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Veröffentlicht am 07.11.2020

ein überaus empfehlenswertes Buch – nicht nur für Leserinnen mit fremdländischen Wurzeln

Schamlos
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Schamlos ist ein sowohl inhaltlich als auch optisch überaus gelungenes Buch, mit dem die drei jungen Frauen Amina Bile, Sofia Nesrine Srour und Nancy Herz zur Aufklärung über verschiedene Probleme in der ...

Schamlos ist ein sowohl inhaltlich als auch optisch überaus gelungenes Buch, mit dem die drei jungen Frauen Amina Bile, Sofia Nesrine Srour und Nancy Herz zur Aufklärung über verschiedene Probleme in der heutigen Gesellschaft beitragen und mit diversen Vorurteilen aufräumen wollen.
In dem Buch wurden diverse Texte zu unterschiedlichen Themen zusammengestellt, die im Endeffekt aber alle mehr oder weniger die gleiche Botschaft vermitteln bzw. dasselbe Ziel anstreben, nämlich die Freiheit zu haben, man selbst zu sein. Eines der wiederkehrenden Themen ist beispielsweise negative soziale Kontrolle, wobei die Bedeutung dieses Terminus eingangs genauer erläutert wird. Man muss also keine Scheu haben, wenn man mit dem Begriff anfangs noch nichts anfangen kann; die Probleme, die damit gemeint sind, kennt jeder wenigstens zum Teil und viele dürften etwas Ähnliches schon selbst erlebt haben.

Die drei Autorinnen sind Muslimas mit Migrationshintergrund und schildern vor allem viele Konflikte, die mit ihrer Kultur zusammenhängen bzw. mit den Unterschieden zwischen den Kulturen des Landes, in dem sie leben, sowie des Landes, aus dem ihre Eltern stammen. Es ist sehr interessant etwas über die damit verbundenen Schwierigkeiten zu erfahren und diesbezüglich sensibilisiert zu werden, auch wenn man vielleicht nicht selbst betroffen ist, da es sich um gesellschaftliche Problematiken handelt, die jeden etwas angehen und nur gelöst werden können, wenn man überhaupt Kenntnis davon hat. Besonders aufschlussreich ist insofern der Abschnitt über den Hidschab oder das Kopftuch, wie man es hierzulande meist nennt. Es werden sowohl die Vorteile als auch die Nachteile aufgezeigt und am Ende gelangt man zu der Erkenntnis, dass es genauso bevormundend ist Frauen das Tragen des Hidschabs in der Öffentlichkeit zu verbieten wie sie dazu zu zwingen. Kulturelle Unterschiede werden vielfach als Bedrohung angesehen, dabei kann diese Vielfalt das Leben enorm bereichern.

Es geht allerdings nicht ausschließlich um Rassismus oder Islamfeindlichkeit, sondern ebenso um Sexismus; einschließlich Slut Shaming und Victim Blaming, und den bekommt man als Frau unabhängig von der Herkunft zu spüren. Geschlechterdiskriminierung ist nach wie vor ein weltweites Problem, obschon es in den verschiedenen Ländern natürlich unterschiedlich stark ausgeprägt ist bzw. Frauen in manchen Ländern deutlich schlimmer diskriminiert werden als zum Beispiel hier in Europa. Wenn man sich in dieser Hinsicht eine Veränderung wünscht, muss man dazu beitragen diese herbeizuführen, denn das passiert nicht einfach von allein, wie manche denken. Auch in Deutschland mussten Frauen sich etwa das Wahlrecht hart erkämpfen. Solche Rechte werden einem leider nicht geschenkt, doch sich dafür einzusetzen lohnt sich.

Die zahlreichen in dem Buch enthaltenen Alltagsgeschichten verschiedener Frauen beschreiben dabei teils Situationen, die die Autorinnen selbst erlebt haben, und teils solche, die ihnen von anderen erzählt wurden, bei denen die Betroffenen aus unterschiedlichen Gründen aber anonym bleiben wollen. Es ist traurig bis erschütternd, was einige Frauen erlebt haben und andere noch immer durchmachen müssen. Permanente Kontrolle durch andere, die damit einhergehende Paranoia und der Mangel an Freiraum oder Privatsphäre sind nur einige der harmloseren Beispiele.

Die vielen strengen, unzeitgemäßen Regeln mit Doppelmoral – ein Mann, der mit zahlreichen Frauen geschlafen hat, ist in der Regel ein beneideter Frauenheld, wohingegen eine Frau, die mit zahlreichen Männern geschlafen hat, von vielen als Schlampe betrachtet wird – führen oftmals zu einem Doppelleben, das die Psyche junger Menschen stark belastet. Zudem haben diese Frauen oftmals niemanden, mit dem sie über ihre Sorgen und Ängste sprechen können. Aus Angst vor den meist unweigerlichen Schuldzuweisungen können sie sich nicht einmal ihren eigenen Eltern anvertrauen, wenn ihnen Gewalt angetan wurde.

Darüber hinaus enthält das Buch neben einigen, wundervollen Illustrationen von Esra Røise und den Photos der Autorinnen mehrere Gespräche zwischen den drei jungen Frauen untereinander über die entsprechenden Themen sowie eine Liste ungewollter Ratschläge, die man als Frau im Laufe des Lebens so zu hören bekommt. Den einen oder anderen davon kennt man womöglich aus eigener Erfahrung, sodass sich wahrscheinlich jede Frau in dem Buch wiederfinden wird.

Man kann Amina Bile, Sofia Nesrine Srour und Nancy Herz wirklich nur dafür bewundern, dass sie schon in so jungen Jahren den Mut aufbringen offen über diese Dinge zu sprechen und trotz all der Anfeindungen sogar vor vermeintlichen Tabus nicht zurückschrecken. Viele ihrer Aussagen und Botschaften sind allgemeingültig, es spielt somit keine Rolle, welcher Religion man angehört oder wo man herkommt. So betonen sie beispielsweise, dass auch psychische Leiden ernst zu nehmende Krankheiten sind, bei denen ein Gang zum Arzt sinnvoller ist als der Rat oder vielmehr der Vorwurf man solle mehr beten. Fragwürdig sind allerdings die abgedruckten Behauptungen eines Arztes über das Jungfernhäutchen, das jedoch, insoweit bestehen keine Zweifel, ohnehin völlig überbewertet wird.

FAZIT
Schamlos ist ein überaus empfehlenswertes Buch – nicht nur für Leserinnen mit fremdländischen Wurzeln – das keine spezielle Religion oder Kultur als Ganzes an den Pranger stellen will, sondern lediglich die negativen Aspekte, die einem freien Leben entgegen stehen und gegen essentielle Menschenrechte verstoßen. Die Autorinnen machen darin auf reelle, gesellschaftliche Probleme aufmerksam, über die gesprochen werden muss, damit sich etwas ändern kann.

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Veröffentlicht am 07.11.2020

einfach herrlich

"You go me on the cookie!"
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You go me on the cookie! ist eine tolle, wahnsinnig unterhaltsame Lektüre über die diversen Fallstricke der deutschen Sprache sowie die zahlreichen Unterschiede im Vergleich zur englischen. Man liebt das ...

You go me on the cookie! ist eine tolle, wahnsinnig unterhaltsame Lektüre über die diversen Fallstricke der deutschen Sprache sowie die zahlreichen Unterschiede im Vergleich zur englischen. Man liebt das Buch von der ersten Seite an, amüsiert sich beim Lesen wahrlich königlich und bekommt daher einfach nicht genug davon. Beim Lesen muss man mehrfach, teils lauthals, lachen und kann sich das selbst in der Öffentlichkeit nicht verkneifen.
Die sympathische Autorin und Youtuberin ist gebürtige US-Amerikanerin, lebt inzwischen aber schon seit vielen Jahren mit ihrem (deutschen) Ehemann in Bayern, und beschreibt in ihrem Buch auf ausgesprochen lustige Weise wie sie Deutsch gelernt hat. Vordergründig geht es demzufolge um die deutsche Sprache, nebenbei erzählt sie jedoch auch lustige Anekdoten aus ihrem Alltag, bei denen sprachlich bedingte Missverständnisse häufig eine Rolle gespielt haben. Außerdem verrät sie dem Leser, warum sie unbedingt Deutsch lernen wollte, nämlich aus Liebe zu ihrem Mann Stefan. Welchen schöneren Grund könnte es geben, um eine neue Sprache beherrschen zu wollen?

Zurück zum eigentlichen Thema: Sprache. Dana Newman weist in ihrem Buch auf viele interessante Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede zwischen den beiden Sprachen Deutsch und Englisch hin und deckt zugleich faszinierende, kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und den USA auf, die einem wahrscheinlich nicht geläufig sind, zumindest sofern man selbst noch nie in den USA gewesen ist. Für Verwirrung sorgen dabei vor allem ins Deutsche übernommene englische Wörter, die im Englischen allerdings eine völlig andere Bedeutung haben als bei uns. Bestes Beispiel: „public viewing“. Bei uns versteht man darunter sich gemeinsam eine bestimmte Sendung, meist eine Sportveranstaltung, anzusehen. In den USA … eher nicht.

Besonders empfehlenswert ist das kleine, gelbe Büchlein also für all jene, die sich für Sprachen im Allgemeinen sowie Deutsch und Englisch im Speziellen interessieren und wissen, wie schwierig es sein kann eine neue Fremdsprache zu lernen, geschweige denn flüssig oder gar akzentfrei zu sprechen. Das ist mitunter ein sehr kompliziertes Unterfangen, im Deutschen vielleicht noch umso mehr, da es für viele Dinge schlicht keine Regeln – jedenfalls keine sinnvollen – gibt und man gewisse Sachen somit wohl oder übel auswendig lernen muss, beispielsweise welche Artikel zu den jeweiligen Substantiven gehören.

Die Frustration darüber auf entsprechende Fragen deshalb keine zufriedenstellenden Antworten zu erhalten, ist folglich mehr als nachvollziehbar, und man findet sich in vielen Situationen wieder, wenn man an die eigenen ersten Versuche in einer Fremdsprache zu kommunizieren denkt. In vielerlei Hinsicht kann man der Autorin nur zustimmen, was die teils mangelnde Logik der deutschen Sprache betrifft, zumal es genügend Aspekte gibt, mit denen man selbst als Muttersprachler so seine Probleme haben kann. Die verschiedenen Uhrzeiten „sprechen“ längst nicht alle Deutschen fließend; wann man jemanden siezt und wann man hingegen duzt ist zum Teil wirklich nicht so einfach zu erklären und die Aussprache von Zahlen ab zwanzig aufwärts kann einem manchmal zum Verhängnis werden. Und wenn man als Deutscher Englisch lernt hat man genauso mit „who“ und „where“ zu kämpfen wie sie als Amerikanerin mit „wer“ und „wo“. Doch eines ist ohnehin sicher – auch in sprachlicher Hinsicht: Man lernt nie aus.

Andere Aspekte fallen einem als Muttersprachler hingegen erst auf, wenn man darauf hingewiesen wird und erstmals darüber nachdenkt, obwohl sie im Grunde wirklich faszinierend sind. Einerseits gibt es manchmal etliche unterschiedliche Wörter für die gleiche Sache, andererseits kann ein einzelnes Wort eine Vielzahl verschiedener Bedeutungen haben. Kein Wunder, wenn man da durcheinander kommt. Wer bislang zum Beispiel vergeblich nach einem Synonym für das englische Wörtchen „why“ gesucht hat, weil man im Deutschen gleich mehrere Varianten zur Auswahl hat – für zwei davon muss man sich nur einmal kurz das Titellied der Sesamstraße in Erinnerung rufen – kann diese Suche nun einstellen, denn es gibt einfach keines. Man kann durch das Buch also sogar noch etwas lernen, falls man die englische Sprache nicht schon perfekt beherrschen sollte.

Dass Dana Newman die deutsche Sprache aber trotz aller Schwierigkeiten insgesamt toll findet, spürt man in jedem Kapitel und ihre Begeisterung für manche Wörter ist beinahe ansteckend. Darüber hinaus verfügt sie über einen einzigartigen Blick auf Sprachen, den man nur schwer in Worte fassen kann. Als Leser merkt man das unter anderem an ihren zahlreichen, beeindruckenden Metaphern und Vergleichen, mit denen sie beschreibt, wie verschiedene Sprachen für sie klingen.

FAZIT
You go me on the cookie! ist einfach herrlich! Es gibt nur wenige Bücher die einen derartig zum Lachen bringen und die meisten davon handeln mit Sicherheit nicht von der deutschen Sprache. Wer sich grundsätzlich für Sprachen interessiert oder wissen will, warum das Buch diesen wunderbaren Titel trägt, sollte das kleine, gelbe Büchlein daher unbedingt lesen, zumal es auch für jene überaus lesenswert ist, die den YouTube-Kanal von Dana Newman noch nicht kennen und lieben.

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Veröffentlicht am 07.11.2020

das perfekte Geschenk für einen geliebten Menschen

Wir feiern dich
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Wir feiern dich ist eine gelungene Mischung aus Bilderbuch und Geschenkbuch, weshalb auch im Herzen jung geblieben Erwachsene ihre Freude an diesem kleinen Büchlein haben werden. Außerdem ist es an Niedlichkeit ...

Wir feiern dich ist eine gelungene Mischung aus Bilderbuch und Geschenkbuch, weshalb auch im Herzen jung geblieben Erwachsene ihre Freude an diesem kleinen Büchlein haben werden. Außerdem ist es an Niedlichkeit kaum zu übertreffen – einfach zauberhaft.
Statt in „gewöhnlichen“ Sätzen wird die kurze Geschichte von Sherri Duskey Rinker hier in Versform mit zwei bis acht Zeilen Text pro Seite erzählt. Durch die Reime liest es sich also vielmehr wie ein illustriertes Gedicht. Seine tierischen Freunde singen darin ein Loblied auf den kleinen Pinguin und zählen auf, warum sie ihn so mögen, was er in seinem Leben schon so erreicht hat und wofür sie ihn feiern. Es eignet sich daher auch perfekt als Geburtstagsgeschenk für jemanden, den man sehr gern hat und ist eine gute Möglichkeit Freunden oder Familienangehörigen die Wertschätzung entgegen zu bringen, die man mit eigenen Worten mitunter viel zu selten zum Ausdruck bringt, obwohl solche Komplimente jedem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und den Tag versüßen. Ab und zu hört doch schließlich jeder gern, dass er stolz auf sich sein kann und geliebt wird.

Die süßen, herzallerliebsten Illustrationen von A.N. Kang sieht man sich immer wieder gern an, zumal sie einen sofort zum Schmunzeln bringen. Sie sind somit ein gutes Gegenmittel, wenn man einmal nicht so gut drauf sein sollte, denn man kann beim Betrachten quasi gar nicht anders als zu lächeln. Die Bilder, auf denen sich neben Pinguinen auch ein Eisbär, ein Fuchs, eine Eule und ein Hirsch tummeln, nehmen stets eine ganze Doppelseite ein und sind durch eine stimmige, einheitliche Farbgestaltung gekennzeichnet, die sich durch das ganze Buch zieht und überwiegend aus Pastelltönen besteht.

FAZIT
Egal, ob man Wir feiern dich nun als Bilderbuch oder eher als Geschenkbuch betrachtet, es ist in jedem Fall das perfekte Geschenk für einen geliebten Menschen, dem man einfach nur einmal sagen möchte, wie dankbar man dafür ist, ihn in seinem Leben zu haben.

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Veröffentlicht am 07.11.2020

ein sehr empfehlenswertes Kinderbuch, das einem die Weihnachtszeit zweifellose versüßen wird

Maximilian und der verlorene Wunschzettel
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Maximilian und der verlorene Wunschzettel ist ein zauberhaftes, weihnachtliches Kinderbuch, an dem Jung und Alt gleichermaßen ihre Freude haben werden und das eine wunderbare Alternative – oder Ergänzung ...

Maximilian und der verlorene Wunschzettel ist ein zauberhaftes, weihnachtliches Kinderbuch, an dem Jung und Alt gleichermaßen ihre Freude haben werden und das eine wunderbare Alternative – oder Ergänzung – zum herkömmlichen, mit Schokolade gefüllten Adventskalender darstellt. Es bringt Leser und Zuhörer garantiert zum Lächeln und so richtig in Weihnachtsstimmung – sollte man es davor noch nicht gewesen sein, ist man es also spätestens danach.
Zu Beginn wird empfohlen jeden Tag nur eines der 24 ½ Kapitel zu lesen, doch dafür muss man schon sehr diszipliniert sein und die eigene Neugier gut im Zaum halten können. Mindestens genauso viel Spaß macht es aber die Geschichte am Stück zu lesen. Man wird sie daher sicher alle Jahre wieder gern aus dem Regal holen, um sie in der Adventszeit zu genießen.

Die kleine Maus Maximilian ist ein sehr liebenswerter Protagonist, der sich selbstlos bemüht den verloren gegangenen Brief noch rechtzeitig zuzustellen, damit Oliver – der Absender – am Weihnachtsmorgen nicht ohne Geschenk aufwacht. Allerdings muss er dazu erst einmal herausfinden, wo der Nordpol überhaupt ist und wie er diesen innerhalb weniger Stunden erreichen kann. Glücklicherweise bekommt er unterwegs Unterstützung von hilfsbereiten Tieren, darunter sogar eine Katze. Dank seines Einsatzes wird schließlich nicht nur der kleine Junge vom Weihnachtsmann mit einem Geschenk bedacht, sondern auch Maximilian selbst. Der Autor sorgt somit für ein festliches Happy End, wie es sich für so ein Buch gehört.

Abgesehen von der wundervollen Geschichte besticht das Buch vor allem durch seine liebevolle, aufwendige Aufmachung, seien es nun die individuell gestalteten Kapitelanfänge, das bedruckte Vorsatzpapier oder das glitzernde Cover. Am Ende der einzelnen Kapitel, die jeweils aus drei bis sechs Seiten bestehen, befindet sich zudem entweder eine weihnachtliche Bastelidee, die zum Nachmachen einlädt, oder ein leckeres Rezept, das direkt Lust aufs Plätzchenbacken macht. Ein paar der vielseitigen Anleitungen möchte man selbst als Erwachsener gern ausprobieren – mit oder ohne Nachwuchs. Zum Abschluss folgen außerdem noch ein paar zeitlose Weihnachtsgedichte, die man auf jeden Fall kennen sollte.

Darüber hinaus enthält das Buch zahlreiche, farbenfrohe Illustrationen, die Alex T. Smith selbst gezeichnet hat. Es gibt sowohl viele kleine als auch einige ganzseitige Zeichnungen, die die Handlung toll in Szene setzen und wunderbar anzusehen sind. Dank Ihnen sowie dem interessanten Abenteuer der kleinen Maus wird das Buch nie langweilig.

FAZIT
Mit Maximilian und der verlorene Wunschzettel hat Alex T. Smith eine wundervolle Idee gekonnt umgesetzt und ein sehr empfehlenswertes Kinderbuch geschrieben, das einem die Weihnachtszeit zweifellose versüßen wird.

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Veröffentlicht am 07.11.2020

nicht nur überaus empfehlenswert, sondern sogar ein absolutes Highlight

Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt
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Mit Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt hat Brittainy C. Cherry eine wunderschöne, tiefgründige und wahrlich zu Herzen gehende Liebesgeschichte geschrieben, die sich nicht nur weit oben in die Liste ...

Mit Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt hat Brittainy C. Cherry eine wunderschöne, tiefgründige und wahrlich zu Herzen gehende Liebesgeschichte geschrieben, die sich nicht nur weit oben in die Liste der besten Werke der Autorin, sondern ebenso in die der besten des ganzen Genres einreiht. Sie schafft es den Leser mit diesem Roman tief zu bewegen, ohne dabei gewollt auf die Tränendrüse zu drücken, und beweist so, dass sie mit ihren Büchern völlig zu Recht schon diverse Bestsellerlisten erobert hat – auch hierzulande.
Fesselnd ist die Geschichte vor allem wegen der einzigartigen Protagonisten Grace und Jackson, die man schnell ins Herz schließt, sowie der unübersehbaren Chemie zwischen ihnen. Beide sind in der Lage hinter die Fassade des jeweils anderen zu blicken und haben zudem mehr gemeinsam als anfangs gedacht. Jackson bemerkt sofort, dass Grace hinter ihrem strahlenden Lächeln eine große Traurigkeit verbirgt, wohingegen Grace irgendwann erkennt, dass Jacksons ruppige Art in erster Linie ein Schutzmechanismus ist, der ihn vor weiterem Schmerz bewahren soll.

Die zwei haben in ihrer Vergangenheit viel Leid erfahren und mussten schwere Verluste hinnehmen, nur zu verschiedenen Zeitpunkten und auf völlig andere Art. Jackson hat bereits als Kind seine Mutter verloren, wurde dann zuerst von seinem Vater, der daraufhin dem Alkohol verfiel, und schließlich von der ganzen Gemeinde im Stich gelassen. Grace wiederum hat in den letzten Jahren mehrere Fehlgeburten erlitten, die letztlich zum Scheitern ihrer Ehe beitrugen. Doch keiner von ihnen bekommt die emotionale Unterstützung, die sie eigentlich bräuchten. Jackson muss sich viel zu oft um seinen Vater kümmern, der es seinem Sohn nicht einmal dankt, und hat neben seinem treuen Hund nur seinen Onkel, den er aber nicht allzu nah an sich heranlässt. Grace hat im Grunde nur ihre Schwester Judy, bei der sie vorübergehend Unterschlupf findet, als Stütze.

Von ihrer Mutter bekommt Grace fast ausschließlich Vorwürfe und miese Ratschläge darüber zu hören, wie sie sich als brave Ehefrau angeblich zu verhalten habe. Dabei ist sie offensichtlich mehr um ihr gutes Ansehen in der Stadt als um das Wohlergehen ihrer Tochter besorgt. Anders kann man sich jedenfalls nicht erklären wie sie von Grace erwarten kann einem Mann zu verzeihen, der seine Frau erst unfassbar schlecht behandelt und dann trotzdem seine mutmaßlichen „Besitzansprüche“ geltend machen will, sobald seine (Ex-)Frau sich plötzlich für einen anderen Mann interessiert statt ihm weiter hinterherzutrauern.

Hinzu kommen die vielen Bewohner ihrer kleinen Heimatstadt Chester, in der die meisten Leute nichts Besseres zu tun haben als sich ständig das Maul über andere zu zerreißen. Dabei verstecken einige dieser Figuren dunkle Geheimnisse hinter ihrer scheinbar makellosen Fassade, die man so sicher nicht erwartet hätte, wohingegen einem die Kaltherzigkeit und Dummheit einiger anderer schlicht unbegreiflich ist. Josie, eine ehemalige, sehr liebenswürdige Mitschülerin von Grace, die im einzigen Buchladen des Ortes arbeitet, ist eine der wenigen und somit mehr als willkommenen Ausnahmen. Sie ist Grace eine echte Freundin und zudem eine der wenigen Personen, die Jackson wohlwollend gegenüber stehen.

Umso schöner ist es daher zu sehen, wie Grace und Jackson sich nach ihren anfänglichen, teils heftigen Wortgefechten – bei denen sie sich nicht so leicht einschüchtern lässt und ihm erfreulich oft gut Paroli bietet, obwohl sie es mehrfach nicht verhindern kann gleichzeitig in Tränen auszubrechen – mit der Zeit langsam näher kommen und einander helfen sich selbst zu finden. Im Falle von Grace bedeutet das unter anderem aufzuhören immer den Erwartungen anderer gerecht werden zu wollen und sich selbst dabei völlig zu vernachlässigen. Stattdessen lernt sie mit Jacksons Hilfe, dass es vollkommen in Ordnung ist zur Abwechslung einmal an sich selbst zu denken. Beieinander können Jackson und Grace also endlich einmal nur sie selbst sein.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus den Ich-Perspektiven von Grace und Jackson, wobei die Kapitel aus Grace‘ Sicht insgesamt zumindest gefühlt quantitativ überwiegen. Dadurch kann man sich in beide Figuren sehr gut hineinversetzen, lernt sie von mehr als einer Seite kennen und begreift z.B. schnell, dass es einen Grund für Jacksons abweisendes Verhalten gibt und sich mehr hinter seiner ablehnenden Haltung sowie seinem rauen Benehmen verbirgt als man auf den ersten Blick sehen kann.

Unabhängig davon, ob man dieser Einschätzung selbst zustimmt oder nicht, wirkt die Bezeichnung von Jackson als „Monster“ allerdings ziemlich unpassend, um nicht zu sagen befremdlich, sodass man bei diesem Wort gelegentlich leicht ins Stocken gerät. Womöglich ist es der Übersetzung geschuldet, doch in diesem konkreten Zusammenhang dürfte der Begriff jedenfalls im Deutschen eher unüblich sein, im Unterschied zu ebenso auftauchenden Ausdrücken wie „Abschaum“ oder „Arschloch“. Davon abgesehen liest sich das Buch aber sehr flüssig und man verfolgt die Handlung schon nach kurzer Zeit so gebannt, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Dem Genre entsprechend gibt es ein paar wenige, jedoch nicht allzu ausgedehnte oder ausführliche intime Szenen, obschon Grace und Jackson zunächst vereinbaren ihre Beziehung lediglich auf die Befriedigung rein körperlicher Bedürfnisse zu beschränken. Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt ist also keineswegs ein erotischer, sondern ein New Adult Roman, wenngleich die Charaktere nicht (mehr) aufs College gehen und grundsätzlich schon etwas reifer sind als in ähnlichen Büchern.

Neben der Liebesgeschichte ist Religion ein relativ präsentes Thema, da Grace als Pastorentochter eigentlich eine sehr enge Verbindung zur Kirche hat, zwischenzeitlich aber sehr mit ihrem Glauben hadert. Jackson, für den das alles keine Rolle spielt, stellt ein gutes Gegengewicht dazu dar, sodass die Autorin ihren Lesern keine bestimmte Richtung aufzwingt und vielmehr einen Weg für ein friedliches Miteinander aufzeigt.

Abschließend sei zudem noch eines der Highlights des Buches erwähnt: Grace und Jackson teilen die Liebe zu Büchern und verbringen daher nicht nur viel Zeit im Buchladen, sie beginnen irgendwann auch sich gegenseitig (Jugend-)Bücher zu empfehlen, von denen einige explizit genannt werden.

FAZIT
Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt ist nicht nur überaus empfehlenswert, sondern sogar ein absolutes Highlight. Wer auf der Suche nach einer authentischen, romantischen Liebesgeschichte ist, sollte sich diese also nicht entgehen lassen.

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