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Veröffentlicht am 10.01.2021

Magisches Dreamteam auf Mörderjagd

Hex Files - Verhexte Nächte
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Ivy Wilde ist wieder da - die Hexe, die Bequemlichkeit als Lebenseinstellung zelebriert und ein Naturtalent der Runenmagie ist. An ihrer Seite Raphael Winter sowie ihr spechender Kater Brutus. Nachdem ...

Ivy Wilde ist wieder da - die Hexe, die Bequemlichkeit als Lebenseinstellung zelebriert und ein Naturtalent der Runenmagie ist. An ihrer Seite Raphael Winter sowie ihr spechender Kater Brutus. Nachdem sie in Band 2 eine Riesenkatastrophe abwenden konnte, besitzt sie nun eine neue Fähigkeit: Sie kann Tote sehen. Also genaugenommen nur deren Geister, und die sind nicht grad gut gelaunt, weil ihnen sterbenslangweilig ist. Wenn sie nicht schon tot wären. Über die Geister erfahren Ivy und Winter von einem Mörder, der unerkannt Hexen umbringt. Ein Hexenhasser? Ist der Orden in Gefahr?
Ivy und Winter sind mittlerweile ein kleines Traumpaar, auch wenn Ivy der Besuch bei ihren Schwiegereltern in spe noch bevorsteht. Da ist sie sich auch noch nicht so ganz sicher, was schlimmer ist: Den Mörder zu jagen oder Winters Eltern zu besuchen. Immerhin hat er wegen Ivy seiner Karriere beim Orden den Rücken gekehrt und ist nun ein freier Hexer, auch wenn viele ihn gern wieder im Orden sähen. Selbst Ivy merkt, dass Winter sich nur glücklich fühlt, wenn er eine Aufgabe hat - und ihre Wohnung hat er mittlerweile zum x-ten Mal auf Vordermann gebracht.
Mir hat der dritte Band sehr gefallen. Die beiden ermitteln endlich wieder zusammen, ziehen sich dabei gegenseitig gerne auf und ergänzen sich zudem großartig. Zudem bekommt Brutus endlich etwas mehr Aufmerksamkeit. Ivys Freunde blieben diesmal wieder eher im Hintergrund, der Schwerpunkt liegt auf dem Dreamteam Ivy und Winter. Einziges Manko war das Klischee, dass Bösewichte gern am Ende mit ihren Taten angeben müssen, dadurch wurd das Ende etwas absehbar.
Der dritte Band des Bequemlichkeits- und Runen-Talents Ivy Wilde ist wieder herrlich spannend und humorvoll.

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Veröffentlicht am 10.01.2021

Spaß - Spannung - Unterhaltung

Herbstlande / Die Reisen des jungen Haselhorn
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Die Herbstlande - ein magischer Ort in Form eines Ahornblattes. Ich muss gestehen, dass mir dieser Ort bisher fremd war, dennoch (oder grad deswegen?) war ich neugierig auf diese Novelle, die zu den Herbstlanden ...

Die Herbstlande - ein magischer Ort in Form eines Ahornblattes. Ich muss gestehen, dass mir dieser Ort bisher fremd war, dennoch (oder grad deswegen?) war ich neugierig auf diese Novelle, die zu den Herbstlanden gehört. Vermutlich war da ein gewisses Haselhorn nicht ganz unschuldig dran. Im Anhang befindet sich ein Glossar, welches u. a. aus den Aufzeichnungen eines Reisenden besteht und die wichtigsten Orte und Lebewesen erklärt. Derart gerüstet fühlte ich mich fit genug, mich in die abenteuerliche Novelle zu stürzen, wusste ich doch jetzt, was es mit Haselhorn, Dreizeh-Po und Zylinderbackenbartfisch (siehe auch das Coverbild) auf sich hat.
Die Reisen des jungen Haselhorn ist als Novelle geschrieben, welche zum Einen durch die Aufzeichnungen des Reisenden zu verschiedenen Themen zwischendurch immer wieder humorvoll aufgelockert wird. Einiges davon kannte ich bereits aus dem angehängten Glossar, aber das störte mich nicht. In Form von Zwischenspielen gibt es desweiteren noch eine Ebene hinter dem Geschehen, welche mit Haselhorns Schicksal verbunden ist und ein interessantes "hinter den Kulissen" bietet. Überhaupt bietet die Novelle jede Menge Möglichkeiten, seine Lachmuskeln zu trainieren, auch wenn sie eher ins Genre Fantastik statt Sport und Fitness eingeordnet wird. An den Lach- und Schmunzelmomenten war allerdings auch Haselhorns Eigenart nicht ganz unbeteiligt, die ich nicht vorweg nehmen möchte. Wobei mir die vielen kleinen Anspielungen und Wortspielereien auch sehr gefielen.
Eine sehr unterhaltsame und amüsante Novelle aus den Herbstlanden, welche auch ohne weitere Ortskenntnisse gelesen werden kann. Definitiv nicht mein letzter Ausflug in diese Gegend. Oder um es mit den Worten eines Spitzohrs zu beschreiben: Faszinierend!

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Veröffentlicht am 07.01.2021

Macht, Moneten, Männlichkeit

Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt
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Die Freimaurer - viele haben bereits von ihnen gehört oder gelesen, manchmal in Verbindung mit Verschwörungstheorien oder als Thema in Romanen oder Filmen. Doch kaum einer, der nicht selbst Mitglied ist, ...

Die Freimaurer - viele haben bereits von ihnen gehört oder gelesen, manchmal in Verbindung mit Verschwörungstheorien oder als Thema in Romanen oder Filmen. Doch kaum einer, der nicht selbst Mitglied ist, weiß, was es mit diesem Geheimbund überhaupt auf sich hat. Oder ist es gar kein Geheimbund, sondern ein Bund mit Geheimnissen? John Dickie ist Historiker am University College London und Mafiaexperte. In seinem Buch berichtet er ausführlich über die Anfänge der Freimaurer und wie sich dessen Logen im Laufe der Jahre immer mehr ausbreiteten. Er verdeutlicht die Reaktionen der verschiedenen Staatsoberhäupter, wer beitreten durfte und wer nicht, berichtet über Aufnahmerituale und Werte innerhalb des Bundes. Zudem beleuchtet er verschiedene Theorien, welche über die Freimaurer im Laufe der Zeit aufgestellt wurden, z. B. über die Beteiligung an der französischen Revolution oder der Gründung der Mafia und warum die Pyramide mit dem Auge darüber auf der Dollarnote abgedruckt ist. Nicht zu vergessen die Illuminati, welche als Teil der Freimaurer wiederholt für diverse Spekulationen sorgten.
Das Buch ist sowohl chronologisch wie auch in verschiedene geographische Bereiche unterteilt aufgebaut. Entsprechend kann man sich beim Lesen recht gut auf einen Bereich zur Zeit konzentrieren wie z. B. Frankreich, England oder Italien. Neben vielen Ereignissen des Zeitgeschehens werden auch viele mehr oder minder berühmte Personen und deren Verbindung zu den Freimaurern erklärt, ebenso lässt sich sehr gut herauslesen, wie immer wieder einige Mitlieder die Werte Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität nach eigenen Interessen auslegten und sich für gleicher, also privilegierter hielten als andere. Der ursprüngliche Gedanke wandelte sich immer mehr zum Egoschmeichler mit Macht und Auszeichnung, die Toleranz wurde hier und da gerne mal vergessen. Zudem sorgten die Logen als reine Männervereine für so manch delikate Spekulationen.
All diese Feinheiten hat der Autor sehr aufwendig recherchiert und herausgearbeitet. Sehr umfassend ist zudem die Einbindung ins politische Weltgeschehen, wodurch das Buch einen gewissen Umfang bekommen hat. Das Buch bietet somit eine geballte Ladung fundierter Informationen von der Gründung der ursprünglichen Freimaurer bis in die Gegenwart und ist jedes seiner Seiten wert.

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Veröffentlicht am 07.01.2021

Reiche weiße Männer

Amissa. Die Verlorenen
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Rica Kantzius arbeitet für Amissa, eine Hilfsorganisation, welche bei der Suche nach vermissten Personen hilft. Ihr Mann Jan ist Privatdetektiv und gemeinsam bilden sie ein ungleiches Team: Sie ist ein ...

Rica Kantzius arbeitet für Amissa, eine Hilfsorganisation, welche bei der Suche nach vermissten Personen hilft. Ihr Mann Jan ist Privatdetektiv und gemeinsam bilden sie ein ungleiches Team: Sie ist ein IT-Crack, er der Mann fürs Grobe. Im ersten Band der Trilogie um das Ermittlerpaar Kantzius sind die beiden Zeuge, wie ein Mädchen plötzlich auf die Autobahn läuft und bei dem darauffolgenden Unfall ihr Leben verliert. Angeblich wurde sie von einem Mann mit einer Waffe verfolgt. Kurz zuvor ist nicht weit entfernt ein gleichaltriges Mädchen spurlos verschwunden. Dies und noch einige weitere Vorkommnisse veranlassen das Ehepaar, auf eigene Faust zu recherchieren, sehr zum Unmut des zuständigen Kommissars Arthur König, welcher Jan noch aus seinen früheren Zeiten als Polizist kennt.

"Ich bin der, der die Verlorenen sucht und findet. Ich bin der, der die Gerechtigkeit wiederherstellt. Für Sie bin ich Ihr ganz persönlicher Albtraum. " (Zitat Kap. 14)

Nach einem mitreissenden Start geht es bis zur letzten Seite spannend weiter. Mehrere Perspektivenwechsel, mal aus der Sicht der Opfer, mal aus Ermittlersicht, gestalten den Roman abwechslungsreich und lassen die Verbrechen umso grausamer erscheinen. Neugierig macht der Autor den Leser natürlich auf die Vergangenheit des ungleichen Ermittlerduos, vor allem, warum Jan einst aus dem Polizeidienst ausschied. Ich war im Laufe des Romans auch sehr erstaunt, wie skrupellos die beiden werden konnten, um den hier entführten Mädchen zu helfen. Die Schritte zur Lösung des Falles waren für mich nachvollziehbar, der Fall selbst bis zum Ende hin recht undurchsichtig und somit wenig vorhersehbar.
Die beiden Ermittler waren mir trotz ihrer nicht immer schonungslosen Methoden sympathisch, der Schreibstil ist lebendig und unterhaltsam. Über die NGO Amissa erfährt man im ersten Band noch recht wenig, da schätze ich, werden wohl weitere Details im nächsten Band hinzukommen. Definitiv lesenswert.

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Veröffentlicht am 04.01.2021

Wunderschöne Sammlung literarischer Welten

Wonderlands
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Ein sehr gelungenes und wunderschönes aufgemachtes Buch zum immer wieder mal in die Hand nehmen. Rund 100 Welten wurden hier zusammengetragen, in welchen man sich literarisch verlieren kann, jeweils mit ...

Ein sehr gelungenes und wunderschönes aufgemachtes Buch zum immer wieder mal in die Hand nehmen. Rund 100 Welten wurden hier zusammengetragen, in welchen man sich literarisch verlieren kann, jeweils mit zugehörigen Bildern von Autoren, Covern und so einigem mehr. Von alten Mythen und Legenden bis zu fantastischen Welten der heutigen Literatur und aus verschiedensten Ländern und Kulturen stammend, findet sich hier eine chronologische Sammlung, die auf ihre Art auch die jeweilige Gesellschaft zur entsprechenden Zeit mal mehr, mal weniger widerspiegelt. Einige Welten hat man vielleicht bereits selbst besucht, andere kennt man nur vom Hörensagen und bestimmt finden sich einige Welten, die man anschließend erleben möchte.
Zu Beginn werden einem z. B. Ovids Metamorphosen, Dantes Göttliche Komödie oder die Edda vorgestellt. Es gibt jeweils eine kurze Beschreibung bzw. Zusammenfassung, worum es geht, Hintergründe werden beleuchtet und eventuelle Einflüsse auf spätere Literatur erwähnt. Interessant wär da z. B. Utopia, welches wegbereitend für spätere Utopien und Science Fiction wurde, oder Gullivers Reisen, Namensgeber für die Suchmaschine Yahoo. Weiter geht es durch die Zeit, durch Märchen wie Narnia und den Zauberer von Oz und es wird die frühere Fassung des Peter Pan erwähnt. Mit der Zeit machen sich politische und wissenschaftliche Einflüsse bemerkbar wie im Viktorianischen Zeitalter oder zu Beginn und Mitte des 20. Jahrhunderts. Orwells Prägung des "Big Brother is watching you" oder die Entstehung des "Cyberspace" sind ebenso zu finden wie Asimovs Roboterregeln oder Lovecrafts Horrorwelt des Cthulhu, jeweils Themen, auf denen viele Autoren später zurückgriffen und auch heute noch immer zurückgreifen. Abschließend finden sich viele Welten, welche sogar verfilmt wurden wie Tribute von Panem, Harry Potter und noch einige weitere. Neben diesen populären Beispielen finden sich allerdings auch viele weniger bekannte Welten. In meinen Augen ein sehr gelungenes Buch, welches es schafft, einen neugierig auf noch unbekannte Welten zu machen und Interessantes zu bereits bekannten Welten bietet.

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