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Veröffentlicht am 11.11.2020

Toller Themenmix, dennoch konnte mich die Handlung nicht wirklich packen

Die Göttinnen von Otera (Band 1) - Golden wie Blut
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Inhalt:
Als goldenes Blut aus ihren Adern fließt, ist für Deka klar, dass sie nie dazugehören wird. Wegen ihrer dunklen Hautfarbe galt sie schon immer als Außenseiterin. Doch dann kennzeichnet ihr goldenes ...

Inhalt:
Als goldenes Blut aus ihren Adern fließt, ist für Deka klar, dass sie nie dazugehören wird. Wegen ihrer dunklen Hautfarbe galt sie schon immer als Außenseiterin. Doch dann kennzeichnet ihr goldenes Blut sie als Alaki, als Dämon. Nur ein Dekret des Kaisers von Otera kann sie retten: Er stellt eine Armee aus den beinahe unsterblichen Alaki zusammen. Deka wird zur Kriegerin ausgebildet und lernt dabei nicht nur zu kämpfen, sondern auch die Gebote infrage zu stellen, durch die sie als Frau ihr Leben lang unterdrückt wurde.

Meinung:
Beim Ritual der Reinheit stellt sich heraus, dass Deka kein rotes, sondern goldenes Blut besitzt und sie somit nicht rein ist. Deka hat ohnehin, aufgrund ihrer Hautfarbe, einen schweren Stand in ihrem Dorf. Doch mit dieser Tatsache wird sie zu einer gehassten Persönlichkeit. Denn dies bedeutet, dass Deka eine Alaki, ein Dämon, ist. Dank einer Fügung des Schicksals wird Deka jedoch nicht getötet, sondern wird zur Kriegerin für das Königreich Otera ausgebildet.

Als ich zum ersten Mal das Cover gesehen und den Klappentext gelesen habe, stand für mich fest, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. Denn das Thema Rassismus ist in der heutigen Zeit ein enorm wichtiges, vor dem man nicht die Augen verschließen sollte. Daher war ich sehr gespannt auf Dekas Geschichte.

Zu Beginn lernen wir Dekas Leben in ihrem Heimatdorf kennen und es wird schnell klar, dass sie von jeher eine Außenseiterin war - und dies nur aufgrund ihrer Hautfarbe.
Mit ihrem Status als Alaki beginnt für Deka ein neues Leben und sie verlässt ihr Heimatdorf.
In der Stadt Hemaira fängt für Deka ein neues Leben an. Sie lernt mehr über ihre Fähigkeiten als Alaki. Zudem besitzt Deka eine besondere Begabung, die im Kampf gegen die ruchlosen Todesrufer von enormer Wichtigkeit ist. So erlangt Deka einen gewisse Stellung in ihrer neuen Form als Dämon.

Autorin Namina Forna erschafft über das gesamte Buch ein wichtiges Statement zum gesellschaftspolitischen Thema Rassismus. Mir haben die Vergleiche mit unserer Welt wahnsinnig gut gefallen. Vor allen Dingen die Passagen in denen die Geächteten Alaki selbst anfangen unnatürliche Dinge als furchtbar anzusehen. Dabei sind sie es gewohnt Außenseiter zu sein und sollten daher anderen Wesen mit mehr Wertschätzung begegnen, da sie selbst oft in diese Schublade gesteckt werden.

Die Liebesgeschichte nimmt nur einen dezenten Rahmen in der Geschichte ein. Sie fügt sich in das Gesamtmuster des Buches ein und dem Leser ist schnell klar, dass Dekas Mission wichtiger ist als Liebeleien.

Alles in allem hätte mir die Geschichte also richtig gut gefallen können. Doch leider konnte mich die Handlung nicht wirklich packen. Ich merkte, wie beim Lesen meine Gedanken abschweiften. Zudem wuchs mir Deka nicht wirklich ans Herz und ich konnte keine Bindung zu ihr aufbauen.

Das Ende schließt mit den wichtigsten Handlungssträngen ab. Ich kann daher gut damit leben, nach diesem Band die Reihe zu beenden, da wie gesagt, das Wichtigste abgehandelt wurde.

Fazit:
Themen wie Gleichberechtigung, Emanzipation und Kampf gegen Rassismus sind wichtige Faktoren in diesem Buch. Was Autorin Namina Forna daraus gemacht hat kann wirklich überzeugen.
Dennoch schaffte es der Rest der Handlung einfach nicht, mich an seine Seiten zu fesseln. Zudem konnte ich keine Bindung zu Protagonistin Deka aufbauen.
Daher vergebe ich 3,5 von 5 Hörnchen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.10.2020

Die erste Hälfte zäh und langweilig, die zweite Hälfte kann überzeugen

Liane und das Land der Geschichten
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Inhalt:
Liane liebt Geschichten. Ihre Vorstellungskraft kennt keine Grenzen. Eines Tages findet sie einen alten Globus, auf dem sie einen rätselhaften Kontinent entdeckt. Wenig später begegnen ihr zwei ...

Inhalt:
Liane liebt Geschichten. Ihre Vorstellungskraft kennt keine Grenzen. Eines Tages findet sie einen alten Globus, auf dem sie einen rätselhaften Kontinent entdeckt. Wenig später begegnen ihr zwei besondere Kinder, die aus jenem Land der Geschichten stammen. Die beiden vertrauen Liane an, dass ihre Welt in großer Gefahr ist: Sie lebt von der Fantasie der Menschen und droht zu verdorren! Wird Liane es schaffen, den Menschen ihre Gabe zurückzugeben, ehe es zu spät ist?

Meinung:
Liane glaubt an die Macht der Worte und liebt Geschichten. Im wahren Leben ist sie jedoch eher der Außenseiter und wird aufgrund ihres Vornamens oft gehänselt. Als dann ihre Eltern auch noch ein Geheimnis vor Liane verbergen und sie für einige Zeit zu den Großeltern muss, fühlt Liane sich ziemlich alleine gelassen. Doch dann sorgen ein alter Globus und der rätselhafte achte Kontinent für ein großes Abenteuer.

Als ich zum ersten Mal von Liane und dem rätselhaften achten Kontinent gehört habe, wusste ich sofort, dass dies einfach eine Geschichte für mich ist. Voller Vorfreude stürzte ich mich in Lianes Geschichte. Relativ schnell erfolgte jedoch bei mir die Ernüchterung. Denn der achte Kontinent und die Abenteuer die Liane dort erlebt, starten erst nach über der Hälfte des Buches.

Vorher lernen wir das Mädchen Liane und ihr bisheriges Leben kennen. Liane wird aufgrund ihres Vornamens oft von den Mitschülern gehänselt. Sie hat keine großartigen Freunde und lebt in ihrer eigenen Welt.
Dadurch haftet der Geschichte lange Zeit etwas trauriges, melancholisches und bedrückendes an. Ich wurde mit Liane und ihrem Leben nicht wirklich warm und überlegte die Geschichte abzubrechen.

Doch dann endlich reist Liane zum achten Kontinent, auf diesem entstehen nämlich die Geschichten, und erlebt die magische und fantastische Reise auf die ich so lange Zeit gehofft habe.
Hier hat Autorin Elif Shafak bewiesen, dass sie es versteht den Leser in eine magische Welt eintauchen zu lassen.

Liane lernt auf ihrer Reise, dass kein Weg jemals einfach ist und man sich den Herausforderungen des Lebens stellen muss. Diese Weisheit hilft ihr nach der Rückkehr in ihr wirkliches Leben eben dieses umzukrempeln. Liane lernt aus den Aufgaben, die sie auf dem achten Kontinent bestreiten musste und wird zu einer neuen Person. Sie akzeptiert ihr altes Ich und nimmt ihr neues Ich an.
Dieser Wandel sowie all die wichtigen Botschaften fand ich sehr gelungen.

Ein Grund warum ich lange Zeit an der Geschichte festgehalten habe ist die wundervolle Hörbuchsprecherin Sascha Icks, die ich dank der Glücksbäckerei-Reihe sehr schätze. Mit ihrer sanftmütigen und warmherzigen Stimme fängt Sascha Icks den Leser ein. Man fühlt sich mit ihr als Hörbuchsprecherin einfach in jeder Geschichte wohl.

Fazit:
Dieses Buch hat bei mir eine wahre Achterbahn der Gefühle ausgelöst. Bis gut zur Hälfte wollte ich die Geschichte abbrechen. Zu Beginn wirkt die Handlung sehr bedrückend und traurig. Mit dem Beginn der Reise, die leider erst nach der Hälfte des Buches startet, erschafft Autorin Elif Shafak jedoch ein wahres Meisterwerk. Ich empfand die Weisheiten und wichtigen Botschaften als phänomenal und grandios.
Dennoch kann ich am Ende nicht mehr als 3,5 von 5 Hörnchen vergeben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2020

Leider nicht ganz nach meinem Geschmack

Der Koffer der tausend Zauber
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Inhalt:
Straßenjunge Rabé auf der Suche nach dem Glück. Als der elfjährige madagassische Straßenjunge Rabé einen magischen Koffer erbt, ändert sich sein Leben mit einem Schlag. Denn darin findet er eine ...

Inhalt:
Straßenjunge Rabé auf der Suche nach dem Glück. Als der elfjährige madagassische Straßenjunge Rabé einen magischen Koffer erbt, ändert sich sein Leben mit einem Schlag. Denn darin findet er eine Schatzkarte, die zu einem Ort tief im Dschungel führt. Zusammen mit dem deutschen Jungen Benja begibt sich Rabé auf die Suche nach dem Schatz. Doch wer ist die bucklige alte Frau, die ihnen immer wieder begegnet? Was will der Mann im schwarzen SUV, der sie verfolgt? Und was haben die kleine Kintana und der alte Magier mit dem Schatz zu tun? Am Ende lüften die Jungen das Geheimnis um den Koffer, seinen früheren Besitzer und ein tragisches Unglück, das viele Jahre zurückliegt ...

Meinung:
Rabé ist auf den Straßen von Madagaskar groß geworden und führt daher ein ziemlich hartes Leben. Dann erbt er jedoch eines Tages einen magischen Koffer. Dieser enthält unter anderem eine Schatzkarte. Für Rabé steht sofort fest, dass er diesen Schatz finden möchte. Unerwartete Hilfe bekommt er vom deutschen Jungen Benja, der seinem Zuhause entfliehen möchte und sich gemeinsam mit Rabé auf die Suche nach dem Schatz macht. Die Suche führt die beiden Kinder dabei in die Tiefen des Dschungels. Immer wieder müssen die Jungen vor geheimnisvollen Fremden flüchten, die es anscheinend auf den Koffer abgesehen haben.

Schon lange wollte ich ein Buch von Autorin Antonia Michaelis lesen. Ich hatte schon viel Positives über ihre besondere Schreibweise gehört und wollte mir daher nun endlich selbst ein Bild von ihrem außergewöhnlichen Schreibstil machen. Dabei klang „Der Koffer der tausend Zauber“ nach der perfekten Geschichte für mich.

Der Anfang der Geschichte hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Denn das Leben von Straßenjunge Rabé ist hart und ein täglicher Kampf ums Überleben. Ich mochte es wie die Autorin Rabés Leben beschreibt und den Leser auf die Missstände in Madagaskar hinweist. Das Berührende hierbei ist nämlich, dass es die „graubraunen Kinder von Madagaskar“ wirklich gibt. Gerade im Nachwort geht die Autorin auf dieses Thema noch einmal gesondert ein.

Ich für meinen Teil war daher ziemlich gefesselt von der anfänglichen Entwicklung der Geschichte. Als Rabé den Jungen Benja kennenlernt, merkte ich jedoch wie meine anfängliche Euphorie verflog. Anstatt das die Geschichte mit der Flucht der Beiden aus Benjas Zuhause nun deutlich spannender wird, wurde die Handlung für mich ein wenig zu detailliert und ausufernd beschrieben. Erst kurz vor Ende schaffte es die Geschichte mich wieder an die Seiten zu fesseln. Dabei kann ich gar nicht sagen, dass auf den Seiten dazwischen nichts passiert wäre, aber irgendwie konnten mich die Geschehnisse nicht packen.

Dabei gibt es einige interessante Ansätze, die das Buch eigentlich zu einem richtigen Pageturner werden lassen könnten. Denn immer wieder werden die beiden Jungen von geheimnisvollen Fremden verfolgt. Auch fragt man sich, was hinter der Geschichte des Koffers steckt und was mit dem früheren Besitzer des Koffers passiert ist. Als Erwachsener hat man dabei schnell eine eigene Vorstellung davon was hinter dem Ganzen steckt. Ich bin mir jedoch sicher, dass die Zielgruppe nicht auf die Auflösung kommen wird und daher die ein oder andere Überraschung erleben wird.
Etwas enttäuscht war ich darüber, dass die Geschichte erst zu einem recht späten Zeitpunkt im Dschungel spielt. Ich bin irgendwie davon ausgegangen, dass Rabé und Benja viel früher in den Urwald gelangen werden.

Am Ende des Buches wartet nicht nur ein berührendes Nachwort auf den Leser, sondern auch ein kleines Wörterbuch über die verwendeten Malagasy Wörter und die jeweilige Aussprache.

Fazit:
Mein erstes Buch von Antonia Michaelis wird wohl für längere Zeit mein letztes gewesen sein. Zwar waren das Setting und die Charaktere toll dargestellt, doch ich wurde nicht so wirklich warm mit dem Erzählstil der Autorin. Oftmals wird sich in meinen Augen zu sehr in Nebensächlichkeiten ergangen.
Leider konnte mich der Schreibstil nicht wirklich an die Seiten fesseln. Dennoch fand ich es berührend, dass die Autorin ein so ernstes Thema wie Kinderarmut in diesem Buch verarbeitet.
Am Ende bekommt die Geschichte 3,5 von 5 Hörnchen von mir.

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Veröffentlicht am 05.08.2020

Bei diesem Finale blieben mir viel zu viele Fragen offen

Arlo Finch (3). Im Königreich der Schatten
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Inhalt:
Nach einem alles verändernden Sommer kehrt Arlo Finch zu seiner Familie nach Pine Mountain zurück. Doch statt auf den anstehenden Schulwechsel kann Arlo sich nur auf eins konzentrieren: Mithilfe ...

Inhalt:
Nach einem alles verändernden Sommer kehrt Arlo Finch zu seiner Familie nach Pine Mountain zurück. Doch statt auf den anstehenden Schulwechsel kann Arlo sich nur auf eins konzentrieren: Mithilfe seiner magischen Fähigkeiten endlich seinen Vater aus China zurückzuholen. Doch damit das gelingt, muss er den mysteriösen Eldtrich entgegentreten und die stellen Arlo vor eine unlösbare Aufgabe: Entweder er rettet seine Familie und Freunde oder die Long Woods. Egal wie er sich entscheidet, am Ende werden beide Welten nie mehr dieselben sein.

Meinung:
Arlo hat es sich zum Ziel gemacht seinen Vater aus China zurückzuholen. Gemeinsam mit seinen Freunden begibt er sich auf eine waghalsige Befreiungsaktion. Denn Arlo möchte seinen Vater durch die Long Woods zurück nach Hause bringen. Als wäre diese Aufgabe nicht schon schwer genug, erhält Arlo von Rielle die Information, dass sein Feind Hadryn entkommen ist und es auf Arlo und seine Familie abgesehen hat.

Auf diesen dritten Band der Arlo Finch-Reihe habe ich mich sehr gefreut, denn gerade vom zweiten Band der Reihe war ich wirklich sehr begeistert.

Leider fiel mir der Einstieg in die Geschichte schon recht schwer. Nur sehr langsam kamen meine Erinnerungen an die Geschehnisse aus den ersten Bänden zurück. Die längere Pause zwischen Band 2 und Band 3 war für mich persönlich wohl doch ein wenig zu lang.

Nichtsdestotrotz wollte ich gerne wissen wie Arlo es anstellt seinen Vater zu befreien. Und diese Befreiungsaktion sorgte bei mir auch für einige Fragezeichen im Kopf. Irgendwie ging mir Arlo ein wenig zu blauäugig an die Sache heran. In meinen Augen denkt Arlo nicht über mögliche Konsequenzen nach, sondern handelt einfach, weil er seinen Vater unbedingt wiedersehen möchte. Was ich zwar durchaus verstehen und nachvollziehen konnte, dennoch handelt Arlo für mich einfach zu unbedacht.

Die restliche Story war durchaus spannend erzählt, konnte mich allerdings nicht in ihren Bann ziehen.
Ein Rätsel in dieser Reihe sind für mich immer noch die Ranger. Das Konstrukt rund um diese blieb mir die gesamten drei Bände über recht schwammig. Gerade die Beziehung der Ranger zu den Long Woods sorgte bei mir für einiges Rätsel raten.

Leider blieben mir am Ende der Geschichte zu viele Fragen offen. Ich konnte nicht herausfinden, ob es sich hierbei um den Abschluss der Reihe handelt oder ob noch ein weiterer Band erscheint.
Für den Abschluss der Reihe würde mir die Geschichte allerdings mit zu vielen offenen Fragen enden.
Gerade von der Auflösung rund um Arlos Familienproblematik war ich doch arg enttäuscht.

Was jedoch wieder absolut gelungen ist, ist das zauberhafte Cover des Buches. Es steckt voller kleiner Details und ich mag die Farbgebung unglaublich gerne.
Aber auch die Bilder im Buch (an die 10 schwarz/weiß Illustrationen) sind richtig genial. Ich finde es toll, dass wir wieder in den Genuss dieser Bilder kommen, denn für ein Kinderbuch ab 10 Jahren sind Illustrationen nicht wirklich mehr selbstverständlich.

Fazit:
Leider hatte ich so meine Probleme mit Arlo und dieser Geschichte.
Ein schwerer Einstieg, eine Handlung, die mich leider nicht an die Seiten fesseln konnte und zu viele offene Fragen sorgen dafür, dass ich nicht mehr als 3,5 von 5 Hörnchen vergeben kann.

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Veröffentlicht am 19.05.2020

Zwiegespalten was diese Fortsetzung angeht

His Dark Materials 4: Ans andere Ende der Welt
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Inhalt:
Lyra, die Heldin aus Philip Pullmans Erfolgsserie, ist nun eine junge Studentin. Sie macht sich auf die Suche nach einer geheimnisvollen Stadt, in der angeblich Dæmonen herumgeistern, und einer ...

Inhalt:
Lyra, die Heldin aus Philip Pullmans Erfolgsserie, ist nun eine junge Studentin. Sie macht sich auf die Suche nach einer geheimnisvollen Stadt, in der angeblich Dæmonen herumgeistern, und einer mysteriösen Wüste in der Mitte Asiens. Die Reise wird getrübt durch einen Zwist mit ihrem eigenen Dæmon, Pantalaimon – etwas, das sich beide nie hätten vorstellen können. Werden sie wieder zueinander finden und wird Lyra das Rätsel des Staubs endlich lösen können?

Meinung:
Zehn Jahre sind nach Lyras und Pantalaimons großem Abenteuer vergangen. Die Welt in der die Beiden leben hat sich verändert, aber auch Lyra und Pan sind nicht mehr die gleichen wie noch vor 10 Jahren. Die Beiden haben sich voneinander entfremdet und gehen mittlerweile fast jeder seinen eigenen Weg. Nach einem erneuten Streit macht Pan sich auf die Suche nach Lyras Fantasie, da er nicht verstehen kann, wie sehr sich seine Seelenverwandte verändert hat.

Nachdem ich zum ersten Mal davon erfahren habe, dass es eine Fortsetzung der genialen His Dark Materials Reihe von Philip Pullman geben wird, habe ich mich riesig gefreut. Denn das Ende der Trilogie hat mein Herz bluten lassen, wie kaum ein Buch dies jemals geschafft hat. Ich war so extrem neugierig darauf zu erfahren wie es Lyra und Pan in den letzten 10 Jahren ergangen ist.

Lesern, die die ersten drei Teile der Reihe nicht kennen, empfehle ich jedoch dringend mit dem ersten Band zu starten. Denn auch wenn die Reihe 10 Jahre nach der Trilogie spielt, gibt es reichlich Anspielungen auf die Geschehnisse der Reihe. Viele altbekannte Gesichter tauchen wieder auf und die Zusammenhänge dürften für Neueinsteiger nur schwer greifbar sein.

Bereits nach den ersten gelesenen Seiten spürte ich die Magie, die ich bereits bei der eigentlichen Trilogie empfunden habe. Es fühlte sich an, als hätte ich den dritten Band erst vor ein paar Monaten beendet und nicht bereits vor fast 20 Jahren. Dennoch merkt man der Geschichte an, dass sie so ganz anders ist als die eigentliche Reihe. Und ich weiß nicht, ob mir diese Andersartigkeit gefallen hat.

Ich fühlte mich beim Lesen immer ein wenig hin- und hergerissen. Denn auf der einen Seite freute ich mich über jeden Charakter aus der Trilogie der in diesem Buch auftaucht. Es war ein tolles Gefühl zu erfahren wie es gewissen Personen in den letzten Jahren ergangen ist.
Auf der anderen Seite war ich mit dem Verlauf, den die Geschichte nimmt, nicht wirklich glücklich.

Besonders interessant fand ich es wie sich die Beziehung zwischen Lyra und Pan verändert hat. Für mich hat Philip Pullman verständlich und gut erklärt, warum sich die Beiden auseinander gelebt haben und warum ihre Beziehung mittlerweile von Streitereien so stark belastet ist. Dennoch zerriss es mir als Fan das Herz zu sehen wie sehr Lyra und Pan darunter leiden.

Erzählt wird die Geschichte aus etlichen Perspektiven. Ich hätte mir gewünscht, dass das Hauptaugenmerk auf Lyra und Pan liegen würde. Viel mehr verliert sich die Geschichte teilweise in zu vielen Nebensächlichkeiten der anderen Personen.

So war die Geschichte für mich auch ein kleines auf und ab. Teilweise ist die Handlung extrem spannend, dann plätschert sie seicht dahin. Etliche für mich überflüssige Passagen hätte man in meinen Augen deutlich straffen können.

Fazit:
Ich bin ein wenig zwiegespalten was dieses Buch angeht. Auf der einen Seite war das Gefühl, welches ich bei der ursprünglichen Trilogie empfunden habe, auch beim Lesen dieser Fortsetzung absolut vorhanden. Dies hat mein Herz unglaublich berührt. Zudem war es fantastisch zu sehen was aus den verschiedenen Charakteren geworden ist.
Auf der anderen Seite mochte ich die Entwicklung die diese Geschichte nimmt überhaupt nicht. Nach dem eigentlichen Ende von Band 3 hatte ich mir etwas ganz anderes erhofft. Zudem war die Handlung teilweise sehr in die Länge gezogen.
Am Ende vergebe ich 3,5 von 5 Hörnchen.

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