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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2021

Abgründe

Trauma – Kein Entkommen
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Das Cover hat mein Interesse geweckt, auch wenn es recht klassisch daherkommt.
Klassisch geht es auch weiter : Der Thriller beginnt mit einem schrecklichen Zoom in die Vergangenheit. Autor Christoph Wortberg ...

Das Cover hat mein Interesse geweckt, auch wenn es recht klassisch daherkommt.
Klassisch geht es auch weiter : Der Thriller beginnt mit einem schrecklichen Zoom in die Vergangenheit. Autor Christoph Wortberg schreibt bedrückend und eindringlich.
Der Thriller Trauma - Kein Entkommen ist der erste Band einer dreiteiligen Reihe mit Hauptkommissarin Katja Sand und ihr Assistent Rudi Dorfmann als Ermittler der Mordkommission.
Beide sind sehr unterschiedliche Typen , aber ein gutes Ermittlerteam , das sich nicht nur glänzend ergänzt , sondern sich auch respektiert. Wichtig ist Beiden , voll bei der Sache zu sein , auch wenn das vorallem Katja zeitweise schwerfällt. Nett finde ich auch die kleinen Macken , die ein jeder von den beiden hat. Jeder auf seine eigene Art und Weise hat mich berührt.
Ihr erster Fall ist mysteriös; kurz hintereinander gibt es gleich zwei Tote bei denen die Todesumstände nicht ganz stimmig sind. Einer wird ertrunken in einem see gefunden. Der Andere erstickt in einem Kühlschrank.
Nach der Obduktion scheint es sich um Suzide zu handeln. Hauptkommissarin Katja Sand glaubt das nicht. Normalerweise kann sie sich auf ihr Bauchgefühl verlassen. Rudi und sie beginnen , Nachforschungen anzustellen und schnell bekommen sie Druck von oben. Aber vor allem für Katja , die selbst traumatisiert ist , gibt es Kein Entkommen; sie muss einfach weiter suchen.
Der Autor Christoph Wortberg, bekannt durch zahlreiche TV-Krimis, hat es geschafft , dass auch ich nicht entkommen konnte. Ich habe den Thriller nicht weglegen können.
Am Buchende ein kurzer Blick auf den zweiten Band ; es geht weiter mit der Aufdeckung Katjas‘ Trauma. Ich freue mich schon auf TRAUMA – Kein Vergessen.

Veröffentlicht am 18.01.2021

Ein nun klareres Vaterbild

Vati
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Ein verschwommenes Foto ziert das Cover und machte mich sofort neugierig.
Dann erinnerte ich mich , den Namen der Autorin schon gehört zu haben – richtig ; Monika Helfer schrieb unlängst den Roman „ Die ...

Ein verschwommenes Foto ziert das Cover und machte mich sofort neugierig.
Dann erinnerte ich mich , den Namen der Autorin schon gehört zu haben – richtig ; Monika Helfer schrieb unlängst den Roman „ Die Bagage“ , der sehr gute Kritiken bekam und umso gespannter war ich auf ihr neues Werk mit dem Titel "Vati".

Dieser Roman ist ein schmales Bändchen; ein ganz leises , aber inhaltsschweres Buch. Umso angenehmer ist Monika Helfers leichter , fast poetischer Schreibstil . Für Alle, die Sprache lieben - ein Genuss. Man hält man beim Lesen inne , um den einen oder anderen Satz nochmals zu lesen. Toll der Satz: »Man kann nicht auf einem Foto sehen, was einer denkt!«
Dabei an manchen Stellen Distanziertheit – Helfer benutzt Zweiwortsätze um deren Aussagekraft noch zu steigern. Ich persönlich finde das sehr passend , die Autorin bewertet nicht , sondern überlässt das uns als Leser.
Die Autorin lässt uns an der Geschichte ihrer Familie teilhaben, mit einem besonderen Blick auf ihren Vater. Er wollte „Vati“ genannt werden, weil das moderner und zeitgemäßer klinge. Er war ein Mann mit Beinprothese, ein Abwesender, ein Witwer, ein Pensionär, ein Literaturliebhaber. Monika Helfer umkreist das Leben ihres Vaters und erzählt von ihrer eigenen Kindheit und Jugend und versucht vorsichtig , sich ihrem Vater anzunähern und seine vielen Facetten zu ergründen. Allein schon die Art und Weise , in der ihr das gelingt, macht den Roman lesenswert.
Monika Helfer fühlt sich ihrem Vater trotz seiner Ecken und Kanten auch deshalb so nah , weil er es war , der schon früh in ihr die Liebe zur Literatur und zum Lesen entfacht hat.

Nach der Lektüre weiß ich , dass das verschwommene Cover des Buches wunderbar zum Inhalt passt . Verschwommen präsentiert sich das Bild vom Vater ; die Erinnerungen an ihn werden langsam klarer. Aber dennoch bleiben blinde Flecke. So ist das eben bei Menschen , auch bei solchen , die wir zu kennen glauben.
Aber:
„ Wir alle haben uns sehr bemüht.“ heißt es am Ende des Romans.

Veröffentlicht am 14.01.2021

Eine andere Juli Zeh

Socke und Sophie – Pferdesprache leicht gemacht
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Juli Zeh schätze ich als Autorin sehr. Überrascht war ich allerdings , sie als Autorin eines Kinderbuches zu finden und war deshalb sehr gespannt.
Umso mehr habe ich mich gefreut, das Buch gewonnen zu ...

Juli Zeh schätze ich als Autorin sehr. Überrascht war ich allerdings , sie als Autorin eines Kinderbuches zu finden und war deshalb sehr gespannt.
Umso mehr habe ich mich gefreut, das Buch gewonnen zu haben.
Als Erstes möchte ich das wunderschöne Cover von Flix erwähnen; liebevoll gestaltet und zugleich aussagekräftig. Es geht also um mehr als „nur“ eine Pferdegeschichte – das überrascht mich bei der Autorin wiederum nicht.
Ebenso wenig hat mich die Stilsicherheit von Juli Zeh überrascht; sie überzeugt durch eine frische, altersgerechte Schreibweise.
Die zwei unterschiedlichen „Gedankenwelten“; einmal des Kindes Sophie, einem pferdebegeisterten Mädchen und zum anderen des Pferdes Socke erleichtern den kleinen Lesern das Verständnis für die Handlung und verdeutlichen , dass Mensch und Tier unterschiedliche Sichtweisen haben und es auf das gegenseitige Verstehen ankommt.
Jedem pferdebegeisterten Kind – nicht nur Mädchen!- wird eine tolle Geschichte erzählt, aber auch ganz viel Hintergrundwissen zum Thema Pferd vermittelt .
Ich bin begeistert!

Veröffentlicht am 01.12.2020

fantastische Weihnachtsgeschichte

Kleiner Weihnachtsbaum
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Ein ideales Vorlesebuch für die Weihnachtszeit.
Der kleine Weihnachtsbaum wünscht sich so sehr Freunde. Hoch oben auf einem Berg fühlt er sich ganz schrecklich einsam. Doch dann ziehen der kleine Kai ...

Ein ideales Vorlesebuch für die Weihnachtszeit.
Der kleine Weihnachtsbaum wünscht sich so sehr Freunde. Hoch oben auf einem Berg fühlt er sich ganz schrecklich einsam. Doch dann ziehen der kleine Kai und seine große Schwester Klara los, um im Wald ein Picknick zu machen. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft!
Eine klare Kaufempfehlung , denn das Buch erzählt nicht nur anrührend und mit viel Fantasie über das Entstehen einer Freundschaft, sondern es hat noch dazu diese tollen Illustrationen vonAlla Churikova.
Gut , dass der Autor Gary Cooper diese emotional ansprechende Geschichte veröffentlicht hat , obwohl sie zunächst nur für seine Kinder gedacht war.
Das Lesealter ist mit 3 Jahren angegeben – das ist möglich , aber wäre sicher in Abschnitten sinnvoller , denn dann kann man mit den Kleinen auch ausgiebig über die Bilder sprechen und die Kinder spekulieren lassen , wie die Geschichte weitergeht.
Ein Extralob noch für den massel Verlags für den klimaneutralen Druck.

Veröffentlicht am 28.08.2020

Interessanter Krimi im historischen München

Der falsche Preuße
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Ein historischer Kriminalroman bringt uns ins München der Jahrhundertwende, eine Zeit von der es eher wenige Krimis gibt.
Deshalb war ich gespannt.
Im Klappentext heißt es zur Handlung :
Wilhelm Freiherr ...

Ein historischer Kriminalroman bringt uns ins München der Jahrhundertwende, eine Zeit von der es eher wenige Krimis gibt.
Deshalb war ich gespannt.
Im Klappentext heißt es zur Handlung :
Wilhelm Freiherr von Gryszinski zieht von Preußen nach Bayern, um als Sonderermittler für die Königlich Bayerische Polizeidirektion tätig zu werden und den Beamten Errungenschaften wie den Fingerabdruck und die Spurensicherung am Tatort näher zu bringen. Sein erster Fall: Ein stadtbekannter Bierbeschauer wird tot an der Isar gefunden – eingehüllt in einen kostbaren Federumhang, daneben der Abdruck eines Elefantenfusses. Gryszinski kommt bald einer Verschwörung nationalen Ausmaßes auf die Spur, die ihn vor eine unsägliche Wahl stellt: Ist er eher bereit, seine Ehre als bayerischer Beamter zu verletzen oder als preußischer Offizier?
Das Leben im München um die Jahrhundertwende ist sehr genau mit Liebe zum Detail dargestellt, das ist auch bei den „Originalen“ sehr gut gelungen. Die Autorin nimmt uns mit in diese Zeit und lässt uns teilhaben aus der Mischung bayrischer G‘mütlichkeit und preußischer Geradlinigkeit. Wilhelm Freiherr von Gryszinski bemüht sich eigentlich ganz erfolgreich , beides in Einklang zu bringen.
Wir nehmen teil an kriminalistischen Ermittlungen , die wir so nicht kennen ; die Kriminalistik steckt noch in den Kinderschuhen und es wird noch à la Sherlock Holmes gearbeitet – mit Lupe und erst in den Anfängen der Arbeit mit Fingerabdrücken.
Mit herrlich leisem Humor schafft es die Autorin in diesem Krimi, echtes Lesevergnügen zu erzeugen. Dieser Krimi ist so anders . Ich war überrascht , und meine Spannung darauf wurde nicht enttäuscht
Kleine Anmerkung zum Abschluss: bitte in Zukunft auf Plastikfolien ums Buch verzichten – das sollte aus Gründen des Umweltschutzes Standard sein.