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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.08.2021

Leider sehr flach

Finde deinen Seelenpartner
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Wollten Sie schon mal einen Partner, der so aussieht wie ein Star, den Sie verehren? Und dann gehen sie auf eine Veranstaltung, treffen seinen Doppelgänger - in diesem Falle den von Roger Whittaker und ...

Wollten Sie schon mal einen Partner, der so aussieht wie ein Star, den Sie verehren? Und dann gehen sie auf eine Veranstaltung, treffen seinen Doppelgänger - in diesem Falle den von Roger Whittaker und - peng! - das ist es. Nach Fehlschlägen, Enttäuschungen und ewigem Frust finden Sie in diesem Mann den Seelenpartner, der Sie ein Leben lang begleitet.

Denn er spürt natürlich auch sofort, dass Sie füreinander gemacht sind, weil Sie ihrerseits aussehen wie... ich will es gar nicht wissen!

Ich gebe es zu, das war eines der extremsten, der heftigsten Fallbeispiele, die in diesem Buch, das im Übrigen das Werk eines Mentalcoaches, Bestsellerautors und Schauspielers (ein erfahrener Mensch, wie Sie sehen) ist, wiedergegeben werden, aber die anderen sind nicht weit davon entfernt.

Es gibt auch Anleitungen bzw. Verhaltenskodizes, die anzuwenden sind, wenn man sich bereits geöffnet hat, zum Studenten seines Lebens geworden ist.

Und wenn Ihr Seelenpartner ein Fischer in Alaska ist, der noch nie weg war? Keine Angst, ist er nicht, er schleicht mehr oder weniger bereits um Sie herum, genau wie Sie um ihn. Denn Sie ähneln einander in vielen Dingen, haben viele gemeinsame Vorlieben, und deswegen - nur keinen Stress - werden Sie einander begegnen, wenn die Zeit reif ist.

Ein Märchen? Nein, der neueste Ratgeber vor Pierre Franckh, der für mich eher in Richtung eines Albtraumes navigiert....


Veröffentlicht am 25.04.2021

Verworrene Hinterlassenschaften

Was von Dora blieb
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Eher durch Zufall gerät Isa an die Hinterlassenschaften ihrer Großmutter Dora - nachdem sie sich eine Auszeit nehmen will vor dem Hintergrund einer heftigen Ehekrise, drückt ihre Mutter ihr eine Kiste ...

Eher durch Zufall gerät Isa an die Hinterlassenschaften ihrer Großmutter Dora - nachdem sie sich eine Auszeit nehmen will vor dem Hintergrund einer heftigen Ehekrise, drückt ihre Mutter ihr eine Kiste in die Hand mit Unterlagen ihrer Schwiegermutter.

Isa findet darin wirklich Zerstreuung sowie interessante Informationen aus früheren Zeiten. Wobei der Leser Isa stets einen Schritt voraus ist: weil abwechselnd jeweils ein Kapitel von Isa und Dora erzählt wird und das in der dritten Person, also durch einen allwissenden Erzähler.

Der allerdings mit seinen Informationen stellenweise geizt - meines Erachtens immer dann, wenn es so richtig interessant wird!

Auch so fühle ich mich nicht ausreichend informiert: leider gelingt es Autorin Anja Hirsch nicht dem Charakter Dora Leben einzuhauchen. Es sind jähe Abbrüche, die zum nächsten Thema führen.

Am interessantesten fand ich ihre Jahre als junge Frau in Essen an der Kunsthochschule. Dort, wo sie enge Freunde hat, richtig lebt: interessiert sich mitten in den Wilden Zwanzigern für Kunst und Kultur, wirkt teilweise richtig avantgardistisch. Doch dann erlebt sie gerade durch die erwähnten Freunde eine Riesenenttäuschung und bricht den Kontakt.

Später ist sie verheiratet mit einem deutlich älteren Mann, der in Nazideutschland gewissen Einfluss hat. Ihr Sohn wird sogar auf eine Eliteschule geschickt. Das sind alles wirklich nur punktuelle Informationen, kleine Brocken, die die Autorin uns zuwirft.

Isas eigene Geschichte ist mindestens genauso wirr - und dabei deutlich belangloser. Nein, leider kein Buch, das ich weiterempfehlen kann, obwohl die Inhaltsangabe durchaus zu locken vermag!

Veröffentlicht am 14.01.2021

Einfach nur so

Die Farbe von Glück
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Eine Mutter lässt ihr Kind stehen und geht - ja, Sie verstehen richtig, für immer. Das Kind ist gerade mal fünf Jahre alt. Glaubwürdig? Nein. Jedenfalls nicht aus meiner Sicht. Sie hätte es sanft ...

Eine Mutter lässt ihr Kind stehen und geht - ja, Sie verstehen richtig, für immer. Das Kind ist gerade mal fünf Jahre alt. Glaubwürdig? Nein. Jedenfalls nicht aus meiner Sicht. Sie hätte es sanft darauf vorbereitet und versucht, ihm den Schrecken dadurch zu nehmen, dass sie ihn keiner vollkommen befremdlichen Situation aussetzt. Das ist hier aber so. Einfach so.

Es findet sich Charlotte, die das Kind zu sich nimmt - ein Glück für beide. Aber das passiert einfach so.

Zwei Jahre später erpresst Richter Jules Charlotte, die rein zufällig Krankenschwester auf einer Geburtsstation ist. Und sie lässt es mit sich machen und vertauscht zwei Neugeborene. Einfach so.

Sowohl Jules als auch Charlotte müssen mit den Folgen leben - wen wundert das? Das Leben geht seine Wege, wirbelt alle Akteure durcheinander und schlussendlich diejenigen, die wirklich zusammengehören zu einander. Einfach so.

Richtig, dies ist eines dieser Glücksbücher, die manche Leute so schätzen. Die aus ihrer Sicht Lebensweisheiten beinhalten, aus der Sicht manch anderer einfach nur Stuss, da die Handlung absolut konstruiert erscheint. Dreimal dürfen Sie raten, zu welchen ich gehöre.

Dann noch zum Schreibstil - er ist viel gelobt worden, man könnte ihn jedoch auch als kitschig bezeichnen. Und das Buch zuklappen und zur Seite legen. Endgültig. Einfach nur so.

Veröffentlicht am 08.11.2020

Geld macht nicht glücklich

Die Liebe Geld
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Es beruhigt nur die Nerven.

Das sang Rio Reiser schon 1990 und es hat an Aktualität nichts verloren. Gerade auch in Bezug auf diese Komödie aus der Feder von Daniel Glattauer.

Denn die Nerven von Herrn ...

Es beruhigt nur die Nerven.

Das sang Rio Reiser schon 1990 und es hat an Aktualität nichts verloren. Gerade auch in Bezug auf diese Komödie aus der Feder von Daniel Glattauer.

Denn die Nerven von Herrn Henrich sind bis aufs Äußerste angespannt, ehrlich gesagt will seine Bank die Kohle einfach nicht rausrücken. Obwohl die noch auf dem Konto sein sollte. Die ist nämlich gerade bei der Arbeit, so sagen die Zuständigen. Und das wird auch noch eine Weile so sein.

Dabei braucht Herr Heinrich gerade ziemlich viel davon: nicht um sich selbst, sondern um seine Frau glücklich zu machen. Der Hochzeitstag steht nämlich kurz bevor. Nicht irgendeiner, sondern der zehnte. Da soll es was richtig Tolles sein.

In Dialogform erzählt Daniel Glattauer diese höchst paradoxe Geschichte, die dennoch teilweise nicht allzuweit von der Realität ist. Und mich daher auch nicht überraschen konnte. Auch, wenn viele Leser den hintergründigen Humor hervorheben, hat dieser mich nicht erreicht. Schade, denn ich hatte mich auf das Buch gefreut. Ich empfand diese Komödie nicht als als etwas tiefgründig Humorvolles, sondern war froh, als ich sie beendet hatte. Aber es gibt auch andere Meinungen, Fans des Autors sollten sich von der meinigen nicht unbedingt abschrecken lassen!


Veröffentlicht am 31.10.2020

Eine ziemliche Räuberpistole

Das letzte Licht des Tages
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Das ist aus meiner Sicht der sehr dramatische, aber auch gewissermaßen sensationslüsterne Roman "Das letzte Licht des Tages", in dem es um eine tragische Liebesgeschichte vor der Kulisse des ...

Das ist aus meiner Sicht der sehr dramatische, aber auch gewissermaßen sensationslüsterne Roman "Das letzte Licht des Tages", in dem es um eine tragische Liebesgeschichte vor der Kulisse des von Deutschen besetzten Frankreich im Zweiten Weltkrieg und zwar in der ausgesprochen malerischen Champagne. Der andere der beiden Handlungsstränge spielt in der Gegenwart bzw. im Jahre 2019, in dem die frisch geschiedene Vierzigerin Liv von ihrer französischen Großmutter in deren Heimat gebracht wird - sie ist richtiggehend überrumpelt worden und dort erfährt sie, was es mit ihrer Familie tatsächlich auf sich hat.

Alles ist ganz anders, als man denkt, es sind jede Menge Personen involviert in diese bittersüße Liebesgeschichte. Dazu noch viel Mut und fast ebensoviel Verrat - man mache dadurch eine tollkühne, aberwitzige Geschichte, die durchaus auch aus der Feder von Heinz G. Konsalik oder Utta Danella hätte stammen können. Eigentlich schade, da sie wirklich viele historische Fakten enthält und allein damit schon unglaublich hoch hätte punkten können.

So muss ich leider voller Enttäuschung den Roman aus der Hand legen - nein, das war wirklich nicht mein "cup of tea" oder vielmehr mein Glas Champagner, dazu war alles viel zu tolldreist und rambomäßig aufgezogen. Wildwest in der Champagne sozusagen. Weniger wäre hier eindeutig mehr gewesen!