Profilbild von anna-lee

anna-lee

Lesejury Profi
offline

anna-lee ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit anna-lee über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.02.2018

Historisches Werk mit starken Figuren

Olga
0

Eine anspruchsvolle Liebesgeschichte die berührt, Sehnsucht weckt und einen tieferen Sinn aufweist. Gewohnt stilsicher zeichnet Bernhard Schlink seine Hauptfiguren sehr detailliert – eine Frau, die kämpft ...

Eine anspruchsvolle Liebesgeschichte die berührt, Sehnsucht weckt und einen tieferen Sinn aufweist. Gewohnt stilsicher zeichnet Bernhard Schlink seine Hauptfiguren sehr detailliert – eine Frau, die kämpft und sich findet und ein Mann, der träumt und sich verliert. Die Liebesbeziehung des ungleichen Paares beginnt am Abend vor Ausbruch des ersten Weltkrieges. Obwohl von der Familie nicht geschätzt, halten die beiden aneinander fest und verteidigen ihre Beziehung gegen Zweifel. Es kommen jedoch Schwierigkeiten und auf, da Herbert, den es in die Weite zieht, Olgas Wunsch nach Nähe nur schwer nachkommen kann und eine geplante Expedition in die Arktis die Beziehung auf die Probe stellt.
Die Dreiteilung des Buches (der erste Teil beschreibt Olgas Werdegang, der zweite Teil erzählt von der Zeit nach der Expedition aus Sicht einer dritten Person, der dritte Teil besteht aus Briefen) ist klug und abwechslungsreich, wenn auch gewöhnungsbedürftig. Insgesamt fehlt es mir an Leidenschaft und Emotionen, die Auseinandersetzung ist sehr sachlich und intellektuell. Erst im letzten Teil erfahren wir mehr über Olgas Inneres, ihre Beweggründe und Sehnsüchte. Hier werde ich fast wieder versöhnt – aber eben nur fast.

Veröffentlicht am 05.01.2018

Ein Wechsel von Hochs und Tiefs

Woman in Cabin 10
0

Die Geschichte klingt zunächst sehr spannend – die Journalistin Lo Blackwood, die nach einem Einbruch psychisch angeschlagen ist, bekommt die Chance an der Jungfernfahrt eines Kreuzfahrtschiffes teilzunehmen. ...

Die Geschichte klingt zunächst sehr spannend – die Journalistin Lo Blackwood, die nach einem Einbruch psychisch angeschlagen ist, bekommt die Chance an der Jungfernfahrt eines Kreuzfahrtschiffes teilzunehmen. Eine berufliche Chance als Vertretung beim Magazin „Velocity“ und auch privat eine willkommene Abwechslung, so erhofft sich Lo Entspannung und Ablenkung. Ersteres kann sie jedoch abschreiben, nachdem sie aus der Nachbarkabine auffällige Geräusche hört und meint, einen Körper ins Wasser fallen zu sehen. Doch niemand hat etwas Ungewöhnliches beobachtet und es sind keine Spuren zu entdecken. Lo zweifelt an ihrem Verstand, hat ihre Phantasie ihr einen Streich gespielt?

Leider kommt Ware nicht ganz an ihr Debüt „Im dunklen, dunklen Wald“ heran, was mir damals wirklich gut gefallen hat. Zwar schreibt sie gewohnt angenehm, anschaubar und auch spannend, „Woman in Cabin 10“ weist allerdings ein paar Längen auf und auch die Hauptfigur geht mir stellenweise auf die Nerven, da sie leicht hysterisch (Drame Queen schlechthin) und anstrengend wirkt. Nicht zuletzt wegen ihres überzogenen Alkoholkonsums. Spannung liefern dagegen die übrigen Charaktere, die zunächst undurchschaubar und geheimnisvoll wirken. Während der ersten Kapitel konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, in der Mitte zog es sich etwas, das Ende dagegen ist enttäuschend – vorausschaubar und zu einfach.

Fazit: Die Geschichte hat viel Potenzial, das leider nicht immer ausgenutzt wird.

Veröffentlicht am 15.11.2020

Ein kluger Roman, in den man reinfinden muss

Die Farbe von Glück
0

Clara Maria Bagus hat eine poetische und sprachgewaltige Art zu schreiben, die ich so selten erlebt habe. Schon in „Der Duft des Lebens“ hat die sie mich damit in ihren Bann gezogen und auch in ihrem neuesten ...

Clara Maria Bagus hat eine poetische und sprachgewaltige Art zu schreiben, die ich so selten erlebt habe. Schon in „Der Duft des Lebens“ hat die sie mich damit in ihren Bann gezogen und auch in ihrem neuesten Werk „Die Farbe von Glück“ steht die Autorin sich in nichts nach. Das Buch stellt die großen Fragen des Lebens, spricht Themen wie die Liebe, den Sinn des Daseins oder das Streben nach Glück an. Es geht um überraschende Wendungen und wie aus ungünstigen Startbedingungen und unvorhergesehenen Wendungen etwas Gutes werden kann.

Es geht um die Krankenschwester Charlotte, die von einem Richter gezwungen wird, dessen sterbenskrankes Baby gegen ein gesundes zu tauschen. Er erpresst sie und droht damit, ihr den verwaisten Pflegejungen Antoine wieder wegzunehmen. Jules, der Richter, sieht darin den einzigen Ausweg, als er nach etlichen Fehlgeburten seiner Frau mit einem schwerkranken Neugeborenen konfrontiert wird. Er wird von großer Schuld und Reue ergriffen, bis er schließlich resigniert und verdrängt, was er getan hat. Das Schuldgefühl ist auch bei Charlotte groß. So groß, dass sie schließlich mit Antoine Zuflucht in einem anderen Land sucht.

Obwohl ich Clara Maria Bagus außergewöhnlichen Schreibstil mag, hatte ich einige Schwierigkeiten, in die Geschichte zu finden, was sich leider bis zum Ende nicht geändert hat. Einige Thematiken waren mir fremd (alte Seelen, das Übernatürliche und Magische), ich bin mit den Hauptcharakteren nicht warm geworden und konnte einige Handlungen und Motive nur schwer nachvollziehen. Dieses Buch wühlt auf, tröstet dabei aber gleichzeitig auf eine sehr unaufdringliche und kluge Art und Weise, man muss sich aber darauf einlassen können, was mir schwergefallen ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.07.2020

Spannend und aktuell, stellenweise etwas künstlich

42 Grad
0

Worum geht es? Durch Hitze und Dauersonnenschein kommt es zu einem Wassermangel in Deutschland und Europa. Flüsse trocknen aus, Waldbrände geraten außer Kontrolle, Menschen sind auf der Suche nach der ...

Worum geht es? Durch Hitze und Dauersonnenschein kommt es zu einem Wassermangel in Deutschland und Europa. Flüsse trocknen aus, Waldbrände geraten außer Kontrolle, Menschen sind auf der Suche nach der wichtigsten Ressource der Welt – Wasser. Hydrologe Julius und IT-Spezialistin Elsa versuchen die Katastrophe aufzuhalten, kämpfen aber gegen Gegner an, die die Krise für sich nutzen wollen.

Spannend sind vor allem die verschiedenen Schicksale, die den Leser durch das Buch begleiten und ganz verschiedene Sichtweisen auf die Geschehnisse darbieten und die hochaktuelle Thematik, die gut recherchiert zum Nachdenken anregt. Trotzdem ist es mir schwergefallen, in die Geschichte zu finden und die Charaktere zu verstehen (oberflächliche und gekünstelte Dialoge) und das hat sich auch im Laufe der 520 Seiten nicht wirklich geändert. Ich finde es gelungen, wie am Ende die Handlungen zusammenlaufen, bin aber etwas verwundert, dass viele Stränge ins Leere laufen (das macht manche Dialoge einfach überflüssig und zieht alles in die Länge).

Von der Thematik her ein Buch, das ich empfehlen kann. Es gibt viele Informationen, regt zum nachdenken an und zeigt, wie Menschen und Institutionen in Katastrophenfällen reagieren (können). Von der Umsetzung her fand ich es etwas anstrengend, aber das ist sicherlich Geschmackssache.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.07.2018

Schöne Grundidee, die für mich allerdings ein bisschen zu deftig daherkommt

Naturnahes Kochen – einfach, gut, gesund
0

Die Idee des Buches entspricht meiner persönlichen Überzeugung, was Ernährung angeht, in vollem Umfang – nah an der Natur, einfach und gesund, saisonal, mit naturbelassenen und frischen Zutaten. Positiv ...

Die Idee des Buches entspricht meiner persönlichen Überzeugung, was Ernährung angeht, in vollem Umfang – nah an der Natur, einfach und gesund, saisonal, mit naturbelassenen und frischen Zutaten. Positiv finde ich auch den Informationsteil mit einer Warenkunde, die interessant zu lesen ist. Ein paar mehr Fakten hätte ich mir an dieser Stelle allerdings gewünscht.
In der Buchbeschreibung noch mit „etwas“ gekennzeichnet, ist das Buch für mich persönlich viel zu Fleisch lastig und auch die übrigen Rezepte entsprechen eher der deftigen und soliden Hausmannskost, die nicht meinem Geschmack entspricht. Leider habe ich im gesamten Buch nur 2 Rezepte gefunden, die ich ausprobiert habe. Das Ergebnis war gut, allerdings auch nichts Besonderes. Ofengemüse gehört fast zu meinen täglichen Mahlzeiten, die Idee mit den Backpflaumen ist allerdings toll und Joghurt sowie Raz el Hanout haben eine schöne Kombination ergeben. Der Curry-Spinat mit Seidentofu und Cashewnüssen war mein zweites Rezept und hier bin ich restlos begeistert – war wirklich lecker und wird definitiv nochmal gekocht.
Das Buch ist sehr hochwertig aufgemacht, das Cover liebevoll und bunt gestaltet, die Haptik ansprechend. Das Buch ist mit vielen Fotos ausgestattet, die ansprechend gestaltet sind. Teilweise sind es mir ein bisschen viele Bilder, die oft auch die komplette Seite einnehmen und dann leider nicht das fertige Mahl zeigen, sondern nur einzelne Zutaten.