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Veröffentlicht am 28.12.2020

Lebensgeschichte inclusive ein paar guter Tipps

Eine Frau, ein Plan
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Maye Musk ist eine wirklich interessante Frau, sie ist nicht nur die Mutter der Innovations-Legende Elon Musk, des Gastronom Kimbal Musk und der Filmemacherin Tosca Musk, nein, sie war selbst erfolgreich ...

Maye Musk ist eine wirklich interessante Frau, sie ist nicht nur die Mutter der Innovations-Legende Elon Musk, des Gastronom Kimbal Musk und der Filmemacherin Tosca Musk, nein, sie war selbst erfolgreich in der Ernährungsberatung tätig und ist auch mit 71 noch ein gefragtes Modell und Keyspeaker. Doch das war nicht immer so und ihr ist das Glück und der Erfolg nicht in den Schoß gefallen!

Das Buch, “Eine Frau, ein Plan”, beschreibt alle Stationen im Leben von Maye Musk bis heute, ihre Kindheit und deren Prägung, ihr problematische Ehe und der Kampf hinaus in die Selbstständigkeit und Selbstachtung. Den Schreibstil von Maye Musk finde ich erfrischend ehrlich und authentisch. Sie schreibt offen über ihre Fehler, das macht sie mir sympathisch! Als alleinerziehende Mutter musste sie sich mit ihren drei Kindern durchs Leben kämpfen, durch bewundernswerten Mut zur Selbstständigkeit, auch wenn es darum ging in einer fremden Stadt/Land noch einmal von vorne zu beginnen. Ihre Kindheit schildert sie als ein Abenteuer, mit Eltern die nicht nur mit dem Auto unterwegs waren, sondern auch mit dem eigenen Flugzeug und das in den 50er Jahren, zunächst in Kanada, dann in Süd-Afrika. Einen konkreten Plan konnte ich jetzt nicht ganz ableiten, dafür gibt es ein paar einleuchtende Empfehlungen, neben einfachen Ernährungstipps, die ich sehr bodenständig und vernünftig fand:) dazu jede Menge positive Gedanken und der Rat zur Hartnäckigkeit! Den Titel des Buches finde ich sehr unpassend, besser wäre vielleicht “Nur nicht unterkriegen lassen”, oder “Positives/selbstbewusstes Leben”.

Mein Fazit: Maye Musk ist eine sympathische, authentische und schöne Frau, die nicht so künstlich erscheint, wie viele dieser gelifteten Kunstobjekte, die man heutzutage auf allen Kanälen sieht. Das wird auch auf ihrem Instagram-Account deutlich! Besonders gut gefällt mir ihr Faible für verrückte Outfits, denn auch mit über 70 kann man sich noch modisch kleiden:) Ihr Buch inspiriert, ermutigt und gibt einige Lebensweisheiten für schwierige Situationen weiter. Es ist unterhaltsam, dabei zwar kein Meisterwerk, habe ich aber auch gar nicht erwartet. Ihre Biografie zeigt auf alle Fälle: Nur keine Angst vorm Älterwerden;) mit Mut, Stil und Anmut ist es möglich selbstbewusst durchs Leben zu gehen.

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Veröffentlicht am 25.12.2020

Bedrückende Geschichte einer zerrissenen Frau

Grace. Das Mädchen mit den weißen Handschuhen
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Grace Kelly, ist auf dem Weg nach oben, bekannt für ihre Disziplin und Strebsamkeit absolviert sie ihre Ausbildung als Schauspielerin. Doch ihr Traum von einer Karriere am Theater und Ruhm am Broadway ...

Grace Kelly, ist auf dem Weg nach oben, bekannt für ihre Disziplin und Strebsamkeit absolviert sie ihre Ausbildung als Schauspielerin. Doch ihr Traum von einer Karriere am Theater und Ruhm am Broadway erfüllen sich nicht. Über ihre Erfolge als Modell und etliche Fernsehspiele kommt sie zum Film und nach Hollywood. Dabei begegnet ihr einiges an Männern, meist schon etwas älter...



Dieser Roman, "Grace. Das Mädchen mit den weißen Handschuhen" von Autorin Kerri Maher, zeichnet das Leben von Grace Kelly, der berühmten Schauspielerin und späteren Fürstin von Monaco nach. Der Werdegang zum Filmstar wird sehr detailliert geschildert, dabei werden die Träume und Wünsche dieser jungen Frau deutlich, alles im Rahmen des damaligen Denkens und Zeitgeistes. Das gelingt der Autorin wirklich recht gut, allerdings könnte die Geschichte dabei noch ein wenig mehr Herzblut und Feuer vertragen. Auch in der späteren Rolle als Fürstin wirkt Grace, blass, unnahbar und teils gar unsympathisch. Man fragt sich beim Lesen des Öfteren was ist fiktiv und was wirklich wahr. Wechselte sie von der Rolle, als berühmte Schauspielerin endlich die Aufmerksamkeit des Vaters erringen zu können, einfach nur gänzlich in die Rolle der Frau, die einem Fürsten gefallen muss? Es ist sicherlich traurig, die eigenen Wünsche nur hinten anzustellen und diese unglaublichen Ansprüche an sich selbst zu stellen. Ihre Zerrissenheit wird deutlich, doch so ganz überzeugt von ihrer Persönlichkeit war ich am Ende nicht. Die Stärke und Kraft ihrer Jugend wurden plötzlich ersetzt durch eine gelangweilte Frau voller Unterwürfigkeit. Viel Fiktion, dazu fixe Daten der Filmgeschichte und anderer Lebensereignisse im Wechsel bremsen öfters mal den Lesefluss.

Mein Fazit: Grace war sicherlich eine sehr interessante Figur des öffentlichen Lebens, doch habe ich mir ihre Person etwas lebhafter und leidenschaftlicher vorgestellt, die erwähnte Rolle der Eisprinzessin konnte die Autorin für mein Gefühl nicht ausräumen. Der Roman ist ganz unterhaltsam, er enthält etliche Informationen zur Schauspielerin und den Filmen von Grace Kelly, der Part Fürstin ist etwas dürftiger gehalten.

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Veröffentlicht am 21.11.2020

Sehr speziell, sorgt für einige Verwirrung!

Die Djurkovic und ihr Metzger
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Restaurator Willibald Adrian Metzger freut sich so sehr auf seine bevorstehende Hochzeit, sodass er sogar bereit ist sich einen neuen Anzug zuzulegen. Doch seine Zukünftige entwickelt merkwürdige Allüren, ...

Restaurator Willibald Adrian Metzger freut sich so sehr auf seine bevorstehende Hochzeit, sodass er sogar bereit ist sich einen neuen Anzug zuzulegen. Doch seine Zukünftige entwickelt merkwürdige Allüren, quartiert sie ihn doch kurzerhand in seine Werkstatt um, zwecks geheimer Hochzeitsüberraschung und größerer Vorfreude. Doch das ist noch das harmloseste, was Hochzeit mäßig noch so alles auf ihn zukommt....

Im Laufe des Kriminalromans „Die Djurkovic und ihr Metzger“ kommt das Vorleben der Braut Stückchen für Stückchen ans Licht und sorgt für mächtig viel Aufregung im Leben von Willibald Metzger! Da dies mein erstes Buch aus der Feder von Thomas Raab ist, musste ich mich erstmal an den schon etwas speziellen Schreibstil gewöhnen, der jede Szene in sich kommentiert, oft recht ausschweifend daherkommt, und sarkastisch mächtig auf die Pauke haut. Dazu kommen die unterschiedlichsten Stilmittel, angeregte Konversationen, Code und Geheimagenten-Klatsch, deftiger Dialekt und Vergangenheiten-Rückschau. Es gibt Einiges zu verarbeiten für den Leser, an manchen Stellen beinahe zu viel des Guten, weniger wäre da oft mehr! Die Charaktere sind schräg und überzeichnet, auch die Story kommt reichlich übertrieben daher und oftmals haarsträubend.
Nachdem ich mich an den Stil gewöhnt hatte, fand ich die mafiöse Story aber zum Teil schon amüsant. Das es sich bei den Buch um den achten Teil einer Serie handelt, hat aber beim Verständnis gar nicht gestört!

Mein Fazit: Ziemlich schräge und verwirrende Lektüre, die einiges an Konzentration abverlangt. Die zahlreich enthaltenen Pointen sind witzig, die kriminelle Energie recht übertrieben aber dennoch schlüssig konstruiert. Der spezielle Humor ist sicherlich Geschmacksache, ich fand’s ganz unterhaltsam, aber auch teils anstrengend!

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Veröffentlicht am 09.04.2020

Ungewöhnlicher Roman

Die stummen Wächter von Lockwood Manor
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London 1939. Die Angestellte des National History Museums, Hetty Cartwright begleitet einen Teil der Säugetier-Sammlung des Museums aufs Land, um die präparierten Tiere zu Kriegsbeginn vor Bombenangriffen ...

London 1939. Die Angestellte des National History Museums, Hetty Cartwright begleitet einen Teil der Säugetier-Sammlung des Museums aufs Land, um die präparierten Tiere zu Kriegsbeginn vor Bombenangriffen auf London in Sicherheit zu bringen. Dort lebt sie zusammen mit den ihr anvertrauen Tieren in einem alten Herrenhaus, zusammen mit dem Hausherren Lord Lockwood, dessen Tochter Lucy und unzähligen Bediensteten. Die beiden gleichaltrigen Frauen freunden sich an, aber Lucys Nervenkostüm ist merkwürdig angespannt und sie leidet unter schlimmsten Alpträumen. Auch Hetty fühlt sich in dem großen Haus mehr und mehr unwohl, es passieren sehr dort merkwürdige Dinge. Tiere aus ihrer Sammlung verschwinden spurlos oder werden zerstört……


Da ich das „National History Museum“ in London einfach toll finde, habe ich mich unglaublich gefreut dieses Buch in Händen zu halten! Im Roman „Die stummen Wächter von Lockwood Manor“ von Autorin Jane Healey, geht um eine selbstbewusste Frau, selbstständig und Allein lebend, ein ungewöhnlicher Umstand in dieser Zeit! Auf der anderen Seite steht eine junge Frau, die zwar von Geburt aus privilegiert, aber abhängig und in die Normen ihres Standes gepresst ist.

Es ist ein leises Buch, die das Schicksal zweier unterschiedlicher Frauen erzählt, vor dem ungewöhnlichen Hintergrund einer wissenschaftlich präsentierten Säugetier-Sammlung. So wie Hetty an ihren Tieren hängt, merkt man auch die Liebe der Autorin zu diesem Metier. Der wissenschaftliche Background wirkt sehr gekonnt und professionell, bekommt dadurch aber natürlich etwas an Länge. Dafür ist die Stimmung zwischen den Protagonisten sehr gut eingefangen und die Beschreibung der Szenen sehr bildhaft! Ein angenehmer Schreibstil, sanfte Steigerung der Geschehnisse und ein Herantasten an das Wesentliche sorgt für dezentes Gruseln.

Ein Roman der zwar nur langsam an Fahrt aufnimmt, aber am Ende mit einigen Wendungen dennoch überraschen kann.
Sicherlich nicht jedermanns Sache. Mir persönlich hat er recht gut gefallen, ich fand das Thema interessant, er führt zurück in eine Zeit anderer Regeln und Gepflogenheiten, die uns heutzutage zum Glück fremd erscheinen!

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Veröffentlicht am 27.03.2020

Etwas enttäuschender Auftakt, die Hugenotten-Saga konnte mich leider nicht fesseln!

Die brennenden Kammern
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Carcassonne 1526- die 19-jährige Buchhändler-Tochter Minou Joubert, kümmert sich nicht nur liebevoll um ihre beiden kleinen Geschwister, seitdem ihre Mutter gestorben ist, auch den Laden des Vaters hält ...

Carcassonne 1526- die 19-jährige Buchhändler-Tochter Minou Joubert, kümmert sich nicht nur liebevoll um ihre beiden kleinen Geschwister, seitdem ihre Mutter gestorben ist, auch den Laden des Vaters hält sie am Laufen! Dort erhält sie von einem Fremden eine mysteriöse Warnung, die sie vor ein Rätsel stellt: „Sie weiß, dass ihr lebt!“ Welches Geheimnis versucht ihr Vater da vor ihr zu verbergen?

Vorerst wird Minou aber durch eine Begegnung mit dem attraktiven rothaarigen Piet Reydon aus Toulouse abgelenkt, einem jungen Hugenotten auf gefährlicher verdeckter Mission, dem sie bei seiner Flucht aus der Stadt helfen muss. Er befindet sich in großer Gefahr und die hilfsbereite Minou fackelt nicht lange, denn es ist Liebe auf den ersten Blick….



Der historische Roman "Die brennenden Kammern" von Autorin Kate Moos beschäftigt sich mit dem Thema Hugenotten/Katholiken-Konflikt in Südfrankreich in der Zeit um 1526. Es geht es um die Familiengeschichte des katholischen Mädchens Minou Joubert aus Carcassonne und die Mission des aus Holland stammenden Hugenotten Anhängers Piet Reydon. Dabei geht es Familien-Geheimnisse und religiöse Aktionen, geschickt eingewebt in die Handlung und erst zum Ende hin langsam ans Licht kommend.

Die Personen im Buch wirken auf mich dabei leider ziemlich konstruiert, puppenhaft und leblos. Ihre Emotionen wirken aufgesetzt und es war schwierig eine Verbindung zu ihnen aufzubauen. Gerade die Liebesgeschichte zwischen den Hauptprotagonisten gestaltet sich höchst emotionslos und fade! Der Verlauf der geheimnisvollen Geschichte ist zwar gut eingeteilt, dennoch hat die Handlung einige Längen, ist recht vorhersehbar und es kommt wenig Spannung auf! Die Autorin verliert sich in Details, Dialoge wirken hölzern und die Handlung abgehakt. Bei den Kriegshandlungen fand ich es oft schwierig die Zusammenhänge zu erfassen und den Sinn hinter den Ereignissen zu begreifen. Kaum kommt im Buch etwas Spannung auf, wechselt die Szenerie und der Spannungsbogen flacht ab. Viel zu viele Nebensächlichkeiten bremsen zudem den Lesefluss, das hat mich des Öfteren ausgebremst.

Die Handlung ist also alles andere als fesselnd, das fand ich sehr schade, ist das Thema doch recht interessant.

Hilfreich dagegen fand ich das Personenverzeichnis gleich zu Beginn der Lektüre, so fällt eine Differenzierung nicht ganz so schwer. Auch die Aufmachung, Cover und Gestaltung des Buches ist hochwertig und hat mir gefallen, auch ein Lesebändchen ist vorhanden.



Mein Fazit:

Ein interessantes Thema, von dem ich mir sehr viel versprochen habe, dessen Umsetzung aber nicht ganz gelungen ist. Bei diesem Roman musste ich mich bei einigen langatmigen Stellen manchmal regelrecht zum Weiterlesen zwingen. Im dritten Abschnitt wurde die Geschichte zum Glück dann etwas besser und auch spannender. Alles in allen vergebe ich für den historischen Roman drei Sterne.

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