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Veröffentlicht am 04.11.2020

Gewohnte Qualität von Ken Follett, auch wenn es nicht ganz an „Die Säulen der Erde“ herankommt

Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit
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Edgar, der Sohn eines Schiffbauers in Combe im Süden Englands, überlebt den Überfall von Wikingern in dem kleinen Ort. Mit seiner Mutter und seinen Brüdern bricht er danach nach Dreng’s Ferry auf, um sich ...

Edgar, der Sohn eines Schiffbauers in Combe im Süden Englands, überlebt den Überfall von Wikingern in dem kleinen Ort. Mit seiner Mutter und seinen Brüdern bricht er danach nach Dreng’s Ferry auf, um sich eine neue Existenz aufzubauen.
Parallel strebt Mönch Aldred danach, der Bibliothek seines Klosters möglichst viele kostbare Bücher zuzuführen. Und Ragna, Grafentochter aus der Normandie, heiratet einen Alderman in England.
Der ehrgeizige Bischoff Wynstan strebt nach weiterer Macht und Einfluss…


Meine Meinung:
Dieser dicke Wälzer von über 1.000 Seiten, der – als Vorgeschichte von „Die Säulen der Erde“ um das Jahr 1.000 in England spielt, hat alle Zutaten, die ein guter Ken Follett-Roman braucht: ein interessantes historisches Setting (gründlich recherchiert!), eindeutig gute und eindeutig böse Personen, die die Handlung dominieren und jede Menge Intrigen, Not und Elend, Kämpfe, Leidenschaft…
Insofern ließ sich der Roman wirklich sehr spannend lesen und ich habe mit den sympathischen Figuren Edgar (der an Tom Builder aus den Säulen der Erde), Aldred und Ragna mitgefiebert. Bischoff Wynstan erinnert auch an den Fiesling Waleran Bigott aus den Säulen der Erde und er wird auch hier fast schon zu klischeehaft hinterhältig und machthungrig dargestellt. Man muss es schon mögen, dass die Personen sehr klar in Schwarz und Weiß eingeteilt sind, Graustufen gibt es eigentlich so gut wie nicht.
Daher ist die Handlung – trotz vieler Wendungen, auch durch grausame Ereignisse – aber eigentlich recht klar vorherbestimmt und in sich auch stimmig / glaubwürdig.
Sehr gut gefallen hat mir wieder, dass ich einiges über den Alltag der Menschen zu der Zeit lernen konnte. Der Autor hat wieder sehr fundiert recherchiert und versteht es meisterhaft entsprechende Details aus dem Alltag der Menschen in die Erzählung einzuflechten.
Man sollte den Roman allerdings nicht lesen, wenn man schwache Nerven hat und keine grausamen Szenen voller Gewalt ertragen kann.


Fazit:
Insgesamt hielt der Roman, was ich mir von ihm versprochen habe, auch wenn er leider nicht ganz an die Klasse von „Die Säulen der Erde“ herankommt.

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Veröffentlicht am 26.10.2020

Gewohnt unterhaltsam und voller Urlaubsflair

Nie wieder Amore!
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Monika Renner ist Rentnerin und als solche nicht ausgelastet. Immer wieder muss sie an ihre große Liebe Vincenzo denken, die jäh endete, als sie von Vincenzos Tod erfahren hat.
Doch dann kommt ein Anruf ...

Monika Renner ist Rentnerin und als solche nicht ausgelastet. Immer wieder muss sie an ihre große Liebe Vincenzo denken, die jäh endete, als sie von Vincenzos Tod erfahren hat.
Doch dann kommt ein Anruf aus Sizilien: Die junge Deutsche Lena hat altes Filmmaterial gefunden und meint tatsächlich, dass Vincenzos noch lebt – und zwar auf Sizilien. Da fackelt Moni nicht lange und macht sich mit Enkel Jan auf den Weg. Und ihre Suche nach ihrer einen großen Liebe schreckt nicht nur die Behörden, sondern auch Mafiosi auf…


Meine Meinung:
Die Geschichten von Tessa Hennig sind immer wahnsinnig humorvoll und unterhaltsam mit vielen Verwicklungen erzählt. So war es auch dieses Mal. Mit vielen Zufällen, Rückschlägen und amüsanten Begegnungen steuert die Geschichte schließlich auf ein Happy End hin.
Dabei ist auch der Erzählstil ganz besonders, denn es zieht sich ein toller Humor durch die gesamte Erzählung.

Die Figuren sind sehr vielversprechend und authentisch angelegt und jede hat ihre Ecken und Kanten, was sie unverwechselbar und so herrlich sympathisch macht!

Natürlich kommt auch dieses Mal das Italien-Flair nicht so kurz. Die Begebenheiten auf Sizilien, das gute Essen, die temperamentvolle Art der Menschen werden sehr stimmig und authentisch beschrieben. Ich habe große Lust bekommen, nach Sizilien zu reisen – und habe es sehr genossen, nun zumindest beim Hören virtuell dorthin zu reisen.

Nicht zuletzt die Sprecherin macht das Hörbuch wieder zu einem ganz besonderen Genuss, denn ihre Art zu lesen passt perfekt zu dem schrägen Humor der Autorin.


Fazit:
Eine klare Empfehlung für alle, die einen unterhaltsamen und kurzweiligen Urlaub auf Sizilien machen wollen!

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Veröffentlicht am 26.10.2020

Berührende Geschichte mit Südfrankreich-Flair

Die Frauen von der Purpurküste – Julies Entscheidung (Die Purpurküsten-Reihe 2)
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Bei Lara kommt gerade ziemlich viel zusammen: Ihr Freund hat sie betrogen, ihre Mutter stirbt viel zu früh an einer schweren Krankheit und nun verliert sie auch noch ihren Job in Bremen. Das ist für sie ...

Bei Lara kommt gerade ziemlich viel zusammen: Ihr Freund hat sie betrogen, ihre Mutter stirbt viel zu früh an einer schweren Krankheit und nun verliert sie auch noch ihren Job in Bremen. Das ist für sie Anstoß genug, sich gemeinsam mit ihrer Oma Béatrice im südfranzösischen Collioure auf die Suche nach ihrem Vater zu machen, den sie nie kennengelernt und den ihre Mutter nie erwähnt hat.
Bei ihrer Suche stoßen sie nicht nur auf den charmanten Meeresbiologen Félix, sondern auch auf Spuren von Béatrices großer Schwester Julie, die 1944 zur Zeiten der deutschen Besatzung spurlos verschwunden ist…


Meine Meinung:
Die Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt. Einerseits habe ich versucht langsam zu lesen und jede Seite zu genießen, anderseits wollte ich immer unbedingt wissen, wie es weitergeht. So war das Buch letztlich viel zu schnell ausgelesen – was definitiv ein gutes Zeichen ist!

Sehr gut gefallen haben mir die wechselnden (zeitlichen) Perspektiven zwischen der Gegenwart und den Geschehnissen im Jahr 1944 während der deutschen Besatzung in Frankreich. Nicht nur dadurch ist der Spannungsbogen sehr gut angelegt, denn als Leser(in) erlebt man bis zum Ende einige überraschende Wendungen, die insgesamt aber alle glaubwürdig und sehr stimmig angelegt sind. Und letztlich bekommt man auch das erwünschte Happy End (ohne zu viel zu verraten…)!

Neben der gekonnt angelegten Geschichte und den warmherzig entworfenen handelnden Personen fand ich es sehr gut, dass das Flair in dem wunderschönen kleinen Ort Collioure sehr authentisch beschrieben ist. Ich war selbst schon mehrmals in dem Ort und habe ihn genauso wahrgenommen, wie er im Buch dargestellt wird: zauberhafte Gassen, kleine Läden, pastellfarbene Häuser mit Bougainvilleen davor, entspannte und freundliche Menschen, gutes Essen und vor allem ein ganz besonderes Licht über dem blauen Meer. Somit kann man sich mit dem Roman ganz herrlich in den Urlaub träumen, auch wenn man gerade nicht wegfahren kann.
Dabei gibt die Autorin die Gegebenheiten vor Ort so genau wieder, dass sie sogar auf die Wochentage, an denen Markt stattfindet, achtet.

Außerdem habe ich auch einiges zur Geschichte Frankreichs während des 2. Weltkriegs gelernt, denn auch über eine Einrichtung in Elne, die sog. Maternité, hat die Autorin sehr fundiert recherchiert, was man im Text sehr deutlich spürt.

Durch die Geschichte habe ich große Lust bekommen, wieder einmal nach Frankreich zu fahren. Sie hat mich vor allem aber auch emotional berührt und mir sehr schöne Lesestunden geschenkt.


Fazit:
Auch dieser Band über die „Frauen von der Purpurküste“ ist ein echtes Wohlfühlbuch, das bewegt, emotional mitnimmt und unterhält und zwar alles vor der Kulisse des wunderschönen Südfrankreichs.

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Veröffentlicht am 09.10.2020

Spannende Generationen- und Familiengeschichte

Tage mit Ida
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Susanne ist nicht wirklich zufrieden mit ihrem Leben. Ihr Mann arbeitet in einer anderen Stadt, die drei Kinder sind praktisch aus dem Haus und sie ist viel zu oft allein. Da taucht plötzlich eine ältere ...

Susanne ist nicht wirklich zufrieden mit ihrem Leben. Ihr Mann arbeitet in einer anderen Stadt, die drei Kinder sind praktisch aus dem Haus und sie ist viel zu oft allein. Da taucht plötzlich eine ältere Frau mit einem langen grauen geflochtenen Zopf und einem auffälligen bunten Schultertuch auf, die behauptet, die Schwester von Susannes Mutter zu sein. Susanne fällt aus allen Wolken, denn ihre demente Mutter, die inzwischen im Altenheim lebt, hat nie eine Schwester erwähnt…


Meine Meinung:
Dies war das erste Buch, das ich von Hiltrud Baier gelesen habe, und ich war gleich begeistert. Dank des wunderbar flüssigen Schreibstils und der sehr klar und glaubwürdig gezeichneten handelnden Personen bin ich direkt gut in die Handlung gekommen.
Sehr gelungen fand ich, dass sich Kapitel aus der Gegenwart mit Rückblenden abwechselten, wodurch man als Leser(in) ein sehr rundes Bild vom Geschehen bekam.

Die Handlung hat einen wirklich gelungenen Spannungsbogen – und es kamen im Laufe der Geschichte mehrere sehr überraschende Informationen, die Vergangenheit betreffend, heraus. Dabei waren die Wendungen immer sehr glaubwürdig und stimmig gehalten.
Ich fand es sehr interessant, wie hier wichtige Kapitel der deutschen Geschichte (rund um das Dritte Reich und die Judenverfolgung) in eine Familiengeschichte eingebettet wurden.

Neben den historischen Zusammenhängen fand ich auch die Orte der Handlung sehr authentisch beschrieben. Hierdurch konnte ich mir das Geschehen und die dazugehörigen Schauplätze sehr gut vorstellen. Oft war die Erzählung wie ein guter Film, das Kopfkino hat gut funktioniert.


Fazit:
Ich lese sehr gerne Familien- und Generationengeschichten und diese war eine besonders gelungene. Gerne würde ich noch mehr über die Familie von Susanne und Ida erfahren!

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Veröffentlicht am 02.10.2020

Gewohnt gute Unterhaltung – humorvoll auf hohem Niveau

Ich dachte, wir schenken uns nichts?!
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Die Autorinnen Heike Abidi und Lucinde Hutzenlaub haben eine sehr unterschiedliche Einstellung zu Weihnachten. Während es für Lucinde gar nicht weihnachtlich genug sein kann, sieht Heike sich eher als ...

Die Autorinnen Heike Abidi und Lucinde Hutzenlaub haben eine sehr unterschiedliche Einstellung zu Weihnachten. Während es für Lucinde gar nicht weihnachtlich genug sein kann, sieht Heike sich eher als „Grinch“. Abwechselnd berichten die beiden Autorinnen in kurzen Kapiteln über typische Weihnachtserlebnisse. Das fängt mit Adventskalendern und Weihnachtsmärkten an, geht über Wunschzettel, Krippenspiele, Wichteln bis hin zum Heiligen Abend und sogar bis Silvester.
Unterbrochen werden die einzelnen Abschnitte durch Top- und Flop-Listen, ein Weihnachts-Bullshitbingo und ein Weihnachtsquiz.


Meine Meinung:
Ich kenne bereits mehrere Bücher der beiden Autorinnen und bin immer wieder aufs Neue begeistert von der qualitativ hochwertigen Unterhaltung. Auch bei diesem Buch wurden meine hohen Erwartungen wieder erfüllt. Dann der sehr ergiebigen Themen haben die beiden Autorinnen sich wieder selbst übertroffen.

Die kurzen Kapitel sind gespickt mit eigenen Erlebnissen und Beispielen und daher sehr kurzweilig zu lesen. Ich musste ganz oft schmunzeln und bei einem Kapitel über ein Krippenspiel der Kinder habe ich wirklich Tränen gelacht. Das war ganz großes Kino!

Neben der kurzweiligen Unterhaltung der einzelnen Geschichten hat mir besonders gut gefallen, dass man sich selbst in verschiedenen Punkten wiedererkennt und an eigene Erfahrungen denken muss (siehe „Ich dachte, wir schenken uns nichts…“). So kann man sich selbst mit diesem Buch auch so richtig schön auf Weihnachten einstellen.
Man bekommt Anregungen für gemeinsame Aktivitäten in der Adventszeit oder wie man den Stress an den Feiertagen etwas reduzieren kann und daneben sogar noch ein paar Plätzchenrezepte.


Fazit:
Es ist ein absoluter Genuss dieses weihnachtliche Buch zu lesen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und bin sehr angetan von der Auswahl der Themen und der kurzweiligen Darstellung!

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