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Veröffentlicht am 20.10.2020

Tätersuche in Tirol

Englein, Mord und Christbaumkugel
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Der Leser wird auf eine gedankliche Reise ins schöne vorweihnachtliche Schloss Hellbrunn bei Salzburg geschickt. Die besondere und festliche Atmosphäre wird anschaulich beschrieben und plötzlich durch ...

Der Leser wird auf eine gedankliche Reise ins schöne vorweihnachtliche Schloss Hellbrunn bei Salzburg geschickt. Die besondere und festliche Atmosphäre wird anschaulich beschrieben und plötzlich durch einen Mord zerstört. Kommissar Martin Merana, Leiter der Salzburger Kriminalpolizei, zufällig anwesend, nimmt sofort die Ermittlungen auf. Lässt er sich durch die zahlreichen Verdächtigen verwirren?
In einem weiteren Fall ermittelt Chefinspektorin Carola Salman gegen
Notburga Englein, selbst ernannte Meisterin einer bisher recht erbärmlichen Detektivagentur. Was stellt die sich aber auch ungeschickt an!
In Kriminalfall Nummer 3 erfährt man etwas über örtliche Weihnachts- und Vorweihnachtszeitbräuche. Wieder wird ein Toter entdeckt. Warum musste er sterben? Waren seine speziellen Gänse schuld?
Betuliche Geschichten, entweder wenig überraschende Lösungen oder arg verworrene Ideen zur Tätersuche haben mich genauso wenig mitgenommen wie Gedankensprünge, die sich durch Absätze hätten besser verfolgen lassen. Die Nicht- Nennung von Namen stört den Lesefluss. Von wem ist die Rede? Blasse Charaktere schaffen es nicht, im Gedächtnis zu bleiben.
Manfred Baumanns Weihnachtszauber hat bei mir nur bedingt gewirkt. Verlegt vom Gmeiner Verlag mit einem schönen Coverbild.

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Veröffentlicht am 19.10.2020

Gangster auf der Flucht

Love & Bullets
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Gibt es schlechte Tage für Bill? Nein, nur sauschlechte. Meint er. Besonders mies wird es für ihn, als er seinem Auftraggeber eine Menge Geld stiehlt. Auf ihn, den Killer, werden mehrere Killer angesetzt. ...

Gibt es schlechte Tage für Bill? Nein, nur sauschlechte. Meint er. Besonders mies wird es für ihn, als er seinem Auftraggeber eine Menge Geld stiehlt. Auf ihn, den Killer, werden mehrere Killer angesetzt. Darunter auch Fiona. Die liebt ihn und er liebt sie. Er: ein Faible für Protzerei, Verschwendung, Luxus; sie: Killerin ohne moralische Bedenken, in allen möglichen Kampftechniken bewandert, schießwütig und ausgesprochen rabiat. Das perfekte Duo. Auf ihrer Flucht hinterlässt dieses Pärchen eine Spur aus Blut, Gewalt und Leichen. Und miesen Sprüchen zuhauf.
Nick Kolakowski versucht sich an Gangstersprache, gewollt komisch und bemüht cool. So wird aus einer guten Vorlage eine nur anfänglich unterhaltsame, später jedoch langweilige und von Wiederholungen geprägte kopflose Flucht durch Städte und Länder. Brutale Morde, Geldgier und abenteuerliche Stunts bestimmen Bills und Fionas Leben. Konnte mich nicht wirklich begeistern.
Verlegt von Suhrkamp, aus dem Amerikanischen von Stefan Lux.

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Veröffentlicht am 12.10.2020

Gespenster am Werk?

Das Haus
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Einmal im Monat lädt Leonardo Zimmermann alle 14 Einwohner des alten Mietshauses zum Aperitif auf seine Dachterrasse ein.
Nur Enis nimmt die Einladung nie an, die anderen schon und zwar sehr gern.
Enis ...

Einmal im Monat lädt Leonardo Zimmermann alle 14 Einwohner des alten Mietshauses zum Aperitif auf seine Dachterrasse ein.
Nur Enis nimmt die Einladung nie an, die anderen schon und zwar sehr gern.
Enis stürzt von der Dachterasse. Selbstmord? Mord? Nach einem zweiten Todesfall ändert sich die Atmosphäre. Die Bewohner bekommen Angst, belauern sich gegenseitig. Sogar mit Hörrohr bewaffnet, aus der Besenkammer heraus wird spioniert. Es folgen weitere Todesfälle.
Autorin Nadja befasst sich mit paranormalen Aktivitäten, denkt, ihr Haus könnte zu den Orten mit regelmäßigen Geistererscheinungen gehören, sie beschreibt Visionen von mehreren Personen, legt Prinzipien des Okkultismus dar, Forschungen über das Gedächtnis von Orten, den Bösen Blick, phantasiert abstruse Theorien zusammen.
Überzeugt mich überhaupt nicht.
Natürlich möchte man wissen, was passiert ist. Gibt es eine logische Erklärung oder sind doch übernatürliche Ereignisse schuld?
Olivia Monti hat ein unheimliches Haus mit zunächst unerklärlichen Mordfällen beschrieben, eine vergiftetet Atmosphäre der Angst beschworen. Obwohl ich mit den Bewohnern nicht warm werden konnte, kam Spannung auf. Allerdings langweilten die Ausführungen zum Paranormalen.
Ein etwas anderer Kriminalroman, verlegt von neobooks.com.

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Veröffentlicht am 16.09.2020

Der achte Kontinent

Liane und das Land der Geschichten
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Liane mag ihren Namen nicht, wird verspottet. Sie ist unsicher, schüchtern, überängstliche Eltern haben wenig Verständnis. Kein Wunder, dass sie in die Welt der Bücher flüchtet.
Als sie eine Woche bei ...

Liane mag ihren Namen nicht, wird verspottet. Sie ist unsicher, schüchtern, überängstliche Eltern haben wenig Verständnis. Kein Wunder, dass sie in die Welt der Bücher flüchtet.
Als sie eine Woche bei den Großeltern verbringen muss, erlebt sie Wundersames: zwei Kinder aus dem Land der Geschichten sammeln Gedanken für neue Märchen, denn ohne diese trocknet ihr Kontinent aus. Für den Rest der Welt würde das das Verschwinden ebendieser bedeuten. Liane kann helfen, aber die Rückreise zur Gedankensammelstelle wird durch verschieden Prüfungen erschwert.
Soweit eine schöne Idee, allerdings gestaltet sich die erste Hälfte des Buches langweilig, denn Lianes Alltag wird sehr ausführlich beschrieben. Etwas spannender wird es zu Beginn der zweiten Hälfte. Um den richtigen von vier Wegen zu erkennen, müssen vier Tests absolviert werden. Die Prüfungen: Schulwissen wird abgefragt, Ausdauer erwünscht. Na ja. Liane bekommt vordergründig den pädagogischen Zeigefinger vorgehalten, zieht selbstbewusstseinstärkende Lehren.
Meine Tochter samt Freundin verloren schnell das Interesse, schade.
Gefallen hat ihnen allerdings, dass aus von Blüten herabfallenden Buchstaben echte Dinge wie Eis und Kekse entstanden. Genau solche Überraschungen hätten sie sich vermehrt gewünscht.
Geschrieben von Elif Shafak, Illustrationen von Zafer Okur , aus dem Türkischen von Gerhard Meier, arsEdition.

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Veröffentlicht am 20.08.2020

Ich, mein Vater und John Lennon

Mein Vater, John Lennon und das beste Jahr unseres Lebens
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Sein Vater war der bekannte Moderator der Buddy Winter Show, stürzte ab, legte ein Comeback hin.
Er war 23, bekam in seiner Peace-Corps-Zeit in Gabun Malaria, ging zurück zu seiner Familie in New York. ...

Sein Vater war der bekannte Moderator der Buddy Winter Show, stürzte ab, legte ein Comeback hin.
Er war 23, bekam in seiner Peace-Corps-Zeit in Gabun Malaria, ging zurück zu seiner Familie in New York. 1979/80, die wohlhabende Familie lebte im Hotel Dakota, einer Welt für sich. Und der Knaller: zwei Etagen entfernt von John Lennon. Auch dort wohnhaft: Leonhard Bernstein.
Um den Vater, John Lennon und Anton Winter dreht sich die gesamte Geschichte. Der Vater, erst erfolgreich (Gäste: Tennessee Williams, Lauren Bacall, Katharine Hepburn ....) bedarf nun wieder der Hilfe seines Sohnes. Der ist Gast im Studio 54 und trifft dort superheiße Models, Medienmogule, Rockstars, Schnösel und andere Größen.
Fährt mit Familie zu den Olympischen Winzerspielen in Lake Placid, sieht dort Woody Allen, Frank Sinatra, Norman Mailer, die er alle kennt.
Anton Winter ist eine Tratschtante. Er erzählt, welcher Promi versucht hat, seine Frau zu ermorden, dass John Lennon in einem Club ausgetickt ist und sich mit Drogen erwischen lassen hat, Yoko Ono ein T-Shirt mit tiefem Ausschnitt trug und, und, und. Weitere bekannte Personen unterzieht er einem wertenden Urteil wie ...gefühlsduselig, selbstgefällig, dürr, widerlich. Ach ja, er hat John Lennon den Umgang mit einem Boot beigebracht und wurde eingeladen, denselben in engstem Kreis auf einer Yacht zu den Bermudas zu begleiten. Dank dieser Bootstour durchbrach John seine Schreibblockade!
Papi Buddy kann auch nur mit Anton wieder durchstarten, aber das passt dem nicht so recht. Er möchte seine eigene Lebensgeschichte schreiben. Nämlich bei den US Open Leute wie Dustin Hoffman und Barbra Streisand, Lee Majors und Brooke Shields treffen. Das ist seins. Namen, Namen, Namen.....
Es hätte interessant sein können, ist es an wenigen Stellen auch, ein Hauch Zeitgeschichte kommt vor, aber konnte mich insgesamt nicht packen.
Verfasst von Tom Barbash, aus dem Englischen von Michael Schickenberg übersetzt.

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