Irgendwie muss es weitergehen!
Writers & LoversAuch wenn Casey so ziemlich am Boden ist: ihre Mutter ist vor kurzem unerwartet gestorben, ihr Vater hat anderes, das ihm wichtiger ist als sie - vor allem ihre sogenannte Stiefmutter, die aus seiner Sicht ...
Auch wenn Casey so ziemlich am Boden ist: ihre Mutter ist vor kurzem unerwartet gestorben, ihr Vater hat anderes, das ihm wichtiger ist als sie - vor allem ihre sogenannte Stiefmutter, die aus seiner Sicht den Ring seiner ersten Frau und Caseys Mutter erben soll.
Casey fühlt sich zur Autorin berufen, aber kommt irgendwie nicht weiter in ihrem Buch, zudem lebt sie in einer höchst unsicheren Behausung, nur geduldet durch ihren Vermieter, wenn man ihn überhaupt so nennen kann. In ihrem Job als Bedienung in einem Familienrestaurant der höheren Klasse muss sie sich rumschubsen lassen und fühlt sich nicht selten am Ende. Denn ihr fällt einfach nichts mehr ein und Kraftressourcen hat sie nicht mehr.
Dafür aber Muriel und Harry und ich bin mir sicher, dass ich nicht die einzige Leserin bin, die sie um die beiden beneidet. Lily King schreibt einfach wunderbar, sie breitet die Gefühlswelt ihrer Protagonistin vor ihren Rezipienten aus und, was mir noch besser gefällt: wir haben die Möglichkeit, Casey in der Annäherung und der Distanzierung an Ereignisse, Dinge, Erlebnisse und nicht zuletzt Menschen zu folgen. Dies vermag die Autorin wie keine andere darzustellen.
Und außerdem ist sie die erste amerikanische Autorin, die über Thomas Bernhard schreibt, ihn nicht nur erwähnt, sondern in einer Szene, die man durchaus als eine der Schlüsselszenen bezeichnen kann, durchaus näher auf ihn und eines seiner Werke eingeht.
Ein Roman, der eine Menge Zuversicht transportiert - wenn man bereit ist, diese aufzufangen!