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Veröffentlicht am 05.12.2021

Eins der besten New-Adult-Bücher, das ich gelesen habe

Like water in your hands
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Like water in your hands ist eins der besten New-Adult-Bücher, das ich gelesen habe. Es steckt voller Tiefgründigkeit, berührenden Themen und authentischen Charakteren. In den Schreibstil von Mehwish Sohail ...

Like water in your hands ist eins der besten New-Adult-Bücher, das ich gelesen habe. Es steckt voller Tiefgründigkeit, berührenden Themen und authentischen Charakteren. In den Schreibstil von Mehwish Sohail habe ich mich auf den ersten Blick verliebt. Ihre Sätze sind sehr poetisch und liefern eine volle Ladung von Emotionen, wodurch man komplett in Arwas und Tariqs verträumter Welt verloren geht. Mehwish Sohail weiß, wie man mit Worten umgeht und verwandelt sie in Kunst. Noch nie habe ich so viele Stellen in einem Buch aus dem New-Adult-Genre markiert wie in Like water in your hands.

"Ich will mich für beides entscheiden können - für die Sicherheiten mit allen Unsicherheiten."

Doch nicht nur in den Schreibstil habe ich mich verliebt, sondern auch in die Charaktere - und zwar in jeden einzelnen. Jede Figur ist auf ihre Weise besonders und anders als die anderen. Arwas nachdenkliche und ruhige Art hat mir sehr gut gefallen. In Bezug darauf konnte ich mich sehr in ihr wiederfinden, weil ich mir selbst über alles den Kopf zerbreche, eher introvertiert und sehr sensibel bin. Mehwish Sohail hat diese erdrückenden Gefühle wirklich gut auf den Punkt gebracht. Tariq hat mein Herz gestohlen. Er wirkt perfekt und nahbar zugleich. Wie respektvoll er mit Arwa umgeht, hat mein Herz schmelzen lassen. Deutlich wird aber auch, dass er mit eigenen Schatten kämpft und seine inneren Konflikte werden authentisch veranschaulicht. Auch die Nebenfiguren haben sich alle in mein Herz geschlichen. Die Sadeems sind eine so herzliche Familie, dass ich sie am liebsten in die Realität zaubern und selbst besuchen würde. Ich könnte über jedes Mitglied einen Aufsatz schreiben, aber das würde wohl den Rahmen dieser Rezension sprengen.

"Wir sind Traumakinder von Traumakindern", sagt Bāo. "Die Geschichte unserer jeweiligen Heimat, das ewige Umherziehen und einen Platz auf der Erde finden, es steckt so tief in uns, diese Unruhe, das Rauschen, die Sehnsucht nach dem mehr und mehr und Meer."

Mehwish Sohail behandelt in Like water in your hands neben einer sanften und zarten Liebesgeschichte, die ich wunderschön finde, auch einige ernste tiefgründige Themen. Vor allem das Thema Mental Health, das sehr gut umgesetzt wird. Die Probleme der Charaktere wirken nicht aufgesetzt, sondern natürlich und ich habe selten von einem so authentischen Umgang damit gelesen. Darüber hinaus liefert die Autorin einige Einblicke in die pakistanische Kultur und allgemein das Leben von Kindern mit Migrationshintergrund. Obwohl ich selbst andere Wurzeln als Arwa und Tariq habe, konnte ich mich in Bezug darauf sehr in diesem Buch wiederfinden, weil mich viele Punkte an meine eigenen Verhältnisse erinnert haben: Das Aufwachsen zwischen verschiedenen Kulturen, die Bedeutung von Familie und Verwandtschaft, die in der Welt verteilt lebt. So viele Stellen in Bezug darauf haben mich nicken lassen und mein Inneres getroffen, weil ich zum ersten Mal von diesen Themen in einem New-Adult-Roman gelesen habe und sie in diesem Genre nahbarer als in Sachbüchern oder ernsteren Romanen behandelt werden können.

"Manchmal kann man sich nicht zusammenreißen", murmele ich schließlich. "Manchmal fühlt man zu viel und es fällt einem schwer, sich zusammenzureißen. Manchen Menschen fehlt ein Filter zur Außenwelt, und sie können nicht so leicht Mauern hochfahren wie andere. Das kann auf Dauer ein wenig belastend sein und bringt einen dazu, nicht aufzupassen."

Besonders schön finde ich an Like water in your hands, dass das Buch neben all der Schwere und Tiefe, die es in sich trägt, auch immer wieder wunderschöne Momente voller Licht und Hoffnung beinhaltet. Es ist einfach ein unglaublich authentisches Buch, das voller Liebe steckt und dessen Charakteren man allen eine Umarmung schenken möchte.

Fazit: Like water in your hands ist eins der besten New-Adult-Bücher, das ich gelesen habe. Es steckt voller Tiefgründigkeit, berührenden Themen und authentischen Charakteren. Gleichzeitig liefert es die Vielfalt, die mir in dem Genre so lange gefehlt hat. Ich habe das Buch und den Schreibstil einfach geliebt und würde am liebsten jedem Charakter eine Umarmung schenken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2021

Sehr lesenswert!

Sprache und Sein
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Sprache und Sein ist ein facettenreiches Buch, das voller interessanter Passagen steckt und zum Nachdenken anregt. Aus verschiedenen Blickwinkeln beschäftigt sich die Autorin mit der Frage, wie Sprache ...

Sprache und Sein ist ein facettenreiches Buch, das voller interessanter Passagen steckt und zum Nachdenken anregt. Aus verschiedenen Blickwinkeln beschäftigt sich die Autorin mit der Frage, wie Sprache unser Denken prägt. Zunächst werden einige philosophische Gedanken angesprochen, während es in den späteren Kapiteln politischer wird. Die Autorin baut außerdem Zitate anderer Personen ein, durch die die Themen an noch mehr Tiefe gewinnen.
Kübra Gümüşay beschreibt zu Beginn, wie Sprache unsere Wahrnehmung beeinflusst, da in anderen Sprachen beispielsweise Begriffe existieren, die wir im Deutschen nicht kennen. Sie bezieht sich dabei auf unterschiedliche Sprachen und liefert einen weiten Überblick, was ich sehr interessant gefunden habe.
Wie zuvor erwähnt, wird es später politisch, da die Autorin in den nachfolgenden Kapiteln auf das Thema Diskriminierung aufmerksam macht. Hier spricht sie einige wichtige Themen an und erklärt auf anschauliche Art, warum es problematisch ist, Menschen nach Kategorien einzuteilen und nach äußeren Merkmalen zu bewerten, statt sie sprechen zu lassen. Es wird deutlich, wie Menschen aus marginalisierten Gruppen ihre Individualität geraubt wird. Gleichzeitig beschreibt sie auch den Druck, den dieses Denken bei Menschen aus marginalisierten Gruppen auslöst. So erzählt die Autorin beispielsweise davon, dass wenn sie einen Fehler macht, das auf alle anderen Menschen mit denselben Wurzeln oder derselben Religion bezogen wird. Zudem wird deutlich, wie schwierig es für Menschen sein kann, sich in einer Sprache auszudrücken, die als nicht vorgesehen für sie gilt. All das sind Punkte, die zum Nachdenken anregen und von der Autorin sehr verständlich zum Ausdruck gebracht werden.
In Bezug darauf gehört Sprache und Sein zu den besten Büchern, die ich gelesen habe, weil so interessante Punkte angesprochen werden. Beim Lesen musste ich immer wieder nicken, weil sie so viel Wahres ausspricht und habe viele Stellen markiert. Manches macht einen wütend, weil so viele wichtige Dinge ausgesprochen werden und man sich wünscht, mehr Menschen würde die Probleme erkennen und sich darum bemühen, gegen diese zu vorzugehen. Durch die persönlichen Erfahrungen, die die Autorin miteinbaut, wirkt das Buch sehr authentisch und geht einem besonders nah, weil man nicht nur viel zum Thema Diskriminierung erfährt, sondern auch die Autorin kennenlernt.
Dadurch dass unterschiedliche Sprachen und marginalisierte Gruppen angesprochen werden, wirft das Buch einen breiten Blick auf die Thematik. So geht es nämlich nicht nur um Rassismus, sondern beispielsweise auch Sexismus.

Fazit: Ein sehr wichtiges Buch, das von vielen gelesen werden sollte.

Veröffentlicht am 09.05.2021

Märchenhaft schön

Der Sternenfänger
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Der Sternenfänger erzählt eine beeindruckende und in die Tiefe gehende Geschichte über die Bedeutung und Kraft der Liebe. Aus der Sicht des zehnjährigen Michels wird die Suche nach den verschiedenen Arten ...

Der Sternenfänger erzählt eine beeindruckende und in die Tiefe gehende Geschichte über die Bedeutung und Kraft der Liebe. Aus der Sicht des zehnjährigen Michels wird die Suche nach den verschiedenen Arten dieser erzählt. Das ist sehr berührend, weil man dadurch den Blick aus Kindersicht auf das Thema erhält und das den wahren Kern der Liebe verdeutlicht.
Die einzelnen Kapitel, die den Fragen der Liebe nachgehen, sind sehr berührend und herzerwärmend. Obwohl sich die Geschichte sehr einfach liest, nimmt sie einen aufgrund der tiefgründigen Momente, die zum Nachdenken anregen, mit.
Besonders gut gefallen hat mir, dass hier auf die unterschiedlichsten Arten von Liebe eingegangen wird und nicht nur die zwischenmenschliche behandelt wird. So gibt es Bezüge zur Natur und Kultur. Gleichzeitig wird dadurch deutlich, wie viel Kraft die Liebe schenkt und gezeigt, dass sie der Kern von allem Glück ist. Michels Geschichte wird mir sicher noch lange im Kopf bleiben.

Fazit: Ein zutiefst bewegendes Buch, das märchenhaft erzählt wird.

Veröffentlicht am 20.02.2021

Ein wichtiges Buch, das zum Nachdenken anregt

Kim Jiyoung, geboren 1982
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Kim Jiyoung, geboren 1982 wird sehr nüchtern erzählt, aber geht aufgrund der brisanten Thematik dennoch unter die Haut. Vieles hat mich beim Lesen erschüttert und ich konnte aus dem Buch viel Neues lernen. ...

Kim Jiyoung, geboren 1982 wird sehr nüchtern erzählt, aber geht aufgrund der brisanten Thematik dennoch unter die Haut. Vieles hat mich beim Lesen erschüttert und ich konnte aus dem Buch viel Neues lernen. Es zeigt nämlich, dass die Unterdrückung von Frauen viel weiter geht, als man zunächst annimmt. Es geht nicht nur um die Benachteiligung bei der Jobsuche, sondern auch um scheinbar kleine Fragen, wie z.B. warum es als normal angesehen wird, Kindern den Nachnamen des Vaters statt den der Mutter zu geben.
Das Leben von Kim Jiyoung wird in fünf Abschnitten nacherzählt. Bereits in ihrer Kindheit wird deutlich, dass sie sich als Mädchen mehr gefallen lassen muss als Jungs - selbst in der eigenen Familie ist von keiner Gleichberechtigung die Rede, weil ihr Bruder anders behandelt wird. Kim Jiyoung schafft es an die Uni und findet später trotz anfänglicher Schwierigkeiten einen Job. Doch trotz ihrer guten Bildung bekommt sie immer wieder zu spüren, wie sich Männer über Frauen erheben und sich scheinbar alles erlauben dürfen. Selbst versteckte Kameras in der Frauentoilette werden heruntergespielt.
In dem Buch werden sehr unterschiedliche Facetten aufgegriffen, die verdeutlichen, wie groß das Problem ist. Es macht wütend und lässt einen über vieles nachdenken, weil es zeigt, dass selbst moderne Staaten wie Südkorea noch weit entfernt von Gleichberechtigung sind und viel getan werden muss, um diese zu erreichen. Immer noch werden Frauen in Rollen gedrängt, in die sie scheinbar gehören. Immer noch stellen sich Männer über diese. Immer noch müssen Frauen für ihre Rechte kämpfen. Von diesen Szenen zu lesen ist frustrierend, aber gerade das macht das Buch so stark und wichtig. Es lädt dazu ein über die Strukturen und scheinbaren Regeln in der Gesellschaft in Bezug auf die Geschlechter nachzudenken.
Das sind Probleme, die nicht nur in Südkorea existieren, sondern überall auf der Welt. Kim Jiyoungs Geschichte könnte auch die einer Frau in Deutschland sein. Sie wird so erzählt, dass man sich problemlos in ihr wiederfinden kann und die Situationen, in die Jiyoung gerät, sind alltäglich für Frauen: Von Männern, die Blicke missinterpretieren und Frauen die Schuld zuschieben bis hin zu dem Problem Job und Familie unter einen Hut zu bekommen. Kim Jiyoung, geboren 1982 bringt diese Probleme auf den Punkt und sollte von vielen gelesen werden.

Fazit: Ein Buch, das sich nicht davor scheut von der unschönen Wahrheit zu erzählen und zeigt, wie viel in der Gesellschaft noch getan werden muss, um die vollständige Gleichberechtigung von Frauen zu erreichen.

Veröffentlicht am 30.10.2020

Eine gelungene Fortsetzung

When We Fall
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When We Fall hat alle meine Erwartungen übertroffen und mir sogar besser als der erste Teil gefallen. In meiner Rezension zu When We Dream habe ich bereits erwähnt, dass mich an dem Buch ein paar kleine ...

When We Fall hat alle meine Erwartungen übertroffen und mir sogar besser als der erste Teil gefallen. In meiner Rezension zu When We Dream habe ich bereits erwähnt, dass mich an dem Buch ein paar kleine Punkte gestört haben. Diese wurden alle in der Fortsetzung ausgeglichen. So kommen in dieser NXT und die koreanische Kultur mehr zur Sprache und die Einblicke habe ich wirklich interessant gefunden und wurden auch gut dargestellt. Ella bekommt in When We Fall mehr Ecken und Kanten und durchläuft eine Entwicklung. Dadurch wirkt sie weniger flach. Ich finde es toll, dass sie für ihre Gefühle einsteht und diese nicht mehr vor ihren Schwestern versteckt. Zudem habe ich es super gefunden, dass man in When We Fall auch mehr über ihr Interesse für Kunst erfährt. Die Leidenschaft spürt man hier deutlicher als in When We Dream und es hat mich immer berührt, wenn Ella über das Zeichen und Malen spricht.
Jae-yong gehört auch nach dem Teil noch mein Herz. Er ist rücksichtsvoll und vergisst Ella nicht. In dem Teil sieht man aber auch seine weniger perfekte Seite, was ich super gefunden habe, weil er dadurch echter wirkt.
Die Szenen mit ihm und Ella haben mein Herz erwärmt, weil sie einfach süß sind und man spürt, wie verliebt die beiden ineinander sind. Fest steht, dass sie auf jeden Fall ein Happy-End verdienen.
Auch die Nebencharakter bekommen hier mehr Tiefen als im ersten Teil, was ich toll gefunden habe. So erfährt man mehr über Lana und Erin und sie tragen auch etwas zur Geschichte bei. Nur zu Matt hätte ich mir gerne noch mehr Informationen gewünscht. Die Dynamik zwischen Ella und ihren Schwestern stimmt auch im zweiten Teil und es macht nach wie vor viel Spaß Szenen mit dem Trio zu lesen.
Nach dem Ende steht für mich fest, dass ich auf jeden Fall auch den nächsten Teil lesen möchte und ich glaube, dass mir der Abschied von der Reihe nicht so leicht fallen wird.

Fazit: Eine gelungene Fortsetzung, die viel Tiefe besitzt und mir sogar besser als der erste Teil gefallen hat.