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Veröffentlicht am 06.01.2021

Erfrischend anders

Leichenblume
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„Leichenblume“ von Anne Mette Hancock ist der erste Fall einer neuen Thriller-Reihe um die Journalistin Heloise Kaldan und den Kommissar Erik Schäfer.
Wir begegnen Anna Kiel. Sie soll 2015 in Kopenhagen ...

„Leichenblume“ von Anne Mette Hancock ist der erste Fall einer neuen Thriller-Reihe um die Journalistin Heloise Kaldan und den Kommissar Erik Schäfer.
Wir begegnen Anna Kiel. Sie soll 2015 in Kopenhagen einen Anwalt ermordet haben. Jetzt lebt sie in Südfrankreich. Zufällig wird sie dort gesehen und fotografiert. Kommissar Schäfer, der schon damals ermittelt hatte, rollt den Fall neu auf.
In einem anderen Handlungsstrang lernen wir Heloise kennen. Sie steht beruflich und privat vor dem Aus, als sie einen mysteriösen Brief bekommt. Stammt der tatsächlich von Anna? Ein weiterer Mord geschieht. Wo ist die Verbindung?
Harter Stoff! Nichts für Zartbesaitete. Denn es geht um Vergewaltiger und Pädophile - und ein traumatisiertes Opfer. Spannend, keine Frage. Auch die Sprache hat mir gut gefallen. Frisch und lebendig. Kaum zu glauben, dass es sich um einen Debütroman handelt.
Sehr gut angelegte Figuren, eine komplexe Story und immer wieder neue Wendungen sowie konstante Spannung machen den Krimi zu einem Pageturner. Nichts ist wie es scheint. Heloise ist mir sofort ans Herz gewachsen, auch, wenn sie mit den Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen hat. Erik Schäfer kommt ebenfalls sympathisch rüber, sehr authentisch und geerdet.
Und so freue ich mich schon heute auf den zweiten Fall für Heloise Kaldan und Erik Schäfer, Narbenherz, der am 28. Juli 2021 erscheinen soll.

Fazit: Spannender Auftakt einer neuen Thriller-Reihe, die in Kopenhagen verortet ist. Aber auch ein Plädoyer für Selbstjustiz.

Veröffentlicht am 05.01.2021

Das letzte Leben

Der andere Sohn
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Die haben es einfach drauf, die Schweden. „Der andere Sohn“ von Mohlin & Nyström ist ein spannender Krimi um einen ehemaligen FBI-Agenten, der im Zeugenschutzprogramm einen Cold Case in Schweden bearbeitet.
Als ...


Die haben es einfach drauf, die Schweden. „Der andere Sohn“ von Mohlin & Nyström ist ein spannender Krimi um einen ehemaligen FBI-Agenten, der im Zeugenschutzprogramm einen Cold Case in Schweden bearbeitet.
Als sich John Adderley aus Baltimore nach einem traumatischen Erlebnis eine neue Identität zulegen muss, steht fest: Er will nach Schweden. Zurück zu seinen Wurzeln. Denn sein Halbbruder Billy braucht dringend seine Hilfe.
Vor zehn Jahren ist im schwedischen Karlstad die junge Emelie spurlos verschwunden. Ihre Leiche wurde nie gefunden. Den einzigen Verdächtigen, Billy, musste man laufen lassen. Nun wird der Cold Case neu aufgerollt.
Peter Mohlin und Peter Nyström haben in ihrem Krimi-Debüt eine wirklich interessante Figur geschaffen, die auf mehreren Ebenen überzeugt. Denn John Adderley verbeißt sich in den Fall. Es geht ihm um die Wahrheit. Aber er leidet auch unter Panikattacken, wodurch er nicht nur sich, sondern auch andere in tödliche Gefahr bringt.
Eine komplexe Geschichte, die den Leser fordert, allerdings nicht auf unangenehme oder anstrengende Weise. „Der andere Sohn“ ist zweifellos ein Krimi, welcher einige Überraschungen bereithält, die ich so nicht erwartet hätte.
Wie so oft, finde ich den Originaltitel „Det sista livet“ (= Das letzte Leben) besser, weil passender. Aber das erschließt sich dem Leser erst viel später. Die Geschichte endet mit einem fiesen Cliffhanger, so dass die Reihe sicher weitergeht.

Fazit: Ein wirklich guter Krimi. Aber ein Polizist, der trotz Panikattacken in einem Cold Case ermittelt? Glaubwürdig ist das nicht.

Veröffentlicht am 13.12.2020

Ein Labyrinth aus Lügen und Gewalt, aus Liebe und Rache

Der Bruder
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Ich bin ein Katzenbach-Fan der 1. Stunde. Besonders seine Bücher mit Dr. Frederick Starks haben mich begeistert. Und auch „Der Bruder“ hat mich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Für die junge Architektur-Studentin ...


Ich bin ein Katzenbach-Fan der 1. Stunde. Besonders seine Bücher mit Dr. Frederick Starks haben mich begeistert. Und auch „Der Bruder“ hat mich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Für die junge Architektur-Studentin Sloane ist es ein schwerer Schlag, als ihre Mutter Maeve spurlos verschwindet. Die Polizei geht von einem Suizid aus. Allerdings wird ihre Leiche nie gefunden.
Zur selben Zeit erhält Sloane über einen Anwalt ein lukratives Angebot: Ein Mann, der anonym bleiben will, möchte, dass Sloane Denkmäler für sechs Personen, die in seinem Leben eine wichtige Rolle gespielt haben, entwirft. Sloane nimmt den Auftrag an.
Alle sechs wurden offenbar ermordet. Wo ist die Verbindung? Und warum heißt das Buch „Der Bruder“? Nichts ist, wie es scheint…
Dem starken Anfang folgt ein schwächerer Mittelteil. Die Idee ist gut, aber die Geschichte wird schnell langatmig und weitschweifig. Das geht etwas zu Lasten der Spannung. Das Buch gliedert sich in drei Teile. Ab Teil 2 hat mich die Geschichte dann doch noch gepackt!
Gefallen haben mir die kursiv gedruckten Abschnitte. So bekommen wir Einblick in Sloanes Gedanken und Gefühle. Sloan ist mir sympathisch. Auch der Titel ist gut gewählt. 200 Seiten weniger hätten dem Buch gutgetan. Das Ende hätte ich mir anders gewünscht, aber das Leben ist kein Wunschkonzert.

Fazit: Alles in allem hat mir „Der Bruder“ gut gefallen. Nicht der beste Katzenbach, aber im oberen Drittel würde ich sagen.

Veröffentlicht am 30.11.2020

Blutig und brutal

Der Spiegelmann
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„Der Spiegelmann“ von Lars Kepler ist bereits der achte Fall für Joona „Superstar“ Linna. Um es gleich zu sagen, ich war mehrmals kurz davor, das Buch abzubrechen: Jede Menge Gewalt und Tod. Immer wieder ...

„Der Spiegelmann“ von Lars Kepler ist bereits der achte Fall für Joona „Superstar“ Linna. Um es gleich zu sagen, ich war mehrmals kurz davor, das Buch abzubrechen: Jede Menge Gewalt und Tod. Immer wieder sollen Beine oder Füße abgesägt werden und Schlimmeres...

Jenny, eine 16-jährige Schülerin, verschwindet auf dem Heimweg spurlos. Fünf Jahre später wird sie auf einem Spielplatz, mitten in Stockholm, ermordet aufgefunden. Das Mädchen ist wahrscheinlich nicht das einzige Opfer. Denn in einem weiteren Handlungsstrang lernen wir Pamela und Martin kennen. Ihre Tochter Alice verschwindet bei einem Angelausflug mit ihrem Vater.

Wie sich herausstellt, war Martin auch am Tatort, als Jenny starb. Aber er kann sich nicht erinnern. Und so bittet Joona den Hypnotiseur Erik Maria Bark um Hilfe...

Lars Kepler ist das Pseudonym des schwedischen Autorenpaares Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril. „Lars“ verstehen sie als Hommage an Stieg Larsson, „Kepler“ erinnert an den Astronomen, der das europäische Weltbild erschütterte.

Lars Kepler hat seinen neuen Thriller wieder packend in Szene gesetzt. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Spannend, keine Frage. Aber auch blutig und brutal - und viel „schmückendes“ Beiwerk. Ab und zu finden sich Verknüpfungen zu den Vorgängertiteln.

Über das Wiedersehen mit Joona habe ich mich gefreut. Joona Linna ist Finnlandschwede und einer der besten Ermittler Schwedens, der auch vor unkonventionellen Methoden nicht zurückschreckt. Zudem sieht er auch noch verdammt gut aus: diese eisgrauen Augen!

Typisch für Schwedenkrimis, auch mit Gesellschaftskritik sparen die Autoren nicht: Es geht um (sexuelle) Gewalt gegen Frauen. Bisschen konstruiert finde ich die Geschichte schon. Aber am Ende ist alles stimmig aufgelöst. Auch der Titel erklärt sich zu guter Letzt.

Fazit: Packender Pageturner. Weiter so!

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Veröffentlicht am 19.11.2020

Fesselnd und wendungsreich

Ohne Schuld
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Nach langer Zeit, habe ich mir mal wieder ein Buch von Charlotte Link gegönnt und wurde nicht enttäuscht.
Eine Frau wird im Zug von einem Fremden mit Pistole verfolgt. Tage später stürzt eine Lehrerin ...


Nach langer Zeit, habe ich mir mal wieder ein Buch von Charlotte Link gegönnt und wurde nicht enttäuscht.
Eine Frau wird im Zug von einem Fremden mit Pistole verfolgt. Tage später stürzt eine Lehrerin über einen quer zum Weg gespanntes Drahtseil, dann wird auf sie geschossen. Die Waffe ist identisch.

Fazit: Mit „Ohne Schuld“ hat Frau Link mal wieder einen gut konstruierten und kurzweiligen Kriminalroman geschaffen.