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Veröffentlicht am 10.09.2020

9783711720672

Wundersuche
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Der Österreicher Thomas Bruckner ist schockiert als bei ihm ein Hirntumor festgestellt wird. Aus medizinischer Sicht muss er nicht sofort operiert werden. Diese Zeit nimmt er sich, um mehrere Wunderheiler ...

Der Österreicher Thomas Bruckner ist schockiert als bei ihm ein Hirntumor festgestellt wird. Aus medizinischer Sicht muss er nicht sofort operiert werden. Diese Zeit nimmt er sich, um mehrere Wunderheiler aufzusuchen. Einerseits reizt ihn das aus journalistischer Sicht, andererseits hat er die große Hoffnung, dass er geheilt werden kann.

Er ist aber auch skeptisch. Sind diese Heiler alle Scharlatane, die ihre hoffnungsvollen Patienten täuschen? Thomas Bruckner nimmt sich vor nichts von seiner Diagnose zu sagen. Wenn ein Heiler selbst feststellen kann woran er leidet, gewinnt er auf jeden Fall an Glaubwürdigkeit.

Seine Reise führt ihn rund um die Welt. Er beginnt in seiner Heimat und stellt fest, dass es allein in Österreich unzählige Heiler gibt. Aber auch in Brasilien, auf den Philippinen und im afrikanischen Busch sucht er bekannte und weniger bekannte Wunderheiler auf.

Die Heiler sind so unterschiedlich wie die Heiler, vom zurückhaltenden Bauern zum mächtigen Sektenchef ist alles vertreten. Viele dieser Heiler hatten ein besonderes Erlebnis, in dem ihnen ihre besonderen Kräfte verliehen wurden.

Am Ende der Reise ist der Autor immer noch ein Suchender. Er hat vieles erlebt und gelernt, aber Antworten hat er trotzdem nicht.

Thomas Bruckner ist einerseits skeptisch, andererseits offen für alle Weltanschauungen und Heilmethoden. Er ist bereit sich mit Haut und Haaren auf alles einzulassen. Das führt ihn an seine Grenzen. Doch trotz allem Bemühen bleibt er im Ungewissen. Darum ist dieses Buch zwar als Erfahrungsbericht interessant, aber der Leser ist nachher nicht wirklich schlauer.

Manches scheint zu wirken, oder was es doch etwas anderes, das geholfen hat? Es lässt sich nicht nachvollziehen, ob die Handauflegungen und geistliche OPs etwas bewirkt haben oder nicht. Irgendwelche übernatürliche Kräfte scheinen tatsächlich am Werk zu sein, und die Auswirkungen sind oft alles andere als angenehm. Ob es da nicht klüger wäre zu prüfen was für Kräfte das sind, anstatt sich bedenkenlos auf alles einzulassen? Der Autor scheint recht unentschlossen und urteilslos zu sein.

Fazit: Gut geschrieben, begleitet der Leser den Autor auf eine Reise zu Heilern, die auf ganz unterschiedliche Weise wirken. Als Geschichte ist diese Erzählung interessant, aber der Leser bleibt ratlos zurück. Dieses Buch ist eher eine Reisereportage als ein Ratgeber, und die Vorgehensweise des Autors ist mit Sicherheit nicht zur Nachahmung empfohlen!

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Veröffentlicht am 09.09.2020

Leben in der Erwartung entrückt zu werden

Könnte die Entrückung HEUTE stattfinden?
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Dieses Wort gehört nicht gerade zur Alltagssprache. Entrückung – was ist das nur? Vor allem aber, was bedeutet das für mich persönlich? Auf diese Fragen geht der Jurist und Theologe Mark Hitchcock in diesem ...

Dieses Wort gehört nicht gerade zur Alltagssprache. Entrückung – was ist das nur? Vor allem aber, was bedeutet das für mich persönlich? Auf diese Fragen geht der Jurist und Theologe Mark Hitchcock in diesem Buch ein.

Bibelausleger sind sich nicht einig in welcher Reihenfolge die Ereignisse der letzten Zeit geschehen werden. Einig sind sie sich, dass schlimme Zeiten auf die Erdenbewohner zukommen. Es gibt die Einstellung, dass Menschen, die an Jesus Christus glauben, von der Erde weggenommen werden bevor diese schwere Zeit, Trübsalszeit genannt, beginnt. Andere lesen aus der Bibel heraus, dass gläubige Christen entweder während oder nach der Trübsalszeit von der Erde entrückt werden. Die Bibel enthält eine Vielzahl von Aussagen über das Ende der Zeit. Es ist schwer alle Ereignisse in ein Schema unterzubringen, das allen Aussagen gerecht wird. Unterschiedliche Meinungen entstehen auch, weil nicht klar ist, ob alle biblische Aussagen wörtlich gemeint sind, oder ob manches bildlich oder symbolisch zu verstehen ist.

Für Mark Hitchcock besteht kein Zweifel. Er hat sich ausführlich mit den biblischen Aussagen beschäftigt und viele Bücher über die Auslegung der Endzeitprophetien geschrieben. Mit diesem Buch möchte er ermutigen an eine Entrückung zu glauben, die jeden Augenblick stattfinden könnte. Sein stärkstes Argument für diese These ist die Feststellung, dass die biblischen Briefeschreiber ebenfalls in dieser Erwartung lebten.

Im ersten Teil dieses Buchs erklärt der Autor was Entrückung bedeutet. Er untersucht wichtige Bibelstellen und nennt Beispiele für Menschen, die zu biblischen Zeiten entrückt wurden. Im zweiten Teil vergleicht er seine Ansicht über den Zeitpunkt der Entrückung mit anderen Einstellungen. Im dritten Teil geht er auf Fragen zur Entrückung ein, zum Beispiel ob auch Kinder entrückt werden oder ob ein Datum für die Entrückung berechnet werden kann. Im vierten Teil ermutigt er den Leser in einer Erwartungshaltung zu leben. Das Buch schließt mit einem Dokument aus den 50er Jahren, in dem fünfzig Argumente für eine Entrückung vor der Trübsalszeit kurz zusammengefasst werden.

Dieses Buch ist schnell gelesen. Der Schreibstil ist flüssig und unterhaltsam, denn der Autor lockert die theologische Aussagen mit Beispielen und humorvollen Betrachtungen auf. Er nennt viele Bibelstellen, sodass Leser seine Aussagen überprüfen können. Trotz all dieser Pluspunkte kommt die Gegenüberstellung mit anderen Theorien zu kurz. Für den Autor steht fest, wie die Aussagen der Bibel zu verstehen sind. Es scheint als hätte er eine vorgefasste Meinung, für die er Belege in der Bibel sucht. Es entsteht der Eindruck, dass er nicht unvoreingenommen an das Thema herantritt. Andere Argumente werden recht schnell abgetan. Viele seiner Aussagen stützen sich auf andere Aussagen, die aber nicht eindeutig belegt werden. Fällt das erste Argument weg, verlieren die weiteren Argumente an Gewicht. Ein Beispiel: Der Autor geht davon aus, dass die Trübsalszeit wesentlich schlimmer sein wird als alles, was wir jetzt erleben. Das ist aber nur seine Meinung, andere vermuten, dass die Trübsalszeit bereits begonnen hat. Diese Ansicht des Autors ist jedoch die Grundlage für viele weitere Thesen.

Fazit: Gut lesbar, eignet sich dieses Buch für die Beschäftigung mit eschatologischen Fragen. Trotz mancher Mängel ist es empfehlenswert, da es kurz und verständlich über den biblischen Begriff „Entrückung“ aufklärt, und den Leser ermutigt täglich mit diesem besonderen Ereignis zu rechnen.

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Veröffentlicht am 03.08.2020

Reizvolle Ablenkung bei Wehwehchen

Mein Puste-Licht-Buch: Die kleine Tröste-Fee
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Dieses Bilderbuch aus Hartpappe enthält eine ganz besondere Überraschung. Auf jeder Doppelseite des Buchs sind vier kleine Lichter zu sehen. Wenn das Kind unten auf die Seite pustet gehen diese Lichter ...

Dieses Bilderbuch aus Hartpappe enthält eine ganz besondere Überraschung. Auf jeder Doppelseite des Buchs sind vier kleine Lichter zu sehen. Wenn das Kind unten auf die Seite pustet gehen diese Lichter an.

Etwas mehr als die Hälfte des Buchs enthält die Technik. Auf der Rückseite befindet sich ein Batterienfach und ein Schalter; so kann die Leuchtfunktion an- und ausgeschaltet werden.

Gelesen ist das Buch sehr schnell. Es enthält vier Doppelseiten, die unglückliche Tiere zeigen. Ob Bauchweh, ein Insektenstich, ein Sturz oder eine Erkältung, ihre Not passt gut zum Alltag der Kleinen. Die Texte sind sehr kurz. Ein Reim auf der linken Seite beschreibt das Unglück, und auf der rechten Seite wird das Kind aufgefordert mit der Tröste-Fee zu pusten, damit es nicht mehr so weh tut.

Das Aufleuchten der Lichter lässt die Kleinen staunen und macht großen Spaß. Es ist aber eine Enttäuschung, dass dieses Buch so kurz ist. Der Leuchteffekt sorgt sicher für eine schnelle Ablenkung, da wäre es wirklich schön, wenn das Buch mehr als vier Doppelseiten hätte.

Die Bilder sind schön und kindgerecht gezeichnet. Die Tiere, die getröstet werden sollen, erinnern mit ihrer Kleidung an Kuscheltiere. Dazu kommen passende Elemente, wie Bienen oder Kuchen, doch insgesamt sind die Bilder übersichtlich. Es gibt nicht viele Einzelheiten, die entdeckt werden können.

Fazit: Lichter leuchten auf - eine faszinierende Idee, die Kindern sicher viel Spaß macht. Schade, dass Bilder und Texte so überschaubar sind.

Veröffentlicht am 14.07.2020

Bibelstudium über den Heiligen Geist mit einigen fragwürdigen Aussagen

Der Heilige Geist
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Der bekannte amerikanische Autor und Prediger John Bevere schreibt zusammen mit seinem Sohn in diesem Buch über das Wesen und Wirken des Heiligen Geistes. Dabei beginnt er mit der Frage, „Wer ist der Heilige ...

Der bekannte amerikanische Autor und Prediger John Bevere schreibt zusammen mit seinem Sohn in diesem Buch über das Wesen und Wirken des Heiligen Geistes. Dabei beginnt er mit der Frage, „Wer ist der Heilige Geist?“, um anschließend über die Beziehung des Einzelnen mit dem Geist zu schreiben. Nach etwas mehr als die Hälfte geht es dann fast ausschließlich um das Zungenreden.

Das Buch ist in fünf Kapitel eingeteilt, die jeweils fünf Einzelthemen enthalten. Am Ende von jedem Kapitel gibt es einen Teil, in dem das Gelesene in einer persönlichen Andacht vertieft werden kann. Neben Erklärungen enthält dieses Teil viele Bibelstellen, die nachgeschlagen werden können, und Platz, um sich Notizen zu machen.

Bevere betont, dass der Heilige Geist nicht irgendeine Substanz ist, sondern eine Person, die in Beziehung mit uns treten will. Die verschiedene Weisen, in denen der Heilige Geist uns hilft, werden aufgeführt. Teilweise wirken die Erklärungen allerdings etwas verwirrend, da der dreieinige Gott auseinander dividiert wird. Das führt zu merkwürdigen Schlüssen. So wird, zum Beispiel, die Bibelstelle Apostelgeschichte 16,6-7 so ausgelegt, dass die Jünger in einem Fall vom Heiligen Geist und in einem anderen Fall vom Geist Jesu hören. Es scheint außerdem als würden Bibelverse so zusammengeflickt werden, dass eine neue Aussage entsteht. So wird der Heilige Geist wegen Lukas 11,20 mit dem Finger Gottes gleichgesetzt, und dann wegen Psalm 8,4 behauptet der Autor, „Die meisten Christen wissen nicht, dass es der Heilige Geist war, der die Sterne und die Planeten ans Firmament setzte.“ Solche Aussagen vermitteln den Eindruck als würde der Autor von drei Göttern ausgehen, nicht von einem, der auf verschiedene Weise in Erscheinung tritt.

Ein weiteres Problem ist die starke Betonung der Zungenrede. Die Bibelstellen, die vor einem falschen Gebrauch der Zungenrede warnen, werden mit dem Argument entkräftet, dass es verschiedene Arten der Zungenrede gibt, und sich diese Stellen nur auf das öffentliche Zungenreden beziehen. Der Autor ist der Meinung, dass jeder Christ, der vom Heiligen Geist erfüllt ist, in Zungen reden sollte. Darum geht es in zwei der fünf Kapitel fast ausschließlich um dieses Thema. Auch die Weisheit Gottes und Wegweisung, so meint der Autor, wird vor allem in Zeiten des Zungengebets empfangen.

Obwohl Pastor genannt, hat der Autor nicht Theologie studiert, sondern an einer umstrittenen „Wort des Glaubens“ Kirche eine Bibelschulausbildung abgeschlossen. Darum ist damit zu rechnen, dass manche Aussagen nicht fundiert sind. Trotzdem scheint der Autor nicht mehr ganz auf der Linie der „Wort des Glaubens“ Bewegung zu sein, denn er stellt am Anfang des Buchs ganz richtig fest, „Wer den Geist Gottes als einen Einfluss oder höhere Macht sieht, wird ständig sagen, ‚Ich will mehr vom Geist.‘ Aber jemand, für den er eine wunderbare Person ist, wird sagen: ‚Wie kann ich ihm mehr von mir geben?‘“

Fazit: Obwohl dieses Buch einige gute Gedanken über den Heiligen Geist enthält, ist der Umgang des Autors mit einzelnen Bibelversen nicht überzeugend. Man kann durchaus mit Gewinn Teile dieses Buchs lesen, aber bei einigen Aussagen ist Vorsicht geraten.

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Veröffentlicht am 13.07.2020

Kraftgeber auf dem Weg zur Berufung

Tochter Gottes, erobere die Welt
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Dieses Buch fällt ins Auge, denn das gelungene Cover ist ungewöhnlich für ein christliches Buch. Wie im ersten Buch der Autorin, ruft dieses Buch Frauen in den Kampf. Während es im Buch „Tochter Gottes, ...

Dieses Buch fällt ins Auge, denn das gelungene Cover ist ungewöhnlich für ein christliches Buch. Wie im ersten Buch der Autorin, ruft dieses Buch Frauen in den Kampf. Während es im Buch „Tochter Gottes, erhebe dich“ darum ging heil zu werden, um für Gottes Sache zu kämpfen, geht es in diesem Buch um den Weg danach; den Weg zur Berufung und das Leben in dieser Berufung.

Das Buch beginnt mit einer bildhaften Szene, in der erschöpfte Frauen kurz vor dem verheißenen Land stehen. Alleine hätten sie weder die Kraft noch den Mut die letzten Schritte zu bewältigen. Doch endlich ist Hilfe da. Ihre Berufung kann gelebt werden, das Abenteuer beginnt.

In den elf Kapiteln geht es um Träume und Sehnsüchte, und wie diese Realität werden können. Dabei erzählt die Autorin sehr viele biblische Geschichten, die als Vorbild dienen sollen. Viele Glaubenshelden mussten zuerst Schwierigkeiten überwinden, doch die schwere Zeiten waren nicht vergebens. Wie das Volk in den vierzig Jahren in der Wüste bereitgemacht wurde für das verheißene Land, so sind auch für uns Wüstenzeiten wertvoll, meint die Autorin.

Einige Grundsätze werden mit persönlichen Erlebnissen der Autorin untermalt, doch im Vergleich zum ersten Band, spielt das in diesem Buch eher eine untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt stehen vielmehr Beispielgeschichten aus der Bibel. Darum ist dieses Buch eher für Menschen geeignet, die erste Schritte im Glauben machen. Für diejenigen, die diese Geschichten kennen und vielleicht auch schon Predigten über sie gehört haben, enthält das Buch nicht so viel Neues.

Störend können auch die Aufrufe wirken. So wird der Leser mehrmals ermutigt loszugehen, sich nicht aufhalten zu lassen. „Bist du bereit?“, heißt es immer wieder. Es ist aber gut möglich, dass manche Leser sich gerade davon angesprochen fühlen.

Ein Plus sind die Interviews am Ende des Buchs, in denen unterschiedliche Frauen von ihrem Weg zur Berufung erzählen. Die Berufungen sind dabei ganz unterschiedlich, teilweise geht es um den Weg zum Traumberuf, teilweise um eine missionarische Aufgabe.

Passend zum Buch ist auch ein Heft für Kleingruppen erschienen, und vermutlich wird das Gelesene viel lebendiger, wenn es mit anderen Frauen besprochen wird.

Fazit: Dieses Buch eignet sich für Frauen, die einen Anstoß suchen, um ihre Berufung zu finden und zu leben. Für Menschen, die die Bibel gut kennen, könnte das Lesen weniger spannend sein, da vieles schon bekannt sein dürfte.

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