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Veröffentlicht am 12.11.2020

Der Spuk von Beacon Hill

Der Spuk von Beacon Hill
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Passend zur Jahreszeit habe ich im Moment total Lust auf gruselige Bücher. Und was bei mir immer einen wunden Punkt trifft sind Geister, besonders wenn diese in Häusern spucken. So kam Der Spuk von Beacon ...

Passend zur Jahreszeit habe ich im Moment total Lust auf gruselige Bücher. Und was bei mir immer einen wunden Punkt trifft sind Geister, besonders wenn diese in Häusern spucken. So kam Der Spuk von Beacon Hill genau richtig.

Der Anfang war vielversprechend. Jugendliche, die neugierig sind und sich in ein Geisterhaus schleichen, alt bekannt aber nicht minder schlecht deswegen. Ophelia sieht etwas in dem Haus, etwa das sie nicht mehr loslässt und bis nach Hause verfolgt. Maden Mutter. Und ich kann euch sagen, die Werte Dame ist kein schöner Anblick.

Sadie arbeiten in einer Bibliothek und liebt Bücher, da war sofort Sympathie meinerseits gegeben. Ophelia Mutter zieht sie zurate, da sie damals als Teenager komische Dinge gesehen haben will. Doch Sadie hat lange versucht dies alles zu verdrängen und nun kommen Dinge zutage, die lieber hätten ruhen sollen.

Ich liebe Spukhäuser Geschichten und so waren meine Erwartungen hoch. Der Schreibstil ist eher einfach gehalten, manche Dialoge wirken etwas hölzern. Im Austausch mit anderen wurde mir gesagt, dass dies wohl an der Übersetzung liegt und es im Original besser sein soll. Das hat den Lesespaß aber nicht gemindert, Langeweile kam beim Lesen keine auf.

Es gab einige gruselige Szenen, bei denen ich nicht gerne dabei gewesen wäre. Die Autorin schafft es eine schaurige Atmosphäre zu erschaffen, sodass ich als ich ins Bad musste, im Flur doch lieber das Licht angemacht habe. Das Ende setzt dem dann nochmal die Krone auf und ich dachte nur noch, Was echt jetzt. Das Rad wurde hier sicherlich nicht neu erfunden, aber doch weiß der Spuk von Beacon Hill zu unterhalten und zu gruseln.

Fazit:
Eine tolle Lektüre, wenn man es schaurig mag und Lust auf eine Geisterhausgeschichte hat, einzig der etwas platte Schreibstil macht einem die Geschichte etwas madig. Vorsicht Wortspiel, welches bestimmt noch niemand im Zusammenhang mit diesem Buch benützt hat

Veröffentlicht am 31.10.2020

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Der Fall der linkshändigen Lady
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Nachdem ich kürzlich den Film zu Band 1 auf Netflix gesehen habe, war ich sehr neugierig auf die Bücher zum Film. Wie ich dann gemerkt habe, wurden schon manche Elemente aus Band 2 in den Film gepackt, ...

Nachdem ich kürzlich den Film zu Band 1 auf Netflix gesehen habe, war ich sehr neugierig auf die Bücher zum Film. Wie ich dann gemerkt habe, wurden schon manche Elemente aus Band 2 in den Film gepackt, aber nur kleine und so war dies nicht unangenehm.

Der Schreibstil ist ein bisschen eigen finde ich. Passt aber zu der damaligen Zeit. Allgemein wurde das Feeling von London 1889 wunderbar in die Geschichte transportiert. So war das Buch alleine deswegen schon ein tolles Leseerlebnis.

Leider zog sich die Geschichte in meinen Augen manchmal etwas, hin und wieder kam Enola ins Schwafeln und es gab Beschreibungen, die sich wiederholt haben. So wurde immer wieder ihre Verkleidung erwähnt und erklärt, obwohl dies schon geschehen ist.

Der Fall war interessant, auch wenn ich die Auflösung ein bisschen zu sehr an den Haaren herbeigezogen fand. Aber der Weg dorthin bzw. Enola bei ihren Überlegungen zu bekleiden hat Spaß gemacht. Aber alles in allem eine schöne Unterhaltung und ich werde bei Gelegenheit auch weiter lesen.

Veröffentlicht am 29.10.2020

Der Heimweg

Der Heimweg
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Ich habe schon mehrere Bücher von Sebastian Fitzek gelesen und was ich bis jetzt immer sehr angenehm fand war, dass sie nicht zu sehr sexuelle Gewalt und wie soll ich es sagen, abartiges Thematisieren. ...

Ich habe schon mehrere Bücher von Sebastian Fitzek gelesen und was ich bis jetzt immer sehr angenehm fand war, dass sie nicht zu sehr sexuelle Gewalt und wie soll ich es sagen, abartiges Thematisieren. Dem ist hier leider nicht so, der Heimweg hat mich da etwas an die Bücher von Cody McFadyen erinnert was das angeht.

In Der Heimweg geht es um häusliche Gewalt und dies in verschiedenen Formen, körperlich, psychisch und sexuelle, wer das nicht lesen kann und möchte, sollte um das Buch einen Bogen machen.

Auf der einen Seite mochte ich das Buch, es war wie gewohnt spannend und auch verwirrend. Man denkt, man wüsste was man da liest und dann macht es Bäm und man denkt sich nur noch WTF. Ich mag diesen Effekt beim Lesen, wenn man so völlig überrascht ist, klar man denkt sich schon, dass da was nicht ganz koscher ist, aber die Auflösung ist dann wie ein Schwall kaltes Wasser ins Gesicht.

Doch die, ich kann es nicht anders sagen, abartigen Szenen haben mir das Lesen erschwert. Immer wieder musste ich das Buch auf die Seite legen und es zunächst sacken lassen. Den Gedanken hinter der Geschichte oder eher das Motiv fand ich durchaus schlüssig und interessant. Und ich habe auch keine Probleme damit, wenn es blutig wird. Doch dadurch, dass der Autor das ganze hier so real erscheinen lässt, ging mir die Geschichte bzw. die Schicksale ziemlich an die Nieren.

Die Charaktere fand ich gut durchdacht und schlüssig in ihrem Handeln. Sie wirkten echt und authentisch. Allgemein konnte mich die Handlung, vielleicht ein bisschen zu sehr in ihren Bann ziehen. Auf jeden Fall extrem spannend und fesselnd. Auch das Nachwort mochte ich, sollte man definitiv mitlesen.

Fazit:
Ein typischer Fitzek, aber brutaler als gewohnt in meinen Augen.
Spannend, fesselnd und mitreißend.
Aber durch die Thematik, häusliche Gewalt die expliziert dargestellt wird, vielleicht nicht für jeden etwas.
Grausam und brutal, doch mit dem typischen WTF Momenten, den ich so bei Fitzek Büchern liebe.

Veröffentlicht am 05.10.2020

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Strangeworlds - Öffne den Koffer und spring hinein! (Band 1)
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Strangeworlds klang nach einer magischen Geschichte voller Abenteuer. Und so war es dann auch. Der erste Band der Reihe für Leser_innen ab 10 Jahren trumpft mit einer fantasievollen Grundidee auf.

So ...

Strangeworlds klang nach einer magischen Geschichte voller Abenteuer. Und so war es dann auch. Der erste Band der Reihe für Leser_innen ab 10 Jahren trumpft mit einer fantasievollen Grundidee auf.

So gibt es das Reisebüro Strangeworlds, aber anstatt einen PC findet Flick als sie in den Laden stolpert nur Koffer, jede Menge Koffer. Schon bald wird sie erfahren, was es mit diesen auf sich hat und welche Rolle sie in der Strangeworlds-Gesellschaft einnehmen wird. Es droht nämlich Gefahr, das magische Gleichgewicht ist gestört.

Jonathan leitet das Reisebüro und trägt mit seinen gerade einmal 18 Jahren schon viel Verantwortung. So wie auch Flick, die sehr viel Daheim mithelfen muss, was ihr gelegentlich auf die Nerven geht. Da ist so ein Abenteuer in einer anderen Welt sehr verführerisch.

Die Idee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Wie schön wäre es, wenn man mit Koffern wirklich in andere magische Welten reisen könnte. Da fängt man beim Lesen auch ein bisschen an zu Träumen. Doch ist nicht alles Friede Freude, es droht auch Gefahr. Es gab durchaus auch spannende Szenen, in denen es brenzlig wurde. Aber im Großen und Ganzen hat mir doch etwas die Spannung und das besondere Etwas gefehlt, welches einen an die Seiten fesselt.

Vielleicht war ich auch einfach etwas zu Alt für die Geschichte. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie bei der Zielgruppe, Leser*innen ab 10 Jahren für mehr fesselnde Momente sorgt. Der Schreibstil ist einfach gehalten und locker leicht zu lesen.

Flick ist sympathisch und sie tat mir schon etwas Leid, wie sie Daheim zurückstecken muss. Jonathan war mir mit seiner brummigen Art auch gleich sympathischen, ihn mochte ich sogar ein bisschen lieber. Wie die beiden zusammen agieren war unterhaltsam und auch wie Flick andere Welten entdeckt. Ich stelle mir das schon extrem cool vor.

Fazit:
Koffer mit denen man in andere Welten reisen kann?
Welch eine fantastische Idee.
Leider hat mich die Geschichte im Verlauf etwas verloren, aber grundsätzlich mochte ich die Protagonisten und die Grundidee.
So wie die fantasievolle Gestaltung der Reisen / Welten.

Veröffentlicht am 01.10.2020

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Doggerland
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Habt ihr schon einmal etwas von Doggerland gehört? Nein? Ich auch nicht, umso mehr hat mich Doggerland – Die versunkene Welt von Daniel Bleckmann interessiert.

Erzählt wird dieses Buch für Leser ab 11 ...

Habt ihr schon einmal etwas von Doggerland gehört? Nein? Ich auch nicht, umso mehr hat mich Doggerland – Die versunkene Welt von Daniel Bleckmann interessiert.

Erzählt wird dieses Buch für Leser ab 11 Jahren aus drei verschiedenen Perspektiven. Da hätten wir in der Gegenwart die Zwillinge Leya und Lex, die in der Nordsee ein Zeittor finden, welches sie rund 8000 Jahre zurück in die Vergangenheit bringt. Und so treffen sie auf den Häuptlingssohn Alif und dessen Bruder.

Der Autor hat es hier geschickt angestellt die drei Perspektiven zu unterscheiden. So haben alle einen anderen Sprachgebrauch. Ich würde sagen, Leya, die sich sehr für die Umwelt einsetzt artikuliert sich normal bzw. auf Hochdeutsch. Alif aus der Steinzeit benützt oft einfache Wörter und gelegentlich auch welche, die uns gar nichts sagen. Diese kann man aber im Glossar, der sich am Ende des Buches befindet nachlesen, eine tolle Idee. Alles gut so weit und ich fand diesen Unterschied richtig klasse, da so das jeweilige Zeitgefühl sehr gut beim Lesen durchkam.

Nun kommen wir aber zu Lex, der so einen Jugendslang verwendet, dass ich seine Kapitel sehr schwierig fand. Stellt euch jedes Jugendwort vor, dass ihr kennt und dann nehmt nochmal 10 dazu und ihr habt Lexs Sprachgebrauch. Das ist natürlich Ansichtssache, aber mir war es zu viel. Dies ist aber auch mein einziger Kritikpunkt an diesem Buch.

Denn die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Die vielen Abenteuer, dazu noch das Wissen welches über Doggerland vermittelt wird und auch der Umweltschutz Einfluss. Es war auch mal etwas anderes ein Buch zu lesen, welches in dieser Zeit spielt. Der Autor hat den Leser gut in die damalige Zeit transportiert und es wirkte alles schön authentisch.

In der Steinzeit passiert so einiges und so wird es beim Lesen nicht langweilig. Es gibt auch ein paar zarte Gefühle, die über Freundschaft hinaus gehen. Emotional wurde es dann gegen Ende für mich, besonders wenn man bedenkt, dass es Doggerland wirklich gab und wie der Meeresspiegel steigt.