Ich war die falsche Lesergruppe
Die Vermessung der WeltFreiwillig hätte ich mich für das Buch nicht entschieden, da weder Cover noch Klappentext meine Aufmerksamkeit besonders wecken. Als Schullektüre ist "die Vermessung der Welt" aber eine gute Idee, denn ...
Freiwillig hätte ich mich für das Buch nicht entschieden, da weder Cover noch Klappentext meine Aufmerksamkeit besonders wecken. Als Schullektüre ist "die Vermessung der Welt" aber eine gute Idee, denn der Schreibstil ist erfrischend und humorvoll, auch erfährt man durch die Geschichte viele Fakten zu Gauß und Humboldt, wichtige deutsche Persönlichkeiten.
Im Laufe des Buches begegnen die zwei Männer sich, nachdem jeder von ihnen sein eigenes Abenteuer erlebt hat. Gauß arbeitete überwiegend vom Schreibtisch aus, während Humboldt mit Bonpland um die Welt reiste und Berge etc. vermaß. In abwechselnden Kapiteln wird erst über den einen, dann über den anderen erzählt. Meistens endet ein Kapitel genau dann, wenn es gerade spannend wird und man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.
Im Buch kommen auch weitere Charaktere vor, darunter Eugen, der Sohn von Gauß oder auch Wilhelm, Humboldts Bruder. Besonders ausführlich wird ihr Leben allerdings nicht beleuchtet, das stört beim Lesen aber nicht. Fehlendes Hintergrundwissen allerdings war mir ab und an ein Hindernis, weil ich dann auch eine Pointe nicht nachvollziehen kann, wenn mir zum Beispiel der physikalische oder mathematische Hintergrund fehlt. Über manche Witze muss man auch erst länger nachdenken.
Als total spannend würde ich das Buch aber nicht beschreiben. Es ist leicht, man kann es lesen, eine softe Thematik, vemrutlich mit dem Ziel, auf spielerische Weise zu informieren und zu bilden. Aber für mich nicht spannend. Ich bin vielleicht die falsche Lesergruppe, aber die Biografien der beiden historischen Persönlichkeiten war jetzt nicht mein persönliches Highlight.
Ein Grund dafür war, dass ich nicht wirklich Zugang zu den Charakteren gefunden habe. Sie schienen mir eher flach gestaltet zu sein bzw. wurde immer nur eine Seite besonders betont, zum Beispiel wurde Humboldt stets als rhetorisch unbegabt dargestellt und als wäre er nicht sehr gut in zwischenmenschlicher Kommunikation. Da haben mir die Facetten gefehlt, Potenzial wäre ja da.
Daniel Kehlmann schreibt allerdings sehr interessant, ich könnte mir vorstellen, in Zukunft noch mehr von ihm zu lesen. Eine gute Abwechslung zum überaus fiktionalen Alltag in anderen Büchern, hier hat man immer im Hinterkopf, dass es teils die wahre Begebenheit von realen Personen ist. Zudem konnte ich mir viel Wissen aneignen.