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Veröffentlicht am 19.04.2021

Eine kostbare und faszinierende Familiengeschichte

Das Flüstern der Bienen
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Bei dem Buch „Das Flüstern der Bienen“ handelt es sich um einen Familienroman von Sofia Segovia, der in Deutschland im Jahr 2021 im List Verlag der Ullstein Buchverlage erschienen ist und in der gebundenen ...

Bei dem Buch „Das Flüstern der Bienen“ handelt es sich um einen Familienroman von Sofia Segovia, der in Deutschland im Jahr 2021 im List Verlag der Ullstein Buchverlage erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 480 Seiten umfasst. Übersetzt wurde der Roman aus dem mexikanischen Spanisch von Kirsten Brandt. Im Original ist er bereits im Jahr 2015 erschienen.

Die Familiensaga spielt im Mexiko zu Beginn des 20. Jahrhunderts und startet mit dem Auffinden des von einem Bienenschwarm umgebenen Babys Simonopio unter einer Brücke. Zum Erstaunen des ganzen Dorfes überlebt der Findeljunge und wird von der Familie Morales aufgenommen. Umgeben von seinen Bienen wächst Simonopio heran, erlebt die Zeit der mexikanischen Revolution, die spanische Grippe und wacht über seine Familie. Simonopio ist allerdings nicht nur von Menschen umgeben, die es gut mit ihm meinen. Manchen ist er aufgrund seiner speziellen Gabe und auch seiner körperlichen Entstellung nicht ganz geheuer…

Sofia Segovia gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren feinfühligen, poetischen und harmonischen Schreibstil in den Bann zu ziehen. Ich als Leserin konnte mich so ab der ersten Seite auf die wunderbar ausgearbeiteten Charaktere und die Familiengeschichte einlassen. Simonopio ist mir durch seine besonders feinfühlige Art schnell ans Herz gewachsen und der wilde, kleine Francesco sprudelt so herrlich voller Lebensfreude. Aus der Sicht dieses mittlerweile alt gewordenen Francescos wird auch die gesamte Geschichte erzählt. Einen sehr starken und faszinierenden Charakter stellt auch Beatriz Cortés de Morales, die Ziehmutter von Simonopio, dar. Ihr gelingt es, eine Balance zwischen Tradition und Moderne zu halten und so wichtige Entscheidungen für ihre Familie und die Zukunft zu treffen.

Ein kleiner Kritikpunkt von mir ist es, dass der Leser letztendlich nicht erfährt, warum der Junge von den Bienen umgeben ist - aber vielleicht ist dies eben der unerklärliche, magische Pinselstrich.

Fazit: Ein Roman, der es auf wunderbare Art und Weise schafft die Realität mit ein bisschen Magie zu würzen und so zu einem außergewöhnlichen Leseerlebnis wird. Mich hat der Roman sehr gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 05.01.2021

Ein emotionales Leseerlebnis

Hannahs Gefühl für Glück
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Das Buch „Hannahs Gefühl für Glück“ von Fran Kimmel ist im Jahr 2020 in der dtv Verlagsgesellschaft erschienen. Der Roman umfasst in der Taschenbuchausgabe 352 Seiten.

Kurz vor Weihnachten bringt der ...

Das Buch „Hannahs Gefühl für Glück“ von Fran Kimmel ist im Jahr 2020 in der dtv Verlagsgesellschaft erschienen. Der Roman umfasst in der Taschenbuchausgabe 352 Seiten.

Kurz vor Weihnachten bringt der ehemalige Polizist Eric Nyland die 12jährige Hannah mit nach Hause. Hannahs Mutter ist vor einiger Zeit gestorben und bislang wohnte sie beim Freund ihrer Mutter. Dieser kümmerte sich jedoch herzlich wenig um Hannah. Sie wirkt sehr vernachlässigt. Familie Nyland ist zunächst nicht davon begeistert, dass Hannah über Weihnachten bei ihnen bleiben soll, denn alle haben hier ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen. Von Weihnachten ist nichts zu spüren. Dann jedoch kann Hannah mit ihrer ganz besonderen Art nacheinander jedes Familienmitglied für sich gewinnen und auf einmal ist er da, der Zauber von Weihnachten.

Fran Kimmel gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren sehr flüssigen, atmosphärischen, emotionalen und dabei klaren Schreibstil in den Bann zu ziehen. Ich bin sehr davon abgetan, wie sehr ich mich in die Welt der Familie Nyland und Hannah dank der Autorin hineinfallen lassen konnte. Jeder der vorkommende Charaktere wurde von ihr fein ausgearbeitet, hat seine ganz speziellen Ecken und Kanten und die gesamte Familie hat sich gemeinsam mit Hannah in mein Herz geschlichen. Als Leser fiebert man während der ganzen Geschichte mit.
Ich spreche eine klare Leseempfehlung für dieses sehr zu Herzen gehende Buch aus.

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Veröffentlicht am 02.01.2021

Ein berührender, wunderschöner und mitreißender Roman

Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder (Die Kinderärztin 1)
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„Kinderklinik Weißensee – Zeit der Wunder“ von Antonia Blum ist 2020 im Ullstein Taschenbuch Verlag erschienen. Es umfasst in der Taschenbuchausgabe 432 Seiten. Es handelt sich hier um den ersten Teil ...

„Kinderklinik Weißensee – Zeit der Wunder“ von Antonia Blum ist 2020 im Ullstein Taschenbuch Verlag erschienen. Es umfasst in der Taschenbuchausgabe 432 Seiten. Es handelt sich hier um den ersten Teil einer Kinderärztin-Saga. Der zweite Teil ist für den September 2021 angekündigt.

Für Marlene und Emma Lindow geht ein Traum in Erfüllung. Sie dürfen ihre Ausbildung als Kinderkrankenschwestern in der Kinderklinik Weißensee beginnen und das obwohl sie aus einem Waisenhaus stammen, was für die Verhältnisse im Berlin der Zeit um 1910 alles andere als normal bzw. standesgemäß ist. Marlene und Emma zeichnen sich aber durch ihren starken Willen, ihr hohes Engagement als angehende Kinderkrankenschwestern und letztendlich durch ihr starkes Zusammengehörigkeitsgefühl aus. Während ihrer Ausbildung durchlaufen beide Höhen und Tiefen und um sie herum verändert sich die Welt und macht der Aufbruchsstimmung Platz.

Antonia Blum gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren flüssigen und packenden Schreibstil in den Bann zu ziehen. Man fühlt ab der ersten Seite sowohl was die Höhen als auch die Tiefen der fein ausgearbeiteten Protagonistinnen anbelangt mit und kann sich völlig in sie, aber auch die historischen Lebensumstände hineinversetzen.
Besonders bemerkenswert finde ich es, wie gut recherchiert die Geschichte, sowohl was medizinische als auch historische Fakten anbelangt, ist.

Fazit: Ein wunderschöner, feinfühliger und lesenswerter Roman.
Es war ein emotionales Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt der beiden Lindow-Schwestern einzutauchen.
Sehr gut könnte ich mir auch eine Verfilmung der Saga vorstellen.

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Veröffentlicht am 21.11.2020

Erfrischend komisch und schräg und dabei unglaublich bildgewaltig!

60 Kilo Sonnenschein
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„60 Kilo Sonnenschein“ von Hallgrimur Helgason ist im Jahr 2020 im Tropen Verlag erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 576 Seiten. Das Buch wurde ausgezeichnet mit dem isländischen Literaturpreis ...

„60 Kilo Sonnenschein“ von Hallgrimur Helgason ist im Jahr 2020 im Tropen Verlag erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 576 Seiten. Das Buch wurde ausgezeichnet mit dem isländischen Literaturpreis für den besten Roman des Jahres.

Im Zentrum der Geschichte steht zunächst die Person Eilifur. Dieser hat eine Familie mit zwei Kindern zu versorgen und lebt in äußerst ärmlichen Verhältnissen in einer kleinen Hütte in einsamen Island zur Zeit des Überganges vom 19. auf das 20. Jahrhundert. Um seiner Familie eine Freude zu Weihnachten zu machen, möchte er etwas Weizen besorgen. Nach seiner Rückkehr findet er jedoch nur noch seinen Sohn Gestur lebend vor. Der Leser darf nun das weitere Leben des Gestur mitverfolgen und lernt vielfältige teilweise sehr skurrile Personen kennen, die alle im kargen Island leben und den schwierigen Umständen dort trotzen.

Halligrimur Helgason erzählt die Geschichte von Eilifur und Gestur in einem langsamen Tempo mit einem ganz eigenen Humor, teilweise etwas derb, manchmal auch etwas auf die Spitze getrieben, aber auch ganz zart und feinfühlig und vor allem bildgewaltig. Mir persönlich hat dies sehr gut gefallen und ich habe die Geschichte gerne gelesen. Oft habe ich mich selbst beim Schmunzeln ertappt.
Sehr fasziniert hat es mich, wie der Autor es schafft, den Leser in die naturgewaltige Welt Islands zur damaligen Zeit eintauchen zu lassen.

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Veröffentlicht am 31.07.2020

Ein unglaublich berührender Roman vor der Kulisse der Nordsee

Das Meer in meinem Zimmer
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„Das Meer in meinem Zimmer“ von Jana Scheerer ist im Juli 2020 im Verlag Schöffling & Co. erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 256 Seiten.

Jolanda Jellerich macht gerade ihr Abitur ...

„Das Meer in meinem Zimmer“ von Jana Scheerer ist im Juli 2020 im Verlag Schöffling & Co. erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 256 Seiten.

Jolanda Jellerich macht gerade ihr Abitur und alles könnte so schön und unbeschwert sein in ihrem Leben – ist es aber nicht und dies schon über einen sehr langen Zeitraum.
In Rückblenden und aus der Ich-Perspektive berichtet Jolanda von ihrem schwierigen Vater, der psychisch erkrankt ist, Leukämie hatte und letztendlich daran verstorben ist. Zudem neigte er zur Gewalttätigkeit und war besessen von der Suche nach einem untergegangenen Schiff. Mit der schwierigen Lebenssituation ihres Mannes und letztendlich auch seinem Tod kommt Constanze, die Mutter von Jolanda, nicht klar. Sie steht hilflos und teilweise auch kopflos daneben, obwohl sie selbst Psychologin ist. Jolanda muss immer wieder Aufgaben übernehmen, die ihr sehr viel abverlangen, die ihr als Mädchen/junge Frau nicht gerecht werden und sie heillos überfordern.
Letztendlich muss sich die Familie in der neuen Konstellation zurechtfinden und es gibt Hoffnung.

Jana Scheerer gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren feinfühligen und fesselnden Schreibstil in den Bann zu ziehen. Ich als Leserin fühlte so ab der ersten Seite sowohl was die Höhen als auch die Tiefen von Jolanda anbelangt, mit und konnte mich gut in die Protagonistin hineinversetzen und ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen. Jolanda ist eine starke Protagonistin, die den Leser all ihre Gefühlsebenen durchlaufen lässt. Oft handelt es sich hier um die Hoffnungslosigkeit, aber auch um das Gefühl der Trauer, der Schwere der Verantwortung und der Ernsthaftigkeit, mit der Jolanda vielen Geschehnissen angeht. Beim Lesen ist diese Schwere oft direkt spürbar und man meint fast, davon erdrückt zu werden. Aber dies macht in meinen Augen auch den Reiz des Romans aus. Es ist sicherlich keine leichte Lektüre.
Besonders gefallen hat mir auch das Setting des Meeres, das immer wieder auftaucht und oft als Vergleich im Leben der Familie Jellerich herangezogen wird.

Fazit: Ein eindrücklicher Roman mit einer starken und modernen Protagonistin, die vom Verlust des Vaters innerhalb ihrer Familie erzählt und der Neuorientierung dieser.
Es war für mich ein berührendes Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Jolanda einzutauchen.

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