True-Crime-Podcasterin Elle Castillo widmet sich ungeklärten Verbrechen. Dabei stellt sie die Opfer in den Fokus. Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht der Countdown Killer, dessen Opfer nach einem bestimmten ...
True-Crime-Podcasterin Elle Castillo widmet sich ungeklärten Verbrechen. Dabei stellt sie die Opfer in den Fokus. Im Mittelpunkt dieses Thrillers steht der Countdown Killer, dessen Opfer nach einem bestimmten Muster ausgesucht und entführt werden und immer ein Jahr jünger werden. Sie widmet sich zunächst den ersten Opfern. Irgendwann hat sie aber auch selbst immer mehr mit dem Fall zu tun.
Mir persönlich hat der Thriller aufgrund seiner ungewöhnlichen Gestaltung mit den Podcast-Elementen sehr gut gefallen. Das hebt ihn positiv von anderen Büchern des Genres ab. Er war recht spannend, im weiteren Verlauf aber manchmal auch etwas vorhersehbar, was aber auch kaum vermeidbar ist. Etwas überfordert haben mich die vielen verschiedenen Namen der Nebenfiguren. Insgesamt war mir die Handlung aber nicht zu blutig oder gruselig. Die Protagonistin Elle Castillo ist nicht perfekt und manchmal etwas impulsiv, sodass man sich gut in sie hineinversetzen kann. Gerne empfehle ich den Thriller weiter.
Carla Chamäleon - Zoff im Zoo ist der zweite Band einer Reihe um die elfjährige Superheldin wider Willen Carla Niemann, die mit der Umgebung verschmilzt, wenn sie nervös ist oder in eine peinliche Situation ...
Carla Chamäleon - Zoff im Zoo ist der zweite Band einer Reihe um die elfjährige Superheldin wider Willen Carla Niemann, die mit der Umgebung verschmilzt, wenn sie nervös ist oder in eine peinliche Situation gerät, das nennt sich dann laut ihrem Psychologen Chamäliose. Eigentlich würde sie lieber "normal" sein, aber ihre Freunde Jole und der Pinguin Herr Ping finden Carlas ungewöhnliche Fähigkeit sehr cool und hilfreich, vor allem für den Geheimbund "Die Kavaliere", der unerkannt Gutes tut und jemanden wie Carla gut gebrauchen kann. Von den "Kavalieren" hat Carla nun auch ihren ersten großen Auftrag erhalten und zugleich passieren immer mehr gefährliche und mysteriöse Dinge im Zoo und der Gegner scheint die gleiche Gabe zu besitzen, wie Carla.
Das Buch ist in einem sehr kreativen und abwechslungsreichen Sprachstil verfasst und die Autorin baut auf eine fantasievolle Weise immer wieder etwas kuriose und amüsante Vorfälle mit ein. So ist die Geschichte sehr unterhaltsam sowohl beim Vorlesen als auch für Erstleser. Ansprechende Schwarz-Weiß-Illustrationen sorgen zusätzlich für Anschaulichkeit und Auflockerung. Auch Spannung ist, auf einem kindgerechten Niveau vorhanden. Sehr hilfreich fand ich auch, dass es zu Beginn des Buches erst einmal eine kurze Info über Carla und ihre Begleiter gab, damit alle, bei denen die Lektüre des ersten Bandes schon etwas her ist und alle, die direkt mit dem zweiten Teil einsteigen, wissen, was Sache ist.
Die italienische Autorin Romina Casagrande beschäftigt sich in ihrem Roman "Als wir uns die Welt versprachen" mit dem Schicksal der so genannten "Schwabenkinder", Kindern aus armen Südtiroler Familien, ...
Die italienische Autorin Romina Casagrande beschäftigt sich in ihrem Roman "Als wir uns die Welt versprachen" mit dem Schicksal der so genannten "Schwabenkinder", Kindern aus armen Südtiroler Familien, die ihre Heimat verlassen mussten, um harte Arbeit auf schwäbischen Bauernhöfen zu leisten, wo man sie wie Sklaven behandelte. Zwei dieser Kinder, Edna und Jacob, die sich vor gut 80 Jahren auf so einem schwäbischen Bauernhof kennenlernten, stehen im Mittelpunkt der Handlung.
Die Geschichte wird auf mehreren Zeitebenen erzählt. Einmal zu der Zeit, als Edna ein junges Mädchen war, das viel ertragen musste und andererseits in der Gegenwart, als Edna beschließt, sich erneut auf die lange Reise nach Süddeutschland zu begeben, nachdem sie Jacob durch einen Zeitschriftenartikel "wiedergefunden hat".
Ich fand es sehr interessant, aber zugleich auch erschreckend, mehr über das Schicksal der "Schwabenkinder" zu erfahren, bisher wusste ich noch nichts von dieser "Praxis". Was Ednas Trip auf den Spuren der Vergangenheit angeht, ist natürlich nicht alles vollkommen realistisch, immerhin ist sie gut 90, daher körperlich nicht mehr topfit und hat zudem noch den Papagei und weiteres Gepäck dabei. Aber von dieser leichten Skurrilität und Metaphorik lebt dieser Roman auch. Auf jeden Fall beeindrucken das Schicksal und zugleich die Stärke und Willenskraft der Protagonistin Edna mich sehr.
Nach einer Feier in Schloss Windsor wird ein russischer Pianist unter peinlichen Umständen tot in seinem Gästezimmer dort aufgefunden, wovon die Öffentlichkeit natürlich wenig mitkriegen soll, weshalb ...
Nach einer Feier in Schloss Windsor wird ein russischer Pianist unter peinlichen Umständen tot in seinem Gästezimmer dort aufgefunden, wovon die Öffentlichkeit natürlich wenig mitkriegen soll, weshalb die Ermittlungen möglichst dezent ablaufen sollen, obwohl man zunächst Putin verdächtigt, alles beauftragt zu haben. Die Queen lässt der Tod des jungen Mannes in ihren vier Wänden aber auch nicht kalt und anscheinend ist die Detektivarbeit schon lange eine heimliche Leidenschaft der Regentin. Sie spannt kurzerhand ihre neue nigerianische Privatsekretärin als ihre Assistentin ein, was Ermittlungen außerhalb des Palastes angeht und so versuchen die beiden ungleichen Frauen, mehr über das Mordmotiv herauszufinden und auch der Polizei unauffällig auf die Sprünge zu helfen.
Ich fand diesen Krimi ungewöhnlich, aber sowohl unterhaltsam als auch bis zum Ende spannend. Der Charakter der Queen ist sehr detailliert und überzeugend ausgestaltet, mit allen bekannten Vorlieben und Macken und eben trotz ihres blauen Blutes auch manchmal recht menschlich. Rozie ist mir sehr sympathisch, wie sie recht unaufgeregt mit der Queen und anderen wichtigen Menschen umgeht, obwohl sie sich aus einfachsten Verhältnissen hochgearbeitet hat. Sehr gerne würde ich weitere Krimis mit dem ungewöhnlichen Ermittlerinnenduo lesen.
Nach einer Feier in Schloss Windsor wird ein russischer Pianist unter peinlichen Umständen tot in seinem Gästezimmer dort aufgefunden, wovon die Öffentlichkeit natürlich wenig mitkriegen soll, weshalb die Ermittlungen möglichst dezent ablaufen sollen, obwohl man zunächst Putin verdächtigt, alles beauftragt zu haben. Die Queen lässt der Tod des jungen Mannes in ihren vier Wänden aber auch nicht kalt und anscheinend ist die Detektivarbeit schon lange eine heimliche Leidenschaft der Regentin. Sie spannt kurzerhand ihre neue nigerianische Privatsekretärin als ihre Assistentin ein, was Ermittlungen außerhalb des Palastes angeht und so versuchen die beiden ungleichen Frauen, mehr über das Mordmotiv herauszufinden und auch der Polizei unauffällig auf die Sprünge zu helfen.
Ich fand diesen Krimi ungewöhnlich, aber sowohl unterhaltsam als auch bis zum Ende spannend. Der Charakter der Queen ist sehr detailliert und überzeugend ausgestaltet, mit allen bekannten Vorlieben und Macken und eben trotz ihres blauen Blutes auch manchmal recht menschlich. Rozie ist mir sehr sympathisch, wie sie recht unaufgeregt mit der Queen und anderen wichtigen Menschen umgeht, obwohl sie sich aus einfachsten Verhältnissen hochgearbeitet hat. Sehr gerne würde ich weitere Krimis mit dem ungewöhnlichen Ermittlerinnenduo lesen.
"Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht" ist das Debüt der ehemaligen Profi-Tennisspielerin Andrea Petcovic. Dabei hat mich der Untertitel "Erzählungen" etwas auf eine falsche Fährte geführt, was ich mir ...
"Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht" ist das Debüt der ehemaligen Profi-Tennisspielerin Andrea Petcovic. Dabei hat mich der Untertitel "Erzählungen" etwas auf eine falsche Fährte geführt, was ich mir unter dem Buch vorstellen soll. Ich finde, "Episoden" gibt es treffender wieder. Die Autorin gibt mit Hilfe derer Einblicke in ihre Kindheit und Jugend als tennisbesessene Tochter einer Familie, die aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland eingewandert ist und in die Stationen ihrer Profi-Tenniskarriere. Dabei geht es aber nie ausschließlich um den Sport, sondern viel mehr um Begegnungen mit interessanten Menschen am Rande von Tennisplätzen, ihre jugoslawischen Wurzeln, Selbstzweifel und Respekt vor wichtigen Spielen oder Erkenntnisse und Lehren aus Siegen oder Niederlagen, reflektiert und gespickt mit viel Lebensweisheit.
Sprachlich sind diese Geschichten auch sehr gelungen, es finden sich viele Bilder und Metaphern und man merkt, dass Andrea Petcovic nicht nur der Umgang mit Ball und Schläger, sondern auch der mit der deutschen Sprache großen Spaß macht.