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Veröffentlicht am 07.03.2021

Öko-Terrorismus

Klima
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Ein „Green Man“ genannter Öko-Terrorist zerstört technisch komplexe Anlagen, die der Umwelt schaden, um wachzurütteln und Aufmerksamkeit auf die drohende Selbstausrottung der Menschheit zu lenken.
Bisher ...

Ein „Green Man“ genannter Öko-Terrorist zerstört technisch komplexe Anlagen, die der Umwelt schaden, um wachzurütteln und Aufmerksamkeit auf die drohende Selbstausrottung der Menschheit zu lenken.
Bisher verliefen die Ermittlungen des FBI erfolglos, doch nun kommt der junge Agent Tom Smith ins Spiel, der neue Ansätze beisteuert und die Denkweise des Green Man nachvollziehen kann.

Neben den meiner Meinung nach gut recherchierten technischen Details des klimaschädlichen Fracking thematisiert das Buch auch ethische Konflikte: rechtfertigt die Rettung der Menschheit insgesamt den Tod einiger Dutzend Menschen? Kann ein FBI-Agent jemanden erfolgreich zur Strecke bringen, wenn er im Grunde seines Herzens ebenfalls ein „Grüner“ ist? Was darf ich meinen Angehörigen zumuten, ohne dass sie zerbrechen?

Vermisst habe ich Informationen zum Hintergrund und zur Entwicklung einiger Protagonisten, z.B. Sharon. Auch das Ende hätte etwas ausführlicher sein können in Bezug auf die Ermittlungen und Erkenntnisse. Das Buch ist mit seiner schwarz-weiß Zeichnung und stereotypen Personen sehr amerikanisch, so dass es für mich eine Identifikationsfigur nicht gibt, trotzdem hat es mich gut unterhalten. Der Schreibstil ist gut lesbar, die Spannung von Anfang an und bis zum Ende vorhanden und über Fracking habe ich Neues gelernt.

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Veröffentlicht am 14.02.2021

Spannender Auftakt zu neuer Krimi-Reihe

Der andere Sohn
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Nach einem schief gelaufenen Einsatz lässt sich der FBI-Agent John Adderley im Zeugenschutzprogramm als Ermittler bei der schwedischen Kriminalpolizei einschleusen, um seinem Halbbruder zu helfen, der ...

Nach einem schief gelaufenen Einsatz lässt sich der FBI-Agent John Adderley im Zeugenschutzprogramm als Ermittler bei der schwedischen Kriminalpolizei einschleusen, um seinem Halbbruder zu helfen, der vor 10 Jahren unter Mordverdacht stand und nur aus Mangel an Beweisen auf freien Fuß kam und dessen Fall nun erneut untersucht werden soll.

Die beiden Handlungsstränge auf verschiedenen Zeitebenen – 2009 in Karlstad, Schweden, als ein junges Mädchen verschwand und 2019 in Baltimore USA – sind beide für sich spannend und werden mit dem Umzug Johns nach Schweden 2019 zum aktuellen Handlungsstrang, in dem John seine Ermittlungen zum cold case anstellt.

Seine mehr oder weniger eigenmächtige Ermittlungsarbeit wird wiederholt durch Panikattacken beeinträchtigt, was meiner Meinung nach auch die Glaubwürdigkeit des Ermittlers selbst beeinträchtigt.

Gegen Ende des Buchs gibt es einige Twists, Wendungen, die die Auflösung in die Länge ziehen, das empfand ich als etwas zu viel Dramatik.

Die Geschichte ist logisch erzählt, der Schreibstil flüssig und angenehm zu lesen, wobei der Protagonist für mich keine Identifikationsfigur ist. Das ambivalente Verhältnis, das John zu Mutter und Bruder hat nach den vielen Jahren ohne Kontakt, ist gut und glaubhaft beschrieben.
Der Spannungsbogen bleibt bis zum Schluss erhalten und gipfelt in einem Cliffhanger.

Das Cover erscheint mir nach der Lektüre nichtssagend und der deutsche Titel führt eher in die Irre. Hier wäre eine Übersetzung des Originaltitels vielleicht angebrachter gewesen.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Sehr Konstruierter, dennoch spannender Krimi

Wem du traust
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Eva führt mit ihrem Mann Daniel und dem fünfjährigen Linus ein glückliches Leben. Wenn ein Babysitter gebraucht wird, wenden sie sich an Sofia, die Tochter von Evas bester Freundin Susanne. Als Daniel ...

Eva führt mit ihrem Mann Daniel und dem fünfjährigen Linus ein glückliches Leben. Wenn ein Babysitter gebraucht wird, wenden sie sich an Sofia, die Tochter von Evas bester Freundin Susanne. Als Daniel Sofia eines Nachts nach Hause fährt, ist der Teenager am nächsten Tag spurlos verschwunden. Evas Welt gerät ins Wanken.

'Wem du traust' ist von Beginn an spannend, schon der Prolog lässt um das Leben einer gequälten Person fürchten. Erzählt wird aus den personalen Perspektiven von Sofias Mutter und der Ermittlerin, sowie aus Evas emotionaler Ich-Perspektive, so dass ich ihre Gedanken und Gefühle teile und miterlebe, wie ihr Vertrauen, vor allem zu ihrem Mann, schwindet und die Zweifel, auch an sich selbst, immer stärker werden. Sehr gut gefallen hat mir das Vorgehen der einfühlsamen Kriminalhauptkommissarin Westphal, die selbst Mutter einer 15jährigen Tochter ist. Besonders die weiblichen Charaktere werden glaubhaft dargestellt.

Im Lauf des Krimis treten überraschende Gegebenheiten und Beziehungen der Figuren zueinander zu Tage, die Geschichte erscheint mir sehr konstruiert und berührt viele Themen, ich finde sie thematisch überfrachtet.
Petra Johanns Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen und es hat mir Spaß gemacht, eigene Mutmaßungen anzustellen. Dass die Ermittler am Ende die Feinheiten und Hintergründe des ganzen Falls in privatem Rahmen noch einmal besprechen, sehe ich mit gemischten Gefühlen. Wem soll hier alles bis ins kleinste erklärt werden?
Ein Epilog rundet die Geschichte ab. Ich vergebe 3,5 Sterne für Petra Johanns neuen Krimi.

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Veröffentlicht am 03.02.2025

Außergewöhnliches Ermittlerduo in Reykjavik

Schmerz
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Als im Thingvellir-Nationalpark eine Jugendliche während eines Klassenausflugs verschwindet, werden zwei Außenseiter der Polizei mit den Ermittlungen betraut, alle anderen Kräfte sind durch eine groß angelegte ...

Als im Thingvellir-Nationalpark eine Jugendliche während eines Klassenausflugs verschwindet, werden zwei Außenseiter der Polizei mit den Ermittlungen betraut, alle anderen Kräfte sind durch eine groß angelegte Razzia im Drogenbereich gebunden.
Zu Beginn werden Dora und Rado sehr ausführlich vorgestellt, was zum Auftaktband einer neuen Serie passt, mir aber doch zu langatmig war. Ich finde es nicht glaubwürdig, dass Dora überhaupt noch bei der Kriminalpolizei arbeitet, da sie nach einer schweren Hirnverletzung nicht nur tablettenabhängig ist, sondern auch an einer PTBS leidet. Sie ist hypersensibel, depressiv und obsessiv und hat praktisch täglich starke Schmerzen. Aber sie sieht Details, die anderen verborgen bleiben. Rado ist wegen seiner Herkunft und seines familiären Hintergrunds ein Außenseiter in der Abteilung.

Jónasson schreibt klar, nüchtern und distanziert, die Figurenzeichnung der beiden Protagonisten ist gelungen und es gibt auch gesellschaftskritische Aspekte im Roman, sei es Diskriminierung von Einwanderern, Drogenhandel oder ambitionierte exklusive Bauprojekte für die Reichen.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, wobei manche Zusammenhänge erst zum Schluss aufgedeckt werden.
Die Handlung rund um Dora finde ich sehr konstruiert und es bleiben Fragen zum komplexen Fall offen. Ich hätte mir eine weniger von Dora abhängige, dafür spannendere Entwicklung des Falls gewünscht und mehr 'show, don't tell'.
Das Cover passt gut zum Setting und der Atmosphäre des Krimis. Bemerkenswert finde ich, dass man aus den Silben der Namen Dora und Rado den jeweils anderen Namen bilden kann.

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Atmosphärischer Krimi aus dem Ruhrpott

Kohle, Stahl und Mord: Das 13. Opfer
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34 Jahre nach einem Grubenunglück in einer fiktiven Essener Zeche werden die sterblichen Überreste der zwölf damals verschütteten Bergleute gefunden, aber es gibt noch einen 13. Toten, mit einer Patrone ...

34 Jahre nach einem Grubenunglück in einer fiktiven Essener Zeche werden die sterblichen Überreste der zwölf damals verschütteten Bergleute gefunden, aber es gibt noch einen 13. Toten, mit einer Patrone im Schädel.
Hauptkommissarin Elin Akay übernimmt die Ermittlungen, unterstützt von ihrer Freundin Jana Fäller, forensische Psychiaterin, deren Vater selbst Bergmann und damals einer der Überlebenden war. Jana kennt die Bergmänner und die vertrauen ihr.
Jana und ihre beruflichen Aufgaben werden gut beschrieben, ihre Figur ist glaubwürdig, während Elif in diesem Auftaktband zu einer neuen Reihe für mich noch etwas blass bleibt.
Der Schreibstil ist bildhaft und angenehm zu lesen, die Informationen zum Bergbau, der harten Arbeit unter Tage und den Zusammenhalt unter den Kumpeln finde ich vom Autor gut recherchiert, atmosphärisch und authentisch beschrieben. Es gibt allerdings auch ausführliche Schilderungen von Personen und Begebenheiten, die für mich Spannung und Lesefluss etwas ausbremsten. Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven und auch in Rückblenden hauptsächlich der Kumpel zum Herbst 1988, als sich das Unglück ereignete. Es entsteht ein rundes Bild vom Leben der aktiven Bergleute und den komplexen Beziehungen der Charaktere zueinander, auch ein Lokalpolitiker, der sich selbst sehr wichtig nimmt und ein kurzentschlossener Staatsanwalt gehören in der Gegenwart dazu.
Martin Conrath legt im Handlungsverlauf auch falsche Fährten, so dass die Auflösung mich überrascht hat. Janas Beitrag dazu entspringt einer mMn sehr leichtsinnigen Handlung. Mehr noch als der Krimiplot hat mir der Rahmen gefallen: der Einblick in das Leben der Bergleute, das Ruhrpott-Lokalkolorit und die Darstellung des Bergbaus und seiner Gefahren.

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