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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2020

Ein Page-Turner

Die Hornisse (Tom-Babylon-Serie 3)
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Wow, dieses Buch war tatsächlich durchgehend spannend. Nicht erst im Finale, sondern allerspätestens seit dem Punkt an dem Tom Babylon herausfindet, wer die Frau war, die dem grausam ermordeten Rockstar ...

Wow, dieses Buch war tatsächlich durchgehend spannend. Nicht erst im Finale, sondern allerspätestens seit dem Punkt an dem Tom Babylon herausfindet, wer die Frau war, die dem grausam ermordeten Rockstar Brad Galloway einen wichtigen Umschlag überreicht hat.

Nachdem sich der vorangegangen Teil dieser Krimi-Reihe stark mit der Psychologin Sita Johanns und ihrer Vergangenheit beschäftigt hat, lernen wir diesmal Tom als kleinen Jungen kennen. Viel interessanter ist da aber, was seine Mutter vor 30 Jahren so erlebt hat, kurz vor dem Ende der DDR. Wie das ganze dann mit den heutigen Ereignissen um den toten Rockstar verstrickt ist, wird erst ganz am Ende klar. Doch auf dem Weg dahin wurde mir genauso langweilig wie Tom, der wieder mal in sehr brenzlige Situationen gerät.

Auch diesmal baut Marc Raabe am Schluss einen Cliffhanger ein, der diesmal auch ein wirklicher Hammer ist, so dass ich das nächste Buch kaum erwarten kann!

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Veröffentlicht am 28.10.2020

Voller Erfolg in vollen Zügen

Das Glück in vollen Zügen
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Obwohl mir das Cover schon ganz gut gefallen hat - und es vor allem auch wirklich mal Bezug auf den Inhalt nimmt - hab ich dann doch nicht mit so einem frischen, spritzigen und modernen Roman gerechnet!

Die ...

Obwohl mir das Cover schon ganz gut gefallen hat - und es vor allem auch wirklich mal Bezug auf den Inhalt nimmt - hab ich dann doch nicht mit so einem frischen, spritzigen und modernen Roman gerechnet!

Die Geschichte hat mich von Anfang an begeistert. Von der Beschreibung des Wohlfühlwagens über die Welpenaufzucht bis hin zum Oktoberfest am Ende. Ich fand es super, dass die Charaktere auch ihre Probleme haben und vor allem dass diese nicht 08/15 waren sondern tatsächlich etwas, das ich noch nicht so oft gelesen habe. (Und ich lese viele Bücher). Dabei ist gerade das Thema Altersdemenz sicherlich nicht so selten und betrifft sicherlich viele Leute in der LeserInnen-Zielgruppe in ihren eigenen Familien. Ich habe zwar keine persönlichen Erfahrungen damit, aber fand die Kapitel um Jo und seinen Vater dennoch sehr interessant.

Auch gefallen hat mir, dass selbst die Nebenfiguren mehrschichtig waren. Hatte ich Maries Mutter nach ihrer ersten Szene als anstrengende Schicki-Micki-Mutter klassifiziert (die sie nach Maries eigener Aussage ja auch durchaus ist), so hat sie später auch ihre andere Seiten zeigen können und war mir dann doch sehr sympathisch.
Nachdem der Titel ja "Das Glück in vollen Zügen" heißt spielen tatsächlich zahlreiche Szenen in ebenjener Pendler-S-Bahn zwischen Herrsching und München - und nicht nur eine erste Szene zum Einstieg wie man es ja auch oft erlebt. Mir gefiel es sehr gut, dass die Autorin diesen Schauplatz so dominant eingesetzt hat.

Zum Ende hin wurde ich dann aber schon etwas ungeduldig, nach all den verpassten Gelegenheiten zwischen unseren beiden Protagonisten. Aber ich hab die Hoffnung nie aufgegeben, und vor allem durchgängig Freude am Lesen! Ich könnte mir auch sehr gut ein Sequel vorstellen, in dem Marie dann einen Karrierewechsel hat. In ihrem derzeitigen Beruf haben wir sie nie wirklich erlebt, und eigentlich passt er auch nicht so recht zu ihr. Ich sehe sie eher im Bereich Tier-Therapie im Altersheim, das wäre ein super Job für sie!

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Veröffentlicht am 30.09.2020

Shrek meets MärchenKlassiker

Land of Stories: Das magische Land – Ein Königreich in Gefahr
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Märchen zeichnen sich ja normalerweise dadurch aus, dass am Ende immer alles gut wird. Chris Colfer hält es in seiner "Land of Stories"-Reihe da ein bisschen anders - so wie er viele Aspekte der Märchenklassiker ...

Märchen zeichnen sich ja normalerweise dadurch aus, dass am Ende immer alles gut wird. Chris Colfer hält es in seiner "Land of Stories"-Reihe da ein bisschen anders - so wie er viele Aspekte der Märchenklassiker auf seine Weise modernisiert hat. Im 4. Teil geht es jedenfalls noch spannender und aufregender zu als in den vorangegangenen Bänden, Familiengeheimnisse werden gelüftet, die Liebe gefunden und wieder verloren, Verwünschungen ausgesprochen, und am Ende...nein, das kann ich jetzt nicht verraten. Nur so viel: für Alex & Connor ist auch im 5. Teil der Reihe noch genug zu tun!

Mir gefiel die Action, das Treffen auf zahlreiche literarische Figuren, die kleinen Überraschungen, die in der Geschichte eingebaut waren, und auch der Humor, der an allen Ecken und Enden durchblitzt. Chris Colfer hat hier eine tolle 'Märchenreihe' für Jugendliche und Erwachsene erschaffen, die mit seinem Witz und der Art, wie es bekannte Märchenmotive vermischt und/oder gänzlich neu darstellt ein bisschen an die 'Shrek'-Filme erinnert.

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Veröffentlicht am 03.08.2020

Slow Burn

Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
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Eine Erbschaft auf dem Lande, ein dringend benötigter Neuanfang, ein attraktiver junger Mann auf der Bildfläche, allerlei (skurrile) Dorfbewohner. Diese vier Komponenten tauchten in vielen Romanen auf, ...

Eine Erbschaft auf dem Lande, ein dringend benötigter Neuanfang, ein attraktiver junger Mann auf der Bildfläche, allerlei (skurrile) Dorfbewohner. Diese vier Komponenten tauchten in vielen Romanen auf, die ich in den letzten Jahren so gelesen habe. Trotzdem schafft Kristina Günak es aus diesen Zutaten einen Roman zu schreiben, der sich für mich komplett von den anderen abhebt.

Ich war ganz verzaubert von der Geschichte, von den Figuren, von ihren Beziehungen zueinander. Allen voran natürlich Lucy und Ben, deren Liebe tatsächlich auf Zehenspitzen daher kommt. Kein gegenseitiges Anschmachten und vor Verlangen verzehren von Seite 1 an, sondern zuallererst kommt da mal eine echte Freundschaft zwischen den beiden - und mir hat das richtig gut gefallen! Zudem geht es auch um die Angst vor dem Versagen, vor allem im beruflichen Bereich.

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Veröffentlicht am 28.07.2020

Für immer Rhodos

Wer, wenn nicht wir
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In ihrem Nachwort erzählt Barbara Leciejewski, dass sie nach ihrem letzten Roman "Solange sie tanzen" auf alle Fälle wieder was leichteres, heiteres schreiben wollte. Und über etwas, dass sie noch nie ...

In ihrem Nachwort erzählt Barbara Leciejewski, dass sie nach ihrem letzten Roman "Solange sie tanzen" auf alle Fälle wieder was leichteres, heiteres schreiben wollte. Und über etwas, dass sie noch nie thematisiert hatte: eine Trennung. Klingt ziemlich widersprüchlich, aber genau das hat sie mit "Wer, wenn nicht wir" fertig gebracht.

Ein Buch, das sich ernsthaft dem Thema Auseinanderleben nach 20 Jahren Ehe annimmt und dennoch locker und stellenweise ziemlich witzig ist. Wenn Viola zB überlegt, wie sie und Florian ihre Liebesgeschichte in diesen kurzen Einspielern von Paaren bei "Harry & Sally" erklären würden. Oder bei der Sache mit Sibylle und der Sonnencreme. Oder überhaupt wie sich Florian und Viola konsequent siezen im Urlaub.

Dorthin fahren sie nämlich noch, obwohl sie sich längst getrennt haben. Aber schließlich war der Urlaub im Luxushotel auf Rhodos schweineteuer und nicht stornierbar. Durch eine Umbuchung auf zwei Einzelzimmer wollen sie sicherstellen, dass jeder dort sein eigenes Ding machen kann. Und dann wird so etwas wie eine Paartherapie daraus, wo jeder den anderen mal in einem ganz neuen Licht sieht.

Ich fand das Buch wirklich toll. Wie die Autorin das Thema Trennung hier angegangen ist war für mich was ganz neues, der Witz und die Dialoge trafen meinen Nerv, und das Setting war großartig! Hab mich gleich zurück versetzt gefühlt zu meinem eigenen Urlaub auf Rhodos vor vielen Jahren. Dieses Jahr wären wir beinahe auch wieder hingeflogen. Nun musste ich mir eben über dieses Buch ein bisschen Urlaubsfeeling holen. Und dank dem ABBA-Abend im Hotel hab ich jetzt voll Lust "Mamma Mia" wieder zu sehen! Jetzt weiß ich immerhin, worum es in "The winner takes it all" überhaupt geht. Ich hab das Lied schon so oft gehört, sogar mitgesungen, aber trotzdem nie über die Lyrics nachgedacht.

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