Boyfriends eigentlich ein bisschen albern, aber bei Grey trifft er einfach perfekt. Ich habe mich mit jeder Seite, mit jedem Satz und mit jedem Wort mehr in ihn verliebt, weswegen es mir auch sehr schwerfiel, seine Veränderung zu akzeptieren und zu verstehen. Das ist vielleicht auch, für mich, der größte Kritikpunkt an dem Buch: Ellie hat sich als Erwachsene fast gar nicht verändert, sondern ist auch weiterhin ein einfühlsamer Bücherwurm, der gerne als Nanny arbeitet, Grey hingegen erkennt man kaum wieder. Er ist kalt, abweisend und für ihn steht nicht seine Familie, sondern seine Arbeit im Vordergrund. Wie er so geworden ist, wird für mich viel zu wenig erklärt, schließlich wollte er als Teenager nie wie sein Vater werden. Doch seine Eltern, die seine Kindheit und Jugend maßgeblich prägen, werden mir zu wenig erwähnt, ebenso wie seine Jahre ohne Eleanor verliefen. Ich hatte immer ein wenig das Gefühl, dass mir wesentliche Teile seines Lebens fehlen und ich ihn deswegen nicht so richtig verstehen konnte. Das hat mich allerdings erst im Nahhinein ein wenig irritiert, während des Lesens ist mir das nicht so richtig aufgefallen, sodass ich das zwar schade fand, aber ein bisschen hoffe, dass man durch Landon in den beiden folgenden Teilen noch ein bisschen was über diesen Teil seines Lebens zu erfahren.

Doch nicht nur die beiden Hauptcharaktere sind so wunderbar gestaltet, dass man sie einfach lieben muss, sondern auch alle Nebencharaktere. Egal ob Claire, Lorelai oder Karla, aber auch Landon und Shay sind hervorragend gestaltet und man hat das Gefühl sie schon seit Ewigkeiten zu kennen. Vor allem Greysons Kinder sind mir immer mehr ans Herz gewachsen, sodass ich wirklich gehofft habe, dass sie wieder glücklich werden können. Lorelais Energie und Karlas Schmerz haben mich ebenso berührt wie mein Herz immer wieder brechen lassen, sodass mich auch der zweite Teil des Buches emotional abgeholt hat wie der erste.

Alles in allem hat Brittainy C. Cherry es auch mit diesem Buch wieder einmal geschafft, mich emotional komplett fertigzumachen und abzuholen. Man verliebt sich mit jedem Wort mehr in die Charaktere und der poetische Schreibstil schafft es, mich jedes Mal zu begeistern. Ich freue mich schon unglaublich auf die beiden weiteren Teile der Reihe und darauf Shay und Landon näher kennenzulernen.

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Veröffentlicht am 04.06.2020

Wow, endlich mal wieder ein richtig gutes Buch von Paige Toon

Dein Platz in meinem Herzen
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Das Cover finde ich ganz okay, es passt zu den anderen Büchern von Paige Toon, sieht aber zum Glück farblich dann doch mal ein bisschen anders aus, sodass man es nicht dauernd mir einem der anderen verwechselt. ...

Das Cover finde ich ganz okay, es passt zu den anderen Büchern von Paige Toon, sieht aber zum Glück farblich dann doch mal ein bisschen anders aus, sodass man es nicht dauernd mir einem der anderen verwechselt. Obwohl ich die farbliche Gestaltung des Buches durchaus mag, passt es nicht so richtig zum Inhalt des Buches.

Die Geschichte an sich ist auf jeden Fall sehr interessant: Bridget ist Reisejournalistin und liebt es von einem Ort zum anderen zu reisen, als sie dabei zufällig ihre Jugendliebe Elliot in Australien wiedertrifft, kommt den beiden eine Idee. Sie wirft ihm vor, noch ein Teil ihres Herzens zu besitzen und verlangt es zurück, daraus entwickelt sich die Idee für ein Buch, das sie zunächst in Blogform verfasst. Nach und nach sucht sie alle ihre Ex-Freunde auf, von denen sie die Stücke ihres Herzens zurückverlangt und schreibt darüber. Dadurch wird auch die Agentin der kürzlich verstorbenen Autorin Nicole Dupré auf sie aufmerksam. Nicole hat gerade erst einen Bestseller veröffentlicht, als sie an einem Aneurysma stirbt. Die Fans warten fieberhaft auf eine Fortsetzung und diesen soll Bridget schreiben. Also reist sie in Nicoles Heimat, nach Cornwall, um dort ihre Unterlagen zu sichten. Dort trifft sie auf den trauernden Witwer Charlie, der neben seiner Arbeit auch noch seine kleine Tochter April versorgen muss. Doch je mehr sie in Nikkis Arbeit eintaucht, desto schwerer fällt es ihr, es wieder zu verlassen…

Als ich den Klappentext gelesen habe, hat er mich sofort an Verity von Colleen Hoover erinnert und ich hatte ziemliche Angst, dass das Buch dem dauernden Vergleich nicht standhalten konnte. Diese Befürchtungen haben sich zum Glück so gar nicht erfüllt. Ja, zu Beginn des Buches habe ich wirklich immer wieder verglichen und überlegt, was mir bei welchem Buch denn jetzt besser gefiel, aber schon allein die unterschiedlichen Genres haben dann letztlich dazu geführt, dass ich die Bücher unabhängig von einander sehen konnte und sie eben nur die gleiche Grundidee hatten.

Ich habe schon einige Bücher von Paige Toon gelesen und vor allem die ersten vier auch geliebt, doch die letzten Teile fand ich nicht mehr als okay und sie sind mir so gar nicht im Gedächtnis geblieben, sodass ich Angst hatte, dass mir auch dieses Buch nicht gefallen würde, ich wurde zum Glück aber eines Besseren belehrt, auch wenn ich den Schreibstil am Anfang ein wenig holprig fand. Ich kann gar nicht genau sagen, woran das lag, an manchen Stellen stockte auf jeden Fall der Lesefluss ein wenig, das hat sich aber zum Glück schon nach wenigen Seiten gelegt und dann konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Am Anfang war ich mir noch nicht so richtig sicher, was ich von Bridget halten sollte, ich fand sie irgendwie zu sprunghaft und zu locker. Da ist sie seit Ewigkeiten von ihrem Freund getrennt und vermisst ihn gar nicht so wirklich, was sie aber nicht komisch findet. Dass sie aber größtenteils sehr selbstreflektiert und ehrlich zu sich und anderen ist, hat sie mir ab der Mitte des Buches unglaublich sympathisch gemacht. Sie ist für die Menschen, die ihr wichtig sind, immer da und unterstützt sie wo sie nur kann, sodass es zwar ein bisschen gebraucht hat, bis ich eine Beziehung zu ihr aufgebaut habe, dann habe ich aber so richtig mit ihr mitgefiebert und habe ihr gewünscht, dass sie ein Happy End bekommt. Charlie hingegen habe ich ab der ersten Sekunde geliebt. Ich fand seine Trauer um Nikki so herzzerreißend und aufrichtig, dass ich richtig mit ihm mitgelitten habe, obwohl seine Traurigkeit nicht so offensichtlich präsent war, sondern eher unterschwellig mitschwang. Ich fand die Entwicklung der Liebesgeschichte zwischen den beiden relativ glaubwürdig, weil sie sich langsam annähern und man beiden ihre Zweifel immer wieder deutlich anmerken kann. Ich habe nur kleine Kritikpunkt an dem Buch: Zum einen fand ich es ein bisschen schade, dass man Nicoles Tagebücher nicht zusammen mit Bridget lesen kann, sondern nur Zusammenfassungen erhält, auch wenn ich verstehen kann, warum man es so macht. Zum anderen ging es mir am Ende dann doch ein bisschen sehr schnell mit Charlie und Bridget. Da hätte ich mir noch ein bisschen Abstand gewünscht, bei dem sich beide über ihre Gefühle klar werden können.

Alles in allem habe ich mal wie der ein Buch von Paige Toon so richtig genossen und es an einem Tag durchgelesen, weil die Figuren so glaubwürdig und die Story trotz der anfänglichen Ähnlichkeit zu Verity spannend war.

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