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Veröffentlicht am 27.01.2021

Für alle die vegan und glutenfrei backen wollen

NATURAL SWEETS – das Backbuch
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Natural Sweets von Eileen Pesarini (bekannt als Lini's Bites) ist ein veganes Backbuch und verspricht über 100 gesunde Rezepte zum Genießen. Alle Rezepte sind glutenfrei und (Industrie)zuckerfrei. 
Das ...

Natural Sweets von Eileen Pesarini (bekannt als Lini's Bites) ist ein veganes Backbuch und verspricht über 100 gesunde Rezepte zum Genießen. Alle Rezepte sind glutenfrei und (Industrie)zuckerfrei. 
Das Buch enthält einen ausführlichen Einführungsteil inklusive der Geschichte der Autorin mit Tipps zur Vorratshaltung und Basisrezepten und ist dann aufgeteilt in die folgenden Kategorien: Frühstück, Kekse, Muffins & Brownies, Kuchen, Brote & Tartes, Süßigkeiten-Klassiker, Snacks, Nachspeisen und Weihnachtsbäckerei. Damit ist eigentlich jeder Anlass für süßes Gebäck abgedeckt. 
Ich habe das Buch vor allem im Veganuary getestet und ernähre mich eigentlich nicht ausschließlich vegan. Etwas Erfahrung mit veganen und glutenfreien Rezepten hatte ich jedoch schon zuvor gesammelt. Positiv finde ich, dass ich in jedem Kapitel ein "Einsteigerrezept" finden konnte, das relativ einfach und mit "normalen" Zutaten umsetzbar ist. Generell konnte ich für alle Rezepte, die ich umsetzen wollte, die Zutaten im Supermarkt oder DM kaufen. Die Rezepte sind mit normalem Backaufwand ausführbar und auch ausführlich beschrieben. Häufig wird ein Standmixer verwendet. Wer regelmäßig nach diesem Buch backen möchte, sollte sich eventuell einen anschaffen. 
Insgesamt haben mir die getesteten Rezepte gut gefallen und mir auch sehr gut geschmeckt. Natürlich entspricht der Geschmack nicht 100% dem eines nicht veganen Lebensmittels. Ich versuche daher immer, vegane Lebensmittel nicht als 1:1 Ersatz eines geliebten Essens anzusehen sondern lieber neue, leckere vegane Alternativen zu finden. Das gleiche gilt auch für den Ersatz von Zucker. In dem Buch habe ich einige Snacks gefunden, die ich auch in Zukunft nutzen werde. Wenn man sich im Alltag bemüht Zucker zu vermeiden, schmecken die Rezepte auch viel süßer, als wenn man noch täglich Süßes konsumiert. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass auch alternative Süßungsmittel (wie Datteln, Agavendicksaft, etc.) Zucker sind - daher finde ich, der Begriff "gesündere Rezepte" würde es besser treffen als "gesunde Rezepte" im Titel. 
Empfehlen würde ich das Buch allen, die sich für vegane Ernährung interessieren. Es liefert auf jeden Fall sehr viele Anregungen und Rezeptideen. Außerdem ist es sehr praktisch, wenn man auch häufiger für Personen backt, die sich glutenfrei ernähren müssen. Ich werde sicherlich einige Rezepte häufiger backen.
Bei Back- und Kochbüchern gilt bei mir immer: Das Auge isst mit! Daher auch ein paar kurze Worte zur Gestaltung: Natural Sweets hat einen modernen, frischen Look. Das Layout ist reduziert und die Darstellung der Rezepte übersichtlich. Die Fotos sind sehr ansprechend. Insgesamt ein sehr schön gestaltetes Buch, das man gerne für Anregungen durchblättert.

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Veröffentlicht am 05.10.2020

Arved Fuchs rüttelt wach!

Das Eis schmilzt
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Arved Fuchs erzählt in seinem Buch "Das Eis schmilzt" sehr eindringlich vom Klimawandel aus seiner Sicht als Polarforscher. In Kapitel 1 bis 9 beschreibt er zunächst die Veränderungen von Klima ...

Arved Fuchs erzählt in seinem Buch "Das Eis schmilzt" sehr eindringlich vom Klimawandel aus seiner Sicht als Polarforscher. In Kapitel 1 bis 9 beschreibt er zunächst die Veränderungen von Klima und der Polarregion, die er in den letzten Jahren beobachten konnte. Kapitel 10 bis 16 richten sich auf konkrete Beispieleprojekte, die lokal bereits erfolgreich einen anderen Umgang mit Resourcen und Energie betreiben und einige Schlussbemerkungen.

Die zu Beginn des Buches dargelegte Problematik ist für mich keineswegs neu, trotzdem schafft Arved Fuchs es mich mit dem Buch und den teilweise erschütternden Fotos von Umweltverschmutzung wachzurütteln. Der Stil des Buches gleicht einem spannenden Vortrag. Die Lektüre führt mir sehr deutlich vor Augen, dass es jetzt Zeit ist zu handeln. Die folgenden Beispiele zeigen gut auf, dass ein anderer Umgang mit Resourcen möglich ist. Insgesamt bin ich nach dem Buch sehr motiviert, mein Verhalten noch weiter möglichst klimafreundlich anzupassen. Was mir an dem Buch etwas fehlt, ist eine konkrete Liste mit Handlungsempfehlungen um die entstandene Motivation direkt umzusetzen. Was kann jeder Einzelne tun, wie können wir Veränderung auf höherer Ebene anstoßen und einfordern? Natürlich kann und sollte man sich hier eigenständig weiter informieren, allerdings ist das Buch an sich so motivierend, dass ich eine Liste mit konkreten Anregungen sehr hilfreich gefunden hätte.

Unabhängig vom Inhalt gefällt mir das Buch auch gestalterisch sehr gut. Sowohl Cover als auch der Innenteil sind grafisch sehr modern und ansprechend gehalten. Ein schönes Detail ist zum Beispiel das kleine Eisberg Icon, das in jedem Kapitel etwas kleiner dargestellt wird. Auch die Typografie und der Einsatz von Fotos unterstreicht diesen Eindruck. Außerdem ist das Buch im cradle to cradle Verfahren produziert und klimapositiv gedruckt - dies hätte ich bei der Thematik natürlich auch erwartet. Auch wenn in erster Linie der Inhalt zählt, weiß ich die schöne Gestaltung sehr zu schätzen.

Insgesamt finde ich das Buch sehr ansprechend und einen wichtigen Anstoß in Sachen Klimaschutz. Ein zusätzliches Kapitel mit konkreten Empfehlungen für Privatpersonen würde es meiner Meinung nach perfekt machen.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Konzept copy/paste – kann das funktionieren?

The Woman in Suite 11
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Ehrlich gesagt war ich sehr überrascht und auch ein bisschen skeptisch, als ich den Klappentext zu "The Woman in Suite 11" gelesen habe. Kann das gleiche Konzept 2x funktionieren? Ruth Wares Vorgänger ...

Ehrlich gesagt war ich sehr überrascht und auch ein bisschen skeptisch, als ich den Klappentext zu "The Woman in Suite 11" gelesen habe. Kann das gleiche Konzept 2x funktionieren? Ruth Wares Vorgänger "The Woman in Cabin 10" habe ich kurz zuvor gelesen und ich war mir eigentlich sicher, dass es für die Protagonistin Lo schwierig eine Vorsetzung geben kann. Noch dazu mit einem so ähnlichen Konzept. Cover, Titel und Grundidee klingen ja fast identisch.

Zunächst macht Ruth Ware einen großen Zeitsprung – 10 Jahre nach dem Geschehen auf der Aurora lebt Lo glücklich verheiratet mit zwei Kindern in Amerika. Eine unerwartete Einladung führt sie in ein Luxushotel in der Schweiz. Dort trifft sie ebenso überraschend auf viele ehemalige Gäste der Aurora. Ist die Geschichte ein bisschen an den Haaren herbeigezogen? Ja. Habe ich sie trotzdem gern gelesen? Ja! Ruth Ware schafft es, kontinuierlich Spannung aufzubauen, sodass ich den „naja, das ist aber sehr unwahrscheinlich“ Gedanken irgendwann loslassen konnte und mich einfach über ein spannendes Buch für eine kleine Auszeit gefreut habe.

Dauerhaft gestört beim Lesen hat mich allerdings die Naivität mit der Lo durch das ganze Abenteuer geht und hier hätte ich mir mehr Entwicklung gewünscht. Gerade im Hinblick darauf, dass Lo wirklich erwachsen geworden ist und 10 Jahre vergangen sind. Allerdings wäre die Geschichte wohl um einiges kürzer, wenn sie direkt nach den ersten Vorkommnissen das einzig sinnvolle getan hätte: zur Polizei gehen! Daher verzeihe ich Ruth Ware diesen Mangel an Charakterweiterentwicklung – auch wenn es für mich teilweise schwer zu ertragen war, Lo kopflos in die nächste Falle laufen zu sehen.

Insgesamt ein schöner Thriller zum Miträtseln für eine Leseauszeit ohne zu hohen Anspruch.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Einsamkeit – zwei Frauen auf der Suche nach dem Glück

Die Anatomie der Einsamkeit
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Einsamkeit ist nicht das erste Thema, das man einem unterhaltsamen Roman zuschreiben würde, aber doch ist es hier das verbindende Element in den Geschichten der zwei Protagonistinnen Claire und Olive in ...

Einsamkeit ist nicht das erste Thema, das man einem unterhaltsamen Roman zuschreiben würde, aber doch ist es hier das verbindende Element in den Geschichten der zwei Protagonistinnen Claire und Olive in Louise Pelts Roman.

Die beiden starten sehr unterschiedlich – Claire 2000 als erfolgreiche Anwältin in New York, Olive eher gescheiterte Journalistin 2022 in London. Claires Geschichte hat mich besonders am Anfang an Anwaltsserien a la „the good wife“ erinnert, während ich bei Olive eher an eine etwas tollpatschige Cameron Diaz in Liebeskomödien denken musste.

Beide verbindet jedoch das Gefühl nicht vollständig zu sein, nicht dazu zugehören, einsam zu sein. In beiden Geschichten taucht ein mysteriöser Kompass auf und lässt uns noch auf eine dritte Zeitebene eintauchen. Über den ganzen Roman zieht sich auch das Rätsel, ob Claire und Olive auch im wahren Leben miteinander verbunden sind.

Louise Pelts Stil hat mir sehr gut gefallen – nach wenigen Seiten konnte ich in der Geschichte abtauchen und mir alles bildlich vorstellen. Ein wenig erinnert mich der Aufbau an Bücher von Lucinda Riley, bei der sich Mystery und Lovestory bzw. Suche nach persönlichem Glück auch oft miteinander verbinden. Während des Lesens tauchten für mich schon ein, zwei Unstimmigkeiten auf, z.B. erschien mir die ganze Geschichte rund um den Kompass schon ein bisschen konstruiert. Aber wie in einem guten Film habe ich mich einfach in die Geschichte ziehen lassen und mich unterhalten lassen. Viele der Twists im Buch sind ein wenig vorhersehbar, wenn man aufmerksam liest.

Positiv hervorheben möchte ich die Gestaltung des Buches. Das Cover ist wunderschön und passend zur Geschichte gewählt. Der Einband hat eine besondere Haptik, die an Leinen oder an eine Leinwand erinnert.

Insgesamt kommt es bei der Bewertung ja auch immer darauf an, was man eigentlich erwartet: Die Anatomie der Einsamkeit ist eine unterhaltsame Geschichte zum Miträtseln und begleitet die zwei Hauptprotagonistinnen mit viel Gefühl auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück. Für mich ein perfektes Buch für ein verregnetes Wochenende zum Abtauchen und Entspannen.

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Veröffentlicht am 11.02.2025

Spannender Auftakt für Dora und Rado

Schmerz
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Gesucht und gefunden – sie könnten nicht unterschiedlicher sein und arbeiten doch perfekt zusammen: Dora und Rado. Dass „Schmerz“ von Jón Atli Jónasson erst der Auftakt einer Serie ist, wird mit jeder ...

Gesucht und gefunden – sie könnten nicht unterschiedlicher sein und arbeiten doch perfekt zusammen: Dora und Rado. Dass „Schmerz“ von Jón Atli Jónasson erst der Auftakt einer Serie ist, wird mit jeder Seite klarer. Neben der Covergestaltung mit Wiedererkennungswert bieten vor allem die beiden Protagonist:innen noch viel Spielraum für weitere Bände. Dora mit ihrer Kopfverletzung, der daraus resultierenden Persönlichkeitsveränderung und besonderen Wahrnehmung und Rado, ein Migrant, dem nun familiäre Verstrickungen gefährlich werden. Zunächst nehmen sie eher widerwillig die Zusammenarbeit auf, lernen sich dann jedoch kennen und schätzen. Und auch mir sind die beiden ans Herz gewachsen – obwohl für mich die Buchwelt wirklich gesättigt mit „Ermittlern mit konstruierten Macken“ ist. Hier passt es einfach – vielleicht hat der Autor daher auch ein Anagramm für die Namen gewählt.

Inhaltlich reiht sich „Schmerz“ gut ins Genre Nordic Noir ein – die Atmosphäre ist düster, kühl und unaufgeregt. Es geht um Ermittlungsarbeit, kriminelle Banden, Korruption, Drogen und mehr – und die Spannung kommt ganz ohne blutige Serienmorde auf. Dass der Autor auch als Drehbuchautor arbeitet, lässt sich erkennen. Ich könnte mir Dora und Rado gut auch als Sonntagskrimi vorstellen, beim Lesen entstehen die Filmszenen ganz wie von allein im Kopf. Schmerz ist ein Buch, in das man gut abtauchen kann – ich habe es nur wenig aus der Hand gelegt.

Ein bisschen Luft nach oben ist allerdings noch da. Für volle fünf Punkte ging es mir auf den letzten Seiten fast ein bisschen zu schnell. Am Ende gibt es einen gelösten Fall und viele Geschichten rund um das Ermittlerteam, die darauf warten, weitererzählt zu werden. Ich bin auf jeden Fall auch bei der nächsten Ermittlung wieder dabei!

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