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Veröffentlicht am 15.11.2020

Das Gesetz der unbeabsichtigten Folgen…

Aller guten Dinge sind zwei
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Laurie und Dan sind das ideale Paar: Sie sind Mitte dreißig, beide gutaussehend, erfolgreiche Anwälte in derselben Kanzlei und seit achtzehn Jahren zusammen. Das einzige, was ihnen zu ihrem Glück fehlt ...

Laurie und Dan sind das ideale Paar: Sie sind Mitte dreißig, beide gutaussehend, erfolgreiche Anwälte in derselben Kanzlei und seit achtzehn Jahren zusammen. Das einzige, was ihnen zu ihrem Glück fehlt ist ein Baby – aus Lauries Sicht. Dass Dan dies ganz anders sieht und lieber ein unabhängiges Leben führen will anstatt mit seiner langjährigen Freundin sesshaft zu werden, wirft Laurie völlig aus der Bahn. Während sie noch versucht, diesen radikalen, unfreiwilligen Umbruch ihres Lebens zu verkraften, kommt die nächste Schock-Nachricht: Dan hat bereits eine neue Freundin, ebenfalls eine Anwältin Mitte dreißig – und sie ist schwanger. Laurie versteht die Welt nicht mehr und leidet insbesondere auf der Arbeit sehr unter der Situation – bis sie eines Tages ausgerechnet mit dem attraktiven Jamie im Fahrstuhl stecken bleibt, Manchesters größtem Schürzenjäger. Dieser verfolgt ehrgeizige Karrierepläne, bei denen Laurie im gut behilflich sein kann. Und so schmieden die beiden den Plan, sich zukünftig als Paar auszugeben. Laurie erhofft sich dadurch, Dan eifersüchtig zu machen und ihn zurück zu bekommen. Doch nach einigen Wochen intensivem Kennenlernen und Paar-Schauspiel mit Jamie ist sie sich dessen nicht mehr ganz so sicher…

„Aller guten Dinge sind Zwei“ ist das sechste Werk der schottischen Autorin Mhairi McFarlane. Das Cover ist eher im Comic-Stil gehalten und bildet Laurie ab. Die Zeichnung gefällt mir ehrlich gesagt nicht besonders gut, während die zweifarbige Gestaltung ansprechend ist. Passend dazu finden sich auch Punkte zu Beginn jedes Kapitels, was ich graphisch sehr ansprechend fand. Im Klappentext finden sich ein kurzer, humorvoller Steckbrief zur Person Laurie sowie die stichpunkthafte Beschreibung der „Grundlagen für eine erfolgreiche Fake-Romanze“. Einfach köstlich!

Insgesamt macht Mhairi McFarlanes Schreibstil einfach nur Spaß! Das Buch steckt voller Wortwitz, ich habe mich angesichts der humorvollen Dialoge und Situationen des Öfteren schier kaputt gelacht! Es macht einfach nur Spaß, Laurie durch diese emotional chaotische Zeit zu begleiten. Auch der Sarkasmus ihrer besten Freundin Emily und der trockene Humor Jamies haben mir gut gefallen. Dass die Autorin auch anders kann zeigt sie durch ernsthaft-emotionale Szenen und wahre Lebensweisheiten. Insbesondere die Dialoge zwischen Jamie und Laurie erfahren zunehmend an Tiefe, wodurch sich die Entwicklung ihrer Beziehung wunderbar mitverfolgen und nachvollziehen lässt. Schön fand ich zudem den Einbezug von Stilelementen wie den SMS-Nachrichtenverkehr.

Auch wunderbar waren die tollen, facettenreich konstruierten Figuren. Laurie ist eine taffe Frau, ihre Herausforderungen als erfolgreiche, farbige Anwältin und Frau werden lebensnah und authentisch dargestellt. Sie ist dem Leser wahnsinnig sympathisch und ich hätte sie sehr gerne als Freundin. Auch Emily ist einfach nur toll, wenn auch ihre verletzliche Seite meiner Meinung nach nicht ausreichend behandelt wurde – nach einem Moment der Schwäche war alles wieder wie zuvor. Auch Jamie habe ich nicht im Ganzen verstanden, woher sein Ruf und seine Einstellung zu Beginn sowie der 180-Grad-Sinneswandel kamen war nicht komplett nachvollziehbar. Nichtsdestotrotz habe ich ihn als Lauries Fake-Partner lieb gewonnen. Auch Nebenfiguren wie Dan und Jamies Eltern wurden anschaulich und verständlich dargestellt.

Die Story war amüsant und vielschichtiger als zunächst gedacht. Auch fand ich das Buch romantisch, ohne kitschig zu sein, auch wenn das Ende vorhersehbar war – es war lustig und leicht zu lesen. Das Ende war für mich etwas zu einfach gelöst und hatte noch offene Fragen, realistisch betrachtet ist halt doch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Auch ging es mir alles etwas zu schnell, aber die Zeit bis dorthin war wunderbar dargestellt und hat mir schöne Lesestunden beschert. Eine schöne Liebesgeschichte, die ich allen empfehlen kann, die eine unbeschwerte, humorvolle Story mit einer starken Protagonistin suchen.

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Veröffentlicht am 15.11.2020

Kleine, leckere Hapse für zwischendurch

Gaumenkuss und Gugelhaps
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„Gaumenkuss und Gugelhaps“ ist kein gewöhnliches Koch- oder Backbuch, sondern stellt eine besondere Kuchenform in den Mittelpunkt: Kleine Gugelhupfe, die nicht nur schön anzusehen, sondern auch noch lecker ...

„Gaumenkuss und Gugelhaps“ ist kein gewöhnliches Koch- oder Backbuch, sondern stellt eine besondere Kuchenform in den Mittelpunkt: Kleine Gugelhupfe, die nicht nur schön anzusehen, sondern auch noch lecker mit einem Haps im Mund sind – „Gugelhapse“ eben! Der Autorin ist hier ein tolles Wortspiel gelungen, das ich mir auch gleich zu Eigen gemacht habe

Wie vielfältig diese schmackhaften Leckereien gestaltet sein können zeigt uns Carola Heine in ihrem zweiten kleinen Büchlein. Egal ob die klassische Variante als Mini-Marmorkuchen oder ausgefallener als pinke Hingucker mit Drachenfrucht, eher deftig mit roter Bete oder süß mit Obst oder Schokolade – für jeden Geschmack ist in diesem Buch etwas dabei!

Das Büchlein ist aufgrund seines kompakten Formats und geringer Seitenanzahl super als Geschenkidee geeignet. Auch das farbenfrohe Cover gefällt mir gut, dieses und der Titel regen sofort den Appetit an und wecken die Lust zum selbst Backen. Die kunterbunten Mini-Gugelhupfe sehen wirklich zum Anbeißen aus, die Bilder im Buch könnten insgesamt nur etwas schärfer sein.

Eine weitere Besonderheit gibt es bei dem tollen Büchlein noch zusätzlich, die man beim Durchblättern der Rezeptideen zunächst gar nicht vermutet: Alle Rezepte sind rein pflanzlicher Natur und somit ideal für die vegane Ernährung! Dabei sind die Zutaten trotzdem nicht ausgefallen, sondern lassen sich in jedem Supermarkt finden – eine tolle Alternative für Veganer oder Allergiker. Passend dazu liegt dem Buch ein Info-Flyer bei, der weitere Tipps dazu gibt, durch welche Alternativprodukte sich Eier ersetzen lassen.

Ich habe einige der Rezepte ausprobiert, sie ließen sich schnell und unkompliziert umsetzen. Änderungen im vorgegebenen Rezept mussten kaum vorgenommen werden, ich habe mich nur zugegebenermaßen nicht ganz so streng an die vegane Rezeptvorgabe gehalten, da ich tierische Milchprodukte einfach zu gerne esse. Auch das hat gut funktioniert und war superlecker, ich freue mich aber auch darauf, die vegane Variante bei Gelegenheit auszutesten. Die fertigen Gugelhapse sahen nicht nur zum Anbeißen aus, sie waren auch superlecker und haben meiner Familie und meinen Arbeitskollegen ganz wunderbar geschmeckt. Die kleine Haps-Form hat für viele Lacher, Nachfragen und für Begeisterung gesorgt - und erwartungsgemäß waren die Gugelhapse schneller weg als ich schauen konnte. Ich werde definitiv ganz bald wieder ein Rezept aus diesem Buch backen!

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Veröffentlicht am 11.09.2020

Psychologisch interessant und sehr überraschend

Remember Me – Tödliche Vergangenheit
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Die junge Psychologin( Jubi)Lee Harper hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich, die sie am liebsten vergessen würde. Vor zwölf Jahren hat sie einen schlimmen Fehler begangen, der sie beinahe das Leben ...

Die junge Psychologin( Jubi)Lee Harper hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich, die sie am liebsten vergessen würde. Vor zwölf Jahren hat sie einen schlimmen Fehler begangen, der sie beinahe das Leben kostete und seitdem viel Zeit in Therapie verbracht. Nun fühlt sie sich wieder bereit dazu, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und zieht unter falschem Namen in ein New Yorker Apartment in der Hoffnung, die Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Mit Unterstützung ihres besten Freundes Brady fasst sie zunehmend Fuß und beginnt eine neue Therapie bei Dr. Sherman. Als sie Garland, ihren Nachbarn von Gegenüber begegnet, beginnt auch ihr Herz wieder zu leben. Sie beginnt zunehmend, ihm zu vertrauen und nach vorne zu blicken. Doch die Vergangenheit ruht nicht und ehe sich Lee versieht befindet sie sich erneut in großer Gefahr.

Das Cover zu „Remember Me“ ist ansprechend, ließ mich aber zunächst an eine gewöhnliche Lovestory denken. Doch weit gefehlt, das Buch ist viel mehr als das und hat mich inhaltlich sehr überrascht, da es eher in Richtung eines Psycho-Thrillers ging. Ich habe somit eine sehr viel spannendere und komplexerer Geschichte vorgefunden, als ich erwartet hatte.

Bereits der Einstieg in das Buch mit dem Prolog war rätselhaft und aufregend, der Leser befindet sich direkt mitten im Geschehen. Die Hintergründe der Vorkommnisse bleiben zunächst im Dunkeln, so dass die Neugier des Leser geweckt wird und er sich erst nach und nach Lees Vergangenheit annähert. Diese wird insbesondere durch psychologisch durchdachte und sehr interessante Rückblenden während Lees Sitzungen bei Dr. Sherman langsam aufgedeckt. So lernt der Leser sie immer besser kennen und verstehen, mit jedem Besuch beim Psychiater kommt man näher an die Geschehnisse des Prologs heran und ich konnte diese Szenen kaum erwarten. Es hat sehr viel Spaß gemacht, häppchenweise Lees Vergangenheit zu erkunden und aufzuklären. Neben diesem Handlungsstrang in der Vergangenheit verläuft parallel die Gegenwart, in der Lee versucht ihr neues Leben zu regeln und sich in Garland verliebt. Die Entwicklung der Liebesgeschichte war passend und nachvollziehbar. Das Verwirrspiel zum Ende hin war so detailliert konstruiert, dass der Leser bis zum Schluss am Rätseln war, was nun Einbildung und was Realität ist und wer aus welchen Gründen was getan haben könnte – die Spannung war permanent hoch, hat sich aber in einem großen Showdown nochmals entladen und auch ein leichte Grusel ist auf mich als Leser übergesprungen.

Die Protagonistin Lee wurde sehr durchdacht konstruiert, ihr psychologisches Profil detailliert ausgearbeitet. Ihre Selbstzweifel, ihre Angststörung und ihr Gedankenkarussell wurden so authentisch dargelegt, dass sich der Leser gut in ihre Lage hineinversetzen konnte. Trotz ihrer schweren Vergangenheit besitzt Jubilee eine innere Stärke und Optimismus, weiter zu machen und ihr Leben eigenständig zu leben – eine sympathische, obwohl innerlich zerrissene Protagonistin. Aber auch die männlichen Protagonisten Brady und Garland werden dem Leser in ihrer Individualität gut nahe gebracht, auch wenn an beiden kleinere zweifelhafte Punkte bleiben, die den Leser zum Nachdenken anregen.

Mein Fazit: „Remember Me“ war eine große positive Überraschung für mich! Eine so psychologisch durchdachte, höchst interessante und wahnsinnig spannende Geschichte hätte ich hinter dem unscheinbaren Cover nicht erwartet und freue mich deshalb umso mehr, das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen zu können.

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Veröffentlicht am 09.09.2020

Mitreißend, authentisch und wahnsinnig spannend!

Schrei nach Rache
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An verschiedenen deutschen Flughäfen kommt es innerhalb kürzester Zeit zu mehreren Morden. Allen gemein ist ihre unglaubliche Brutalität, darüber hinaus kann das Team des LKA rund um die zuständige Ermittlerin ...

An verschiedenen deutschen Flughäfen kommt es innerhalb kürzester Zeit zu mehreren Morden. Allen gemein ist ihre unglaubliche Brutalität, darüber hinaus kann das Team des LKA rund um die zuständige Ermittlerin Nadine Adler keinerlei Verbindung oder Motiv feststellen. Um den Täter psychologisch besser einordnen zu können wendet sich das LKA an Falk Hagedorn, seines Zeichens ehemaliger Polizist und einer der besten Profiler des Landes. Eigentlich möchte der eigenbrötlerische Hagedorn nach vergangenen Vorfällen nichts mehr mit der Polizei zu tun haben, lässt sich aber doch überzeugen, eine Täteranalyse vorzunehmen. Doch dann ergibt sich mit einem neuen Mord auch eine neue Spur: Die an den Tatorten gefundenen Spuren lassen auf eine weibliche Täterin schließen! Und das genetische Material legt nahe, dass diese Frau Falk Hagedorn gut bekannt ist…

„Schrei nach Rache“ ist der zweite Band von Matthias Bürgels Thriller-Reihe rund um den knorrigen Profiler Falk Hagedorn, der sich aber problemlos ohne Kenntnis des ersten Bandes lesen lässt. Sämtliche Hintergrundinformationen aus dem ersten Band werden kurz und prägnant dargestellt, so dass der Leser über alle notwendigen Informationen zum Verständnis der Geschehnisse verfügt. Bereits das Cover von „Schrei nach Rache" wirkt gruselig und spannend - wir befinden uns auf einer Gangway ins Flugzeug, welche aber eher wie ein Gang ins Ungewisse und Böse wirkt. Ein sehr interessantes Cover, das in Verbindung mit dem aufregenden Titel sofort neugierig macht.

Ebenfalls meine Neugier geweckt hat Matthias Bürgel als Autor selbst: Er ist seit dreißig Jahren als Polizist und inzwischen als leitender Kriminalhauptkommissar tätig. Authentischer kann ein Autor gar nicht sein! Als Leser spürt man in jeder Zeile, dass hier jemand vom Fach schreibt, die polizeiliche Ermittlungsarbeit ist durchdacht und voller Fachwissen. Meine hohen Erwartungen an diesen Aspekt wurden mehr als erfüllt! Klasse, dass jemand, der täglich so eine wichtige Arbeit zu unserem Schutz leistet, auch noch „nebenher“ Thriller schreibt und somit etwas Realitätssinn in die häufig (v.a. im TV) überzogen dargestellte Arbeitsweise der Polizei bringt. Meine absolute Hochachtung!

„Schrei nach Rache“ ist somit nicht nur ein sehr realitätsnahes, sondern zudem wahnsinnig spannendes Buch geworden: Von der ersten Zeile an ist man als Leser gefesselt und fiebert mit. Die eher kurz gehaltenen Kapitel erhöhen zusätzlich das Lesetempo und die Spannungskurve wächst ins Unermessliche. Insgesamt ist der Aufbau des Buches sehr durchdacht gewählt, auch wenn man als Leser zunächst etwas verwirrt sein mag, da es verschiedene Handlungsstränge umfasst, die erst spät zusammenlaufen. Der Anfang kommt sehr plötzlich, man ist mitten im Geschehen und kann zunächst nicht einordnen, wo man sich befindet – dieser Prolog wird erst sehr viel später in der Geschichte wieder aufgegriffen. Es folgt eine Nebenhandlung mit Banküberfall, welche ich lange Zeit nicht greifen konnte und die bei mir irgendwann sogar in Vergessenheit geraten ist. Meiner Meinung nach hätte es diese Nebenhandlung nicht unbedingt gebraucht, sie hat aber am Ende doch noch einmal für zusätzliche Aufregung gesorgt: Der Showdown war hochdramatisch und hat mein Herz zum Rasen gebracht. Zwar war mir relativ früh klar, wer der Täter sein muss, aber erst beim Epilog konnten dann endgültig alle Zusammenhänge herstellt werden. Der Abschluss der Geschichte als Ganzes war dementsprechend schlüssig, auch wenn das erhoffte Happy End ausblieb.

Den Plot des Buches empfinde ich als sehr interessant, was psychische Krankheiten und Ausnahmesituationen in Menschen auslösen können ist immer wieder faszinierend. Auch zwischenmenschliche Beziehungen und seelische Abgründe wurden stimmig und nachvollziehbar dargestellt. Insgesamt hat Matthias Bürgel sein Buch in einem sehr anschaulichen, temporeichen Schreibstil verfasst: Es gibt sowohl brutale Szenen, als auch emotionale und traurige Aspekte. Als Leser konnte man dem Geschehen gut folgen und hatte klare Bilder vor Augen. Dies liegt sicherlich auch an den detailreichen Beschreibungen, welche auf eine aufwendige Hintergrundrecherche schließen lassen. Ebenfalls genossen habe ich das auftretende Lokalkolorit, was aber sicherlich auch an meinem persönlichen Bezug zu sämtlichen erwähnten Orten liegen mag.

Falk Hagedorn ist ein sehr spezieller Protagonist, den man aber trotz seiner eher mürrischen Art schnell zu schätzen lernt. Dass unter der harten Schale doch ein weicher Kern verborgen ist blitzt immer mal wieder durch und macht ihn sehr sympathisch. Er lässt sich von seiner Behinderung nicht unterkriegen und geht trotzdem mit großer Tatkraft und Selbstbewusstsein durchs Leben. Auch ist er fachlich ein absoluter Ermittlungsprofi, wenn auch kein einfacher Kollege. Auch die Nebenfiguren wie Bannert, Adler, Nita und Karina sind facettenreich ausgearbeitet und werden dem Leser authentisch nahe gebracht.

Fazit:
„Schrei nach Rache“ ist ein absoluter Pageturner! Hochspannend, dramatisch und aufregend ab Seite eins. Der Background des Autors gibt dem Buch ein Maximum an Authentizität. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der actionreiche, komplexe und gut durchdachte Thriller mag.

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Veröffentlicht am 15.08.2020

Spannung und Lovestory vor atemberaubender Naturkulisse

Dangerous Hearts – Mit dir gegen jede Gefahr
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Nikki hat eine enttäuschende Beziehung hinter sich und kehrt ihrem Heimatort den Rücken. Um zur Ruhe zu kommen jobbt sie über den Sommer im Besucherzentrum des Glacier National Parks in Montana und genießt ...

Nikki hat eine enttäuschende Beziehung hinter sich und kehrt ihrem Heimatort den Rücken. Um zur Ruhe zu kommen jobbt sie über den Sommer im Besucherzentrum des Glacier National Parks in Montana und genießt die wunderschöne Natur um sich herum. Eines Tages ergänzt ein neuer Ranger das Team und erweckt sofort Nikkis Aufmerksamkeit: Jared sieht gut aus, ist ein echter Naturbursche, hat aber auch eine verletzliche Seite – denn auch er lässt eine traurige Vergangenheit hinter sich. Viel Zeit, um sich näher zu kommen bleibt den beiden aber nicht, denn plötzlich treiben grausame Wilderer ihr Unwesen im Nationalpark. Auf deren Spur wird Jared beinahe angeschossen und allen im Team ist klar: Gefährliche Machenschaften werden im Park getrieben. Wird es den Rangern gelingen, diese aufzudecken?

„Dangerous Hearts – Mit dir gegen jede Gefahr“ ist der zweite Teil der „Dangerous Hearts“-Reihe der Autorin Romina Gold, der aber komplett unabhängig von Teil 1 lesbar und verständlich ist. Das Cover wirkt direkt ansprechend, nicht nur durch das abgebildete Paar, das meiner Vorstellung von Nikki und Jared sehr nahe kommt, sondern vor allem durch die wunderschöne Naturlandschaft, die durch den stürmischen Fluss am unteren Ende etwas bedrohlich wirkt. Hier wird bereits sehr gut die Grundstimmung und die beiden Handlungsstränge des Buches eingefangen: Zum einen Teil besteht es aus der Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten, zum anderen aus der fast schon kriminalistisch anmutenden Jagd nach den Wilderern. Beide Handlungsstränge wurden so perfekt ineinander integriert, dass keiner zu kurz kam und sich beide vielmehr sehr gut ergänzt haben.

Insgesamt war der Roman sehr atmosphärisch, das Setting im Glacier Nationalpark toll und außergewöhnlich gewählt. Da ich selbst schon einige Nationalparks in USA besucht habe, empfand ich die Atmosphäre, Darstellung der Ranger und deren Engagement für Tiere und Natur als sehr authentisch, konnte mir die beschriebenen Naturlandschaften sehr gut vorstellen und habe jede Leseminute genossen. Mir hat sehr gut an diesem Buch gefallen, dass der Leser nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Strukturen und Werte des National Park Service (NPS), die wichtige Arbeit der Ranger und die wunderbare Landschaft dieses bezaubernden Fleckchens Erde kennengelernt hat. Ich finde den NPS eine tolle und wichtige Institution und dementsprechend freut es mich sehr, dass wir im Buch so viel über ihre Lebens- und Arbeitsweise und die konkreten Aufgaben auf der Gradwanderung zwischen Natur-/Tierschutz und Tourismus mitbekommen. Toll, dass so lebensnah über so ein wichtiges Thema geschrieben wird!

Sowieso haben mir Ausdrucksweise und Schreibstil der Autorin sehr gut gefallen. Es gab zahlreiche humorvolle Momente, dann wieder liebevoll-zärtliche Szenen zwischen den Protagonisten sowie spannende Szenen, in denen ich die Luft angehalten habe. Die einzelnen Kapitel sind entweder aus Nikkis oder aus Jareds Sicht geschrieben, wobei letzterer größere Anteile hatte, was mir aber gut gefiel, da er viel im Nationalpark unterwegs ist und man als Leser so die Arbeit der Ranger hautnah miterlebt. Mit den Protagonisten auf die Jagd nach den Wilderern zu gehen hat die Spannung in die Höhe getrieben, gleichzeitig verfolgt man die Entwicklung der Gefühle zwischen den beiden. Hier muss ich leider kritisieren, dass mir das etwas zu schnell ging. Beide haben gerade erst große Enttäuschungen hinter sich, die noch nicht verarbeitet wurden, öffnen sich aber gleichzeitig extrem schnell jemand Fremden und gehen eine Beziehung ein. Das hat für mich nicht wirklich zusammengepasst. Ich hätte mir auch eine etwas emotionalere Beschreibung der Gefühle der beiden füreinander gewünscht. Das gemeinsame Engagement für den Naturschutz hat die beiden zusammengeschweißt und so hat man als Leser permanent mitgerätselt und zahlreiche Verdächtigungen darüber angestellt, wer in die kriminellen Geschehnisse rund um den Glacier NP verwickelt sein könnte. Der Showdown am Ende hat mich überrascht, da nichts so war, wie es zunächst schien – ein absoluter Mega-Twist, den ich niemals hätte kommen sehen! Eine bittersüße Auflösung der Geschichte, aber ein Happy End für Jared und Nikki, die im wunderschönen Epilog in ihre gemeinsame Zukunft starten.

An den Charakteren hat mir insbesondere deren Einstellung gut gefallen. Jared ist ein absoluter Traummann, er ist sensibel, mutig und absolut integer. Nikki hingegen ist etwas blass geblieben, hat sich teilweise widersprochen und erschien mir in vielen Punkten etwas zu naiv. Super fand ich die Park Crew und den starken Zusammenhalt dieses fast ausnahmslos sympathischen Teams.

Mein Fazit: Ein Buch, in dem Spannung und Liebe gut ausgeglichen sind und in einem wunderschönen Setting spielt, das sofort Lust auf die nächste USA-Reise macht!

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