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Veröffentlicht am 31.10.2020

Eine packende neue Fantasywelt mit interessanten Charakteren

Chroniken der Dämmerung, Band 1: Moonlight Touch
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Sheera ist eine Nachtalbe - damit ist sie ein Wesen der Dunkelheit mit schwarzem Haar, mondblasser Haut und katzenartigen Augen, jedoch in den Augen der Hochalben Abschaum. Sie schlägt sich als Diebin ...

Sheera ist eine Nachtalbe - damit ist sie ein Wesen der Dunkelheit mit schwarzem Haar, mondblasser Haut und katzenartigen Augen, jedoch in den Augen der Hochalben Abschaum. Sie schlägt sich als Diebin durch, bis sie eines Tages von der königlichen Garde in den Palast der Königin der Hochalben verschleppt wird. Sie wurde ausgewählt als eine der Anwärterin auf die königliche Nachfolge. Jeder Anwärterin steht eine schwierige Aufgabe bevor, um sich zu beweisen. So muss Sheera den Dämmerstein aus dem Reich der Menschen stehlen.

Sheera ist als Protagonistin dieser Fantasy-Saga eine wie ich finde sehr eigenwillige Person. Gerade auf den ersten gut 100 Seiten zeigt sie eine leicht aggressive, sehr aufbrausende Art, die ich nicht sonderlich an ihr mochte. Als Charakter so richtig liebgewinnen konnte ich sie erst später. Ähnliches gilt für Lysander, der quasi der zweite Protagonist in diesem Buch ist. Zu Beginn hielt ich ihn für einen arroganten, farblosen und schnöselig perfekten Menschenprinzen. Doch als Sheera und Lysander aufeinandertreffen, entwickeln sich beide Charaktere in andere - wie ich finde viel bessere - Richtungen. Schätzungsweise 3/4 der Kapitel sind aus Sheeras Sicht geschrieben - in Ich-Perspektive -, das letzte Drittel nimmt die Perspektive von Lysander ein, jedoch in der dritten Person verfasst. Die abwechselnden Einsichten in die beiden Figuren waren für die Geschichte sehr aufschlussreich.

Außerdem ist erwähnenswert, dass einige Charaktere hier sehr vielschichtig sind und interessante - zum Teil ganz und gar unerwartete - Entwicklungen durchleben. Man sollte sich hier nicht zu früh sicher sein, wer gut und wer böse ist.

Sheera hat es außerdem mit potenziell zwei Love Interests zu tun, wobei wir hier zum Ende des ersten Bands keine Liebesgeschichte haben. Der Fokus des ersten Bandes liegt trotz einiger romantischer Schwingungen klar auf der Fantasywelt und ihrer Bewohner, weshalb mir das Buch auch so gut gefallen hat. Auf romantischer Ebene mitfühlen konnte ich diesem Band jedoch noch nicht, bei keinem der potenziellen Love Interests. Vielleicht ändert sich das noch in der Fortsetzung.

Das Buch endet außerdem mit einem riesigen Cliffhanger, der es fast unmöglich macht, nicht wissen zu wollen wie es weitergeht. Dieser Cliffhanger ist mal wirklich gemein! Allerdings spoilert der Klappentext des zweiten Bandes schon ein wenig, wenn man es vor Neugier nicht aushält.

"Moonlight Touch" ist eine insgesamt runde und auch spannende Fantasygeschichte rund um die Welt der Hoch- und Nachtalben, mit einem Hauch Romantik - wenn auch bisher leider keinem überzeugenden - und vielschichtigen Charakteren, die sich anders entwickeln als man es zu Beginn erahnen würde.

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Veröffentlicht am 15.04.2026

Ein Casino voller Illusionen

Spiel des Lügners
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Eine einzige Nacht hat Lolas ganzes Leben zerstört. "Der Dieb" alias Enzo hat sie mitten aus einer Entführung gerettet, dafür muss sie fortan ihr Herz mit ihm teilen - wortwörtlich. Für den verfluchten ...

Eine einzige Nacht hat Lolas ganzes Leben zerstört. "Der Dieb" alias Enzo hat sie mitten aus einer Entführung gerettet, dafür muss sie fortan ihr Herz mit ihm teilen - wortwörtlich. Für den verfluchten Dieb gibt es nur eine Chance auf ein eigenes Herz und damit auf ein normales Leben: die Mondscherbe. Und Lola soll im Casino des Lügners herausfinden, wo sie sich befindet. Dabei muss sie sich nicht nur der Herausforderung des gefährlichen Turniers stellen, sondern auch dem Lügner persönlich, der kein anderer ist als Enzos verfeindeter Bruder.

Ein imposantes Casino voller Illusionen - das ist der Schauplatz dieses Dilogie-Auftakts, der sich durchaus sehen lassen kann. Doch leider bekommen wir nicht viel mehr als das. Wie die Welt drumherum aussieht, bekommen wir nur sehr ungenau in Nebensätzen mit, was ich sehr schade finde. Es ist als ob die Autorin ihre Welt einfach als bekannt voraussetzt - oder aber sie für nicht ausreichend wichtig hält, um ihr mehr Tiefe zu geben. Ebenso das Magiekonzept wurde für mich immer wirrer. Hier kann ich jedoch nicht weiter ausholen, ohne zu spoilern.

Der Klappentext suggeriert hier ein Love Triangle, was glücklicherweise ausbleibt. Schon die ersten Kapitel machen deutlich, dass Lola und Enzo eine tiefe Freundschaft verbindet. Ihr Verhältnis wirkt zunächst fast brüderlich. Anders sieht Lolas Verhältnis zu dem Lügner alias Nic aus. Aus ihrer Abneigung ihm gegenüber wird schnell Neugier und Anziehung. Dennoch bleibt die Liebesgeschichte eher Slow Burn mit starker Tension und einer ordentlichen Portion Miscommunication.
Lola ist ein nahbarer Charakter mit Ecken und Kanten. Ihre Sehschwäche und dazu ihr schielendes Auge machen sie zu einer erfrischend unperfekten Protagonistin. Und auch Nic hat interessante Seiten, die uns allerdings nur sehr langsam in wenigen Kapiteln aus seiner Sicht nähergebracht werden. Obwohl wir somit einige Seiten aus seiner Perspektive lesen, blieb er für mich dennoch auf Distanz. Eine emotionale Verbindung konnte ich leider nicht zu ihm aufbauen. Das erschwerte es mir, Lolas aufkeimende Gefühle nachzuvollziehen.
Dafür können wir bei Lola eine tolle Charakterentwicklung miterleben, die sich nach und nach von ihrer Rolle im Gefüge der Welt freimacht, innere Stärke und ihren Selbstwert findet.

Das Buch hat ein sehr gutes Erzähltempo. Die Geschichte kam tatsächlich zu keinem Zeitpunkt ins Stocken und blieb interessant. Zum Ende hin spitze sich die Spannung dabei vorbildlich zu, um uns neugierig auf den Folgeband zu machen.

Fazit: "Spiel des Lügners" ist ein spannender Pageturner ohne Leerlauf, dafür mit ein paar kleinen Schwächen. Der Hauptschauplatz des Casinos ist zwar imposant, dafür bleibt die Welt außerhalb dünn und undurchsichtig. Und auch das Magiesystem hat nach meinem Geschmack seine Schwächen. Die Magie ist hier nicht nur dezent, sondern heftig und mächtig, jedoch ohne nachvollziehen zu können, wieso und woher sie kommt. Dennoch habe ich das Buch nicht zuletzt wegen seines Spannungsaufbaus gerne gelesen und werde sicherlich auch zur Fortsetzung greifen.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Finanzwissen einfach erklärt

Von Geld, Gold und Guppys
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Die zwei Guppys Goldi und Fondia - zugegeben die „coolsten Finanz-Fische im Aquarium“ - begleiten uns durch dieses spannende Finanzbuch. Mit dabei haben sie jede Menge Ideen, um selbst zum Thema zu experimentieren, ...

Die zwei Guppys Goldi und Fondia - zugegeben die „coolsten Finanz-Fische im Aquarium“ - begleiten uns durch dieses spannende Finanzbuch. Mit dabei haben sie jede Menge Ideen, um selbst zum Thema zu experimentieren, und so gar ein paar Tipps, wie man sein Taschengeld vermehren kann. Es geht los mit den Basics - was ist Geld und wofür wird es gebraucht - und geht dann schließlich tiefer ins Eingemachte: Geldanlage, Börse, Kredite, sogar Bitcoins sind ein Thema. Was ich besonders finde: Dieses Buch geht auch grundlegenden Fragen auf den Grund, zum Beispiel warum manche viel Geld haben und andere nur wenig oder ob Geld eigentlich glücklich macht.
Die Themen sind der Altersgruppe entsprechend kindgerecht erklärt.
Die Inhalte sind grundsätzlich aktuell und unserer heutigen Zeit entsprechend. So geht es hier unter anderem um Fonds und Aktien. Auch die klassische Geldanlage mit Zinsen wird hier erklärt. Im Beispiel dazu rechnen sie hier allerdings mit optimistischen vier Prozent Zinsen, was eventuell tatsächlich nicht mehr ganz zeitgemäß ist.
Ein paar Aussagen in diesem Buch finde ich persönlich schwierig, gerade wenn es um das Thema arm und reich geht. „Sind deine Eltern arm, ist es schwieriger für dich, reich zu werden.“ Die Aussage ist zwar richtig, jedoch fehlt mir der sensible Umgang mit dem Thema, insbesondere die Wortwahl „arm“ betreffend. Des Weiteren bekommt man den Eindruck, dass sich dieses Buch eher an Kinder aus privilegierterem Haushalt richtet.

Dieses Sachbuch punktet mit:
- 128 Seiten geballtem Finanzwissen
- Illustrationen, die Spaß machen
- dem Geld-Labor, in dem die Kids selbst zum Finanz-Wissenschaftler werden und erforschen
- Alltagstipps für Kids

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Ali Hazelwood meets Slasher-Movie

A Killer Crush
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Eigentlich wollte Jamie nur einen lustigen Abend mit ihrer besten Freundin beim Speed Dating verbringen. Doch was wie eine RomCom beginnt, endet schließlich im Massaker und Jamie findet sich neben ein ...

Eigentlich wollte Jamie nur einen lustigen Abend mit ihrer besten Freundin beim Speed Dating verbringen. Doch was wie eine RomCom beginnt, endet schließlich im Massaker und Jamie findet sich neben ein paar Leichen eingesperrt in einem Club wieder. Und jeder der Überlebenden könnte der Killer sein.

Das Alleinstellungsmerkmal dieses Romans ist definitiv der doch etwas ausgefallene Genre-Mix von Romance und Thriller. Tatsächlich wird dieses Buch auch beiden Genres gerecht. Wir haben hier einen wirklich blutigen Thriller, der dafür sorgte, dass ich bei dem kleinsten Geräusch selbst zusammenzuckte, mein Adrenalin-Pegel während des Lesens beängstigend hoch war und ich meine übliche Lesezeit von abends auf tagsüber verlegen musste. Ja, ich hatte beim Lesen wirklich Schiss, denn wirklich oft schleicht unsere Protagonistin hier durch schummrige Gänge mit ebenso schummrigen Ecken und stolpert dabei nicht selten über eine wirklich übel zugerichtete Leiche. Jetzt bitte einmal das Kopfkino ausschalten können! Aber no way - dadurch, dass wir Jamie als humorvolle, liebenswerte und intelligente Romance-Protagonistin wie sie im Buche steht, kennenlernen, kann man sich als Lesender auch besonders gut in sie hineinversetzen. Das hemmt den Gruselfaktor dieses Buches keines Wegs. Und damit kommen wir auch schon zum zweiten Genre-Part: der Romance. Wir bekommen hier eine intensive Liebesgeschichte samt angedeutetem Liebesdreieck und obwohl es der Geschichte absolut fern liegen sollte, gibt es sogar einen Spice-Anteil. Das Buch lässt kaum ein Romance-Klischee aus, was schon beeindruckend ist, wenn man bedenkt, dass die Buchfiguren hier permanent um ihr Leben bangen müssen.
Die Spannung blieb konstant hoch und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Als der Killer jedoch entlarvt war, verpuffte die Spannung auch ziemlich schnell, was für mich der Beweis ist, dass das Buch als Thriller richtig gut funktioniert, als Liebesroman allerdings nicht hervorstechen kann.

Ali Hazelwood meets Slasher-Movie: Wer Nervenkitzel mit einer absolut nahbaren Protagonistin sucht und dazu eine Prise Romantik verträgt, der sollte dieses Buch lesen.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Einschlafbegleiter für Eltern und Kinder gleichermaßen

Familienreihe 1: Ich bin noch gar nicht müde!
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„Ich bin noch gar nicht müde" ist ein Einschlafbegleiter für Eltern und Kinder gleichermaßen. Das Buch erzählt die Geschichte von Mika, der abends ausnahmsweise von Papa statt von Mama ins Bett gebracht ...

„Ich bin noch gar nicht müde" ist ein Einschlafbegleiter für Eltern und Kinder gleichermaßen. Das Buch erzählt die Geschichte von Mika, der abends ausnahmsweise von Papa statt von Mama ins Bett gebracht wird. Damit ist Mika allerdings nicht zufrieden. Dennoch finden Vater und Sohn gemeinsam einen Weg in den Schlaf voller Liebe und Geborgenheit. Nebenbei liefert die Autorin Hinweise und Erläuterungen für Eltern, um kindliche Schwierigkeiten beim Einschlafen besser zu verstehen und diesen entsprechend besser begegnen zu können. 

Jede Doppelseite greift eine andere typische Situation beim Zubettbringen auf und erzählt diese in Dialogen zwischen Mika und seinen Eltern. Begleitet wird die Geschichte dabei von Fragen, die Eltern ihren Kindern beim Vorlesen stellen können, um ins Gespräch zur Situation zu kommen und gemeinsam Lösungen zu finden. Zusätzlich gibt es jedes Mal auch einen Tipp für die Eltern, wie sie mit der jeweiligen Situation umgehen können. Anhand dessen ließe sich Mikas Geschichte nach den eigenen Bedürfnissen zusammensetzen. Fällt es dem Kind zum Beispiel schwer, abends das Gedankenkarussell abzuschalten, lohnt es sich diese Seite in den Fokus zu nehmen; andere Seiten, die für das eigene Kind aktuell wenig Relevanz haben, können dabei ausgelassen werden. Das macht die Vorlesegeschichte insgesamt kürzer und fokussiert mehr auf die eigenen Bedürfnisse. 

Dieses Buch richtet sich an Familien, für die das abendliche Zubettbringen nur allzu oft zur Hürde wird. Es möchte dabei vor allem den Eltern helfen, gemeinsam mit ihren Kindern einen liebevollen Weg in den Schlaf zu finden. Das Buch lässt sich wunderbar als Baukasten für die eigenen Bedürfnisse nutzen. Die Geschichte ohne entsprechenden Kontext nur "herunterzulesen" würde den Zweck dieses Buches verfehlen. Klare Empfehlung, wenn das Kind abends nicht zur Ruhe kommt, Papa der falsche "Zubettbringer" ist oder kleine Ängste in der Nacht zu großen werden.

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