Profilbild von tigerbea

tigerbea

Lesejury Star
offline

tigerbea ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tigerbea über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2017

Spannend

Kathrinatag
0

Die 17jährige Judith feiert mit ihren Freunden den traditionellen Kathrinatag in dem kleinen Dörfchen Au. Ein Freund fährt sie angeblich nach Hause. Doch wie sich später herausstellt, geht sie einen Teil ...

Die 17jährige Judith feiert mit ihren Freunden den traditionellen Kathrinatag in dem kleinen Dörfchen Au. Ein Freund fährt sie angeblich nach Hause. Doch wie sich später herausstellt, geht sie einen Teil des Weges auf einer schmalen, kurvigen Bergstraße mitten durch den Wald alleine zu Fuß und wird lebensgefährlich angefahren. Der Zeitungsbote des Dorfes findet sie schwerverletzt am anderen Morgen. Der Kripobeamte Waldinger muß nun in seinem Heimatdorf und zwischen seinen Bekannten und Freunden ermitteln. Erschwerend kommt hinzu, daß die Dorfgemeinschaft zusammenhält, denn: so etwas tut nur ein Auswärtiger!

"Kathrinatag" ist ein besonderer Krimi, denn hier geht es beschaulich zu! Dies Buch kommt ohne Schockeffekte, brutale Morde und viel Blutvergießen aus. Und trotzdem ist es hier sehr spannend! Denn schon alleine durch die Verschwiegenheit der Dorfgemeinschaft und den Konflikt Waldingers, seine Freunde und Bekannte genauso zu verdächtigen, als wenn es Fremde wären, kommt hier eine unterschwellige Spannung auf, die man in anderen Büchern so nicht findet. Die einzelnen Charakter sind dorftypisch dargestellt, sie sind absolut eigentümlich, zum Teil sympathisch, zum Teil sofort unsympathisch und haben alle ihre Ecken und Kanten, die sie zu etwas besonderem machen. Der Text ist fließend und einfühlsam geschrieben, so daß man die inneren Konflikte Waldingers während seiner Ermittlungen sehr gut nachvollziehen kann.

Ein Krimi der besonderen Art!

Veröffentlicht am 27.02.2017

Unbedingt lesen

Hostienfrevel
0

Im Jahre 1415 wird im Freiburger Münster ein Kreuzbruder erschlagen, am Altar werden mit Tierblut entweihte Hostien aufgefunden. Es wird schnell ein Schuldiger gefunden. Menzel, der jüdische Schuster. ...

Im Jahre 1415 wird im Freiburger Münster ein Kreuzbruder erschlagen, am Altar werden mit Tierblut entweihte Hostien aufgefunden. Es wird schnell ein Schuldiger gefunden. Menzel, der jüdische Schuster. Die Begine Serafina glaubt nicht an die Schuld Menzels und nimmt die Ermittlungen auf. Doch dies ist nicht ihre einzige Sorge. Sie wird von ihrer Vergangenheit eingeholt, denn es gibt jemanden in der Stadt, der ihre Vergangenheit als Hübschlerin kennt. Wird Serafina den wahren Schuldigen finden? Und wird sie selbst unbeschadet aus dieser Geschichte heraus kommen?

Astrif Fritz hat hier einen wirklich guten historischen Krimi geschrieben. Sie hat es geschafft, Fakten und Phantasie so geschickt zu verweben, daß man eine durchgängig spannende Handlung vorfindet, die niemals langweilig wird. Dies Buch läßt sich auch hervorragend lesen, wenn man den Vorgängerband nicht kennt. Es werden die wichtigsten Fakten wiederholt, ohne die eigentliche Handlung zu unterbrechen und der Leser das Gefühl hat, einen Sprung ins andere Buch zu machen. Das ist Astrid Fritz sehr gut gelungen. Auch die Stadt Freiburg wird wunderbar bildlich vorgestellt. Man fühlt sich richtig in die Zeit versetzt und sieht die alten Häuser, die man zum Teil auch heute noch dort antrifft, bildlich vor sich. Sehr hilfreich finde ich immer, wie hier auch vorhanden, ein Personenverzeichnis direkt als erstes im Buch. So kann man immer mal wieder nachschlagen, falls man mal nicht mehr sicher ist, wo man die Person einordnen soll. Die Charaktere sind wirklich sehr liebevoll dargestellt, man lernt sie kennen und zu mögen.

"Hostienfrevel" ist sehr spannend, dabei flüssig geschrieben und somit (leider) schnell lesbar. Leider deshalb, da es echt schade ist, wenn man dies Buch beendet hat, denn hier trifft es wieder zu: Gute Bücher sind immer viel zu schnell vorbei.

Veröffentlicht am 27.02.2017

Toller Lokalkolorit

Windstille
0

Die 13jährige Sarah Peters wird im Cuxland überfahren, die Täter, drei führende Männer einer Offshoregesellschaft, die die hiesige CuxStahl retten sollen, flüchten. Sarah wird von ihrer Mutter gefunden. ...

Die 13jährige Sarah Peters wird im Cuxland überfahren, die Täter, drei führende Männer einer Offshoregesellschaft, die die hiesige CuxStahl retten sollen, flüchten. Sarah wird von ihrer Mutter gefunden. Die Männer hätten sie noch retten können, doch nun kommt jede Hilfe zu spät. Daniel, Sarahs Bruder, schwört Rache. Der Zufall will es, daß Daniel bei der CuxStahl ein Praktikum antritt. Der geistig leicht behinderte Oskar stellt sich als Zeuge für den Unfall heraus und zeichnet Daniel das Symbol auf, daß er an der Tür des Unfallautos gesehen hat. Daniel bemerkt, daß dies das Zeichen ist, daß an dem Firmenauto der Offshoregesellschaft prangt. Schnell findet er heraus, wer die Schuldigen Fahrer sind und beginnt mit seinem Rachefeldzug. Er will jedem von ihnen den gleichen Schmerz zufügen, den seine Mutter und er erleiden mußten. Zeitgleich geschieht ein Unfall bei der CuxStahl. Die Tochter eines der Unfallfahrer fällt während einer Kontrolle vom Hubwagen und wird schwer verletzt. War dies schon Daniels erste Rache? Doch auch die Täter werden auf Daniel aufmerksam, eine Verfolgungsjagd nimmt ihren Anfang.

"Windstille" ist ein sehr gelungener Krimi aus dem bisher doch recht harmlosen Cuxland. Der Schreibstil von Wolf S. Dietrich ist herrlich zu lesen. Der Text fließt nur so dahin. Bei diesem Krimi ist man von Anfang an in der Handlung gefangen. Obwohl man schon von Anfang an weiß, wer die Täter sind, tut dies der Spannung keinen Abbruch, im Gegenteil, ich finde, dadurch wird die Handlung noch spannender. Die Charaktere sind wunderbar beschrieben und der Leser leidet mit Daniel mit und wünscht ihm, daß er heil aus der ganzen Sache wieder heraus kommt. Besonders toll fand ich hier die Entwicklung von Oskar. Zuerst ist er der Behinderte, den keiner ernst nimmt, doch dann wird er zum Held. Eine tolle Wendung! Auch das Cuxland kommt nicht zu kurz. Die Landschaft ist wunderbar beschrieben, man sieht Cuxhaven, die Nordsee und das Wahrzeichen Cuxhavens, die Kugelbake bildlich vor sich.

Das Cover ist ebenfalls richtig toll. Die Nordsee bei Ebbe mit den tief hängenden Wolken, den Windrädern, der Kugelbake und der Boje im Vordergrund - es vermittelt die richtige Stimmung für diesen Krimi.

Ein Krimi, der mich von Anfang an für sich eingenommen hat!

Veröffentlicht am 27.02.2017

Wunderschön

Flauschangriff
0

Die kleine Cockerhündin Lady hat keinen schönen Start ins Leben. Geboren im Käfig eines Hundevermehrers wird sie getreten und hat von nun an ein schiefes Maul, aus dem ihre Zunge heraus hängt. Da sie so ...

Die kleine Cockerhündin Lady hat keinen schönen Start ins Leben. Geboren im Käfig eines Hundevermehrers wird sie getreten und hat von nun an ein schiefes Maul, aus dem ihre Zunge heraus hängt. Da sie so nicht verkauft werden kann, landet sie in einem Müllsack verpackt in der Mülltonne. Doch Glück im Unglück: die angehende Tierärztin Jennifer und ihre Freundin Christa finden sie dort. Jennifer nimmt sich Lady an. Jennifers Katze Minnie ist nicht ganz so begeistert vom neuen Familienmitglied. Alles läuft gut, bis ein granteliger Nachbar Lady entdeckt und dem Vermieter erzählt, daß Jennifer zwei statt des erlaubten einen Tieres hält. Lady muß ausziehen. Ein Glück, daß der Rockstar Manni gerade seinen Hund Plato aus der Tierarztpraxis abholt und sich in Lady verguckt. Sie darf bei ihm wohnen, bis Jennifer eine neue Wohnung gefunden hat. Doch es kommt, wie es kommen muß. Jennifer und Manni verlieben sich ineinander. Doch bis sie sich endlich wirklich näher kommen, müssen beide noch viele beschwerliche Hürden überwinden, denn es gibt in Mannis Leben viele Ungereimtheiten. Ist er wirklich der, für den er sich ausgibt?

"Flauschangriff" ist ein richtig schöner Roman, der alles beinhaltet, was man sich wünscht. Zum einen eine wunderschöne, zu Herzen gehende Tiergeschichte und zum anderen eine ebenso wunderschöne Liebesgeschichte. Dazu eine Prise Humor und ein toller Roman ist geschrieben. Der Roman ist aus der Sicht der kleinen Hündin Lady geschrieben und wunderbar flüssig und schön zu lesen. Die Ansichten von Plato, dem alleswissenden, älteren Hundes sind einfach herrlich, besonders wenn er Lady in sein Wissen einweiht. Die Hundelogik ist einfach klasse. Hier kann man an manchen Stellen wirklich herzhaft lachen. Ebenso witzig sind die kleinen spitzfindigen Bemerkungen von Minnie, der Katze. Doch werden hier auch unangenehme Themen angesprochen. So stammt Lady aus dem Zwinger eines skrupellosen Hundevermehrers, es werden die Zustände und Handlungen die dort herrschen, schonungslos beschrieben und nicht verherrlicht. Auch die Diskriminierung von "Kampfhunden" wird kurz anhand von Max, dem "Boxermischling" zur Sprache gebracht.

Das Cover zeigt zwar keinen Cockerspaniel, aber das macht nichts. Der kleine weiße Wuschel ist einfach niedlich. Und lieber eine falsche Rasse auf dem Cover, als ein Cover mit Hund und in dem ganzen Buch kommt kein einziger Hund vor.

Ich empfehle dieses Buch allen Tierfreunden!

Veröffentlicht am 27.02.2017

Unbedingt lesen

Der Hexenschöffe
0

Rheinbach, 1636. Der angesehene Kaufmann Hermann Löher ist jüngster Schöffe am Gericht, als es, wie bereits 5 Jahre zuvor, zu einer Hexenjagd kommt. Löher fürchtet um seine Familie, denn es wurden schon ...

Rheinbach, 1636. Der angesehene Kaufmann Hermann Löher ist jüngster Schöffe am Gericht, als es, wie bereits 5 Jahre zuvor, zu einer Hexenjagd kommt. Löher fürchtet um seine Familie, denn es wurden schon Mitglieder seiner Familie als Hexe bzw. Hexer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Er beginnt mit seiner Gegenwehr und versucht die Bewohner Rheinbachs davon zu überzeugen, daß der Glaube an Hexen falsch ist. Doch dies kommt nicht gut an und so muß er bald fürchten, selbst auf dem Scheiterhaufen zu enden...

Dieser Roman ist keine reine Fiktion, sondern beruht auf einer wahren Begebenheit. Petra Schier hat es hier geschafft, eine ohnehin schon spannende Wahrheit mit erfundenen Szenen zu mischen, ohne daß es der wahren Geschichte geschadet hat. Im Gegenteil, hier wird Geschichte hervorragend fesselnd und spannend vermittelt. Hier merkt man mal wieder, daß die Autorin wirklich mit Herzblut schreibt und Wert auf Richtigkeit legt. Sie erfindet nicht einfach irgendeine Geschichte, sondern führt eine reelle Geschichte an um die sich das Buch rankt. Dafür recherchiert sie gründlich und solide. Die Charaktere werden sehr gut und glaubhaft dargestellt, man leidet mit Hermann Löher und seiner Familie mit und zittert um ihr Leben. Auch die Lebensumstände werden hier sehr gut beleuchtet. Es wird deutlich, wie grausam die Hexenverfolgung mit ihren Foltermethoden und dem schon ohnehin herrschenden psychischen Druck war. Der Spannungsbogen in diesem Roman hält von der ersten bis zur letzten Seite konstant an, die Seiten fliegen nur so dahin und man möchte eigentlich nichts anderes mehr tun als weiterlesen!

Ein historischer Roman, der unbedingt gelesen werden sollte!