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Veröffentlicht am 19.01.2021

Hat mich nicht sofort abholen können

Tara und Tahnee
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Tara und Tahnee hatte mich anfangs vorwiegend daher gelockt, weil mir jemand sagte, das Print hätte einen bunten Buchschnitt. Und ich stehe auf bunte Buchschnitte. Niedere Beweggründe, die allerdings trotzdem ...

Tara und Tahnee hatte mich anfangs vorwiegend daher gelockt, weil mir jemand sagte, das Print hätte einen bunten Buchschnitt. Und ich stehe auf bunte Buchschnitte. Niedere Beweggründe, die allerdings trotzdem bewirkt haben, dass ich mir den Klappentext mal näher zu Gemüte geführt habe. Schließlich wurde ich neugierig und gab der Geschichte eine Chance.

Ich muss sagen, dass mich das Western-Thema zunächst nicht so ganz abgeholt hatte. Bisher hatte ich damit eher wenige Berührungspunkte, denn alles was in einer konkreten, nicht komplett fiktiven Vergangenheit spielt, ist generell nicht so meins. Mit der Zeit kam ich aber immer besser rein und fand mich gut zurecht.
Gerade am Anfang hat mich gestört, dass die Perspektive immer wechselt, aber auch das wurde zur Mitte und besonders zum Ende des Buches immer spannender. Taras Sicht war die erste Hälfte des Buches leider in meinen Augen recht langweilig, weil man da vorwiegend eher Hintergrundinformationen sammelt, anstatt etwas aufregendes zu erleben. Darum freute ich mich jedes Mal, wenn es wieder zu Tahnee ging.

Besonders Tahnee empfand ich als eine beeindruckende Figur. Sie ist noch ein Kind und schafft es dennoch, sich aus den unmöglichsten Situationen heraus zu manövrieren, selbst wenn sie hier und da Hilfe hat. Ihr Mut bleibt jedoch unbestreitbar, sie zieht nicht den Schwanz ein, egal wie übermächtig ihr Widersacher auch sein möge. Immer das Ziel im Blick verfolgt sie hartnäckig ihren Plan und lässt sich von nichts aufhalten, wirklich großartig.

Die Geschichte nimmt im letzten Drittel einiges an Spannung und Rasanz zu, das gefiel mir. Dann überschlagen sich die Ereignisse am Ende förmlich, für mich war die Überraschung, die sich dann offenbarte, allerdings nicht wirklich eine. Dem Leser wird schnell klar, dass da etwas im Busch sein muss, und wenn man ein wenig kombiniert, dann weiß man auch was. Das ist allerdings nicht groß dramatisch, wie viele Bücher schaffen es schon, alle Leser bis zum Ende im Ungewissen zu lassen?

Mein Fazit:
Eine spannende Reise, mutige Figuren, angenehmer Schreibstil und ein würdiges Finale, alles in allem ein schönes Buch. Allerdings habe ich besonders am Anfang Schwierigkeiten gehabt, insgesamt 3,5 bzw. gerundet dann gnädige 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 27.12.2020

Ganz okay, aber nicht so gut wie erhofft

Sweet Little Lies
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Ich muss gestehen, dass ich anhand des Covers und meinen bisherigen Erfahrungen mit der Autorin niemals auf einen derartigen Klappentext geschlossen hätte. Das beste Beispiel dafür, dass der Schein trügen ...

Ich muss gestehen, dass ich anhand des Covers und meinen bisherigen Erfahrungen mit der Autorin niemals auf einen derartigen Klappentext geschlossen hätte. Das beste Beispiel dafür, dass der Schein trügen kann! Eine Geschichte um einen Agenten und seine Verlobte war so ziemlich das Letzte, was ich erwartet habe, und umso neugieriger war ich im Endeffekt auf die Story und die Umsetzung dieses für New Adult doch recht abgefahrenen Themas.

Meine Befürchtung war, dass das Ganze schnell ins Lächerliche abdriften könnte, wenn man versucht, eine Portion Humor beizumischen. Ich hatte tatsächlich Sorge, die Figuren und ihre Handlungen nicht ernst nehmen zu können, doch das war meist nicht unbedingt der Fall. Der Schreibstil und die Erzählung aus der Ich-Perspektive haben einem die Protagonistin Betty sehr sympathisch gemacht, ich konnte mich gut in sie hineinversetzen, auch wenn es mich massiv gestört hat, wie oft darauf herumgeritten wurde, dass sie moppelig ist und nicht den typischen Modelmaßen entspricht. Auch sie selbst spricht das viel zu häufig an, was irgendwie einen bitteren Beigeschmack von „Ich bin dick und habe es trotzdem geschafft, mir einen Typen zu angeln“ bekommen hat.

Was ein großes Plus für das Buch war, ist das Tempo, in dem erzählt wird. Die Geschichte hat eine Rasanz, der man sich nur schwer entziehen kann, sie kommt gefühlt nie zum Erliegen und war für mich durchweg spannend zu verfolgen.

Zu sagen, dass Thom mich genervt hätte, wäre zu viel gesagt. Aber ich empfand ihn als eine schwierige Figur mit einem komplizierten Charakter. Er hat seiner Verlobten quasi alles vorgelogen was ging, auch wenn sich das aufgrund seines Jobs vermutlich nur schwer anders vereinbaren lässt. Doch bei solchen Dingen wie zum Beispiel im Bett jemandem etwas „vorzuspielen“, einfach nur um „durchschnittlich“ zu sein, ist geradezu lächerlich. Wozu soll das gut sein? Damit seine Tarnung nicht durch seine unfassbar guten Liebhaberqualitäten auffliegt? Was zum Teufel...?

Allgemein habe ich mich an den Bettszenen sehr gestört. Die waren derart überzogen, dass es schon lächerlich war. Jedes Mal, wenn Betty und Thom sich näher gekommen sind, musste ich die Augen verdrehen, es ging gar nicht anders.
Ihre Beziehung hatte für mich nichts süßes oder emotionales, wahrscheinlich deshalb, weil sie ja quasi schon bestand und sich einfach nur erneuert bzw. gefestigt hat.

Mein Fazit:
Die Geschichte an sich fand ich gut. Ich mochte die Idee, auch wenn das Ende für mich jetzt nicht sonderlich überraschend kam, muss ich sagen. Während des Lesens habe ich mich trotz der Kritikpunkte gut unterhalten gefühlt, sodass es zwar kein absolutes Highlight ist, aber dennoch ganz okay. Der Liebhaber von typischem New Adult wird hier nicht auf seine Kosten kommen, aber allen die mal einen Ausflug von den Klischees wagen wollen, kann ich das Buch empfehlen.
Ich vergebe 3,5 und gerundet dann 4 von 4 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.11.2020

Ungewöhnlich und bildgewaltig

Das sternenlose Meer
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Erin Morgenstern ist zweifellos eine außergewöhnliche Autorin. Sie schafft es in jedem Buch, was ich von ihr gelesen habe, eine fantastische Welt zu entwickeln, auf die man sich anfänglich zwar erst mal ...

Erin Morgenstern ist zweifellos eine außergewöhnliche Autorin. Sie schafft es in jedem Buch, was ich von ihr gelesen habe, eine fantastische Welt zu entwickeln, auf die man sich anfänglich zwar erst mal gedanklich neu einlassen muss, die einen im Laufe der Zeit aber immer mehr fasziniert und fesselt. So ging es mir auch bei diesem Buch. Das sternenlose Meer und ich hatten einige Anfangsschwierigkeiten, besonders durch die verschiedenen Erzählstränge, denen man zu Beginn noch nicht besonders viel abgewinnen kann, wie ich finde. Aber je länger man dranbleibt, desto mehr lohnt sich das Buch.

Wie schon erwähnt wird das Buch aus verschiedensten Perspektiven erzählt. Es sind immer wieder kleine Abschnitte mit Erzählungen eingestreut, die man zunächst inhaltlich nicht zuordnen kann, was es für mich und den Lesefluss sehr schwer gemacht hat, zueinander zu finden. Ich war jedes Mal förmlich erleichtert, wenn Zachary, der Protagonist, wieder im Fokus stand, denn seine Geschichte schien immer vergleichsweise normal und leicht verständlich. Mir hat es Spaß gemacht, ihm bei seiner Rätselei zuzuschauen, ich empfand ihn als eine sehr sympathische Figur. Seine Begeisterung für Bücher hat ihm natürlich von Anfang an viele Pluspunkte eingebracht, ebenso seine Zocker-Kenntnisse. Ich empfand ihn als einen Typen, mit dem ich selbst auch gern abhängen würde, er hat einfach einen entspannten, angenehm ruhigen Charakter.

Die Geschichte, die sich um ihn spinnt, ist wahrscheinlich nicht für jedermann was. Die Welt, die die Autorin geschaffen hat, ist sehr abstrakt, das beschreibt es vermutlich am besten. Man muss sich auf das einlassen, was geschieht, und ich für meinen Teil habe auch irgendwann aufgehört, verwirrende Sachen zu hinterfragen und habe gemerkt, dass ich, besonders anfangs, wesentlich besser damit fahre, es einfach hinzunehmen und die Fantastik des Ganzen zu genießen.
Auch der Schreibstil ist außergewöhnlich, manchmal poetisch, manchmal kryptisch, sodass ich manchmal einige Stellen mehrfach lesen musste, hinterher aber immer noch nicht zu 100% wusste, was genau gerade passiert ist oder viel mehr wie es zu verstehen war.

Erin Morgensterns Schreibweise ist speziell, das kann man ganz klar sagen. Bildgewaltig und wundersam und viele, mich eingeschlossen, könnten da vielleicht nicht immer komplett durchdringen. Ich habe mich größtenteils damit abgefunden, aber andere können oder wollen das eventuell nicht. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass dies kein Buch ist, bei dem man einfach gedanklich abschalten und sich treiben lassen kann. Man muss ein wenig mitdenken, aufmerksam sein, die Geschichte mit all ihren verschiedenen Facetten gibt es nicht her, nur halbherzig zwischen Tür und Angel zu lesen.

Mein Fazit:
Das Buch und ich hatten einige Anfangsschwierigkeiten, aber im Laufe der Zeit wurden wir ein gutes Team. Der größte Pluspunkt war der Protagonist, ich habe Zachary echt geliebt. Das Buch ist eher nicht für Leute geeignet, die sich locker-leichte Fantasy oder dergleichen vorstellen, dafür ist es viel zu komplex.
Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 03.11.2020

Viel Info in kurzer Zeit

Das Universum – Was unsere Welt zusammenhält
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Die Aussicht auf Geschichten und Berichte über unser Universum, unsere Erde und deren Zukunft hat mich direkt beim Klappentext schon gecatcht. Ich finde solche Themen extrem spannend aber leider auch immer ...

Die Aussicht auf Geschichten und Berichte über unser Universum, unsere Erde und deren Zukunft hat mich direkt beim Klappentext schon gecatcht. Ich finde solche Themen extrem spannend aber leider auch immer sehr abstrakt und schwer zu verstehen, sodass ich mich über die Aufbereitung für jüngere Hörende enorm gefreut habe, weil ich annahm, dass ich dann endlich mal einen Durchblick bekomme.

Teils hat das auch recht gut funktioniert. Dass das Ganze aber wie gesagt nur teils der Fall war, hat nicht daran gelegen, dass die Fakten nicht kindgerecht geschildert werden würden, denn das wurden sie ohne Zweifel. Zur Not gibt es auch noch ein Booklet, welches den CD's beiliegt, in dem sich ein Glossar befindet, wo die schwierigsten Begriffe noch einmal erklärt werden. Mir hat einfach die schiere Menge an Fakten erschlagen. Es beginnt mit den kleinsten, ursprünglichsten Teilchen des Universums, mit den Anfängen unserer Galaxie, man hangelt sich an sämtlichen Planeten entlang durch das ganze Sonnensystem bis man irgendwann endlich bei der Erde ankommt.

Ich empfand die Berichte zwar als verständlich für die jüngeren Hörer, allerdings kann ich mir vorstellen, dass man schnell abschweift, wenn man mit dieser extremen Ladung Informationen bombardiert wird. Mir persönlich ist das, muss ich gestehen, auch oft passiert, aber das liegt auch daran, dass ich mir die Erläuterungen nicht derart kleinschrittig vorgestellt hätte. Wenn man das Hörbuch wirklich genießen und vor allem in seinen Details verstehen und sich merken möchte, sollte man es nur in kleinen Dosen hören, um den Input zu verdauen.

Mich haben am meisten die CD's über Zeitreisen, außerirdisches Leben und moderne Technik wie Roboter am besten gefallen, das war zwar teils auch recht abstrakt, aber ich konnte mich in diese Themenbereiche einfach besser reindenken und mich entsprechend auch mehr dafür begeistern.

Rufus Beck als Sprecher war für mich auch ein entscheidender Faktor, das Hörbuch zu hören, er macht seinen Job großartig, kann man gar nicht anders sagen. Und ich denke, dass er maßgeblich dazu beigetragen hat, dass ich nicht vollends abgeschweift bin. Auch Jo Kern war eine angenehme Sprecherin, wobei ich gestehen muss, dass ich mich immer mehr über die Passagen mit Rufus Beck gefreut habe.

Mein Fazit:
Aus dem Print kann man, denke ich, trotz ausführlichem und hilfreichem Booklet mehr mitnehmen als aus dem Hörbuch. All die Fakten und Erläuterungen prasseln nur so auf einen ein, das kann schnell überfordern. Ich bin öfter abgschweift, aber es gab auch Themen, die mir sehr gefallen haben.
Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 23.09.2020

War okay

Lessons from a One-Night-Stand (Baileys-Serie 1)
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Nach ihrer Saving Chicago/Blue Collar Brothers-Reihe hatten Piper Rayne mich ein wenig abgehängt. Ich mochte die Bücher zwar, aber absolute Highlights waren sie nicht, weshalb ich mich ein wenig um „Lessons ...

Nach ihrer Saving Chicago/Blue Collar Brothers-Reihe hatten Piper Rayne mich ein wenig abgehängt. Ich mochte die Bücher zwar, aber absolute Highlights waren sie nicht, weshalb ich mich ein wenig um „Lessons from a One-Night-Stand“ herumgedrückt habe.

Nun habe ich es beendet und muss sagen, dass es mich positiv überrascht hat. Ich hatte befürchtet, dass die Bücher nun vollends abstürzen würden, aber so schlecht wie erwartet wurde das Buch bei weitem nicht. Der Schreibstil der Autorinnen hat sich nicht verändert und ist gewohnt leicht und locker, wenig anspruchsvoll und macht es dadurch möglich, mühelos durch die Seiten zu huschen.

Man kann sowohl Austin als auch Holly besser kennenlernen, dadurch dass beide abwechselnd aus ihren Ich-Perspektiven berichten. Ich fand sie zwar sympathisch, aber einen richtigen Draht konnte ich zu ihnen nicht aufbauen. Dafür empfand ich die Familie Bailey als Gesamtpaket als echt lustig und wirklich herzlich. Wie die Geschwister sich um einander kümmern und miteinander umgehen hat dazu geführt, dass man selbst gern Teil der kleinen Gemeinschaft wäre, auch wenn es trotzdem häufig bei ihnen kracht.

Die Geschichte zwischen dem Coach und der Rektorin war süß, aber hat mich jetzt nicht gerade zum Schmelzen gebracht. Ich musste an vielen Stellen die Augen über die beiden verdrehen und habe mich auch nicht selten über sie geärgert. Aber im Großen und Ganzen gefiel mir das Buch.

Mein Fazit:
Nett für zwischendurch, Fans von Piper Rayne werden es mögen.
3,5 von 5 Sternen vergebe ich.

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