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Franziska19

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Veröffentlicht am 08.01.2021

Hart an der Grenze

Der Heimweg
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Ich habe bisher alle Fitzek-Bücher gelesen, man kann mich also schon als eine Art Fitzek-Fan bezeichnen. Jedes Jahr freue ich mich in der Winterzeit auf den neuen Thriller und auf Lesestunden voll beklemmender ...

Ich habe bisher alle Fitzek-Bücher gelesen, man kann mich also schon als eine Art Fitzek-Fan bezeichnen. Jedes Jahr freue ich mich in der Winterzeit auf den neuen Thriller und auf Lesestunden voll beklemmender Spannung - und zum Glück immer nachvollziehbaren Erklärungen und einem meist halbwegs guten Ende.

So habe ich mich auch auf "den Heimweg" gefreut. Das Thema hat mich sehr angesprochen, gerade in Corona-Zeiten hört man ja immer wieder davon, dass die Gewaltdelikte in der Familie in zahlenmäßig in die Höhe schnellen, aufgrund der Aktualität fand ich es deswegen gut, dass Sebastian Fitzek sich vorab schon mit diesem Thema auseinandergesetzt hat.

Die Handlung des Buches umreist nur einen einzigen Abend bzw. einer Nacht - aber in dieser Nacht passiert so einiges.
Es geht um Klara, die einen letzten Selbstmordversuch unternimmt. Sie leidet unter der Gewalt ihres Ehemannes und wird von einem Serienmörder bedroht, der sie am nächsten morgen umbringen wird, wenn sie bis dahin nicht ihren Ehemann umgebracht hat - eine ziemliche Zwickmühle. Auf dem Weg zu ihrem Vorhaben telefoniert sie mit Jules, der einen Freund am Begleittelefon vertritt. Er versucht Klara von ihrem Selbstmordversuch abzubringen, bekommt aber zunehmend selbst Probleme, da anscheinend auch er nicht alleine zu Hause ist, sondern nocj jemand anderes....

Dieser neue Thriller hat alles, was die Handschrift des Autors prägt: interessante Charaktere, verwirrende Verstrickungen und Wendungen, einen unglaublichen Spannungsbogen und die gewohnten fiesen Cliffhänger am Ende jedes Kapitels. Allerdings waren die Schilderungen der Gewalterfahrungen, die Klara erleiden musste, hart an der Grenze des aushaltbaren. Zwischendurch musste ich das Buch für ein paar Tage aus der Hand legen, weil ich das gelesene erstmal verdauen musste.
Im Schlusswort geht der Autor darauf ein und schildert seine These, die diesem Buch zugrunde liegt: Gewalt offenbart den Charakter des Menschen, weil sie einen unmittelbar zum Handeln zwingt.
Dadurch erscheint die unvorstellbare Gewalt irgendwie logischer, dennoch hoffe ich sehr, dass sie fiktion bleibt und kein Mensch solch abscheuliche Brutalität erleiden muss.

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Veröffentlicht am 11.12.2020

Ganz anders und irgendwie besonders

Die Bücherdiebin
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"Die Bücherdiebin" beschreibt das Leben des jungen Mädchens Liesel Memminger, welches mit zehn Jahren in eine Pflegefamilie gegeben wird. Auf der Fahrt zu dieser Familie stirbt ihr kleiner Bruder. Das ...

"Die Bücherdiebin" beschreibt das Leben des jungen Mädchens Liesel Memminger, welches mit zehn Jahren in eine Pflegefamilie gegeben wird. Auf der Fahrt zu dieser Familie stirbt ihr kleiner Bruder. Das ist die erste Begegnung Liesels mit dem Tod. Noch ein paar Mal wird sie ihm begegenen, aber immer nur als Außenstehende, nicht als Beteiligte.
Der Tod ist es auch, der dem Leser von Liesels Leben berichtet. Wie sie Vertrauen zu ihrem Pflegevater findet, über die komisch-verschrobene-liebevolle Art ihrer Pflegemutter, über ihren Jugendfreund Rudi, den sie doch so gerne geküsst hätte, über das Fortschreiten das Nationalsozialismus, über die Judenverfolgungen, die Veränderungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens und den "Alltag" während des Krieges, über Hunger, die Notwendigkeit des Stehlens, und letztendlich die Macht der Worte.

Ich habe zu Beginn den Aufbau des Buches erst überhaupt nicht verstanden und es braucht ein wenig Geduld sich auf den Schreibstil einzulassen. Wenn es dem Leser aber gelingt, dann ist es ein absolut empfehlenswertes Buch, welches im ganz kleinen Rahmen über die Grausamkeiten des 2. Weltkrieges berichtet.

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Veröffentlicht am 20.10.2020

Rache

Vendetta
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"Vendetta" ist das italienische Wort für "Rache" - und mit diesem Wort ist eigentlich das gesamte Motiv für den vorliegenden vierten Fall von Commissario Brunnetti zusammengefasst.
Vordergründig geht ...

"Vendetta" ist das italienische Wort für "Rache" - und mit diesem Wort ist eigentlich das gesamte Motiv für den vorliegenden vierten Fall von Commissario Brunnetti zusammengefasst.
Vordergründig geht es zunächst um einen Anwalt einer einflussreichen Familie, der tot aufgefunden wird. Seine verbliebene Frau und Tochter scheinen zunächst kein schlechtes Haar an den Familienvater kommen zu lassen. Doch dann entdeckt Brunettis Tochter Chiara einige brisante Fankten, die den Kommissar auf die richtige Fährte locken. Als schließlich noch zwei weitere Männer tot aufgefunden werden, entdeckt Brunetti eine Verbindung zwischen allen. Und diese Verbindung ist es schließlich auch, die den wahren Täter überführt. Was zunächst als Raubmord und Selbstmord in der Öffentlichkeit dargestellt wird, entpuppt sich als lange geplanter Rachemord, welcher seine Wurzeln in den tiefen von Venedigs Machenschaften mit Prostituierten hat.

Ich hatte dieses Buch schon lange auf meinem SUB, sodass ich den Klappentext vor dem Lesen mir nicht nochmal in Erinnerung gerufen habe. Umso überraschter war ich dann über den Verlauf der Handlung. Äußerst trickreich wird versucht den Leser auf eine falsche Spur zu schicken - umso erschreckender ist dann das Entdecken der wahren Geschichte. Ein schaurig guter Krimi.

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Veröffentlicht am 18.10.2020

Emotionaler und ehrlicher Erlebnisbericht

Mehr als wir uns erträumten
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Meines Erachtens nach wird in der Gesellschaft viel zu wenig über das Thema Frühgeburt oder Fehlgeburt gesprochen - dabei betrifft es so viele Frauen und Familien. Deswegen bin ich froh, dass es dieses ...

Meines Erachtens nach wird in der Gesellschaft viel zu wenig über das Thema Frühgeburt oder Fehlgeburt gesprochen - dabei betrifft es so viele Frauen und Familien. Deswegen bin ich froh, dass es dieses Buch gibt. Der finnische Schriftsteller Juha berichtet über die 3. und 4. Schwangerschaft seiner Frau Rose. Ungeschliffen erzählt er seine Sorgen, Ängste, und zarte Sprösslinge der Hoffnung. Ich konnte dieses Buch nicht an einem Stück lesen, sondern brauchte zwischen manchen Abschnitten ein paar Tage Pause, aber seine Ehrlichkeit, mit der er auch über düstere Gedanken und Wünsche berichtet, haben mich emotional sehr bewegt. Besonders gut finde ich es auch, dass er das aus Sicht seiner Mann- und Vaterrolle schreibt, wobei er offen zugibt, dass diese Sichtweise sich oft von der seiner Frau unterscheidet. Aber auch das gehört zu diesen schwierigen Situationen dazu. Ein Buch, was sehr viel Nähe und Offenheit zulässt und den Blick für ein Tabuthema eröffnet.

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Veröffentlicht am 17.10.2020

Die Liebe zu sich selbst finden

Die Liebe zu den nicht perfekten Dingen
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Dieses Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Zu vielen kleinen Themen werden kurze Geschichten und Annekdoten erzählt. Anschließend werden viele kleine Gedanken und Impulsideen vermittelt wie man leichter ...

Dieses Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Zu vielen kleinen Themen werden kurze Geschichten und Annekdoten erzählt. Anschließend werden viele kleine Gedanken und Impulsideen vermittelt wie man leichter mit bestimmten Themen z.B. Achtsamkeit und Selbstliebe umgeht und so leichter und mehr bei sich durch das Leben geht. Dazu sind die Bilder wunderschön inszeniert. Ein Buch, dass den Leser auf eine ganz andere Reise mitnimmt und sich selbst ein Stück weit näher bringt.

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