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Veröffentlicht am 30.03.2021

Mega Idee, aber leider mit einigen Schwächen

Love Show
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Ray lebt ein perfektes idyllisches Leben auf einer kleinen Insel. Die Inselbewohner sind ihre Familie und sie will für immer dort bleiben. Doch dann entdeckt sie eines Tages eine Kamera im Gebüsch. Was ...

Ray lebt ein perfektes idyllisches Leben auf einer kleinen Insel. Die Inselbewohner sind ihre Familie und sie will für immer dort bleiben. Doch dann entdeckt sie eines Tages eine Kamera im Gebüsch. Was soll das? Die Erklärungen, die ihr geliefert werden, klingen wenig glaubhaft, auch ihr bester Freund Noah zweifelt. Dann taucht auch noch ein Botaniker plötzlich auf der Insel auf, Liam, und er scheint mehr zu wissen, als er sollte. Mehr und mehr greifen die Puzzleteile ineinander, doch ist Ray wirklich bereit für die Wahrheit?


Dieses Buch zu rezensieren ist echt schwer, denn der zentrale Punkt wird im Klappentext bereits verraten: Rays Leben ist eine TV-Show. Eine 24/7 live Reality-Show. Alle wissen davon, die ganze Welt sieht dabei zu und niemand unternimmt etwas dagegen. Auch die Inselbewohner wissen Bescheid, alle sind Schauspieler, bis auf Noah. Und die Leben der Inselbewohner werden gelenkt von einem Mann, den die Mitarbeiter der Show nur Mr. X nennen, ein Mann, der keinerlei Skrupel hat.

Ich fand eine der zentralen Aussagen des Buches echt mega: es gibt keine Moral bei Reality-Shows. Die Menschen, ihre Gefühle, sind den Machern egal. Es geht um Quote, Quote und nochmals Quote.

Was ich aber echt schade fand war, dass das alles mit der Show so extrem offensichtlich war, dass man manchmal echt an Rays Verstand gezweifelt hat. Es waren einfach viel zu viele Zufälle. Klar, als Leser hat man den Überblick, weil man immer wieder ins Studio schauen kann, aber trotzdem. Es wirkt auf mich immer wieder so, als würde jeder einzelne Hinweis schreiend neon pinke Klamotten tragen und ein albernes Liedchen trällern, damit er nur ja auch von Ray bemerkt wird, damit sie dann sagen kann „seltsam. Das ist aber ein Zufall! Ach, da wird schon nichts sein.“ Das hat mich ziemlich schnell sehr, sehr genervt.

Ebenso fand ich Mr. X extrem überzeichnet. Ja, er ist der Teufel höchstpersönlich, ein widerliches, seelenloses Monster, aber ich bezweifle, dass jemand der so gezeichnet wird wie er überhaupt eine solche Show zum Laufen bringen würde.

Ein weiterer, wenn auch kleiner Punkt, der mich gestört hat, waren die kleinen Ungereimtheiten, die leider immer wieder entstehen, wenn ein Buch, das wo ganz anders spielt, auf Deutsch für deutsche Leser geschrieben wird. Ein Beispiel ist hier der Wortwechsel bezüglich Rays Aussage Liam gegenüber, dass sie sein „Führer“ sei. Klar, Fremdenführer, Führer abgekürzt. Aber Liam macht dann einen Spruch so nach dem Motto, „das würde ich streichen“ und dann „das kannst du nicht verstehen“. Ja, ein Deutscher versteht diese Anspielung, aber wenn es sich um das Setting auf einer Insel zwischen Australien und Neuseeland handeln soll mit Leuten von dort, kann man nicht davon ausgehen, dass sie solche Anspielungen machen, außerdem hat das englische Wort „guide“ für Führer bzw. Fremdenführer keinerlei Ähnlichkeit mit dem deutschen Wort „Führer“, für das es keine Entsprechung im englisch sprachigen gibt. Es ist eine Kleinigkeit, aber nicht die einzige Ungereimtheit.


Fazit: Insgesamt muss ich sagen, dass ich die Idee mega fand. Klar fiel einem bei dem Aufbau direkt die „Truman Show“ ein, aber das ist ja nicht schlimm. Ich fand es toll, wie gezeigt wurde, dass die Moral im Reality-Show-Business tot ist. Da ist mir echt mehrmals übel geworden, wie Mr. X von Ray gesprochen hat. Für ihn war sie kein Mensch, sondern ein Ding, das gewinn- bzw. quotenbringend benutzt werden sollte. Echt, mir ist da wirklich mehrmals schlecht geworden.
Ray und Noah fand ich beide sympathisch, wenn auch oft sehr Teenie. Ich habe oft die Augen verdreht und Liam habe ich verabscheut für seine Absichten.

Ich fand es sehr schade, dass die Hinweise für Ray so extrem offensichtlich waren und sie es trotzdem meist mit „seltsam. Das ist aber ein Zufall! Ach, da wird schon nichts sein“ abgetan hat. Das hat sich viel zu lang gezogen, dadurch wirkte das auf mich überhaupt nicht mehr glaubwürdig, leider.

Ich fand die Idee echt mega, die Umsetzung hatte für mich aber leider viel zu viele Schwächen. Von mir bekommt das Buch 2 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.03.2021

Für mich leider viel zu verwirrend

Aus schwarzem Wasser
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Maja ist tot. Sie stirbt bei einem Autounfall, zusammen mit ihrer Mutter. Sie nimmt alles genau wahr, sie weiß, dass sie sterben wird, ertrinken, aber sie kann es nicht verhindern. Dann plötzlich erwacht ...

Maja ist tot. Sie stirbt bei einem Autounfall, zusammen mit ihrer Mutter. Sie nimmt alles genau wahr, sie weiß, dass sie sterben wird, ertrinken, aber sie kann es nicht verhindern. Dann plötzlich erwacht sie in einem Leichensack in der Leichenhalle. Wie kann das sein? Sie ist unverletzt und flieht. Was ist mit ihr passiert?
Nicht lange später sterben tausende Menschen beim Schwimmen im Meer auf der anderen Seite der Welt. Maja hat davon geträumt. Irgendetwas ist hier los, aber Maja hat keine Ahnung wann. Und dann waren da auch noch die letzten Worte ihrer Mutter: „traue niemandem, sie stecken alle mit drin.“ Wer „alle“? Und worin?


Ich fand die Idee total interessant und wollte das Buch unbedingt lesen. Aber leider hat es mich nicht fesseln können. Ich empfand es immer wieder als anstrengend und zum Ende hin als viel zu kompliziert und verschachtelt. Ich habe nicht mehr durchgeblickt.

Was hinter all dem steckt ist total interessant und faszinierend, aber man muss erstmal bis dahin durchhalten – mir wäre es beinahe nicht gelungen.

Das Buch springt ständig zwischen verschiedenen Charakteren, Zeiten und Orten hin und her. Mal ist man gerade bei Maja, dann bei Daniel, ihrem Freund, zur selben Zeit, dann wieder bei Maja fünf Minuten früher, dann bei Daniel eine Stunde früher oder später oder es kommt wieder jemand ganz anderes. Man fühlt sich bald wie eine Flipperkugel und ich hatte es echt schwer den Überblick zu behalten und irgendwann, habe ich das nicht mehr geschafft und wurde abgehängt. Ich habe zwar den Anschluss wiedergefunden, aber dann kam das Ende und es wurde alles nur noch verwirrender.

Ich glaube das Ziel war einen temporeichen Thriller vorzulegen, eine Mischung aus Science-Fiction und Politthriller. Leider verliert man aber durch die ständigen willkürlichen Sprüche total den Überblick. Man kann keiner Aussage trauen, Charaktere sind mal tot, dann wieder lebendig, dann wieder tot und so weiter.

Bei einigen Charakteren wird nicht klar, warum sie zu Wort kommen. Ist ihre Aufgabe einzig und allein, den Leser zu verwirren?

Mit Maja habe ich mich auch schwergetan, sie war so distanziert. Ich hatte nicht das Gefühl wirklich einen Zugang zu ihren Emotionen zu bekommen.

Die Grundidee ist mega, aber sie geht für mich in zu vielen Sprüngen und Twists unter und das Ende lässt mich unbefriedigt und extrem verwirrt zurück.


Fazit: Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, ich habe es mir zu Weihnachten gewünscht und aufgehoben und jetzt wollte ich es mir gönnen. Leider hatte es aber eher den gegenteiligen Effekt auf mich. Ich fand es anstrengend.
Die Grundidee finde ich wirklich richtig, richtig, richtig mega! Aber die ist für mich letztlich beinahe komplett untergegangen. Das Buch springt pausenlos zwischen verschiedenen Charakteren und Zeitebenen hin und her. Teilweise im Minutentakt, dann wieder Jahre in die Vergangenheit. Ich habe irgendwann den Überblick verloren und wurde abgehängt.
Die Protagonistin und ihre Geschichte und die Hintergründe finde ich interessant, aber ich habe es nicht geschafft einen Zugang zu Majas Emotionen zu finden. Sie war immer so distanziert.

Die Auflösung, was hinter all dem steckt fand ich wie gesagt mega, das Ende aber leider nicht. Das hat mich komplett verwirrt und lässt mich unbefriedigt zurück. Schade!

Von mir bekommt das Buch leider nur ganz knappe 2 Sterne. Die Idee ist mega aber es ist einfach viel zu kompliziert und verwirrend.

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Veröffentlicht am 14.03.2021

Hektoliter Merlot und jede Menge Fragezeichen

Cloris
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Achtung: teilweise recht grausame Schilderungen en detail!


1986: Die 72-jährige Cloris ist die einzige Überlebende eines Flugzeugabsturzes. Sie kämpft nun in der Wildnis der Bitterroot Mountains ums ...

Achtung: teilweise recht grausame Schilderungen en detail!


1986: Die 72-jährige Cloris ist die einzige Überlebende eines Flugzeugabsturzes. Sie kämpft nun in der Wildnis der Bitterroot Mountains ums Überleben, während die Rangerin Debra Lewis nach ihr sucht und als einzige daran glaubt, dass die ältere Dame noch lebt. Doch das Gebiet ist groß – wird sie Cloris finden? Und wer ist der geheimnisvolle Unbekannte, der scheinbar seine schützende Hand über Cloris zu halten scheint? Existiert er wirklich, oder ist er bloß Einbildung?


Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut. Es klang total interessant und spannend. Leider führte die Lektüre bei mir vor allem zu jede Menge „hä?“s.

Der Anfang ist noch recht interessant, die Einführung der Charaktere, bei der man bereits merkt, dass sie ziemlich seltsam sind und dann der Flugzeugabsturz und Cloris, die plötzlich allein in der Wildnis überleben muss.

Ein Problem, das ich schon von Anfang an hatte war, dass die wörtliche Rede nicht gekennzeichnet ist. Es fehlen die An- und Abführungszeichen. Ich persönlich hasse das, weil ich so oft erst im Nachhinein herausfinde, dass das gerade eigentlich Teil eines Dialoges war, anstatt Gedanken.

Auch mit den Charakteren hatte ich meine Probleme. Ich fand sie durch die Bank ziemlich merkwürdig. Am ehesten konnte ich mich mit Cloris anfreunden, aber Debra mit ihrem krankhaften Alkoholkonsum, ihrer mehr als seltsamen Beziehung und dann noch ihre junge Helferin – ich hatte ständig Fragezeichen im Kopf und bin mehrmals einfach nicht mehr durchgestiegen.

Die Handlung hat es mir nicht immer leicht gemacht. Die Idee fand ich super, eine ältere Dame allein in der Wildnis, jemand, der scheinbar seine schützende Hand über sie hält und eine Rangerin, die als einzige daran glaubt, dass sie noch lebt und das alles in der Vor-Handy-Zeit.
Das Problem sind zum einen die teilweise grausamen Schilderungen, bei denen mir manchmal echt anders geworden ist, und zum anderen die Längen. Die Erzählung wechselt immer wieder zwischen Cloris und Debra und bei beiden gibt es deutliche Längen, zudem schweift Cloris gern ab. Gut, das passt zu einer älteren Dame, aber trotzdem! Bei Debra ist es ihre „Beziehung“ die mich sehr verwirrt und ihr Alkoholkonsum nervt – sie kippt ein Glas Merlot nach dem anderen, da wundert man sich irgendwann, dass sie überhaupt noch durch den Wald laufen kann.

Einiges bleibt offen und ich muss ehrlich sagen, irgendwann habe ich leider den Faden verloren.


Fazit: Das Buch war leider nicht meins. Ich fand die Grundidee total interessant und habe mich wirklich auf dieses Buch gefreut, aber die Umsetzung hat mir dann doch rechte Probleme gemacht. Zum einen die fehlende Kennzeichnung der wörtlichen Rede, das hat mich immer wieder verwirrt, dann Debra, bei deren Handlungsstrang ich so oft den Faden verloren habe, unter anderem durch ihren heftigen Alkoholkonsum. Ich wusste irgendwann nicht mehr, was überhaupt noch wichtig ist. Cloris war durchaus sympathisch, auch wenn ich ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte. Aber sie ist oft abgeschweift und ich konnte ihr dadurch manchmal nicht mehr folgen.
Ich habe mich leider immer wieder gelangweilt, gerade weil die Protagonisten so oft Dinge erzählt haben, die auf den ersten, und manchmal auch auf zweiten Blick, die Handlung null vorangebracht haben und mich einfach nur verwirrten.
Ich fand es auch schade, dass regelmäßig grausame Dinge geschildert wurden und zwar so detailliert, dass mir ab und an ganz anders geworden ist.

Insgesamt war das Buch leider einfach nicht meins. Schade, denn die Story hätte wirklich viel Potential gehabt. So reicht es leider nur für ganz, ganz knappe 2 Sterne und die auch nur wegen der tollen Idee.

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Veröffentlicht am 19.02.2021

Ich hatte etwas ganz anderes erwartet - leider war es nicht meins

Tears of Light
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Lennox leidet an einer Lichtkrankheit. Sie ist plötzlich, kurz vor dem Krebstod seiner Mutter aufgetreten und seitdem hat er eine Odyssee an Behandlungen und Ärzten hinter sich gebracht. Nichts hilft. ...

Lennox leidet an einer Lichtkrankheit. Sie ist plötzlich, kurz vor dem Krebstod seiner Mutter aufgetreten und seitdem hat er eine Odyssee an Behandlungen und Ärzten hinter sich gebracht. Nichts hilft. Mittlerweile lebt er allein in der Altbauwohnung seines Vaters, nur in Gesellschaft seines geliebten Hundes und der wechselnden Haushaltshilfen. Seine Lieblingshobbys sind Computerspiele zocken, hacken und Haushaltshilfen vergraulen. Er lässt sich selbst und die Wohnung total verkommen und schließlich schlägt ihm sein Vater eine Wette vor: Wenn die nächste Haushaltshilfe durchhält, muss sich Lennox in der Schweiz einer weiteren Therapie unterziehen; gibt die Frau aber auf, lässt er ihn ein Jahr lang so leben wie er will.
Suki kommt aus Japan und ist das Gegenteil von dem, was Lennox erwartet hätte. Sie ist total komisch, aber irgendwie schafft er es auch nicht so gemein zu ihr zu sein, wie zu den anderen. Aber irgendetwas geheimnisvolles umgibt sie. Was es wohl sein mag?


Ich muss leider sagen, dass das Buch leider nicht meins war. Klar tat mir Lennox leid mit seiner Krankheit und ich kann auch verstehen, dass er sich da hängen lässt und keinen Ausweg sieht, aber ganz ehrlich: sein Gejammer und Selbstmitleid nerven! Er benimmt sich wie ein kleines Kind! Er schmollt und fühlt sich von allen missverstanden und sein Schicksal ist doch so gemein und ungerecht und, und, und. Ja, es ist besch…, dass er diese Krankheit hat und ich kann verstehen, dass er lieber normal wäre und ihn das alles frustriert, aber seine Einstellung und sein Verhalten bringen ihn auch nicht weiter! Er könnte versuchen das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen, stattdessen schmollt er lieber.

Zu Suki möchte ich nicht viel sagen. Ich hatte nach knapp 40 Seiten alles erraten und möchte euch nicht spoilern. Ich fand es auf jeden Fall toll, wie sie Lennox aufgerüttelt hat, einfach durch ihre Art. Sie nimmt vieles wörtlich und lässt sich von ihm nicht verunsichern oder vergraulen. Allerdings habe ich das große Geheimnis, das sie hütet, eben schon sehr, sehr früh erraten und dadurch war bei mir schnell die Luft raus.

Ich hatte einfach etwas ganz anderes erwartet. Ich fand die Idee nicht schlecht, aber mich konnte das Buch einfach absolut nicht packen. Ich habe nicht mitgefiebert und die Protagonisten konnten mich auch nicht berühren. Wie gesagt die Story an sich fand ich nicht schlecht, die Idee echt gut, aber in der Umsetzung hat es mich einfach nicht gepackt. Leider.

Einiges wurde mir zu schnell abgehakt, was in meinen Augen die Story mehr vorangebracht hätte, wäre es ausführlicher behandelt worden. Und manches war für mich zu sehr „typisch“ Young Adult, wie zum Beispiel, dass nur die Jugend den Durchblick hat und die Eltern sehr festgefahren in ihrem Denken sind. Die liegen falsch und nur die Jugend blickt durch und handelt „richtig“, wenn auch gern mal sehr impulsiv.


Fazit: Leider war das Buch nicht meins. Es konnte mich nicht packen. Zum einen habe ich nach knapp 40 Seiten alles erraten, zum anderen war mir Lennox direkt zu Anfang so extrem unsympathisch – das konnte er nur bedingt rausreißen. Ich habe die ganze Zeit immer nur auf seinen nächsten bockiges Kleinkind-Anfall gewartet. Allerdings haben sich die Protagonisten letztlich doch in eine Richtung entwickelten, die sie mir zumindest etwas näher gebracht haben.
Vielleicht hätte es mich mehr erreichen können, wenn ich nicht alles so früh erraten hätte, aber das war leider der Fall. Die Idee an sich fand ich interessant, aber mich hat es nicht gepackt.

Von mir bekommt das Buch 2 Sterne.

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Veröffentlicht am 14.02.2021

Leider einfach nicht meins

Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid
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In diesem Buch geht es um die Geschichte von vier Frauen: Senta, eine junge Frau voller Pläne in den 1920er Jahren, die sich in den falschen Mann verliebt und sich über den Konsequenzen dieser Entscheidung ...

In diesem Buch geht es um die Geschichte von vier Frauen: Senta, eine junge Frau voller Pläne in den 1920er Jahren, die sich in den falschen Mann verliebt und sich über den Konsequenzen dieser Entscheidung beinahe selbst verliert. Trude, eine verbitterte Frau, die einen neuen Lebenssinn entdeckt, aber dafür das Glück anderer mit Füßen tritt. Evelyn ein junges Mädchen und gleichzeitig eine alte Frau, bei der alle Fäden zusammenlaufen und der so viele Lügen erzählt werden, dass sie keine Ahnung mehr hat, was einst mal wahr war und was nicht. Und Hannah, Evelyns Enkelin, die selbst gerade an einem Punkt in ihrem Leben ist, an dem alles aussichtlos erscheint, die aber dennoch alles daransetzt ein Familiengeheimnis aufzudecken, von dessen Existenz sie anfangs nicht einmal weiß.


Ich muss leider sagen, dass mich das Buch überhaupt nicht gepackt hat. Ich fand die Grundgeschichte interessant, die Entscheidungen und Verbindungen zwischen den Frauen und deren Leben und die Geschichte, die all das umfasst, aber das wars leider auch schon. Insgesamt fand ich es leider sehr deprimierend. Mir war kein einziger Charakter sympathisch und für mich schwebte über allem so eine dunkle depressive Wolke.

Senta war mir noch mit am sympathischsten, aber auch nur im Vergleich mit den anderen. Ich fand es interessant, wie sie sich im Dritten Reich geschlagen hat.

Trude fand ich einfach nur schrecklich. So verbittert und manchmal einfach nur böse, vor allem, wenn es um Senta ging. Aber Evelyn scheint sie geliebt zu haben, oder zumindest das Gefühl, das sie ihr gab.

Evelyn ist ein schwieriger Charakter. Als junges Mädchen / junge Frau kann man sie teilweise schon verstehen, warum sie sich so verhält, wie sie es tut, sie kennt ja die ganze Geschichte nicht. Trotzdem ist sie auch nicht bereit zuzuhören und eine andere Version zu hören oder gar zu glauben.
Als alte Frau fand ich sie nur verwirrend. Gut, vielleicht hat das dann auch mit dem Alter zu tun, aber dennoch.

Hannah tat mir einerseits leid, weil sie in einer Sackgasse steckte und sich nicht traute etwas zu unternehmen. Andererseits konnte ich die Sache und später die mehreren Sachen mit Andreas nicht nachvollziehen. Mir kam Hannah da oft vor als würde sie einfach mit den Achseln zucken, statt etwas zu unternehmen und auch mal für sich zu kämpfen.

Die Männer kommen in diesem Buch nicht besonders gut weg – abgesehen von Julius und seinem Vater. Sie sind egoistisch und walzen über die Frauen hinweg. Gut, vielleicht soll uns das zeigen, dass das in der Vergangenheit nicht unüblich war und dass bis heute Frauen oft Unrecht getan wird, vor allem beruflich, sie sich aber nicht wehren wollen/können/möchten/dürfen. Ich finde es aber schade, dass nicht eine sich behauptet.


Fazit: Leider hat mich das Buch so gar nicht gepackt. Die Grundidee fand ich sehr gut und auch die Zeiten, die uns gezeigt wurden. Aber mir persönlich war es zu deprimierend und die Frauen zu passiv. Gut, Senta hat es später versucht, aber für mich auch nicht kämpferisch genug.
Ich musste mich oft antreiben, um dran zu bleiben. Mir waren die Charaktere einfach nicht sympathisch und über allem schwebte für mich so eine dunkle depressive Wolke.

Was mich zudem störte war, dass so oft zwischen den Charakteren gesprungen wurde. Ohne Vorwarnung folgte man plötzlich jemand anderem und – ich zumindest – bekam das erst einige Absätze später mit.

Das für mich interessanteste Thema verkommt zur Randnotiz.

Von mit gibt’s leider nur ganz knappe 2 Sterne.

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