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Veröffentlicht am 28.12.2020

Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder

Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder (Die Kinderärztin 1)
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Handlung
Berlin 1911
Die Waisenschwestern Marlene und Emma stehen vor einem aufregenden neuen Lebensabschnitt: Sie beginnen in der Kinderklinik Weißensee ihre Zeit als Lernschwestern und freuen sich auf ...

Handlung
Berlin 1911
Die Waisenschwestern Marlene und Emma stehen vor einem aufregenden neuen Lebensabschnitt: Sie beginnen in der Kinderklinik Weißensee ihre Zeit als Lernschwestern und freuen sich auf ihre neue Aufgabe als Kinderpflegerinnen. Doch gleichzeitig beginnt für die Beiden eine Zeit, in der sie lernen, auch unabhängig voneinander zu leben und irgendwann findet sogar eine Entfremdung statt. Den es gibt nicht nur immer mal wieder Streitereien, sondern die Ziele der Schwestern erweisen sich als unterschiedlich und auch Männer beginnen in ihren Leben eine Rolle zu spielen. So möchte Marlene noch tiefer in die Medizin eintauchen und strebt ein Studium als Kinderärztin an. Dabei ist ihr der Assistenzarzt Doktor Maximilian von Weilert ein Vorbild, für den sie allerdings bald mehr empfindet als nur Respekt.
Emma hingegen ist mit ihrer Tätigkeit als Kinderkrankenschwester vollkommen zufrieden und hat ihre Berufung gefunden. Daher geht es ihr auch stets zu Herzen, wenn die Kinder leiden müssen.
Während dieser Zeit und mit einem besonders schwierigen Fall erkennen Emma und Marlene, was ihnen im Leben wichtig ist und welche Aufgabe bei ihnen beiden eine hohe Priorität hat: Kindern zu helfen!

Meinung
Das Cover ist in neutralen und ziemlich erdigen Tönen gehalten. Daher springt beim ersten Hinschauen direkt die Schrift des Titels ins Auge, die in einem auffallenden Rot gestaltet wurde. Als zweites habe ich den kleinen Jungen ins Auge gefasst, der in einfacher Kleidung dasteht und auf das Gebäude in der Mitte schaut. Dieses ist der ehemaligen Kinderklinik Weißensee nachempfunden und daher sehr passend. So muss man als Leser dazu auch nicht erst im Internet nachschauen, sondern hat direkt ein Bild der Klinik im Gedächtnis.
Auch nach dem Lesen frage ich mich immer noch, wer der Bube ist, ich habe ein paar Vermutungen, ob diese stimmen ist natürlich fraglich. Insgesamt mag ich das Bild gern, es ist schlicht gehalten, fällt meiner Meinung nach gerade deshalb auf und bildet eine solide Verbindung zu dem Inhalt des Romans!

Ich hatte das Buch erstmals in der Verlagsvorschau gesehen und mein Interesse wurde direkt geweckt. Nicht nur der Titel und das Cover empfand ich sofort als ansprechend, sondern auch der Klappentext und die Handlungszeit. Und als ich dann erstmals in eine Leseprobe reingeschaut habe, wurde ich auch von dieser überzeugt. Alles in allem hatte ich also einen sehr positiven und vielversprechenden ersten Eindruck und war ziemlich davon überzeugt, dass mir die Geschichte gefallen wird. Daher möchte ich mich wiederholt ganz herzlich beim Ullstein Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars bedanken, wodurch ich mir von dem Roman einen Eindruck machen konnte, den ich im Folgenden erläutern werde.

Es gibt eine interessante und einführende Gestaltung der Umschlaginnenseiten. Dort gibt es jeweils ein paar Sätze zu den beiden Hauptprotagonistinnen Emma und Marlene, sowie zu der titelgebenden Kinderklinik Weißensee. Man wird ein wenig auf die Protagonisten und den Haupthandlungsort eingestimmt und kann sich bereits ein erstes Bild von beidem machen. Zudem werden wenige Worte zu den Ambitionen der beiden Schwestern verloren und man kann daher bereits ein wenig spekulieren, wie die Mädchen ihre Ziele erreichen und auch während des Lesens hatte ich diese Sätze stets vor Augen und habe aufgepasst, inwieweit sich die Wünsche erfüllen werden.

Danach startet die Handlung und bereits der Prolog hat mich in seinen Bann gezogen. Er spielt ein paar Jahre vor dem Beginn der Hauptgeschichte und gibt einen Blick auf die kindlichen Charaktere von Emma und Marlene, erklärt auch ein wenig, weshalb sie am Ende solche ausdrucksstarken Wesen entwickelt haben. Zudem erhält man einen Blick auf ihren familiären Hintergrund und irgendwie hatte ich dadurch direkt eine Bindung zu den zwei Mädchen aufgebaut.
Danach setzt die Haupthandlung ein, die 13 Jahre nach dem Prolog einsetzt und mittlerweile sind Emma und Marlene erwachsen geworden und beginnen ihre Ausbildung als Lernschwestern.

Was mir schon bei dem Prolog aufgefallen ist und was sich auch später fortgesetzt hat: vor dem Anfang neuer Kapitel gibt es stets das genaue Datum der folgenden Handlung. So kann man immer schauen, wie viel Zeit seit dem Beginn der Handlung vergangen ist, welche Jahreszeit mittlerweile herrscht, wie weit die Lehrzeit der Schwestern fortgeschritten ist und wie viel Zeit noch bis zur Prüfung bleibt. Es ist immer möglich, sich zeitlich zu orientieren und das mag ich allgemein bei historischen Romanen immer sehr gern!

Mir ist der Start in die Geschichte ziemlich leicht gefallen. Man kann sich in Ruhe einen ersten Eindruck von Marlene und Emma verschaffen und schon nach kurzer Zeit kristallisieren sich bestimmte Charaktermerkmale einer jeden heraus, die sich mit zunehmender Handlung immer mehr vertiefen. Zudem mag ich es, dass man die Schwestern auf ihrem Weg in die Kinderklinik und bei dem Antritt zur Tätigkeit als Lernschwestern begleitet und man so vieles durch die Augen von ihnen sieht. So ist man immer auf demselben Wissenslevel wie die Beiden und kann sich zusammen mit ihnen von den Gebäuden, aber auch von den anderen Protagonisten ein Bild machen.
Und nicht nur davon hatte ich einen positiven Eindruck, sondern auch von der Schreibweise. Diese war für mich leicht und locker lesbar, wobei häufig der Ernst von verschiedenen Situationen hervorkommt und es gibt immer wieder stimmungsvolle Abschnitte. Man lernt nicht nur die Figuren gut kennen, sondern auch das ganze Gebäude der Kinderklinik und immer wieder gibt es auch Informationen über die Kinderpflege und die Politik. Und anhand der beiden zuletzt genannten Punkte gibt es auch immer wieder Abschnitte, die mehr Anspruch haben und der Geschichte Authentizität verleihen.
Dadurch entsteht also eine angenehme Mischung aus leichten und anspruchsvolleren Kapiteln, man kann als Leser sowohl ein wenig durchatmen, als auch mit den Personen mitleiden und das ist doch schon mal eine gute Voraussetzung für eine tolle und mitreißende Geschichte.

Wie ich gerade schon kurz erwähnt hatte, gab es immer wieder stimmungsvollere Szenen, in denen man mit den Protagonisten mitfühlt und somit eine Bindung zu ihnen aufbaut. Die Emotionen sind sowohl freudiger, als auch von trauriger oder wütender Natur, die Protagonisten zeigen verschiedene Facetten von sich selbst und das wirkt sich natürlich auch positiv auf die Empfindungen aus, die sich auf den Leser übertragen. Dabei wurde nicht jede Szene mit Stimmungen gespickt, oft wird die Handlung neutral erzählt, aber es gibt halt immer mal wieder ein paar Abschnitte, die emotionaler sind und mir vollkommen ausreichen. In diese Momente wurden viele Mühen vonseiten der Autorin reingesteckt, um sie einzigartig zu machen, was sehr gut gelungen ist!

Fast die gesamte Handlung spielt sich in der Kinderklinik Weißensee ab, nur wenige Szenen finden außerhalb des Komplexes statt. Dabei merkt man deutlich, dass sich die Autorin über das Gebäude und die gesamte Anlage gut informiert hat und sie dem Leser ein authentisches und lebendiges Bild bieten will. Anfangs brauchte ich einige Zeit, um die Dimensionen der Klinik zu begreifen und zu verstehen, aber als das einmal geschehen war, hatte ich mir dem Setting absolut keine Probleme mehr. Ich konnte mir sowohl die Hörsäle, als auch die privaten Räume der Lernschwestern gut vorstellen und hatte auch von den wenigen anderen Orten, die sich außerhalb der Anlage der Klinik befinden, ein solides, mal mehr, mal weniger farbenfrohes Bild vor Augen.
Nachdem ich das Buch beendet hatte, habe ich erstmals nach der Kinderklinik Weißensee im Internet geschaut und mir dort einige Bilder und Videos über das Gebäude angeschaut. Und ich finde es schade, wie das eigentlich so schöne und edle Gebäude heruntergekommen ist und nur noch wenig von dem einstigen Glanz beherbergt. Daher bin ich der Meinung, dass die Autorin mit dem Buch und den zahlreichen Darstellungen der Räume, aber auch der gesamten Anlage der ehemaligen Klinik ein schönes Denkmal gesetzt hat und dafür sorgt, dass es nicht in Vergessenheit gerät.

Immer wieder tauchen im Text historische Fakten zu den verschiedensten Themen auf. Regelmäßig gibt es Gespräche über die Politik und neueste Geschehnisse im Land. Dazu lernt man allerhand über Kinderklinik Weißensee, die Kinderpflege, aber auch über das Ansehen und die Vorurteile von Waisenkindern. Ständig gibt es kleine Einschübe, anhand derer man ansatzweise nachvollziehen kann, welche Recherchearbeit die Autorin auf sich genommen hat, um ein so rundes und mitreißendes Werk zu schreiben. Jede ihrer Aussagen hat Hand und Fuß und wurde so vorgestellt, dass man sie direkt beim Lesen aufnehmen und verarbeiten kann. Die Fakten fügen sich stimmig in die Geschichte ein und verleihen ihr einen hohen historischen Wert.

Ich habe die Geschichte mit viel Interesse verfolgt und sie auch flüssig und mit viel Freude gelesen. Dazu haben auch versteckte Bemerkungen und Hinweise auf Geheimnisse beigetragen, die Platz zum spekulieren gegeben haben. Aufgrund dieser Aussagen bleibt die Spannung auf einem guten Niveau, für meinen Geschmack entstanden keine Längen, ich hatte aber auch nie das Gefühl, die Geschichte würde zu flott erzählt werden. Es liegt ein angenehmes Erzähltempo vor, welches sich positiv auf die Spannung auswirkt und letztendlich wird man dazu verleitet, immer weiter in die Geschichte einzutauchen und wissen zu wollen, was mit manchen Bemerkungen gemeint ist und wie sich manche Konflikte auflösen.

Durchweg empfand ich alle Protagonisten als sehr detailliert und einzigartig beschrieben. Egal, ob es sich um das Aussehen, den Charakter oder bestimmte Ticks handelt, ein jeder wurde so dargestellt, dass er sofort im Gedächtnis bleibt und somit einen hohen Wiedererkennungswert bietet. Und selbst die Personen, die seltener auftreten und eine untergeordnetere Rolle spielen wurden mit hervorragenden Merkmalen ausgestattet und sind damit den Hauptfiguren ebenbürtig.
Ein jeder hat ein lebendiges und authentisches Wesen erhalten und auch die Handlungen wirken natürlich und zufällig. Viele Entscheidungen konnte ich gut nachvollziehen und teils befürworten, was mir dabei geholfen hat, zu den Figuren eine Bindung aufzubauen und gerade bei Emma und Marlene ist mir dies leicht gefallen. Ich mochte beide Mädchen richtig gern und fand es faszinierend zu sehen, wie sie sich entwickeln, eigene Meinungen entwickeln und unabhängiger werden.

Fazit
Ich weiß selbst nicht wieso, aber bereits vor dem Lesen hatte ich eine bestimmte Erwartungshaltung an den Roman und habe mir viel erhofft. Und mit jeder Seite, die ich gelesen habe, wurden diese Erwartungen immer mehr erfüllt und ich von der Geschichte wie magisch angezogen. Es gibt wirklich keinen einzigen Aspekt, den ich kritisch betrachten würde und der mich nicht überzeugt hat. Wirklich alles hat gestimmt. Angefangen von der Gestaltung des Buches, über die Schreibweise, die Protagonisten, das Setting und die Einbindung historischer Aspekte. Anhand all diesen genannten Punkten kann nur eine gute, spannende und empfehlenswerte Geschichte entstehen, die nicht nur schöne Lesestunden bereitet, sondern auch die Vorfreude auf die Fortsetzung steigert.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2020

Die Farben der Schönheit - Sophias Triumph

Die Farben der Schönheit – Sophias Triumph (Sophia 3)
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Handlung
New York 1942
Obwohl Sophia noch immer davon träumt, sich mit der Herstellung von Kosmetik selbstständig zu machen, nimmt sie doch erst einmal wieder eine Stelle bei Helena Rubinstein an und möchte ...

Handlung
New York 1942
Obwohl Sophia noch immer davon träumt, sich mit der Herstellung von Kosmetik selbstständig zu machen, nimmt sie doch erst einmal wieder eine Stelle bei Helena Rubinstein an und möchte gleichzeitig ihr Studium fortsetzen. Von diesen Aufgaben wird sie so sehr gefangen genommen, dass sie gar nicht merkt, wie sie und ihr Mann sich auseinanderleben. Als sich Darren schließlich nach einem Streit freiwillig an der Front meldet, bricht für Sophia eine Welt zusammen und sie beginnt, ihre Entscheidungen und auch ihr Arbeitspensum zu überdenken. Und auch privat möchte sie einiges ändern. Doch all die guten Hoffnungen und Träume gehen verloren, als ihr Mann in Frankreich als verschollen gilt und die Nachrichten aus Deutschland immer furchtbarer werden. Sophia stellt ihre Pläne hintenan und besinnt sich vor allem auf ihre große Liebe...

Meinung
Bei dem Cover gibt es wieder eine große Ähnlichkeit mit den anderen beiden Bänden. Eine Dame steht scheinbar auf einem Balkon, sie ist dem Leser abgewandt und man sieht nur ihren Rücken, sowie ihren Hinterkopf. Sie ist in ein leuchtend gelbes Kleid gewandt, was für mich gut zu dem Titelzusatz „Sophias Triumph“ passt. Den in diesem Sinne könnte die Farbe für einen Gewinn stehen.
Im Hintergrund sieht man den Eiffelturm, wodurch man eindeutig sagen kann, dass es sich bei der Stadt im Hintergrund um Paris handelt. Deshalb ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um einen Handlungsort handelt und Sophia mit dieser Stadt, in der so vieles geschehen ist, noch nicht abgeschlossen hat.
Der Himmel ist in einem grünlich-weißen Farbton gehalten. Damit verbinde ich sowohl den Zweiten Weltkrieg, vielleicht ist die Farbe dadurch an einigen Stellen etwas dunkler, die weiße Farbe dagegen verspricht Hoffnung und Frieden.
Ein sehr stimmiges und schönes Cover. Es rundet die Reihe ab und ist definitiv ein Blickfang!

Dieses Jahr hatte ich ja bereits meine Meinungen zu den anderen beiden Bänden vorgestellt und ich bin diesmal richtig froh, dass die Erscheinungstermine der drei Teile recht nah beieinander liegen und ich nicht ewig auf die Fortsetzungen warten musste. Den so waren mir die Handlungen aus den ersten beiden Bänden noch sehr gut im Gedächtnis und ich konnte bereits vor dem Lesen allerhand Spekulationen anstellen, wie es mit Sophia weitergeht und ob sich ihr größter Wunsch doch noch erfüllt. Daher möchte ich dem Ullstein Verlag ganz herzlich für das Rezensionsexemplar danken, es war wirklich fantastisch, noch ein letztes Mal in die Welt von Sophia einzutauchen und zu lesen, wie die Reihe ein rundes und mitreißendes Ende erhält.

Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich mich noch an allerhand Details aus den Bänden eins und zwei erinnern kann und auch aus diesem Grund hatte ich einen sehr angenehmen Start. Ich war von der ersten Seite an von der Handlung gefesselt und habe mich direkt wieder in der Geschichte orientieren können. Mir hat die Schreibweise von der ersten Seite an gefallen, die Protagonisten und das Setting waren mir direkt wieder vertraut und innerhalb von kurzer Zeit hatte ich zahlreiche Bilder vor Augen. Und das von jeglichen Situationen! Mir hat es besonders gefallen, dass es am Anfang der Geschichte nicht immer wieder kleine Anmerkungen gibt, was in den anderen beiden Bänden geschehen ist, sondern direkt die Handlung einsetzt und ein Stück weit vorausgesetzt wird, dass man über die Geschehnisse der Vorgänger bestens informiert ist. Dadurch gibt es einen direkten Stadt in die Geschichte und die Handlung setzt kurze Zeit nach dem Ende des zweiten Bandes ein, was einen fließenden Übergang ergibt und was mich direkt gefesselt hat.
Es herrscht eine im Grunde einfache und leicht lesbare Schreibweise vor, die besonders durch ihre bildhafte Sprache besticht. Egal, ob es sich um die Protagonisten, das Setting oder allgemein um Szenen handelt, ich hatte von jedem kleinen Detail ein Bild vor Augen. Und dadurch entsteht eine authentische und lebendige Erzählweise, die den Leser arg gefangen nimmt und stark dazu beiträgt, dass man unbedingt mehr von Sophia und den anderen Protagonisten erfahren will. Ich hatte bei diesem dritten Band noch mehr als bei den Vorgängern das Gefühl, dass die Geschichte eine starke Anziehung auf mich ausübt und ich die Story tatsächlich inhaliert habe. Ich habe am Ende zwei Tage gebraucht, um die 528 Seiten auszulesen, was viel über die Klasse des Romans aussagt! Allein durch die Sprache kann das Buch stark überzeugen, sie ist auf einem angenehmen Niveau gehalten und setzt sich durch den gesamten Roman fort. Ein Pageturner vom feinsten!

Auch diesmal werden wieder jegliche Kapitel aus der Sicht von Sophia beschrieben, wobei es sich um einen Erzähler handelt, der auch die Gefühle der anderen Protagonisten perfekt einfängt. Man folgt der Frau, die diesmal deutlich reifer und zielbewusster geworden ist, durch ihr Leben, erfährt ihre Ambitionen und Wünsche und ihrem Charakter ist man als Leser am verbundensten Sie steht durchweg klar im Fokus und deshalb gibt es auch immer wieder Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle, man kann mit ihr mitleiden und sie auf eine tiefe Art kennenlernen. Man erfährt von Sophias Hoffnungen, aber auch von ihren seelischen Dämonen und immer wieder überrascht die Dame mit neuen Gesichtern, die sie von sich zeigt.

Ich finde, dass die Spannung auf einem wirklich sehr guten und hohen Niveau war. Man weiß noch aus den anderen Bänden von offenen Fragen, bei denen man natürlich hofft, dass sie diesmal beantwortet werden und man eine Auflösung zu verschiedenen Sachverhalten bekommt. Außerdem überraschen die Protagonisten teilweise arg mit ihren Handlungen und Aussagen und dadurch bekommt die Geschichte öfters mal eine neue Wendung, die sich auch positiv auf die Spannung auswirkt. Ich finde zudem, dass nur wenige Ereignisse und Situationen vorhersehbar waren und man einen Fortgang einer Szene nur selten schon vorher abwägen kann.
Zudem fragt man sich, wie manche Verhältnisse enden, ob sich manche Personen wieder annähern, ob andere den Krieg überleben und ob manche vielleicht nach Personen suchen und auf Rache sinnen. All das hat den Spannungsfaktor stark erhöht und dazu beigetragen, dass sich dieser finale Band stark von den anderen abhebt und letztendlich noch mehr überzeugen kann.
Doch es gibt auch immer wieder ruhigere Kapitel, in denen nichts aufregendes passiert, man Sophia während ihres normalen Alltags begleitet und man sich zurücklehnen kann. Hier wird die Geschichte bodenständig und normal, dadurch wird ihre Figur greifbarer und man kann sich teils auch mit ihrem Charakter identifizieren. Diese Kapitel bilden einen Ruhepol und sie nehmen ein wenig das Tempo heraus, haben ihren ganz eigenen Reiz und stehen in toller Symbiose zu den spannungsreichen Szenen!

Ich finde es interessant, dass diesmal der Puderkrieg immer noch eine Rolle einnimmt, die nicht gerade klein ist, aber Sophia und ihre persönliche Entwicklung ein Stück weit wichtiger sind. Zwar führen die Damen Arden und Rubinstein noch immer ihre Sticheleien weiter und wollen die jeweils andere mit ihren Produkten übertrumpfen, aber man sieht auch, wie Sophia sich innerlich immer mehr von den beiden Personen distanziert und ihren eigenen Weg geht. Und dadurch rutscht der Puderkrieg ein wenig nach hinten und man merkt deutlich, dass Sophia sich mittlerweile nicht mehr zum Spielball macht, sondern auch eigene Interessen verfolgt.
Und noch immer finde ich die beiden Unternehmerinnen sehr interessant und habe wiederholt nach ihnen im Internet gesucht. Das ist so ein Thema, von dem ich noch nie zuvor gehört hatte, was ich aber unglaublich spannend finde und das einzigartig erscheint. Durch diesen Punkt, aber auch anhand des Zweiten Weltkrieges werden einige historische Details in die Handlung eingebracht und anhand von Sophia kann man erkennen, mit welchen Sorgen und Ängsten eine Frau zu kämpfen hatte, deren Mann freiwillig in den Krieg gezogen ist.

Ich finde, dass die Szenen, in denen man mit den Personen mitfühlt und die Stimmung auch auf den Leser überschwappt sind noch immer begrenzter. Wobei ich hier einen Fortschritt zu den anderen Bänden sehe. Diesmal gibt es durchaus stimmungsvolle Abschnitte, die in einem geringen Maß vorkommen, dafür aber ziemlich stark ausfallen. Gerade am Ende der Handlung finde ich, dass sich diese häufen und zu einem runden Ende beitragen. Vielleicht habe ich auch deshalb Sophia in einem anderen Licht gesehen, sie war mir noch sympathischer als in den vorherigen Bänden und ich habe das Gefühl, diesmal einen so guten Draht zu ihr gehabt zu haben, wie bisher noch nie!

Zahlreiche Szenen spielen wieder in New York, ansonsten gibt es noch einige wenige Szenen in Deutschland und das war es im Grunde auch schon. Ich finde es interessant, wie sich die Orte voneinander unterscheiden und das man die Kulturen und Mentalitäten der jeweiligen Settings so deutlich erkennen kann. Man merkt, dass die Szenen in Deutschland viel ernster und bedrohlicher, aber auch hinfälliger wirken als in den USA, wo der Krieg nicht das Stadtbild zerstört hat. Dort wirken die Handlungsorte irgendwie unschuldiger und auch farbenfroher und genau diesen Eindruck vermitteln auch viele Menschen. Am Ende haben mir die Szenen in New York einen Hauch besser gefallen, ich mag einfach die Aura der Stadt und das Leben, welches beschrieben wird. Deutschland ist eindeutig vom Krieg gezeichnet und wirkt dagegen eher wie ein Mahnmal, aber auch wie ein Zeichen des Neuanfangs.

Immer noch eindeutig im Mittelpunkt steht Sophia, genauso wie es auch schon in den anderen beiden Bänden war. Ich muss sagen, dass ich ihren Charakter stellenweise deutlich reifer finde als bisher und ich finde, dass mir die erwachsene und mitten im Leben stehende Sophia am besten gefällt. Allerdings muss ich anmerken, dass ich ihr Auftreten manchmal noch etwas zu jugendlich empfinde und es stellenweise so wirkt, als wäre sie kaum älter geworden als am Anfang. Wobei diese Szenen nur recht selten auftauchen, meist ist eine deutlich reifere Sophia zu sehen, die mich überzeugen konnte.
Teilweise finde ich es immer noch schade, dass sie nur selten ihre Meinung voller Emotionen gesagt hat, aber ich denke mittlerweile, dass dies einfach ein Zug von Sophia ist und sie in solchen Momenten nicht richtig aus sich herauskann. Und während des Lesens von diesem Band habe ich erstmals richtig wahrgenommen, dass sie mit ihrer Ruhe und Gelassenheit in manchen Situationen viel mehr ausdrückt, als es bei emotionalen Ausbrüchen der Fall gewesen wäre. Ich denke, hier hat sie auch viel von Helena Rubinstein und Elizabeth Arden gelernt und sich manches abgeschaut.

Viele der anderen Protagonisten sind alte Bekannte, die man aus den ersten Teilen kennt. Es kommen nicht mal eine Handvoll neue Figuren hinzu und sie gliedern sich nahtlos in die Reihe der Personen ein. Ein jeder hat einen einzigartigen Charakter erhalten, der sich aus der Masse heraushebt. Dadurch entstehen natürlich hohe Wiederkennungsmerkmale und es war schön, auch Personen aus den ersten beiden Bänden wiederzusehen und zu erfahren, was mit ihnen geschehen ist. Und besonders das Treffen von Sophia mit zwei Personen ganz am Ende des Buches war einfach nur schön, mitreißend und vermittelt starke Botschaften!

Fazit
Ich finde wirklich, dass dieser finale Teil der „Farben der Schönheit“-Reihe der Beste ist. Es stimmt (bis auf die nicht immer perfekte Darstellung Sophias, über die ich aber hinwegsehen werde) einfach alles und ich finde, dass hier ganz viele Komponenten vereint werden, die bisher ein Thema waren. Es gibt auf viele Fragen Antworten und ich habe das Buch mit einem großen Lächeln und einem vollkommenen Gefühl weggelegt und möchte noch sagen, dass mir die ganze Reihe letztendlich unglaublich gut gefallen hat und ich sehr zufrieden damit bin, wie sich die Dinge entwickelt haben! Eine dicke und von Herzen kommende Empfehlung, eine tolle Reihe über eine besondere und starke Frau!

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Veröffentlicht am 07.12.2020

Der zauberhafte Trödelladen

Der zauberhafte Trödelladen
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Handlung
Ruby liebt ihren Antiquitätenladen, nicht nur mag sie selbst alte Möbel, Bücher und anderes, sondern in dem Laden fühlt sie sich auch ihrer Mutter näher, von der sie das Geschäft übernommen hat ...

Handlung
Ruby liebt ihren Antiquitätenladen, nicht nur mag sie selbst alte Möbel, Bücher und anderes, sondern in dem Laden fühlt sie sich auch ihrer Mutter näher, von der sie das Geschäft übernommen hat und die mittlerweile verstorben ist. Trotzdem ist sie nicht immer damit zufrieden, die Umsätze könnten besser sein und insgeheim träumt die junge Frau davon, mehr Bücher in ihren Bestand aufzunehmen, eines Tages vielleicht ganz darauf umzusteigen. Doch egal, welche Probleme Ruby hat, sie merkt, dass die Valerie Lane ihr zweites Zuhause ist und sie liebt es, tagtäglich ihre Freundinnen zu sehen und zu unterstützen. Diesen gehören ebenfalls Geschäfte in der niedlichen kleinen Straße und sie haben immer ein offenes Ohr für Rubys Probleme. Und meist vertraut sich diese ihren Freundinnen auch an, in der Liebe wird sie dagegen zurückhaltender...

Meinung:
Erst dieses Jahr habe ich den ersten Band der Reihe gelesen, der mir überraschend gut gefallen hat. Wer meinem Blog schon länger folgt weiß, dass ich bevorzugt historisches lese und bei etwas schnulzigeren Büchern sehr zurückhaltend bin. Ich schaue immer ganz genau, ob mir diese gefallen könnten und habe dafür mittlerweile doch ein recht gutes Gefühl erhalten. Als ich nun gesehen hatte, dass die Bände drei und vier der Valerie Lane Reihe in einem Doppelband erscheinen, wusste ich sofort, dass ich diesen lesen möchte und habe mich bereits auf ein Wiedersehen mit den Protagonisten gefreut. Daher möchte ich ein herzliches Dankeschön an das Bloggerportal aussprechen, die mir das Buch zur Verfügung gestellt haben.

Es gibt einen lockeren und leichten Start in den Roman, der ein flüssiges Lesen ermöglicht und viel Freude auf die weiteren Seiten macht. Ich hatte absolut keine Probleme, um mich in der Geschichte zurechtzufinden und habe die Figuren direkt wiedererkannt und auch ihre jeweiligen Läden und die gesamte Valerie Lane haben direkt wieder Bilder vor meinen Augen entstehen lassen. Was sich am Ende auch durch den restlichen Roman gezogen hat, ich konnte mir unglaublich viele Szenen und Handlungsorte bildhaft vorstellen und hatte viel Freude dabei, in die Handlung einzutauchen.
Es herrscht eine einfache, lockere Umgangssprache vor, die genaue Eindrücke von Personen und Situationen wiedergibt und ein prächtiges und farbenfrohes Bild zeichnet. Egal, in welcher Situation sich Ruby oder ihre Freundinnen befunden haben, in meinem Kopfkino hatten die Szenen stets eine besondere, strahlende Färbung, die das Buch damit besonders macht.
Durchweg hat die Geschichte von Ruby einen ganz besonderen Reiz auf mich ausgeübt. Ich wollte das Buch einfach nicht aus der Hand legen und stattdessen immer weiterlesen. Letztendlich habe ich nicht einmal zwei Tage für die Lektüre gebraucht, danach war nicht nur der Roman ausgelesen, sondern ich war glücklich und zufrieden mit dem Ende und der ganzen Geschichte. Ich habe das Buch mit einem Lächeln aus der Hand gelegt und mich bereits sehr darüber gefreut, dass ich schon bald wieder gedanklich in die Valerie Lane reisen werde!
Ich finde, dass sich die Bücher häufig besonders durch viele Szenen hervorheben, die amüsant sind und mich zum schmunzeln gebracht haben. Seien es Dialoge und Gespräche, Ticks und Eigenarten der Protagonisten oder die Vorstellung mancher Szenen und Aufeinandertreffen. Dadurch wurde die Handlung immer wieder aufgelockert und hat zum flüssigen und angenehmen Lesen beigetragen.

Auch diesmal kann ich wieder sagen, dass mir besonders die Szenen gefallen haben, wo die fünf Freundinnen vereint waren, sich miteinander unterhalten und gegenseitig unterstützt haben. Jede ist ganz natürlich aufgetreten und hier haben viele auch mehr Emotionen gezeigt. Auf diese Weise entsteht eine ganz besondere Dynamik und das Zusammenhalten und Unterstützen in allen Situationen war einfach nur schön. Man konnte verstehen, was die Damen aneinander schätzen und es wurde gezeigt, dass Freundschaften auch mit einigen Jahren Altersunterschied möglich sind!

Das Hauptaugenmerk liegt beim Setting eindeutig auf der wunderbaren und idyllischen Valerie Lane. Die Beschreibungen laden einfach zum träumen ein und sehr oft hatte ich den Wunsch, genau diese Straße mit eigenen Augen zu sehen. Sie wirkt einladend und fast schon ein wenig märchenhaft, von ihr geht eine besondere Stimmung aus, die wundervoll ist. Man kann auch als Leser gut nachvollziehen, warum die fünf Freundinnen und ihre Bekannten die Straße so lieben und sich dort unglaublich wohlfühlen. Den genauso ging es mir auch!

Ich finde, dass in diesem Band die Emotionen von Ruby greifbarer waren und man als Leser ganz wunderbar mitfiebern konnte. Es wurden immer wieder Gefühle übertragen, sowohl welche fröhlicher, als auch trauriger Natur. Und gerade, wenn Ruby ein emotionales Tief durchläuft, habe ich richtig mit ihr mitgelitten und wollte sie in den Arm nehmen. Vielleicht wäre es noch schön gewesen, wenn Ruby auch mal eine Szene hat, in der sie wütend wird und ihre Meinung sehr deutlich sagt und dabei noch eine weitere Seite von sich zeigt. Trotzdem bin ich aber zufrieden, gerade weil das Ende nur so vor Emotionen sprüht. Man kann ganz hervorragend mitfühlen und es geschehen einige Details, die den Schluss des Buches perfekt gemacht haben!

Diesmal steht Ruby im Mittelpunkt des Geschehens und man verfolgt ihre Erlebnisse, Handlungen und auch Gefühlsanwandlungen hautnah mit. Mir war sie von der ersten Seite an sympathisch und am Ende hatte ich ihr Wesen richtig ins Herz geschlossen. Ruby ist ein unglaublich liebenswerter Charakter und an einigen Stellen habe ich mich selbst ein wenig wiedererkannt. Sie ist ein großer Sympathieträger und durchlebt eine gute Entwicklung, lernt mehr über sich selbst und über ihre Wünsche und Ziele. Besonders gut gefallen hat mir Ruby ab dem Punkt, als sie eine Entscheidung über ihre Zukunft getroffen hat, daraufhin war ihr Auftreten deutlich stärker und sicherer, man merkte deutlich, dass sie beruflich vollkommen zufrieden ist.
Die Anzahl der restlichen Charaktere ist ziemlich überschaubar. Viele Personen sind bereits aus dem ersten Band bekannt, nur wenig neue kommen hinzu. Ihnen allen wurden authentische und vor Leben sprühende Züge grundgelegt, was sie mitreißend und sehr sympathisch macht!

Fazit
Ich hatte unglaublich viel Freude an der Lektüre des Buches und bin am Ende richtig begeistert davon. Meiner Meinung nach hat alles gepasst, von der Schreibweise, über die Protagonisten, das Setting oder die Stimmung. Ich habe keinen Punkt, den ich kritisiere oder etwas negativ betrachte, die Handlung war durch und durch rund und es hat mir viel Spaß gemacht, mich auf die Geschichte einzulassen und alles andere zu vergessen! Eine große Empfehlung meinerseits, wenn ihr leichte Geschichten mögt, die nicht zu kitschig sind, dann werdet ihr mit diesem Buch sehr schöne Lesestunden haben!

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  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 01.12.2020

Der zauberhafte Trödelladen / Das wunderbare Wollparadies

Valerie Lane - Der zauberhafte Trödelladen / Das wunderbare Wollparadies
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Der zauberhafte Trödelladen

Handlung
Ruby liebt ihren Antiquitätenladen, nicht nur mag sie selbst alte Möbel, Bücher und anderes, sondern in dem Laden fühlt sie sich auch ihrer Mutter näher, von der sie ...

Der zauberhafte Trödelladen

Handlung
Ruby liebt ihren Antiquitätenladen, nicht nur mag sie selbst alte Möbel, Bücher und anderes, sondern in dem Laden fühlt sie sich auch ihrer Mutter näher, von der sie das Geschäft übernommen hat und die mittlerweile verstorben ist. Trotzdem ist sie nicht immer damit zufrieden, die Umsätze könnten besser sein und insgeheim träumt die junge Frau davon, mehr Bücher in ihren Bestand aufzunehmen, eines Tages vielleicht ganz darauf umzusteigen. Doch egal, welche Probleme Ruby hat, sie merkt, dass die Valerie Lane ihr zweites Zuhause ist und sie liebt es, tagtäglich ihre Freundinnen zu sehen und zu unterstützen. Diesen gehören ebenfalls Geschäfte in der niedlichen kleinen Straße und sie haben immer ein offenes Ohr für Rubys Probleme. Und meist vertraut sich diese ihren Freundinnen auch an, in der Liebe wird sie dagegen zurückhaltender...

Meinung
Auf dem Cover sind im oberen Teil die beiden Läden zu sehen, die in dem Buch eine besondere Bedeutung haben. Einmal sieht man auf der linken Seite Ruby Antiquitätenladen, der herrlich altmodisch und einladend daherkommt. Ich mag die Gestaltung dessen sehr gerne, er sieht historisch aus, was anhand der grünen Farbe nochmals verstärkt wird. Einige Antiquitäten stehen vor dem Laden und ich kann mir gut vorstellen, dass Ruby gleich aus der Tür tritt und nach ihren Freundinnen oder nach Kunden Ausschau hält.
Auf der rechten Seite zeigt sich der Laden aus Geschichte Nummer zwei, Susans Wollladen. Man sieht arge Unterschiede bei der Gestaltung beider Läden und er kommt ziemlich modern daher. Dieser Eindruck wird nicht nur durch die helle Fassade und die schönen Fenster vermittelt, sondern auch anhand des Stuhls und Ladenschildes. Ebenfalls sehr schön gestaltet und so ähnlich habe ich mir auch das Wollparadies vorgestellt!
Am unteren Bildrand sind noch die Titel der beiden Romane abgedruckt, jeweils in der passenden Farbe zum Laden. So wiederholt sich Rubys grüne Fassade und die Lila Akzente von Susans Wollladen werden nochmals aufgegriffen. Insgesamt ein schönes, freundliches und stimmiges Bild!

Erst dieses Jahr habe ich den ersten Band der Reihe gelesen, der mir überraschend gut gefallen hat. Wer meinem Blog schon länger folgt weiß, dass ich bevorzugt historisches lese und bei etwas schnulzigeren Büchern sehr zurückhaltend bin. Ich schaue immer ganz genau, ob mir diese gefallen könnten und habe dafür mittlerweile doch ein recht gutes Gefühl erhalten. Als ich nun gesehen hatte, dass die Bände drei und vier der Valerie Lane Reihe in einem Doppelband erscheinen, wusste ich sofort, dass ich diesen lesen möchte und habe mich bereits auf ein Wiedersehen mit den Protagonisten gefreut. Daher möchte ich ein herzliches Dankeschön an das Bloggerportal aussprechen, die mir das Buch zur Verfügung gestellt haben.

Es gibt einen lockeren und leichten Start in den Roman, der ein flüssiges Lesen ermöglicht und viel Freude auf die weiteren Seiten macht. Ich hatte absolut keine Probleme, um mich in der Geschichte zurechtzufinden und habe die Figuren direkt wiedererkannt und auch ihre jeweiligen Läden und die gesamte Valerie Lane haben direkt wieder Bilder vor meinen Augen entstehen lassen. Was sich am Ende auch durch den restlichen Roman gezogen hat, ich konnte mir unglaublich viele Szenen und Handlungsorte bildhaft vorstellen und hatte viel Freude dabei, in die Handlung einzutauchen.
Es herrscht eine einfache, lockere Umgangssprache vor, die genaue Eindrücke von Personen und Situationen wiedergibt und ein prächtiges und farbenfrohes Bild zeichnet. Egal, in welcher Situation sich Ruby oder ihre Freundinnen befunden haben, in meinem Kopfkino hatten die Szenen stets eine besondere, strahlende Färbung, die das Buch damit besonders macht.
Durchweg hat die Geschichte von Ruby einen ganz besonderen Reiz auf mich ausgeübt. Ich wollte das Buch einfach nicht aus der Hand legen und stattdessen immer weiterlesen. Letztendlich habe ich nicht einmal zwei Tage für die Lektüre gebraucht, danach war nicht nur der Roman ausgelesen, sondern ich war glücklich und zufrieden mit dem Ende und der ganzen Geschichte. Ich habe das Buch mit einem Lächeln aus der Hand gelegt und mich bereits sehr darüber gefreut, dass ich schon bald wieder gedanklich in die Valerie Lane reisen werde!
Ich finde, dass sich die Bücher häufig besonders durch viele Szenen hervorheben, die amüsant sind und mich zum schmunzeln gebracht haben. Seien es Dialoge und Gespräche, Ticks und Eigenarten der Protagonisten oder die Vorstellung mancher Szenen und Aufeinandertreffen. Dadurch wurde die Handlung immer wieder aufgelockert und hat zum flüssigen und angenehmen Lesen beigetragen.

Auch diesmal kann ich wieder sagen, dass mir besonders die Szenen gefallen haben, wo die fünf Freundinnen vereint waren, sich miteinander unterhalten und gegenseitig unterstützt haben. Jede ist ganz natürlich aufgetreten und hier haben viele auch mehr Emotionen gezeigt. Auf diese Weise entsteht eine ganz besondere Dynamik und das Zusammenhalten und Unterstützen in allen Situationen war einfach nur schön. Man konnte verstehen, was die Damen aneinander schätzen und es wurde gezeigt, dass Freundschaften auch mit einigen Jahren Altersunterschied möglich sind!

Das Hauptaugenmerk liegt beim Setting eindeutig auf der wunderbaren und idyllischen Valerie Lane. Die Beschreibungen laden einfach zum träumen ein und sehr oft hatte ich den Wunsch, genau diese Straße mit eigenen Augen zu sehen. Sie wirkt einladend und fast schon ein wenig märchenhaft, von ihr geht eine besondere Stimmung aus, die wundervoll ist. Man kann auch als Leser gut nachvollziehen, warum die fünf Freundinnen und ihre Bekannten die Straße so lieben und sich dort unglaublich wohlfühlen. Den genauso ging es mir auch!

Ich finde, dass in diesem Band die Emotionen von Ruby greifbarer waren und man als Leser ganz wunderbar mitfiebern konnte. Es wurden immer wieder Gefühle übertragen, sowohl welche fröhlicher, als auch trauriger Natur. Und gerade, wenn Ruby ein emotionales Tief durchläuft, habe ich richtig mit ihr mitgelitten und wollte sie in den Arm nehmen. Vielleicht wäre es noch schön gewesen, wenn Ruby auch mal eine Szene hat, in der sie wütend wird und ihre Meinung sehr deutlich sagt und dabei noch eine weitere Seite von sich zeigt. Trotzdem bin ich aber zufrieden, gerade weil das Ende nur so vor Emotionen sprüht. Man kann ganz hervorragend mitfühlen und es geschehen einige Details, die den Schluss des Buches perfekt gemacht haben!

Diesmal steht Ruby im Mittelpunkt des Geschehens und man verfolgt ihre Erlebnisse, Handlungen und auch Gefühlsanwandlungen hautnah mit. Mir war sie von der ersten Seite an sympathisch und am Ende hatte ich ihr Wesen richtig ins Herz geschlossen. Ruby ist ein unglaublich liebenswerter Charakter und an einigen Stellen habe ich mich selbst ein wenig wiedererkannt. Sie ist ein großer Sympathieträger und durchlebt eine gute Entwicklung, lernt mehr über sich selbst und über ihre Wünsche und Ziele. Besonders gut gefallen hat mir Ruby ab dem Punkt, als sie eine Entscheidung über ihre Zukunft getroffen hat, daraufhin war ihr Auftreten deutlich stärker und sicherer, man merkte deutlich, dass sie beruflich vollkommen zufrieden ist.
Die Anzahl der restlichen Charaktere ist ziemlich überschaubar. Viele Personen sind bereits aus dem ersten Band bekannt, nur wenig neue kommen hinzu. Ihnen allen wurden authentische und vor Leben sprühende Züge grundgelegt, was sie mitreißend und sehr sympathisch macht!

Fazit
Ich hatte unglaublich viel Freude an der Lektüre des Buches und bin am Ende richtig begeistert davon. Meiner Meinung nach hat alles gepasst, von der Schreibweise, über die Protagonisten, das Setting oder die Stimmung. Ich habe keinen Punkt, den ich kritisiere oder etwas negativ betrachte, die Handlung war durch und durch rund und es hat mir viel Spaß gemacht, mich auf die Geschichte einzulassen und alles andere zu vergessen! Eine große Empfehlung meinerseits, wenn ihr leichte Geschichten mögt, die nicht zu kitschig sind, dann werdet ihr mit diesem Buch sehr schöne Lesestunden haben!

Das wunderbare Wollparadies

Handlung
Auch nach einigen Jahren als Besitzerin eines Wollladens in der Valerie Lane ist Susan noch immer mit viel Herzblut bei der Sache. Sie liebt nicht nur den täglichen Umgang mit den Kunden und der Wolle, sondern häkelt tagtäglich wunderschöne Sachen, die sie nicht nur verkauft, sondern auch zum Teil an Bedürftige verschenkt. Auch ihre Freundinnen statten dem kleinen Laden immer wieder gern einen Besuch ab, bringen Schokolade, Tee oder ähnliches vorbei oder kommen zum Austausch von Neuigkeiten. Den Susan gilt in der kleinen Gemeinschaft als eine Person mit einem riesigen Herz und durch ihre ruhige, bodenständige Art verteilt Susan zahlreiche Hinweise und Ratschläge.
Dabei hat die Besitzerin des Ladens auch selbst mit den Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen und besitzt Geheimnisse, die sie tief in ihrem Herzen verschlossen hält. Bis dieser eine Winter anbricht, der alles in Susans Leben verändern wird.

Meinung
Nachdem mir der erste Teil des Doppelbandes richtig gut gefallen hat, war ich mit viel Vorfreude auf Susan und ihr Wollparadies erfüllt. Und das Buch ging auch gleich mit einer Überraschung los: eine Geschichte, die in der Weihnachtszeit spielt. Passt ja perfekt zu der derzeitigen Jahreszeit und ich war unglaublich gespannt auf die Darstellungen der zauberhaften Valerie Lane im Winter. Voller Freude auf die kommende Geschichte bin ich also mit dem zweiten Band gestartet und sofort hat sich wieder eine sehr angenehme und flüssig lesbare Sprache herauskristallisiert. Ich hatte innerhalb von kurzer Zeit direkt gut 100 Seiten gelesen und wenn ich darauf folgend noch mehr Zeit gehabt hätte, wären mindestens noch einmal so viele hinzugekommen. Ich konnte mich beim Lesen fallen lassen, konnte alles um mich herum vergessen und mich komplett auf die Geschichte einlassen. Es gibt schon am Anfang direkt wieder ganz wunderbare Beschreibungen der Valerie Lane und von Susans Lebenssituation, gleichzeitig empfand ich es sehr interessant, einen näheren Blick auf ihr Wesen zu erhalten. Den bisher war mir Susan sympathisch, aber noch etwas zu verschlossen. Jetzt konnte man endlich nachlesen, was in ihrem bisherigen Leben passiert ist und was sie bewegt. Dadurch wurde ihr Charakter für mich greifbarer, sie zeigte viele menschliche Seiten und langsam öffnet sie sich dem Leser, aber auch anderen Protagonisten...
Kurz gesagt gibt es also eine wunderbar leichte Alltagssprache, oft nehmen die Protagonisten kein Blatt vor den Mund und reden frei heraus. Unter anderem dadurch entstehen authentische Situationen und es macht einfach Spaß, das Buch zu lesen.
Wobei ich finde, dass der Sprache diesmal irgendwie mehr Ernsthaftigkeit zugrunde liegt. Vielleicht wird dieser Eindruck ja auch durch Susans Charakter verstärkt. Aber ich finde, dass sich die Freundinnen diesmal nicht ganz so oft necken und den Ereignissen etwas mehr Ruhe zugrunde liegt. Wobei mir gerade einfällt, dass dies auch an der Handlungszeit, der Vorweihnachtszeit liegen könnte... Auf jeden Fall fand ich dies irgendwie passend und ich mochte es sehr. Die Schreibweise wurde im Grunde etwas Susans Charakter angepasst und das finde ich gut!

Auch schon in Rubys Geschichte gibt es auch diesmal wieder ab und an kleine Rückblicke in die Vergangenheit, wo man direkt miterleben kann, welche Situationen die Protagonisten durchlebt haben und welche Folgen dies auf die Zukunft und ihr derzeitiges Ich hat. Das war wirklich wichtig und hilfreich, immerhin wird immer mal auf die Vergangenheit und nicht so schöne Erlebnisse hingedeutet und so kann man besser verfolgen, was damit gemeint ist und die Personen auch besser verstehen, weshalb sie so handeln oder auf diese Weise denken.

Diesmal hat sich Manuela Inusa mit den Beschreibungen der weihnachtlichen Valerie Lane wirklich übertroffen. Es war einfach absolut traumhaft, die Straße, welche bisher aus den anderen Jahreszeiten bekannt ist, nun auch im Winter mit Schnee, aber auch mit Dekorationen zu erleben. Meine Fantasie und mein Vorstellungsvermögen waren unglaublich hoch und jede Szene wirkte am Ende noch festlicher und einladender. In diesem Band gibt es die traumhaftesten Beschreibungen und Ausschmückungen der niedlichen Straße und allein dafür lohnt es sich, den Roman zu lesen!
Und so schön die Straße beschrieben wurde, so gut haben mir auch die Beschreibungen von Susans Wollladen oder ihrer Wohnung gefallen. Obwohl hierzu recht wenige Worte gefallen sind, entstanden doch lebhafte und farbenfrohe Bilder vor Augen und ich konnte mir diese beiden Orte ebenfalls richtig gut vorstellen. Von beiden ging eine tolle Wärme und Lebendigkeit aus, dass man sich in den Settings einfach wohlfühlen musste.

Diesmal empfand ich die Stimmungen nicht immer als so greifbar. Oft habe ich mit den Damen, allen voran mit Susan mitfühlen können, doch häufig wurde auch nichts übertragen. Obwohl Susan bereits viele Emotionen und Gesichter von sich gezeigt hat, hätte es mir doch gut gefallen, wenn sie in einer Szene auch mal richtig wütend wird und auf den Tisch haut, einfach ihre Meinung und ihre Geheimnisse preis gibt. Ich glaube, das würde nicht nur ihr guttun, sondern als Leser bekommt man noch eine andere Seite zu sehen, kann dadurch eine bessere Bindung zu ihr aufbauen und womöglich besser mit Susan mitfühlen.

Ich finde es schade, dass Susan zwar eine Entwicklung hinlegt, die eindeutig in die richtige Richtung geht, aber sich nicht vollkommen öffnet. Oft bleibt sie etwas scheu und gibt ihre Geheimnisse erst sehr spät preis. Und genau das hätte ich mir eher gewünscht. Mir hätte es gefallen, wenn Susan all ihren Freundinnen ihre Erlebnisse mitteilt und sich ihnen anvertraut. Dann wäre die Entwicklung komplett und viel besser sichtbar gewesen, was ich richtig gut gefunden hätte. Leider bleibt sie noch immer ziemlich verschlossen und man merkt, dass ihre Wandlung noch nicht vollendet ist und diese wahrscheinlich nach dem Ende des Buches weitergeht.
Ich mag es immer sehr zu lesen, wie sich auch die Leben der anderen Damen aus der Valerie Lane entwickeln und in welchem Punkt ihres Lebens sie mittlerweile stehen. Zudem ist es einfach schön, sie auf diese Weise wiederzusehen und ein Update zu ihnen zu erhalten.
Auch diesmal wurden die Nebenakteure wieder mit sympathischen und liebenswerten Wesen ausgestattet und es war schön zu sehen, dass sie ihrem Charakter treu geblieben sind und noch reifer und erwachsener, aber auch zufriedener mit sich und ihrem Leben geworden sind.

Die Spannung befindet sich auf einem recht niedrigen Niveau, stattdessen eignet sich das Buch hervorragend dafür, beim Lesen alles andere auszublenden und sich einfach fallenzulassen. Und genau das war mir möglich. Die Ereignisse plätschern vor sich hin, man muss während des Lesens nicht mitdenken, kann sich entspannen und leicht auf die Geschichte einlassen. Genau das war auch meine Erwartungshaltung und spannungsreiche Szenen oder zu viel Drama wären auch absolut unpassend gewesen.

Fazit
Ach, ich freue mich richtig, dass es noch drei verbleibende Geschichten über die Valerie Lane gibt und ich noch dreimal das Vergnügen haben werde, gedanklich in diese traumhafte Straße und zu den Freundinnen zu reisen. Wobei ich fast schon glaube, dass das Setting nicht besser werden kann als in diesem Band. Es ist einfach traumhaft, die Beschreibungen lassen die Valerie Lane in nochmals anderem Licht erscheinen und diese Geschichte zur Adventszeit zu lesen ist einfach nur toll und stimmungsvoll!
Ich habe einen kleinen Kritikpunkt, ich habe mir bei der Darstellung von Susan eine stärkere Entwicklung gewünscht und ich finde es schade, dass sie gegenüber ihren Freundinnen nicht offener ist und sich ihre Erlebnisse einfach von der Seele redet. Ansonsten hatte ich unglaublich viel Freude daran, wieder auf Susan und ihre Freundinnen zu treffen und bin sehr zufrieden mit der Geschichte und lege sie euch gerade zu dieser Jahreszeit sehr ans Herz!

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Veröffentlicht am 22.11.2020

Schwert und Krone - Preis der Macht

Schwert und Krone - Preis der Macht
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Handlung
1167
Der Italien-Feldzug von Friedrich Barbarossa verläuft alles andere als glücklich. Er muss nicht nur mit ständigen Angriffen rechnen, sondern im Feldlager macht sich eine Seuche breit, die ...

Handlung
1167
Der Italien-Feldzug von Friedrich Barbarossa verläuft alles andere als glücklich. Er muss nicht nur mit ständigen Angriffen rechnen, sondern im Feldlager macht sich eine Seuche breit, die gnadenlos ist. Nur mit Mühe und Glück kann Barbarossa zusammen mit seiner Frau, Kaiserin Beatrix, und den gemeinsamen Kindern fliehen.
Und auch in seinem Reich steht der Kaiser vor neuen Problemen. Zwischen Heinrich dem Löwen und dessen Feinden herrschen erbitterte Kämpfe, keiner möchte nachgeben. Friedrich muss schlichten, dabei will die Entscheidung gut überlegt sein. Bleibt er auf der Seite seines Vetters, hat in diesem einen starken Verbündeten oder gibt er zahlreichen Fürsten des Landes recht und zieht Konsequenzen für das Verhalten von Heinrich? Schließlich wird dieser immer hochmütiger, nimmt sich zahlreiche Rechte heraus und dies wird durch die Hochzeit mit der englischen Königstochter Mathilde noch verstärkt...

Meinung
Wie schon bei den restlichen Bänden der Reihe gibt es auch diesmal wieder ein gleich aufgebautes Cover, lediglich die Hintergrundfarbe hat sich geändert. Anfangs hatte mir das Lila nicht so recht gefallen, als ich den Roman schließlich in den Händen gehalten hatte, änderte sich meine Meinung schlagartig. Die Farbe wirkt edel, harmoniert perfekt mit den goldenen Details und wirkt irgendwie königlich. Und genau das ist dieser letzte Teil in meinen Augen, weshalb ich die Farbgebung mittlerweile als sehr passend empfinde und es einfach toll aussieht!

Seitdem ich den ersten Roman von Sabine Ebert gelesen habe, bin ich von ihren Werken sehr angetan. Sie schafft es, auf eine eingängige und korrekte Weise Geschichte zu erzählen, bei der man nicht nur lernen kann, sondern auch gleichzeitig gut unterhalten wird. Dieser Mix ist sehr spannend und lässt bisher jedes Buch zu einem Highlight werden.
Dem letzten Band der Schwert und Krone-Saga habe ich einerseits mit viel Vorfreude entgegengeblickt, gleichzeitig wurde ich wehmütig und wollte nicht, dass diese famose Reihe endet. Und irgendwie hat es sich auch merkwürdig angefühlt zu wissen, dass die Saga damit fertig ist und ich mich nicht schon jetzt auf eine Fortsetzung freuen kann... Am Ende überwog dann aber doch die Spannung, welches Ende die Reihe finden wird und ich habe mich sehr auf das Lesen gefreut. An dieser Stelle auch noch einmal ein herzliches Dankeschön an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar, es war ein reines Vergnügen, wieder einmal in das Mittelalter eintauchen zu können!

Und wie auch schon bei den ersten vier Bänden der Saga gibt es auch diesmal wieder ein sehr umfangreiches und weiterführendes Material, welches sich sowohl am Anfang des Buches, als auch am Ende wiederfindet. So gibt es auf den Umschlaginnenseiten einmal eine Karte vom Römisch-Deutschem Kaiserreich zur Zeit der Handlung, wo man teilweise Wege nachverfolgen kann und einen genauen Blick darauf hat, wie die Grenzen früher mal waren und wo sich welches Fürsten- oder Herzogtum befand. Man kann die Besitzverhältnisse also genau betrachten, zudem war es für mich einfacher nachzuvollziehen, wie Verteilungen von Besitz einen Sinn machen und wo sich Kontrahenten ungefähr gegenseitig belagert und bekriegt haben.
Und am Ende des Buches wurden auf der Innenseite noch einmal alle fünf Teile der Reihe abgedruckt. So kann man sie vereint sehen, zudem finde ich, dass dies ein passender Abschluss des Buches und der Saga ist!

Außerdem wurde noch vor dem Beginn der Handlung sehr ausführlich und erklärend aufgelistet, welche Personen im Roman auftreten werden, welchem historischen Geschlecht sie angehören und in welchem Zusammenhang die Protagonisten auftreten. Man kann so sein Gedächtnis auffrischen und sich das Verzeichnis anschauen, mir sind auf diese Weise direkt viele Details aus den vorherigen Bänden eingefallen, wodurch ich einen angenehmen und guten Start in den Roman hatte. Zudem trifft man viele Bekannte wieder, auch solche, die in der Hebammen-Saga eine größere Rolle spielen und mir daher bereits bekannt sind.
Allein durch den Blick auf das Personenverzeichnis zeigte sich wieder, dass Sabine Ebert in diesem Epos vor allem mit historisch verbürgten Personen arbeitet und sie den Mittelpunkt der Handlung bilden. Nur sehr selten tritt mal eine Figur auf, die der Fantasie entsprungen ist und fiktiv ist. Stattdessen hat so gut wie jede Person tatsächlich gelebt und gewirkt und mir sind an keiner Stelle große Unterschiede bei der Darstellung aufgefallen. Sowohl die realen, als auch die fiktiven Personen haben einen großartigen Charakter erhalten, der einzigartig ist und einer jeden Figur gerecht wird. Sie haben alle besondere Züge und Merkmale erhalten, anhand derer man die Personen auseinanderhalten kann und durch die sie im Gedächtnis bleiben. Es gibt also ein harmonisches Zusammenspiel zwischen historischen Persönlichkeiten und fiktiven Personen, was gut zusammenpasst und ein vielseitiges Bild von Situationen und der Zeit um 1160 gibt.
Außerdem möchte ich noch hervorheben, wie unglaublich ich es finde, dass es der Autorin so gut gelungen ist, den historischen Persönlichkeiten gerecht zu werden und ihnen ein so lebendiges Bild zu verleihen. Immerhin sind sie schon weiter über 800 Jahre tot und als einzige Quellen gibt es alte Berichte und Urkunden, die einen Blick auf das Leben und die Personen um 1160- 1195 geben.
Bei dem Blick ins Personenverzeichnis wird außerdem sofort deutlich, dass vor allem die historischen Persönlichkeiten im Vordergrund stehen und auf ihnen der Fokus liegt. Über ihr Leben, gesellschaftlichen Konventionen und zahlreiche Ereignisse der Handlungszeit wird berichtet, nur selten tauchen Figuren auf, die keinem adligen Stand angehören und auf diese Weise entsteht ein Roman, der ganz klar ein großes Stück deutscher Geschichte erzählt.

Als Abschluss des Roman gibt es einen sehr ausführlichen Anhang, der einiges erklärt und viel interessantes beherbergt. Nicht nur gibt es ein erklärendes Nachwort, anhand dessen sich manche Situationen noch besser verstehen lassen, sondern auch zahlreiche Stammtafeln der Geschlechter, die ich diesmal häufig genutzt habe. Sei es um zu schauen, wie alt manche Protagonisten mittlerweile sind oder um zu schauen, wie viele Nachkommen sie haben werden und an wen manche Titel mal vererbt werden.
Darauf folgend gibt es ein Glossar, welches zahlreiche Begriffe erklärt, die mir meistens bekannt, teilweise aber auch unbekannt waren. Dieses habe ich während des Lesens nur selten genutzt, meist konnte ich mir vorstellen, was mit den Worten gemeint ist, nur vielleicht zwei-drei Mal war mir ein Wort nicht geläufig.
Und zu guter Letzt wurde noch eine sehr umfangreiche Zeittafel abgedruckt, die sich von 1137 bis 1215 erstreckt. Hier werden auch nochmal einige Ereignisse aus den ersten Bänden erwähnt, zudem gibt es einen kleinen Ausblick in die Zukunft und künftige Ereignisse finden Erwähnung. Ich empfand diese als schlüssigen und sehr passenden Abschluss der Reihe. So kann man nochmal nachlesen, wie viel Geschichte sich in den fünf Büchern versteckt, was man alles zusammen mit den Personen erlebt hat und man kann sich das gerade Gelesene nochmals vor Augen rufen und verarbeiten. Ein würdiger Abschluss einer tollen Reihe!

Der Roman wurde in drei Teile gegliedert, die dann jeweils noch einmal in Abschnitte gefasst wurden. Jeder neue Teil, als auch die neuen Abschnitte besitzen eigene Überschriften, die in knapper und prägnanter Weise das folgende Kapitel zusammenfassen und daher immer sehr passend gewählt wurden. Weiterhin wird vor dem Beginn neuer Abschnitte immer angesprochen, welche wichtigen Figuren, die auch im Personenverzeichnis erwähnt wurden, im Folgenden auftreten, der Handlungsort und auch die Handlungszeit des folgenden Kapitels wurden genannt. Somit kann man immer genau verfolgen, wie viel Zeit seit dem Beginn der Handlung vergangen ist, wie alt die Protagonisten mittlerweile sind und besitzt auf diese Weise immer einen zeitlichen Überblick, was auch wichtig war. Schließlich erstreckt sich die Handlung über 35 Jahre und ansonsten hätte man leicht den Überblick verlieren können, den oft wurde einige Zeit übersprungen, um die Handlung nicht zu viel zu strecken und ihr einen Rahmen zu geben. Und trotzdem erhält man stets kurze Informationen, was in der übersprungenen Zeit geschehen ist, um nichts zu verpassen. Dies wird in Nebensätzen und oft ganz nebenbei genannt, sodass der Lesefluss nicht verloren geht und man dem Folgenden weiterhin so tadellos folgen kann. Auf diese Weise bleiben am Ende auch keine Fragen zurück, sondern die Handlung ist rund und stimmig.

Es gibt einen nahtlosen Übergang vom vierten auf den finalen fünften Band. Die Handlung setzt im Grunde wieder dort ein, wo sie geendet hat und ich hatte dadurch einen sehr angenehmen Start in den Roman. Mir sind direkt wieder zahlreiche Details eingefallen und ich daher konnte ich mich leicht und schnell wieder auf die Handlung einlassen. Dies hängt unter anderem auch mit der sehr angenehmen und bildhaften Sprache zusammen, die sich über den ganzen Roman erstreckt, ihm viel Authentizität und Glaubwürdigkeit verleiht. Im Grunde wird eine recht einfache, wenn auch keine Umgangssprache genutzt, die ein schnelles und flüssiges Lesen ermöglicht. Und anhand mancher historischer Begriffe, als auch anhand der Protagonisten und den zahlreichen historischen Ereignissen erhält die Sprache einen guten Anspruch und trägt viel dazu bei, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Außerdem gibt es, wie ich bereits erwähnt hatte, sehr interessante und tiefgehende Personenzeichnungen, die Szenen wurden lebendig und authentisch beschrieben und auch das Setting konnte überzeugen. Dies vermischt mit den politischen Entwicklungen bildet einen sehr reizvollen Inhalt und zeichnet auch den Roman aus.
Gleichzeitig war es meiner Meinung nach wichtig, beim Lesen immer sehr konzentriert zu sein, oft gibt es kleine versteckte Andeutungen und Botschaften, die sich nur durch sehr aufmerksames Lesen richtig zeigen. Zudem konnte man so Zusammenhänge besser in Verbindung bringen und bei mir hat dies bewirkt, dass ich sehr flott durch die Geschichte gekommen bin und den Roman innerhalb von nicht mal drei Tagen ausgelesen hatte. Dies hatte ich mir auch extra so vorgenommen, eigentlich wollte ich das Buch innerhalb eines Wochenendes lesen, am Ende war ich noch schneller damit fertig.

Wie üblich in mittelalterlichen Romanen, findet der Hauptteil der Szenen in Burgen und Schlössern statt, was einen ganz eigenen Reiz hat. Immerhin sind dies Wohnorte, die irgendwie magisch sind und heute meist nur noch als Sehenswürdigkeiten dienen. Unter anderem mag ich auch dadurch historische Romane so gern, sie geben Einblicke in vollkommen unterschiedliche Lebensweisen und man kann sich von diesen ein gutes Bild machen.
Auf jeden Fall gibt es im Roman wunderbare Darstellungen von den Handlungsorten, viele Burgen, als auch die Räume davon konnte ich mir ziemlich gut vorstellen und sie bildeten eine geeignete Grundlage für die Szenen. Und immer noch ist mein liebstes Setting der Meißener Burgberg. Vielleicht, weil ich ihn mir am besten vorstellen konnte, vielleicht weil er mir bereits aus der Hebammen-Reihe noch gut im Gedächtnis geblieben ist. Dort herrschen herausragende Dynamiken, ich hatte die meisten Bilder vor Augen und dies ist einer der Orte, wo verschiedene Gesellschaftsschichten aufeinandertreffen.
Ich finde es besonders gut, dass auch erwähnt wird, dass nicht alle Aspekte am Leben im Schloss positiv waren und die Bewohner sich durchaus mit einigen Problemen herumschlagen mussten. Den dies ist ein wichtiger Punkt, der gerne außen vorgelassen wird und die Zeit wird häufig etwas romantisiert.
Ein wenig Schwierigkeiten hatte ich auch diesmal mit dem Heerlager von Friedrich Barbarossa oder auch den Hoftagen. Obwohl ab und an Zahlen genannt wurden, mit wie vielen Rittern und Dienerschaften die Herrschaften anreisen, fiel es mir schwer mir vorzustellen, wie die Dimensionen dessen sind und die Größe schien unglaublich. Aber ich werde dies nicht negativ in meiner Bewertung anlasten, schließlich sind dies Situationen, die man sich heutzutage nur noch schwer vorstellen kann, die einfach nicht mehr üblich sind.

Ab und an war es mir doch möglich Stimmungen wahrzunehmen. Diese waren häufig von negativer Natur und besonders Wut, Abscheu oder gar Hass haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Im Gegensatz dazu habe ich nur selten eine freudige Laune wahrgenommen, solche Emotionen tauchten allgemein nicht sonderlich häufig auf. Was ich ein bisschen schade fand, gab es doch einige Szenen, in denen mehr Freude angebracht gewesen wäre.
Die Stimmungen passten immer sehr gut zu der jeweiligen Situation und waren nachvollziehbar. Man kann zwar als Leser nicht sonderlich gut mit den Protagonisten mitfühlen, wahrt eine gewisse Distanz, aber es trägt dazu bei, dass man sie noch lebendiger wahrnimmt und die Situationen einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Zu den Personen hatte ich ja bereits einiges gesagt. Sie wurden, egal ob historisch belegt oder fiktiv, alle gleichwertig behandelt und haben eine angenehme und passende Zeichnung erhalten. Ihre Emotionen und ihr Handeln wirkten natürlich und auch Gedankengänge und darauf folgende Entscheidungen und Handlungen konnte ich häufig gut nachvollziehen und verstehen. Es gibt gelungene Zusammenspiele der Protagonisten, ich mochte es, wie sie verschiedene Fassaden von sich selbst zeigen und man ein wenig in ihr Gefühlsleben blicken kann. Dadurch habe ich viele auf ihre Art ins Herz geschlossen und für die Zeit der Lektüre, sind zahlreiche der Personen für mich lebendig geworden.

Fazit
Ach, wie sehr habe ich mich auf diesen fünften und leider auch finalen Band der Schwert und Krone-Reihe gefreut. Jedes Buch der Reihe, welches ich bisher gelesen hatte, war einfach grandios und hat mir nicht nur schöne, sondern auch informative Lesestunden beschert und einen guten Einblick in das Leben im Mittelalter, aber auch der einzelnen Personen gegeben. Und genau das war auch diesmal wieder der Fall, ich habe den Roman mit unglaublich viel Freude begonnen und bin am Ende der Meinung, dass es sich wieder um ein rundes, stimmiges und gut durchdachtes Werk handelt, welches einen würdigen Abschluss der Saga bildet. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich etwas traurig bin, dass es nun vorbei ist und ich mich nicht auf eine Fortsetzung freuen kann. Den irgendwie hat das in den letzten Jahren dazugehört. Nun halte ich hoffnungsfroh nach neuen Werken der Autorin Ausschau und bin mir sicher, in den kommenden Jahren noch häufig die Schwert und Krone-Reihe in die Hand zu nehmen. Eine sehr große und von Herzen kommende Empfehlung meinerseits!

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