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Veröffentlicht am 03.03.2017

Italienische Küche für Anfänger und Könner

Simply Pasta, Pizza & Co.
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Kochbücher sind eine Leidenschaft von mir. Es ist unbeschreiblich, welche Unterschiede es da in der Qualität der Bücher (sowohl von der Verarbeitung, dem Material als auch der Rezepte) gibt. Julian Kutos ...

Kochbücher sind eine Leidenschaft von mir. Es ist unbeschreiblich, welche Unterschiede es da in der Qualität der Bücher (sowohl von der Verarbeitung, dem Material als auch der Rezepte) gibt. Julian Kutos hat mit dem Löwenzahn-Verlag ein tolles Vorzeigeexemplar geschaffen.

Hier finden sich vorab Tipps und Tricks und reichlich Infos rund um das Kochen, die italienische Küche, die Grundausstattung (an Utensilien und Zutaten), Geschmack und Gewürzen, Schnitttechnik und zum Essen passenden Getränken. Danach kommen Grundrezepte, Aperitivo, Pasta und Pizza & Co. Am Ende findet der Leser eine Auflistung der wichtigsten Kochbegriffe inklusive der „Übersetzung“ österreichischer Ausdrücke, Glossar, Bezugsquellen, Menüvorschläge (besonders interessant für Unentschlossene, unterteilt in diverse Kategorien), ein alphabetisches Rezeptregister und weitere Infos zu Julian Kutos.

Die Rezepte selbst sind sehr schön aufgebaut, wenn auch die Schriftgröße etwas klein ausgefallen ist. Die Zutatenlisten stehen links von der Zubereitungsanleitung. Auch Zeitangaben finden sich ganz oben über den Rezepten. Immer wieder finden sich zusätzliche Tipps, die in roter Schrift hervorgehoben sind. Zu jedem Gericht gibt es mindestens ein aussagekräftiges Foto, sehr oft auch Schritt-für-Schritt-Bilder – ich liebe es! Auch Fotos von Julian Kutos gibt es immer wieder mal. Oft können solche Bilder einen Eindruck von Arroganz erzeugen, doch dieser Koch ist super sympathisch und strahlt das auf den Fotos auch aus. Da fühlt man sich doch gleich in guten Händen!

Manche Zutaten sind etwas spezieller, doch im Allgemeinen kommen die Rezepte mit leicht erhältlichen und im normalen, gut sortierten Supermarkt zu findenden Zutaten aus. Allerdings ist Julian Kutos ein Fan des Fleur de Sel, das recht hochpreisig ist und über das sich bekannte Köche und Küchenchefs doch gern mal streiten. Macht aber nichts, alle Gerichte lassen sich auch mit normalem Salz (da hat ja jeder seinen eigenen Favoriten) zubereiten.

Wichtig ist: Die Rezepte sind für 4 Portionen ausgelegt, allerdings muss man dabei beachten, dass dabei bedacht ist, dass die Italiener im Allgemeinen mehrere Gänge zu sich nehmen und deshalb die Portionen etwas kleiner ausfallen. Hier ist es dann ratsam, die Mengen entsprechend anzupassen, wenn man einzelne Gerichte als alleinige Hauptspeise plant. Angaben zu den Kalorien finden sich keine – und das ist, wenn man die Zutaten betrachtet, auch besser so! Hier soll man genießen und nicht rechnen!

Das Lesebändchen wird viele erfreuen – mich ebenfalls. Dennoch markiere ich meine Lieblingsrezepte immer auch mit Pagemarkern, um sie schnell wieder zu finden. Das zuletzt zubereitete Gericht bekommt die zusätzliche Markierung mit dem Lesebändchen.

Die Bandbreite der Rezepte ist gut gewählt. Es findet sich für alle etwas – auch Vegetarier und Veganer kommen zum Zuge. Auch wenn man nicht alle Rezepte mag, liefert der Autor hier sehr viele gute Tipps und Tricks und hilft bei der Planung eines „italienischen Abends“ oder einfach für ein wenig Abwechslung auf dem Tisch. Alles, was ich ausprobiert habe, hat geklappt und geschmeckt. Besonders glücklich bin ich über den Pizzateig, der wunderbar geschmeidig ist und – vor allem im Backofen mit Pizzabackstein gebacken – so manche Pizzeria blass aussehen lässt. „Simply“ ist hier Programm: alles ist einfach und komplikationslos machbar.

Ich bin begeistert und gebe diesem Kochbuch einen Ehrenplatz in meiner Sammlung – und natürlich auch die vollen fünf Sterne!

Veröffentlicht am 25.02.2017

Wer ist Eric?

Schroders Schweigen
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Eric darf seine Tochter nur selten sehen und so gut wie nie alleine. So kommt es, dass ein Ausflug von Eric und Meadow ungeplant zu einer Entführung wird. Die Reise der beiden ist für Vater und Tochter ...

Eric darf seine Tochter nur selten sehen und so gut wie nie alleine. So kommt es, dass ein Ausflug von Eric und Meadow ungeplant zu einer Entführung wird. Die Reise der beiden ist für Vater und Tochter die schönste Zeit ihres Lebens, doch dann hat Meadow einen Asthmaanfall, aber keinen Inhalator mehr …

Die Geschichte erzählt Eric Kennedy – es ist eine Art Brief und Erklärung an das Gericht und seine Exfrau. Amity Gaige hat es geschafft, dass die absurdesten Aktionen einen Sinn bekommen und Fehlentscheidungen die volle Einverständnis des Zuhörers bekommen, obwohl man weiß, dass man Eric nicht unterstützen sollte. Dennoch ist in Erics Leben so viel schief gelaufen, dass er die Hilfe seiner Exfrau dringend benötigt hätte, ihr Verständnis und die Erlaubnis, die über alles geliebte Tochter viel öfter sehen zu dürfen. Die Entwicklung verschuldet somit auch Meadows Mutter zu weiten Teilen.

In allem, was Eric macht, steckt sehr viel Liebe. Auch wenn er selbst weiß, dass er falsch handelt und in seiner Kindheit und Jugend der Ausgangspunkt seiner jetzigen Situation liegt, versucht er verzweifelt, dem Gericht und seiner Frau – und somit dann auch seiner Tochter, wenn sie erwachsen ist – zu erklären, wieso er so und nicht anders handeln musste und konnte. Sein Anwalt hofft, dass er so die Strafe mildern kann. Eric Kennedy schreibt (spricht) und erklärt, warum Erik Schroder als Kind mit seinem Vater aus der DDR in die USA geflohen ist, seinen Nachnamen geändert hat, um es leichter zu haben, sich deshalb auch eine neue Identität erfunden hat und so lange geschwiegen hat.

Das Buch besticht durch eine Spannung, die ganz ohne Blut und Kriminalität (wenn man von dem ausufernden Ausflug mal absieht) auskommt. Zumindest in Bezug auf Kapitalverbrechen. Man kann kaum aufhören, will mehr und mehr erfahren und staunt, wie schnell man ans Ende kommt. Und dann … möchte man Eric und Meadow zurück, möchte weiter mit den beiden durch Amerika reisen und endlos Ferien machen. Ich jedenfalls kann mich sehr gut in Eric versetzen und ihn verstehen.

Es ist schade, dass dieses (Hör-)Buch in Deutschland so wenig beachtet wird, keine Werbetrommel gerührt wird und man als Leser/Hörer es zufällig entdecken muss. Trennungen – egal ob nun durch Mauern oder Scheidungen – haben immer Folgen. Und die sollte man niemals vergessen.

Hans-Werner Meyer hat dieses wunderbare Buch einfach perfekt eingelesen. Er hat niemals Frauenstimmen übertrieben dargestellt und auch Meadows Sätzen nicht zu viel Kindlichkeit gegeben, sondern einfach erzählt, was in seinen Augen zu all dem geführt hat. Dabei hat er sehr viel Wärme in der Stimme und lässt dem Zuhörer keinen Zweifel, wie sehr der Vater die Tochter liebt, wie sehr er sie glücklich wissen möchte. Perfekter hätte man den Sprecher gar nicht wählen können.

Für mich ein wunderbares Buch, das tief unter die Haut geht und sehr lange nachhallt. Gerne gebe ich die vollen fünf Sterne.

Veröffentlicht am 25.02.2017

Bürgermeister und Konzerne

Erwin, Enten, Präsidenten
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Alle fünf Jahre wird in Versloh der Bürgermeister gewählt. Und immer wird Fritzwalter Kleinebregenträger wiedergewählt. Nicht, dass er so beliebt wäre, aber es gab schlicht nie einen Gegenkandidaten. Doch ...

Alle fünf Jahre wird in Versloh der Bürgermeister gewählt. Und immer wird Fritzwalter Kleinebregenträger wiedergewählt. Nicht, dass er so beliebt wäre, aber es gab schlicht nie einen Gegenkandidaten. Doch kurz vor der Wahl liegt Kleinebregenträger tot am Wegesrand, mit dem Kopf im Bach. Lina, Erwins große Liebe (natürlich neben den Enten) lässt sich aufstellen und kommt damit einigen Leuten in die Quere. Als dann auch noch Erwin von den Enten an immer mehr Stellen geführt wird, die mit dem Vorfall zusammenhängen, gerät dieser in die Schusslinie und Lina muss notgedrungen von der Wahl zurücktreten. Doch Erwin wächst über sich hinaus und zeigt ganz Bramschebeck und Pogge, wozu ein vermeintlicher Dorftrottel mit Gummistiefeln in der Lage ist …

Es ist nun der vierte Band mit Erwin und den Enten und es ist sehr schön, wie sich die Charaktere entwickelt haben. Kein Stillstand, der zu Langeweile führt, sondern eine stete und nicht zu abrupte Weiterentwicklung – so macht das Spaß.

Der Stil ist hier, wie in den Bänden zuvor, wunderbar humorvoll, mit einer Spur Ironie, Sarkasmus, Zynismus und ganz viel Satire. So lustig das ist, steckt doch ein wahrer Kern in allem. Wir vorverurteilen Menschen gern nach ihrem Äußeren, halten gern andere für dümmer als uns selbst. Dass dies ein großer Fehler ist, erkennt man in jedem der Erwin-Bücher, aber ganz besonders in diesem.

Dabei verliert Thomas Krüger aber den Krimi-Teil nicht aus den Augen. Er hat eine tolle Story konstruiert, die mit einigen erfrischenden Wendungen daherkommt. Noch dazu ist die Geschichte gar nicht so abwegig und durchaus genauso möglich – mit allen Komponenten. Besonders die Sache mit „Zahloma“ ist gut gemacht und steckt den Finger tief in eine Wunde (ich bin ja mal gespannt, ob das irgendwelche Folgen haben wird). Super gut gemacht! Ich werde „Zahloma“ auch tatsächlich in meinen Wortschatz übernehmen! So gut!

Nicht nur Erwin, auch alle anderen Charaktere sind super gut aufgebaut und echte Originale. Mit wenigen Worten zeichnet Thomas Krüger die kompletten Lebensgeschichten dieser Figuren, die der Leser dann ausfüllen kann. Wohl jeder Leser kann eine ganze Reihe der Figuren in seinem Umfeld finden. Wunderbar, wie der Autor beobachtet und das dann in seinen Büchern ausspielt.

Die Macken und Vorlieben von Erwin sind einfach entzückend. Sicher ist es verständlich, dass Außenstehende das auffällig finden, doch man muss nur ein klein wenig näher hinsehen, um das Seltsame als etwas Wunderbares zu erkennen. Und die Welt wäre mit ein paar mehr Erwins wirklich schöner und besser!

Die einzelnen Bände lassen sich auch sehr gut unabhängig voneinander lesen. Es gibt hin und wieder Anspielungen auf die anderen Bände, doch kann man alles gut verstehen, ohne sie zuvor gelesen zu haben. Allerdings verpasst man dann die Entwicklung, die die Dörfer und die Bewohner, besonders aber Erwin und die Enten, durchleben.

Dieser Band sticht aus der Reihe deutlich hervor und ich bin gespannt, ob und wie es nun weiterdgeht. Fest steht jedenfalls, dass sich der Spaß noch nicht abgenutzt hat und ich mich auf weitere Kriminalfälle mit Erwin sehr freue! Für den Lesespaß, den ich auch diesmal wieder hatte, gebe ich natürlich die vollen fünf Sterne.

Veröffentlicht am 22.02.2017

Vegetarisch und echt lecker

Mia liebt Pasta
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In diesem Buch findet man keine klassischen Rezepte wie Spaghetti à la Carbonara, Spaghetti Bolognese oder Cannelloni oder Lasagne mit Hackfleisch. Das liegt mit daran, dass man sie im Allgemeinen schon ...

In diesem Buch findet man keine klassischen Rezepte wie Spaghetti à la Carbonara, Spaghetti Bolognese oder Cannelloni oder Lasagne mit Hackfleisch. Das liegt mit daran, dass man sie im Allgemeinen schon kennt oder in anderen Büchern findet, aber auch daran, dass die Autorin Vegetarierin ist. Dafür stellt uns Mia interessante, neue fleischlose Nudelgerichte vor. Ihre Version von Bolognese, Cannelloni und Lasagne sind überraschend, aber absolut lecker. Dennoch sollte eventuell doch auch am Titel gleich erkennbar sein, dass alle Rezepte fleischlos sind.

Für einige der Rezepte benötigt man Zutaten, die man vermutlich nicht unbedingt zu Hause hat. Je nachdem, wie oft man diese Gerichte kochen möchte (oder die Zutaten für andere Gerichte brauchen könnte), lohnt sich der Kauf von Safranfäden, speziellen Ölen (Sesamöl, Erdnussöl, Kokosöl), Chipotle-Sauce, gelber Currypaste, Tamarindenpaste, Harissa-Gewürz und anderen Zutaten. Ansonsten macht man eben eins der Gerichte, die ohne diese Produkte auskommen.

Nach den kurzen Kapiteln Ich liebe Pasta, Das Handwerkszeug und Pastaformen geht es mit den Rezepten weiter. Diese sind unterteilt in: Grundrezepte, Gekocht, Gefüllt, Gebacken, Gekühlt und Gesüßt. Nach der Danksagung kommt noch ein Register, das ein schnelles Finden der Rezepte ermöglicht. Die Schriftgröße ist ganz okay. Wäre die Überschrift nicht bei jedem Rezept so wuchtig groß, hätte die restliche Schrift ein, zwei Punkte größer ausfallen können. Nach der Überschrift gibt es ein paar Zeilen von Mia, die ein wenig von ihr und dem Gericht erzählen. Dann folgt die Zutatenliste mit Angabe für die Portionenanzahl und daneben eine gut verständliche und einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung. Manche der Rezepte haben noch einen in roter Schrift gehaltenen und unter die Anleitung gestellten Tipp. Zu allen Gerichten gibt es ein ganzseitiges Foto, das unverfälscht die Ergebnisse zeigt. Das mag ich sehr: echte Lebensmittel, kein „Foto-Food“!

Ob nun mit selbstgemachten Nudeln oder fertiger Pasta, die Rezepte sind abwechslungsreich und lecker. Je nach Zeit und Lust – und Können – macht man die Pasta auch mal selbst, ansonsten verwendet man eben die fertigen Nudeln der Lieblingsmarke. Aber ein Erlebnis sind frische, selbstgemachte Nudeln auf alle Fälle! Zudem hat Mia auch ein Rezept für glutenfreie Nudeln entwickelt, sodass auch Allergiker die Rezepte umsetzen können.

Unser Liebling ist die Pasta-Torte geworden. Sie sieht toll aus und schmeckt lecker – sogar mein Mann hat da kein Fleisch vermisst. Nach diesen Rezepten zu kochen macht echt Spaß, denn sie gelingen genauso, wie sie abgebildet sind. Natürlich habe ich längst noch nicht alles nachgekocht, aber das wird vermutlich auch nie passieren. Dennoch sind hier einige neue Gerichte für unser Repertoire enthalten. Das gibt ganz klar die vollen fünf Sterne!

Veröffentlicht am 13.02.2017

Gibt es eine zweite Chance?

Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit
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Zoe hat drei Jahre Jugendarrest hinter sich. Sie ist als Mörderin verurteilt, weil alle Insassen des Wagens, den sie gefahren ist, bei einem Unfall gestorben sind. Zoe war zwar betrunken, doch niemand ...

Zoe hat drei Jahre Jugendarrest hinter sich. Sie ist als Mörderin verurteilt, weil alle Insassen des Wagens, den sie gefahren ist, bei einem Unfall gestorben sind. Zoe war zwar betrunken, doch niemand glaubt ihr, dass man ihr den Alkohol untergejubelt hatte. Jetzt versuchen sie und ihre Mutter, ein neues Leben aufzubauen. Deshalb darf ihr Stiefvater nie erfahren, was damals geschehen ist. Doch Zoe ist eine begnadete Pianistin und bei einem sehr wichtigen Auftritt platzt der Vater eines der Opfer in die Vorstellung. Wenige Stunden später ist Zoes Mutter tot …

Das Buch beginnt mit einem Zeitungsbericht über den Unfall. Das ist eine sehr schöne Idee und zieht den Leser automatisch in die Story hinein, macht diese noch realitätsechter. Gilly MacMillan lässt mehrere der Beteiligten die Story kapitelweise aus ihrer Sicht erzählen. So bildet sich ein Gesamtbild für den Leser, das mehr zeigt, als es ein einzelner Erzähler könnte, denn so kommt mehr Wissen zusammen, auch mehr Spannung, denn jeder in diesem Thriller hat sein eigenes Geheimnis.

Anfangs kommen noch Zeitsprünge hinzu, damit der Leser von Zoes Vergangenheit erfahren kann, was relevant ist. Auch wenn man von Anfang an weiß, dass Zoe eine verurteilte Mörderin ist und ihre Mutter im Verlauf des Buches den Tod findet, steckt in jeder Seite enorm viel Spannung. Sympathien und Antipathien wechseln sich ab, man kommt gar nicht zur Ruhe. Kaum ein Charakter gerät nicht in Verdacht, immer wieder entwickelt man neue Theorien.

Die Ungerechtigkeit Zoe gegenüber hat mich das ganze Buch über gequält. Dass jeder im Leben sein Päckchen zu tragen hat und die Autorin dies in diesem Buch auch immer wieder zeigt, war eines der Hauptthemen und hat mich gleichermaßen belastet und gefesselt. Durch die relativ kurzen Kapitel, die sehr gut dosiert sind, kam nie Langeweile auf. Die einzelnen Personen sind jeweils sehr gut gezeichnet und lassen sich entsprechend gut auseinanderhalten. Es gibt auch nicht zu viele Figuren, sodass man nicht durcheinanderkommt und auch nicht nach einem Personenregister lechzt. In all der Spannung, die nicht plump, sondern sehr subtil und dadurch für mich noch wirkungsvoller ist, bleibt noch immer viel Raum für die Gefühle der Charaktere. Ängste, Sorgen, Wünsche, Probleme – alles wurde sehr stimmig in den Thriller eingebaut, sodass es unglaublich echt wirkt.

Ein weiteres Highlight im Buch ist das Drehbuch, das Zoes Stiefbruder Lucas geschrieben hat. Es bildet sowohl eine Art Bindeglied, als auch einen zusätzlichen Spannungsfaktor.

Die Wende am Ende kommt unerwartet und war zunächst ein Schock, dann aber habe ich mich damit angefreundet und bin über mich selbst erstaunt.

Ein einziger Faktor an der Geschichte stört mich ein wenig. Das liegt aber einzig und allein an meinem Gerechtigkeitssinn. Deshalb kann ich dafür auch keinen Sterneabzug berechnen. Vor allem aber auch, weil auf andere Art und Weise die Gerechtigkeit alles ausgleicht.

Fazit: ich habe dieses Buch komplett von Anfang bis Ende genossen und kann es allen wärmstens empfehlen, die wie ich den subtilen Thrill dem blutigen bevorzugen. Von mir gibt es jedenfalls die vollen fünf Sterne.