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Veröffentlicht am 25.10.2022

Hexen, die keine Hexen sind

The Witches of Silent Creek 1: Unendliche Macht
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"Unendliche Macht" ist der erste Band der Dilogie "The Witches of Silent Creek" von Ayla Dade.

Helena zieht nach dem Tod ihrer Eltern von Deutschland in ein kleines Dorf in Schottland zu ihrem Großvater ...

"Unendliche Macht" ist der erste Band der Dilogie "The Witches of Silent Creek" von Ayla Dade.

Helena zieht nach dem Tod ihrer Eltern von Deutschland in ein kleines Dorf in Schottland zu ihrem Großvater mütterlicherseits. Dort geht sie auch aufs Collage, wo sie auf nette Leute trifft, aber auch auf Tyrael. Helena wird direkt von allen gewarnt, dass sie sich von ihm fernhalten solle. Das fällt ihr erstmal leicht, den er verhält sich ihr gegenüber wie ein totaler Idiot. Doch die beiden geraten immer wieder aneinander. Dies wird noch intensiver, als Helena erfährt, dass es eine große Gemeinschaft von sogenannten Azlata gibt, welche durch ihre Fähigkeiten die Menschen vor nächtlichen Angreifern, den Düsteren, beschützen. Auch Helena gehört zu den Azlata, darüber wusste sie nur nichts. Ihre Mutter war auch eine von ihnen, doch sie war nicht sonderlich beliebt. Helenas Mutter soll nämlich eines der drei Artefakte der Azlata gestohlen haben: die Unendliche Macht. Dies ist auch der Grund dafür, das Ty sich so gegen Helena stellt, obwohl diese von alledem nichts wusste. Nachdem sie das Zeichen der Düsteren unfreiwillig erhalten hat, muss auch Helena ihre Macht finden, was sich als sehr schwierig erweist. Kann sie ihre Macht erwecken und die Wahrheit über ihre Mutter herausfinden?

Dieser Jugendroman beinhaltet eine nette Geschichte. Sie ist nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Die Erzählstränge überlappen sich manchmal so, dass man als Leser*in nicht immer den Durchblick behalten kann. Auch bei der Menge an Charakteren bin ich froh über die Stammbäume zu Beginn des Buches, da man da auch schnell den Überblick verlieren kann.
Der Schreibstil hätte noch etwas ausgebessert werden sollen. Doch ich finde ihn nicht so schlimm, als dass es mich zu sehr in meinem Lesefluss beeinträchtigt hätte.

Grundsätzlich finde ich die Geschichte interessant, auch wenn der Titel irreführend ist. Die Azlata sind keine Hexen und wollen so auch nicht bezeichnet werden. Warum die Autorin dann das Wort "Witches" in ihren Titel packt, ist mir leider ein Rätsel.

Am Ende wird kein Erzählstrang zu einem Ende gebracht und das Buch endet mit einem Cliffhanger. Doch der zweite Band kommt schon vorraussichtlich im Frühjahr 2023, worauf ich mich trotz allem schon freue.

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Veröffentlicht am 19.06.2022

Götter auf Erden

A Touch of Darkness
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In New Greece leben die Götter unter den Menschen. Sie sind auf die Erde niedergekommen und betreiben Läden oder sonstige Einrichtungen. Darunter auch Hades, der Gott der Unterwelt. Er betreibt unter anderem ...

In New Greece leben die Götter unter den Menschen. Sie sind auf die Erde niedergekommen und betreiben Läden oder sonstige Einrichtungen. Darunter auch Hades, der Gott der Unterwelt. Er betreibt unter anderem einen hochkarätigen Club, wo er den Menschen nicht nur Platz zu feiern gibt, sondern auch zum Spielen. Doch sobald sie mit ihm spielen, gehen sie einen Handel mit ihm ein, dessen Einsätze nicht selten die Seelen der Menschen beinhalten.
Persephone ist die Göttin des Frühlings. Eigentlich sollte sie Pflanzen wachsen lassen können, doch bei ihrer Berührung passiert das Gegenteil: die Blumen verwelken und Pflanzen sterben. Ihre Freundin Lexa hat es geschafft, sie und Persephone auf die Gästeliste von Hades‘ Club zu bekommen. Wie es der Zufall so will lernt Persephone Hades dort kennen und spürt direkt zu ihm hingezogen. Doch zunächst war ihr nicht klar, dass sie mit dem Gott der Unterwelt gesprochen und ihn auch noch darum gebeten hatte, ihr das Kartenspielen beizubringen.
Schon war es passiert, sie ist nicht ganz freiwillig einen Handel mit Hades eingegangen: Persephone soll innerhalb von 6 Monaten etwas lebendiges in der Unterwelt erschaffen. Gelingt ihr dies nicht, so muss sie auf ewig in der Unterwelt bleiben. Persephone ist wütend, doch trotzdem kommt sie nicht umhin sich darüber zu freuen, mehr Zeit in der Nähe von Hades zu verbringen und er selbst scheint auch nicht abgeneigt zu sein bei diesem Gedanken.

„A Touch of Darkness“ ist der erste Band der Reihe um Persephone und Hades. In diesem Teil lernen wir die beiden erst einmal kennen und begleiten sie dabei, wie sie sich näher kommen. Der Gedanke, dass die Götter unter uns Menschen leben und teilweise auch ganz normal arbeiten, hat mir sehr gefallen.
Der Schreibstil war sehr angenehm und flüssig. Doch gerade bei den erotischen Szenen war die Übersetzung leicht unangenehm, was aber daran liegt, dass die deutschen Wörter nicht unbedingt die schönsten sind.

Ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil, der glücklicherweise nicht allzu lange auf sich warten lässt.

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Veröffentlicht am 11.09.2021

Die Gedanken sind frei

Berlin Monster - Nachts sind alle Mörder grau
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In dem Roman „Berlin Monster“ von Kim Rabe geht es um Sagengestalten. Nein, dies ist kein Fantasy-Roman, zumindest nicht direkt. Es ist eher ein Fantasy-Krimi. Denn besagte Sagengestalten sind in die reale ...

In dem Roman „Berlin Monster“ von Kim Rabe geht es um Sagengestalten. Nein, dies ist kein Fantasy-Roman, zumindest nicht direkt. Es ist eher ein Fantasy-Krimi. Denn besagte Sagengestalten sind in die reale Welt gekommen. Durch eine Omega-Bombe wurden die erdachten Figuren der Menschheit ins Leben katapultiert und leben seither unter den Menschen, haben normale Jobs, müssen Rechnungen bezahlen…und werden ermordet.
An dieser Stelle kommt Privatdetektivin Lucy Wayne ins Spiel. Sie selbst ist an dem selben Tag geboren worden, an dem die Bombe hochging und die Sagengestalten (auch „Superstitions“, kurz „Stifs“) auftauchten.
Lucy erhält den Auftrag nach einer vermissten Freundin einer spanischen Sagengestalt zu suchen. Doch dieser Fall scheint ebenfalls mit den „Werwolf-Morden“ zu tun zu haben, die momentan durch die Presse gehen. Sagengestalten werden ermordet, bei jeder Leiche fehlt das Herz. Dabei gibt es schon lange keine Werwölfe mehr. Wer steckt hinter den Morden und was hat das alles mit der vermissten Lia zu tun?! Mit der Unterstützung von Freunden und ehemaligen Arbeitskollegen der Polizei kommt Lucy der Wahrheit immer näher.

Dieses Buch hat mich sehr schnell für sich begeistern können. Ich liebe Fantasy und ein spannender Krimi oder Thriller muss auch immer mal wieder sein. Hier wurde beides miteinander kombiniert. Die Idee, dass durch eine hohe Omega-Strahlung und durch unsere Gedanken die Figuren, die wir uns seit Anbeginn der Menschheit vorstellen, auf einmal in der realen Welt landen, ist ein wirklich genialer Einfall von Kim Rabe! Hierzu kam in dem Buch auch eine Zeile aus einem sehr bekannten Volkslied vor: „Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten, sie fliehen vorbei wie nächtliche Schatten. […] Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen, es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei.“ (S. 252). An dieser Stelle habe ich direkt Gänsehaut bekommen. Es fasst die Situation sehr gut zusammen. Denn in dieser Welt sind die Stifs die neue Minderheit, die mit Diskriminierung, Benachteiligung und Hass zu kämpfen hat. Stifs können nicht so leicht getötet werden, da sie sehr starke Selbstheilungskräfte besitzen. Und sie sind aus unseren Gedanken, aus unseren Wünschen und Träumen und aus unserer Angst entstanden – Die Gedanken sind frei.

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Man kommt auch schnell in die Geschichte hinein, bekommt alles sehr gut erklärt und plötzlich ist es selbstverständlich, dass man Pixies und Dämonen begegnet. Der Hintergrund der Geschehnisse wird gut erläutert und die Geschichte kommt zu einem guten Abschluss. Ein paar Seiten mehr hätten mir persönlich besser gefallen, da die Story zum Schluss recht hektisch wirkte und es schneller vorbei war, als ich gehofft hatte. Trotzdem ein klasse Mix aus Fantasy und Krimi. Ich hoffe, dass Kim Rabe uns vielleicht nochmal in diese verrückte Welt bringen wird.

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Veröffentlicht am 15.11.2020

Die drei Musketiere gegen den fiesen Magnetiseur

Die Romanfabrik von Paris
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Der historische Roman „Die Romanfabrik von Paris“ von Dirk Husemann beschäftigt sich mit Alexandre Dumas, dem Schöpfer von „Die drei Musketiere“.
Als die im Rollstuhl sitzende Anna Moll aus Baden-Baden ...

Der historische Roman „Die Romanfabrik von Paris“ von Dirk Husemann beschäftigt sich mit Alexandre Dumas, dem Schöpfer von „Die drei Musketiere“.
Als die im Rollstuhl sitzende Anna Moll aus Baden-Baden bei einer deutschstämmigen Familie in Frankreich angestellt wird, um deren Kinder zu unterrichten, fallen sie ihr zum ersten Mal in die Hände – die Romane von Alexandre Dumas. Sofort will sie gegen diese furchtbaren Texte angehen, denn sie handeln oft von hilflosen Frauen, die von starken Männern gerettet werden müssen. Oft ist auch Gewalt im Spiel. Das gehört nicht in die Hände von Kindern oder sonst wem, denkt sich Anna und macht sich auf den Weg, um gegen Dumas zu handeln. Zusammen mit der Zensur-Behörde begibt sie sich zu Dumas‘ Anwesen, um ihn zur Rechenschafft zu ziehen. Doch dort erblickt Anna eine Person aus ihrer Vergangenheit, die ihr viel Kummer bereitet und die sie tot geglaubt hat. Dies ist Monsieur Lemaitre, der von Dumas 3 Amulette haben möchte, die Dumas von seinem Vater geerbt hat, mit welchem Lemaitre ebenfalls in Verbindung stand. Doch Lemaitre ist hinterlistig und ist bereit, wirklich alles für die Amulette zu tun, weshalb er auch nicht davon zurückschreckt, einen Mord zu begehen, diesen Dumas anzuhängen und ihn so zu einem Staatsfeind zu machen. Dumas und Anna tun sich etwas widerwillig zusammen, um Lemaitre das Handwerk zu legen und verfolgen ihn über den halben Globus. Ein aufregendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt.
Selten hatte ich einen Roman, bei dem mit alle Charaktere in ihrer Rolle gefallen. Dies ist hier der Fall. Die Figuren sind durchweg gut geschrieben und ihre Rollen gut durchdacht. Natürlich hat mit Olaf Schmaleur am besten gefallen. Von ihm wurde Anna als Lehrerin für seine Kinder angestellt, er war stets hilfsbereit, freundlich und auch für Spaß zu haben, sehr zur Freude seiner Kinder, aber seiner Frau gefiel dies nicht. Obwohl er nur wenig vorkommt, gefällt mir diese Figur doch sehr.
Anna und Dumas sind sehr gegensätzliche Charaktere, die sich aber im Laufe der Geschichte immer besser ausgleichen und ein Band zwischen sich knüpfen. Sie sind beide auf ihre Art zielstrebig, aber auch bereit, Kompromisse einzugehen, wenn sie die Bedingungen noch etwas für sich abändern können. Auch wenn sie sich zu Beginn nicht ausstehen können, so werden sie ein wunderbares Team im Verlauf der Geschichte.
Lemaitre ist klar als „Bösewicht“ dieses Romans zu betrachten. Der Magnetiseur ist hinterhältig und schreckt nicht davor zurück, andere auszunutzen. Wenn er sie nicht mehr braucht, lässt er sie fallen wie eine heiße Kartoffel und ihm ist egal, was mit ihnen passiert. Das einzige, was ihm wirklich wichtig ist, sind die Amulette von Dumas senior. Doch muss er erkennen, dass seine Gegner Alexandre Dumas und Anna Moll mit allen Wassern gewaschen sind und sich gegen ihn stellen.
Der Handlungsablauf in dem Roman gefällt mir sehr gut. Zu Beginn ist es nicht vorstellbar, dass die Geschichte aus Paris heraus weiter gehen könnte. Doch nach und nach wird der Leser in diese Richtung geleitet und das zwar direkt, aber nicht so plötzlich, dass man sofort wusste, wie es weiter geht. Dirk Husemann hat unvorhersehbar geschrieben. Zwar hatte ich beim Lesen immer eine Vorstellung davon, was als nächstes passieren könnte. Aber ich wurde doch jedes Mal überrascht, weil es entweder etwas oder doch sehr anders gekommen ist, als ich dachte.
Generell wurde der Spannungsbogen gut aufrecht gehalten. Der Handlung konnte ich als Leser durchgängig gut folgen. Auch der Schreibstil gefällt mir wirklich gut. Ich mag es, wenn man die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven von unterschiedlichen Figuren sieht. Also hatte man hier auch die Sicht des Bösewichts dabei, was ich wirklich gut fand. Und trotzdem wusste man nie so recht, was er als nächstes vorhat – gut gelungen!
Der Titel hat mich im Verlauf der Geschichte immer wieder stutzig gemacht. „Die Romanfabrik von Paris“, jedoch befinden wir uns nur zu Beginn des Romans einmal dort und danach nicht mehr. Aber zum Schluss wird es doch klar, warum diese Titel passend ist. Mit der Romanfabrik hat alles begonnen und dort endet es auch. Mehr möchte ich da nicht verraten.
Das Buch hat mir gut gefallen. Es war mein zweiter historischer Roman und so langsam gefällt mir dieses Genre wirklich gut. Auch, wenn man von Dumas selbst nichts gelesen hat oder nicht viel weiß, findet man sich in der Geschichte zu recht. Dass zum Schluss auch nochmal vom Autor erläutert wurde, welche Begebenheiten aus dem Roman als Fakten betrachtet werden können und welche hinzugedichtet wurden, mag ich wirklich sehr.
Rundum ein gelungenes Buch, welches ich Interessierten empfehlen kann. Es war sehr angenehm zu lesen, es hat zwischendurch auch immer mal etwas zum Lachen gegeben und war generell eine interessante Geschichte um den berühmten Alexandre Dumas.

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Veröffentlicht am 24.09.2018

TifAnis Geschichte

Luckiest Girl Alive
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!!! Achtung: Kann Spoiler enthalten !!!

In "Luckiest Girl Alive" von Jessica Knoll geht es um die junge TifAni FaNelli, von allen Ani genannt. Sie ist eine junge attraktive Journalistin und ist mit einem ...

!!! Achtung: Kann Spoiler enthalten !!!

In "Luckiest Girl Alive" von Jessica Knoll geht es um die junge TifAni FaNelli, von allen Ani genannt. Sie ist eine junge attraktive Journalistin und ist mit einem Mann aus gutem und wohlhabenden Hause verlobt.
In Anis Vergangenheit ist etwas schlimmes vorgefallen. Sie soll darüber ein Interview geben, das in einer Dokumentation im Fernsehen ausgestrahlt werden soll. Da beginnt das Rätselraten für die Leser.
Anis Schulzeit wird in vielen Abschnitten paralell zu der Gegenwart erzählt. Man liest von Drogenkonsum, ihrem Schulwechsel eben durch solches und wie sie in der neuen Schule Freunde findet.
Ihr Verhältnis zu ihren Eltern scheint recht gestört. Ihr Vater zeigt beinahe nur Desinteresse an seiner Tochter und ihre Mutter ist nur auf Geld, Ansehen und Zugehörigkeit aus.
Ani wird zu einer Party eingeladen, bei der sie das einzige Mädchen ist. Sie wird dort zunächst mit Alkohol abgefüllt, sodass sie völlig die Kontrolle über sich verliert. Die Jungs machen sich dies zu eigen und vergewaltigen Ani mehrfach. Sie sind alle noch jung und keiner der Jungs scheint das wirklich zu verstehen, dass es nicht in Ordnung ist, was sie mit ihr gemacht haben.
Ani scheint es aber auch nicht wahrhaben zu wollen, da sie sich trotzdem weiter mit den Jungs trifft und ihre Freundin sein will. Ein Lehrer, Mr. Larson, hat Ani verstanden, er gabelt sie auf, als sie auf der zweiten Party vor der nächsten Vergewaltigung durch Dean, der ebenfalls bei der ersten tatkräftig dabei war, flieht. Er wirkt die ganze Geschichte über, als wäre er der einzige, der Anis Situation wirklich verstanden hat. Abgesehen von Arthur, der für Ani ein sehr guter Freund ist. Die beiden schwänzen zusammen, sie lachen und machen sich über die Schüler und Schülerinnen lustig, welche andere immer nur schickanieren können. Arthurs Freund Ben wurde so sehr gehänselt, dass er sich versucht hat umzubringen.Arthur und Ani sprechen oft darüber. Arthur kann nicht verstehen, warum Ani Dean nicht beim Schulleiter angeschwärzt hat, damit sein Verhalten ein Ende hat. Dadurch das Ani nichts sagt eskaliert bald einiges in ihrer Schule.. aber das sollt ihr Leser lieber selbst herausfinden.

Der Schockmoment, indem die Eskalation beschrieben wird, ist super gut gelungen. Ich habe zwar schon damit gerechnet, aber da kam es doch recht plötzlich.
Das war wohl der spannendste Moment im ganzen Buch..leider. Es hätten viel mehr da sein können. Der Spannungsbogen hing öfter mal durch.
Die Geschichte fand ich an sich gut. Es gab nur einige Aspekte, die für mich im wahren Leben niemals so verlaufen wären. Wenn du erfährst, dass deine Tochter mehrfach vergewaltigt wurde, schnautzt zu sie nicht an und sagst ihr, dass sie selber daran schuld ist. Gerade als Mutter sollte man dann doch für seine Tochter da sein und sie wieder aufbauen. Ebenso hat der Vater keinerlei anzeichen des Mitgefühls gezeigt, nicht ein einziges Mal, auch wenn seine Tochter hätte sterben können..war ihm vollkommen egal. Mag daran liegen, dass ich aus einem liebevollen Haushalt komme, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass gleich beide Elternteile ihre Kinder als so egal ansehen können.
Anis Verlobter ist ebenfalls keine Glanzleistung. Gab es überhaupt Liebe zwischen den beiden? Sie leben ja total an einander vorbei und haben eigentlich nicht eine Gemeinsamkeit.

Der Schreibstil ist gut, es lies sich wirklich angenehm lesen, wobei ich am Anfang die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart nicht gut fand. Dies legte sich aber im zweiten Abschnitt.

Das Thema finde ich äußerst wichtig! In meiner ersten Leserunde (diese war meine zweite) ging es ebenfalls um das Thema Mobbing. Es ist und bleibt ein riesen großes Thema. Cybermobbing ist heute so aktuell wie nie, da selbst die Grundschulkinder schon eigene Handys haben. Mobbing führt nicht nur zu Problemen für den Gemobbten - das Blatt kann sich (wie die Geschichte zeigt) auch schnell wenden.

Insgesamt fand ich, dass es ein gutes Buch ist. Schlicht und einfach gut. Nicht mehr, aber auch ganz sicher nicht weniger. Ich würde es Freunden empfehlen, aber nicht mit dem gelichen Enthusiasmus, mit dem ich normalerweise Bücher anpreise. Die Story ist schockierend und wird dadruch leider erst gut, aber das finde ich daher auch am lesenswertesten an dieser Geschichte.

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