Profilbild von wampy

wampy

Lesejury Star
offline

wampy ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit wampy über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.11.2020

Ungewöhnlich, aber gut

Opfer ohne Gewissen
0

Buchmeinung zu Lasse Blom – Opfer ohne Gewissen

„Opfer ohne Gewissen“ ist ein Kriminalroman von Lasse Blom, der 2020 im Maximum Verlag erschienen ist. Dies ist der zweite Fall für Caspar Munck und sein ...

Buchmeinung zu Lasse Blom – Opfer ohne Gewissen

„Opfer ohne Gewissen“ ist ein Kriminalroman von Lasse Blom, der 2020 im Maximum Verlag erschienen ist. Dies ist der zweite Fall für Caspar Munck und sein Team.

Zum Autor:
Lasse Blom ist das Pseudonym von Gerhard Fischer. Er liebt Stieg Larsson, Henning Mankell und wegen des Humors und der Spannung skurrile Krimis. Sein Wunsch ist es, seine Fantasie zu Papier zu bringen. Er schreibt dann am Nymphenburger Kanal, im Zug, im Kaffeehaus oder einfach Zuhause. Im richtigen Leben hat er Geschichte und Politik studiert, war Nordeuropa-Korrespondent der SZ und lebte einige Jahre in Stockholm. Inzwischen ist er Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung.

Klappentext:
Ganz Schweden wird von der Nachricht erschüttert, dass Rune Katt, der ehemalige Star-Fußballtorwart der Nationalmannschaft, in seiner Hütte nahe Grisslehamn erschossen wurde. Warum ist die tödliche Kugel farblich bemalt?
Kommissar Casper Munk übernimmt den Fall. Als großer Fan des Torwarts muss er bald feststellen, dass Katt nicht der war, für den er ihn gehalten hat. Ihm war es offenbar ein großes Vergnügen, seine Nächsten gewissenlos zu quälen und zu demütigen...

Meine Meinung:
Dieses Buch hat für einen Kriminalroman einige ungewohnte Elemente. Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen, einerseits in der Jetztzeit, betrachtet aus der Perspektive des ermittelnden Polizisten Casper Munck, andererseits im Jahr 1973 aus der Sicht eines Jungen, der meist mit einem Mädchen gegenseitige Rätselaufgaben löst. Nebenbei verfolgen die Kinder politische Diskussionen um die anstehende Richtungswahl zwischen dem Sozialdemokraten Palme und dem Konservativen Fjälldin. Die Kinder stellen sich Fragen über Fußball und über Pippi Langstrumpf. Dies vermittelt ein erstaunliches Zeitgefühl. In der Jetztzeit ist Rune Katt, das Fußballidol fast aller Schweden umgebracht worden. Auch Caspar Munck ist ein Fan dieses herausragenden Sportlers, muss aber im Laufe der Ermittlungen feststellen, dass Rune Katt etlichen Menschen Leid zugefügt hat, aber meist vor langer Zeit. Auch Beziehungsprobleme der Polizisten nehmen einen breiten Raum ein. Casper, Grip, Kajsa und Leila sind die Ermittler, die alle ihre Eigenarten haben, aber gut zusammen arbeiten. Als die Ermittlungen stocken, wählt Caspar einen mehr als ungewöhnlichen Ansatz, um die Dinge voranzubringen.
Der Schreibstil ist klar und angenehm. Er überträgt viele Informationen und auch eine Menge Atmosphäre. Einzig Caspar wird detailliert geschildert, die übrigen Figuren werden nur skizziert. Caspar war zwar interessant, aber meine Sympathiewerte für ihn hielten sich in Grenzen. Zur Auflockerung dienten einige von Grip vorgetragene Witze und das umfangreiche Fußballwissen des Autors. Auch Fans von Astrid Lindgren können Neues über ihre Figuren und die Filme mit ihren Figuren erfahren. Spannung kommt erst spät auf, aber ich habe mich dennoch gut unterhalten gefühlt. Irgendwie ging ein Sog von der Erzählung aus.

Fazit:
Das Buch punktet mit einer ungewöhnlichen Mischung und hat mich gut unterhalten. Ich bewerte das Buch mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde ruhiger und atmosphärischer Erzählungen aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2020

Sehr düster, mit überzeugenden Figuren

Helle und der falsche Prophet
0

Buchmeinung zu Judith Arendt – Helle und der falsche Prophet

„Helle und der falsche Prophet“ ist ein Kriminalroman von Judith Arendt, der 2020 bei Atlantik erschienen ist. Dies ist der dritte Fall für ...

Buchmeinung zu Judith Arendt – Helle und der falsche Prophet

„Helle und der falsche Prophet“ ist ein Kriminalroman von Judith Arendt, der 2020 bei Atlantik erschienen ist. Dies ist der dritte Fall für Kommissarin Helle Jespers.

Zum Autor:
Judith Arendt schrieb Drehbücher für deutsche Fernsehserien und sieht umso lieber amerikanische. Ihre Leidenschaft gilt dem Kriminalroman, insbesondere dem skandinavischen und britischen. Judith Arendt lebt mit ihrer Familie seit einigen Jahren in der Nähe von München. Ihre beiden ersten Bücher "Unschuldslamm" und "Sündenbock" drehen sich um eine Schöffin in Berlin, die neue Krimireihe um die Polizistin Helle Jespers spielt in Dänemark.

Klappentext:
Es ist Oktober und Helle Jespers ist im Urlaub. Doch selbst Pastis, Zigaretten und südfranzösische 18 Grad Lufttemperatur können die dänische Polizeikommissarin nicht davon ablenken, dass es zu still in ihrem Leben zugeht. Hätte sie nach Fredrikshavn zur Polizeibehörde gehen sollen? Zur Mordkommission nach Kopenhagen? Stattdessen hat sie es sich in Skagen zwischen den Dünen in ihrer kleinen Polizeistation gemütlich gemacht.
Plötzlich klingelt aber mitten im Urlaub Helles Handy. Ihr Kollege Ole hat eine erschütternde Nachricht: Eine enge Freundin ihres Sohnes wurde tot am Strand aufgefunden. Steht die Leiche in Zusammenhang mit einem jungen Paar auf der Flucht in Zusammenhang, das eine Schneise der Verwüstung bis nach Kopenhagen zieht?
Helle ist klar: Diesen Fall übernimmt sie selbst. Sie steigt in den nächsten Flieger zurück nach Dänemark und beginnt mit den Ermittlungen. Was sie nicht ahnt: dieser Mord war erst der Anfang, und er wird das Leben ihrer Familie betreffen…

Meine Meinung:
Es ist keine einfache Geschichte, die hier erzählt wird. Sie ist geprägt von einer düsteren Grundstimmung und erzählt vom Schicksal diverser Menschen im Umfeld und im Einzugsbereich einer Sekte. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, meist folgt der Leser dem Tun und den Gedanken eines Beteiligten. Es gibt viele fallbezogene Handlungsstränge und zusätzlich noch weitere Nebenhandlungen im privaten Bereich der Kommissarin Helle Jespers. Helle ist eine sympathische Frau, die mitten im Leben steht. Sie ist anpackend und vertraut auch ihrem Gespür. Sie ist ausführlich beschrieben mit ihren Stärken und Schwächen. Auf zwei weiteren Schienen wird die Handlung vorangetrieben. Niklas war lange Sektenmitglied und ist zusammen mit einer jungen Frau geflohen. Beide haben lange Zeit in der abgekapselten Welt der Sekte zugebracht und wirken wie aus einer anderen Welt. In einem weiteren Strang begleiten wir Willem, der von seiner Sektenvergangenheit eingeholt wird, der aber den Kampf gegen den Sektenchef Hiob aufnimmt. Obwohl er Polizist ist, teilt er seine Informationen nicht.
Helle ist eine faszinierende Figur, die durch Hartnäckigkeit und Willen überzeugt. Sie übernimmt auch unangenehme Aufgaben und findet auch Zeit zum Nachdenken. Manchmal wird sie durch ihre Vorgesetzte eingebremst, schafft sich aber auch immer wieder einen gewissen Freiraum. Die Geschichte ist komplex und der Spannungsbogen hat mich überzeugt.
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass zu viele Punkte in den Roman gepackt waren, die dann auch nicht alle abgearbeitet wurden.

Fazit:
Ein komplexer Kriminalroman mit einer düsteren Grundstimmung, der vor allem mit seinen Figuren punktet. Gerne vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.11.2020

Temporeich mit viel Atmosphäre

Baskische Tragödie
0

Buchmeinung zu Alexander Oetker – Baskische Trägödie

„Baskische Trägödie“ ist ein Kriminalroman von Alexander Oetker, der 2020 bei Hoffmann und Campe erschienen ist. Dies ist der vierte Fall für Luc Verlain.

Zum ...

Buchmeinung zu Alexander Oetker – Baskische Trägödie

„Baskische Trägödie“ ist ein Kriminalroman von Alexander Oetker, der 2020 bei Hoffmann und Campe erschienen ist. Dies ist der vierte Fall für Luc Verlain.

Zum Autor:
Alexander Oetker, geboren 1982, war langjähriger Frankreichkorrespondent für RTL und n-tv und ist profunder Kenner von Politik und Gesellschaft der Grande Nation. Alexander Oetker lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Berlin.

Klappentext:
Jürgen Schäfer, schwäbischer Oberkommissar und Vereinsmitglied seit seiner Kindheit, fiebert auf den 34. Spieltag hin.An den Stränden des Aquitaine werden massenhaft Pakete angespült, gefüllt mit reinstem Kokain. Ein kleines Kind probiert davon - und fällt ins Koma. Commissaire Luc Verlain ermittelt in dem Fall, bis ihn eine geheimnisvolle Nachricht aus dem Baskenland erreicht.
Luc macht sich auf den Weg gen Süden und findet sich plötzlich auf der anderen Seite wieder. Er wird verhaftet, ausgerechnet wegen des Verdachts auf Drogenschmuggel - und wegen dringendem Mordverdacht. Wer spielt dem Commissaire böse mit? Nach seiner Flucht vor der Polizei über die spanische Grenze hat Luc keine Wahl: Er muss das Spiel eines altbekannten Psychopathen mitspielen. So beginnt in den engen Gassen San Sebastiáns und auf dem stürmischen Atlantik eine teuflische Schnitzeljagd. Um den Plan des Mannes zu durchkreuzen, der um jeden Preis Rache nehmen will, muss Luc alles auf eine Karte setzen.

Meine Meinung:
Mehr noch als in den Vorgängerbänden steht der charismatische Luc Verlain im Zentrum der Geschichte. Weitgehend wird die Geschichte aus seiner Perspektive erzählt. Es entwickelt sich ein Geplänkel zwischen Luc und einem Kriminellen Mastermind, dem es nach Rache dürstet. Ohne Frage ist die Handlung spannend und mit viel Tempo erzählt. Atmosphärische Passagen aus San Sebastian sorgen für Auflockerung und werben gleichzeitig für den Besuch dieser Stadt. Der Autor lässt viele Informationen aus seinem Hauptberuf in die Handlung einfließen. Man fiebert mit Luc mit und Rückblenden auf den damaligen Fall mit seinem Widersacher machen deutlich, dass es für beide Kontrahenten um alles geht. Obwohl Luc schon übermenschlich wirkt, scheint er einen aussichtslosen Kampf zu führen. Zum Ende hin wird das eh schon hohe Tempo noch einmal angezogen und es kommt zum unvermeidlichen Showdown. Eine Stärke des Werks ist die bildhafte Darstellung, fast schon wie im Kino.
Die Technik des Autors, mit Rückblenden Informationen, aber auch Bewertungen einzufügen, hat mir nicht immer gefallen. Manchmal sind mir Informationen einfach vorsätzlich vorenthalten worden.

Fazit:
Rasante Handlung auf einer realen Basis liefert tolle Unterhaltung, aber sie ist leider mit Schwächen in der Figurenzeichnung verbunden. Deshalb vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für Freunde temporeicher Thriller aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.11.2020

Das Leben in einem Dorf während des ersten Weltkriegs

Die Fotografin - Die Stunde der Sehnsucht
0

Buchmeinung zu Petra Durst-Benning – Die Fotografin: Die Stunde der Sehnsucht

„Die Fotografin: Die Stunde der Sehnsucht“ ist ein Roman von Petra Durst-Benning, der 2020 bei Blanvalet erschienen ist. Dies ...

Buchmeinung zu Petra Durst-Benning – Die Fotografin: Die Stunde der Sehnsucht

„Die Fotografin: Die Stunde der Sehnsucht“ ist ein Roman von Petra Durst-Benning, der 2020 bei Blanvalet erschienen ist. Dies ist der vierte Band der Fotografinnen-Saga.

Zum Autor:
Petra Durst-Benning wurde 1965 in Baden-Württemberg geboren. Seit über zwanzig Jahren schreibt sie historische und zeitgenössische Romane. Fast all ihre Bücher sind SPIEGEL-Bestseller und wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. In Amerika ist Petra Durst-Benning ebenfalls eine gefeierte Bestsellerautorin. Sie lebt und schreibt abwechselnd im Süden Deutschlands und in Südfrankreich.

Klappentext:
Münsingen, 1914. Mimi und Anton sind inzwischen Geschäftspartner geworden, die sich erfolgreich auf der Schwäbischen Alb etabliert haben. Während auch Mimis Freunde Bernadette, Corinne und Alexander voller Tatendrang sind, verschärft sich das politische Klima in Deutschland zunehmend. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges zerstört jäh ihre Träume, und auf einmal ist nichts mehr, wie es war. Während die Männer an die Front ziehen müssen, ist in Münsingen die Stunde der Frauen gekommen, die das verwalten, was die Männer hinterlassen haben. So werden Corinne und Mimi gar zum einzigen Rettungsanker für ihr Dorf, und ein weiteres Mal ist der starke Zusammenhalt zwischen den Frauen gefragt. In dieser dunklen Zeit erkennt nicht nur Mimi, was zählt im Leben und für wen ihr Herz wirklich schlägt ...

Meine Meinung:
Auch als Quereinsteiger hatte ich keine Verständnisprobleme, aber natürlich habe ich die mögliche Weiterentwicklung der Figuren nicht zur Gänze nachvollziehen können. Auf der Schwäbischen Alp läuft alles in geregelten Bahnen, auch wenn es den ein oder anderen Problempunkt gibt. Aber dann kommt der Krieg und alle Männer wollen unbedingt dabei sein. Die Euphorie ist riesengroß und alle glauben an den Sieg noch vor Weihnachten. Dann sind die Männer weg und Bernadette ersetzt den Bürgermeister. So rücken die Frauen mehr und mehr in typische Männerpositionen. Die Frauen erleben Hunger und Leid, aber der Zusammenhalt unter ihnen wächst. Anton ist Sanitäter und bekommt das Leid der Verwundeten aus erster Hand mit. Seine Schilderungen sind ein Appell für Menschlichkeit und gegen den Krieg. Corinne ist schwanger und erfährt vom Tod ihres Mannes. Nur mühsam gelingt es Mimi, Bernadette und Corinne die Zeit der Not zu überstehen. Am Beispiel des Künstlers Paon wird deutlich, dass es auch Menschen gibt, die vom Krieg nicht belastet werden.
Der Schreibstil ist empathisch und lässt das Leid der Menschen spüren. Es gibt aber auch kleine Lichtblicke, die den Menschen viel bedeuten. Auch in Zeiten wie diesen bleiben Liebesbeziehungen ein Thema. Die Autorin zeichnet ein beeindruckendes Bild von starken Frauen und ihrem Zusammenhalt, aber die beeindruckendste Figur ist für mich Anton. Ein bisschen getrübt wird der gute Eindruck für mich durch fehlende Grautöne bei den Frauen.

Fazit:
Ein starker Roman über die Auswirkungen des Krieges auf ein Dorf und seine Bewohner, dem ich gerne vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) gebe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.10.2020

Nicht tiefsinnig, aber sehr unterhaltsam

Agatha Raisin und der tote Auftragskiller
0

Buchmeinung zu M.C. Beaton – Agatha Raisin und der tote Auftragskiller

„Agatha Raisin und der tote Auftragskiller“ ist ein Kriminalroman von M.C. Beaton, der 2020 bei Bastei Lübbe in der Übersetzung von ...

Buchmeinung zu M.C. Beaton – Agatha Raisin und der tote Auftragskiller

„Agatha Raisin und der tote Auftragskiller“ ist ein Kriminalroman von M.C. Beaton, der 2020 bei Bastei Lübbe in der Übersetzung von Sabine Schilasky erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „Agatha Raisin and the Deadly Dance“ und ist 1993 erschienen.

Zum Autor:
M.C. Beaton ist eines der zahlreichen Pseudonyme der schottischen Autorin Marion Chesney. Nachdem sie lange Zeit als Theaterkritikerin und Journalistin für verschiedene britische Zeitungen tätig war, beschloss sie, sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Mit ihren Krimi-Reihen feiert sie bis heute große Erfolge in über 17 Ländern. M.C. Beaton lebt abwechselnd in Paris und in den Cotswolds.

Klappentext:
Für Agatha Raisin ist es an der Zeit, ihre Tätigkeit als Amateur-Detektivin zur Profession zu machen, und sie eröffnet ihr eigenes Detektivbüro. Ihre neue Nachbarin Emma Comfrey bewirbt sich bei ihr als Sekretärin und wird, aufgrund ihres Durchsetzungsvermögens und detektivischen Geschicks, kurzerhand eingestellt. Der erste Fall des Detektivbüros ist eine vermisste Katze. Immerhin ein Anfang, aber mit viel Luft nach oben. Als dann eine junge Frau, die eine Todesdrohung erhalten hat, beschützt werden soll, ist Agatha endlich voll in ihrem Element. Damit nehmen allerdings auch so einige Verhängnisse ihren Lauf, die dafür sorgen, dass Agatha nicht nur in ein Fadenkreuz gerät ...

Meine Meinung:
Mir gefällt die Hauptfigur Agatha Raisin ganz besonders, weil sie eine Reihe unschöner Eigenschaften hat und man dennoch mit ihr fiebert. Mit Emma scheint erstmals eine ebenbürtige Gegnerin in ihrem Umfeld aufzutauchen. Die Schilderung der Gedanken der beiden Protagonistinnen ist unterhaltsam, aber sie ist auch entlarvend. Beide suchen nach Anerkennung und dabei sind ihnen viele Mittel recht. Es gibt mehrere Handlungsstränge, die auf fast schon absurde Weise ineinander greifen. Die Polizei spielt eine Nebenrolle und das Highlight in diesem Band war das Einfordern der Anerkennung für diverse Freundschaftsdienste. Ob Agatha aber den Wink mit dem Zaunpfahl auf Dauer berücksichtigt?
Der Gegensatz zwischen dem Landleben und dem Leben in den Städten spielt eine Rolle und neue skurrile Figuren tauchen auf. Dann gibt es wieder knallharte Übeltäter und irgendwie muss sich Agatha ihrer erwehren. Der Schreibstil ist ansprechend, die Charaktere sind eher flach, aber doch auch interessant. Manche Entwicklung kann man nicht sinnvoll hinterfragen und doch ist der Unterhaltungsfaktor hoch.

Fazit:
Weder Figuren noch die Handlung genügen höheren Ansprüchen und doch ist der Mix ausgesprochen unterhaltsam. Deshalb vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere