Profilbild von Archer

Archer

Lesejury Star
offline

Archer ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Archer über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.11.2020

Bayview Three

ONE OF US IS NEXT
0

Anderthalb Jahre sind vergangen, seit an der Bayview High jemand sein Unwesen trieb, tief verborgene Geheimnisse preisgab und schließlich jemand starb. Maeve Roja, die Schwester einer der damals Betroffenen, ...

Anderthalb Jahre sind vergangen, seit an der Bayview High jemand sein Unwesen trieb, tief verborgene Geheimnisse preisgab und schließlich jemand starb. Maeve Roja, die Schwester einer der damals Betroffenen, ist heute in der 11. Klasse und hat ein grausiges Deja-Vu, als wieder einmal Nachrichten auf allen Handys eintreffen. Dieses Mal geht es um ein perfides Spiel: Wahrheit oder Pflicht. Wer nicht reagiert, über den wird ein boshaftes Geheimnis preisgegeben, wer sich der Pflicht stellt, avanciert schnell zum Schulhelden. Doch dann gibt es einen Toten und aus dem Spiel wird mörderischer Ernst.

Ich widerspreche all den Rezensenten, die behaupten, dieses Buch hier sei schwächer als das erste. Es ist einfach anders und ich halte es der Autorin wirklich zugute, dass sie sich etwas anderes hat einfallen lassen, anstatt stumpf ihren Erstling einfach zu wiederholen. Es gibt zwar auch Auftritte der Bayview Four, aber die sind dezent genug, um die Geschichte von Maeve, Knox und Phoebe nicht zu verdrängen. Diese drei stehen diesmal im Mittelpunkt und auch wie zuvor müssen sie sich Anfeindungen aller Art stellen. Wie auch schon im ersten Buch finde ich, dass einige Sachen gänzlich anders gelöst hätten werden können oder gar müssen, aber auch wie bei Teil 1 hat das Lesen trotzdem Spaß gemacht und ich hoffe, wir bekommen von der Autorin noch die ein oder andere Lektüre geschenkt.

Veröffentlicht am 20.11.2020

Big money

Dark
0

Vor mehr als zehn Jahren war Blair eine gefeierte Ärztin, lebte im besten Viertel von LA und kannte keine Not. Doch eine Nacht veränderte alles, und jetzt ist sie eine entlassene Kriminelle, die wegen ...

Vor mehr als zehn Jahren war Blair eine gefeierte Ärztin, lebte im besten Viertel von LA und kannte keine Not. Doch eine Nacht veränderte alles, und jetzt ist sie eine entlassene Kriminelle, die wegen Mordes gesessen hat und sich über die Runden schlägt. Als eines Tages ihre Zellengenossin bei ihr auftaucht und um Hilfe bittet, kann sie nicht ablehnen. Sneaks Tochter ist verschwunden und niemand möchte Sneak, einer Diebin und Junkie, helfen. Niemand außer Blair, Ada, einer furchterregenden Gangsterin und Jessica, eine Latina-Cop, die aufgrund eines Erbes von ihren männlichen Kollegen gehasst und verfolgt wird.

Candice Fox kann schreiben, das hat sie mit ihren vorherigen Büchern bewiesen, das zeigt sie auch jetzt wieder. Ihr Schreibstil, rasant, actionreich und voller Wendungen, dabei ohne Klischees oder plumpe Formulierungen, zieht sofort in den Bann und nimmt auf einen Trip mit, bei dem man sich festhalten muss. Sie spricht Diskriminierung an und das nervige Buddy-Verhalten von alten, weißen Männern. Apropos alte, weiße Männer: Das "Lob", dass sich Fox mit diesem Buch in die Liga von Elmore Leonard geschrieben hat, ist keines. Es ist eine Frechheit. Fox braucht nicht in die Liga eines alten weißen Mannes aufsteigen, sie ist eine eigene Liga, die sich vor niemanden verstecken oder gar mit irgendwem vergleichen lassen muss. Warum ich trotzdem nicht die Höchstpunktzahl gebe? Ich fand, dass Sneak und Ada wirkten, als hätte man Amanda Pharell aus der Crimson-Lake-Trilogie in zwei Frauen geteilt, und ich mag allgemein das Setting in Australien lieber. Trotzdem hoffe ich, dass es von dieser Reihe eine Fortsetzung gibt.

Veröffentlicht am 11.11.2020

Nummer 1 lebt!

Artemis Fowl - Die verlorene Kolonie (Ein Artemis-Fowl-Roman 5)
0

Wie üblich hat Artemis einen todsicheren Plan: Er hat errechnet, wann ein Dämon aus einer anderen Dämension - Verzeihung: Dimension, nämlich der im Zeitmeer verschollenen Insel Hybras - in seiner Zeit ...

Wie üblich hat Artemis einen todsicheren Plan: Er hat errechnet, wann ein Dämon aus einer anderen Dämension - Verzeihung: Dimension, nämlich der im Zeitmeer verschollenen Insel Hybras - in seiner Zeit und mitten in Barcelona auftauchen wird. Das tut dieser Dämon auch, reißt Artemis aber kurzzeitig durch Raum und Zeit, bevor der wieder sicheren Stand findet. Doch er weiß Folgendes: Hybras geht kaputt und droht, auch die Welt zu zerstören. Um das zu verhindern, muss Artemis nicht nur wie üblich mit seinen Unterweltfreunden zusammenarbeiten, sondern auch mit einer fast so genialen jungen Meisterverbrecherin, wie er es ist. Und dann ist da noch Nummer 1, der Dämon, der kein richtiger Dämon zu sein scheint, aber dem das Dämensions- Verzeihung: Dimensionsreisen im Blut zu liegen scheint.

Eoin Colfer hat wie üblich einen Roman abgeliefert, der ebenso üblich sehr gut gelesen wird. Man muss seinen Einfallsreichtum einfach nur bewundern. Ich muss allerdings zugeben, dass es wohl nicht mein Lieblingsband de Reihe werden wird, dafür war es mir dann doch zu viel, das auf der Dämoneninsel und mit den Dämonen passierte. Fehlt mir vielleicht wieder ein klassischer Antagonist? Der Schurke, der Minerva, das kleine Genie bedroht hatte, konnte mich jedenfalls nicht völlig überzeugen. Trotzdem war es des Hörens wert und hat wieder richtig Spaß gemacht.

Veröffentlicht am 06.11.2020

Eiskalter Tod

Frostgrab
0

Milla Anderson hat ihre Snowboardfreunde seit zehn Jahren nicht mehr gesehen. Jetzt trifft sie sich wieder mit ihnen, um ein Wochenende auf einer einsamen französischen Lodge zu verbringen. Doch anstelle ...

Milla Anderson hat ihre Snowboardfreunde seit zehn Jahren nicht mehr gesehen. Jetzt trifft sie sich wieder mit ihnen, um ein Wochenende auf einer einsamen französischen Lodge zu verbringen. Doch anstelle der damaligen Wärme und Freundschaft herrschen Misstrauen und Distanz zwischen den fünf Freunden. Alles liegt daran, dass vor zehn Jahren die Schwester von Curtis, einem von ihnen, als vermisst gemeldet und jetzt für tot erklärt wurde. Was ist mir ihr passiert? Hat sie einer der fünf ermordet? Unheimliche Sachen gehen in der eigentlich geschlossenen Lodge vor sich und bald erkennen sie, dass sie nicht allein sind. Als ein Schneesturm verhindert, dass sie ins Tal kommen, erkennen sie, dass sie jemand nicht mehr lebend davonkommen lassen möchte.

Die Geschichte selbst ist ja weder neu noch originell. Abgeschiedene Gegend, aus irgendeinem Grund funktioniert die Kommunkation zur Außenwelt nicht mehr und jemand spielt zehn kleine Jägermeister mit dem vorhandenen Cast. Was dieses Buch jedoch abhebt, sind die Rückblicke in die Vergangenheit, zu den Snowboardwettkämpfen der jetzt Eingeschlossenen. Bisher kannte ich mich mit diesem Sport so gar nicht aus, fühle mich aber nach etwa zwei Stunden YT wie ein Profi. Spannung wird auch durch die kurzen Kapitel aufgebaut, in denen sich Vergangenheit und Gegenwart abwechseln und man der Sache immer näher auf die Spur kommt. Ich habe auch nur eine Kleinigkeit zu bemängeln - es wurde in der zweiten Hälfte ein bisschen zu lang gezogen, um das noch knackiger und unheimlicher zu gestalten, hätte man dort kürzen sollen, zumal es irgendwie schon klar war, dass es nur eine Person gibt, die dahinter stecken konnte. Ansonsten war das ein mega Debüt, das mir großen Spaß gemacht hat zu lesen.

Veröffentlicht am 03.11.2020

Hoffnung tötet

Der letzte Held von Sunder City
0

Fetch Phillips ist ein gebrochener Mann, ein Antiheld, ein Detektiv im Geiste eines Phillip Marlowe. Er lebt in Sunder City, einer sterbenden Stadt. Früher hat die Stadt gebrummt, gab es Magie, die alles ...

Fetch Phillips ist ein gebrochener Mann, ein Antiheld, ein Detektiv im Geiste eines Phillip Marlowe. Er lebt in Sunder City, einer sterbenden Stadt. Früher hat die Stadt gebrummt, gab es Magie, die alles am Laufen gehalten hat. Doch dann verschwand die Magie und alle magischen Wesen sterben einen langsamen Tod. Mehr recht als schlecht schlägt sich Fetch deshalb durch, immer kurz vorm Abgrund. Dann erhält er den Auftrag, nach einem verschwundenen Vampir zu suchen und dieser Fall bringt nicht nur ihn, sondern auch Sunder City an ihre Grenzen.

Dieser Fantasykrimi ist wirklich sehr noir. Alles ist verloren, niemand hat mehr Hoffnung, und trotzdem - oder vielleicht deshalb - sind alle geradezu gierig nach Leben, klammern sich an ihr Antidasein, beißen um sich wie tollwütige Hunde, morden, weil sie es können, und zerstören, weil es ihnen im Blut liegt. In dieser schwarzen Szenerie begleiten wir Fetch, der alles andere als ein ausgewiesener Sympathieträger ist. Man mag ihn schon irgendwie, er ist so furchtbar menschlich in all seinen Fehlentscheidungen und Fehltritten, aber wirklich gut ist er nicht. Aber er bemüht sich, wenigstens ab und zu das Richtige zu tun, was mehr ist, als man von den meisten anderen hier in Sunder City behaupten kann. Hier erhält man einen wirklich gut durchdachten, sehr schwarzen Krimi mit Fantasyanteilen, die einfach gut passen. Mir persönlich war es auf Dauer zu dark, zu hoffnungslos und deprimierend, um wirklich ein Top-Highlight zu sein, aber man erhält eine spannende Geschichte mit einer außergewöhnlichen Sprache, die sich weigert Klischees zu bedienen außer das der alten Crime Noir.