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Veröffentlicht am 24.05.2021

Spannung & Drama!

Die Tote
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Für mich ist "Die Tote" ein packender Mix aus psychologischer Spannung & Familiendrama.

Stella trauert ihrer idyllischen Kindheit auf der Insel Evergreen auch nach 25 Jahren immer noch nach - doch war ...

Für mich ist "Die Tote" ein packender Mix aus psychologischer Spannung & Familiendrama.

Stella trauert ihrer idyllischen Kindheit auf der Insel Evergreen auch nach 25 Jahren immer noch nach - doch war damals alles wirklich so harmonisch wie sie es in Erinnerung hat? Sie hat nie verstanden weshalb ihre Familie die Insel (als sie 11 Jahre alt war) plötzlich verlassen musste, und die Geheimnistuerei darum hat sie verdrängt, bzw. ihre Familie fast schon zwanghaft idealisiert.

Als auf Evergreen eine lange vergrabene Leiche gefunden wird und Stellas Bruder ein seltsames Geständnis abgibt, sieht sie sich gezwungen in ihren Heimatort zurückzukehren, um endlich Antworten zu finden. Und sie muss feststellen, dass nichts war, wie es schien...

Durch den Wechsel zw. Gegenwart und Vergangenheit erfahren die Leser/innen zusammen mit Stella nach und nach, welche düsteren Geheimnisse die Insel verbirgt und wie vehement ihre Bewohner diese behüteten und immer noch zu behüten versuchen...

Obwohl ich mit den Figuren und dem Schreibstil nicht wirklich viel anfangen konnte (beides traf einfach nicht meinen ganz eigenen Geschmack bzw. meine persönlichen Vorlieben), hat mich die Handlung voll und ganz überzeugt! "Die Tote" befasst sich mit vielen, hoch interessanten Fragen: Was hat die persönliche Wahrnehmung mit der Wahrheit bzw. der Realität zu tun? Ist extreme Armut ein hinnehmbarer Grund für zutiefst unmoralisches Verhalten? Sind Gerechtigkeit und Wahrheit wichtiger, als das Wohl der eigenen Familie?

Der Plot ist ein komplexes Geflecht aus faszinierend verstörenden Geheimnissen und Lügen - absolut fesselnd sowie überraschend!

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Veröffentlicht am 18.05.2021

Düster & Facettenreich

Lügen können töten
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„Lügen können töten“ ist ein mitreißender Thriller, der mich sofort und bis zum Ende gepackt hat. Die unheilvolle Stimmung und die langsam vor sich hin brodelnden Konflikte machen neugierig!

Sadie, die ...

„Lügen können töten“ ist ein mitreißender Thriller, der mich sofort und bis zum Ende gepackt hat. Die unheilvolle Stimmung und die langsam vor sich hin brodelnden Konflikte machen neugierig!

Sadie, die Protagonistin, ist sympathisch und ihre emotionale Achterbahnfahrt wird plastisch sowie bewegend beschrieben.

Die Handlung ist facettenreich, rätselhaft und spannend. Sadie erkennt viel zu spät, dass sie - in jedem Lebensbereich - in ein Netz aus Täuschungen und Intrigen geraten ist. Die verschiedenen Handlungsstränge werden nach und nach geschickt miteinander verbunden, sodass zum Ende hin alle Probleme aufeinandertreffen!

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Veröffentlicht am 29.03.2021

Ein Thriller wie Matrjoschka Puppen

Der Erlkönig
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1. Was für eine Sogwirkung: ich habe „Der Erlkönig“ innerhalb von eineinhalb Tagen regelrecht verschlungen, und mein Gehirn wurde - vor allem während des letzten Drittels - ganz schön durchgerührt!

2. ...

1. Was für eine Sogwirkung: ich habe „Der Erlkönig“ innerhalb von eineinhalb Tagen regelrecht verschlungen, und mein Gehirn wurde - vor allem während des letzten Drittels - ganz schön durchgerührt!

2. Was für ein Labyrinth: Der Plot herrlich undurchsichtig, rätselhaft, und verschachtelt.

2018 stellt Professor François Villemin seinen Studierenden den Fall namens "Sandrines Refugien" vor. Geht es dabei um einen Kriminalfall, um einen psychiatrischen Fall, oder beides? Ist sie ein Opfer oder eine Täterin? Oder beides?

Nach dieser Einführung, erfahren die Leser*innen von den Umständen, die Sandrine 1986 zu einer speziellen Insel führten. Ca. 2/3 lang wechseln sich die Ereignisse aus dem Jahr 1949 rund um Sandrines Großmutter, und ihre eigenen Erfahrungen auf dem Eiland, ab. Dann geht es hauptsächlich um die Geschehnisse, die sich nach ihrem Ausflug auf der Insel ereigneten: der traumatisierte, aber motivierte Kommissar Damien begann zu ermitteln, denn die junge Frau war blutüberströmte und zutiefst verstört. Sie berichtete von den Schatten des 2. Weltkrieges, von toten Kindern, sie erzählte vom Erlkönig sowie dem unerträglichem Leid der Inselbewohner.

Aber wie hängen Nazi-Gräueltaten von vor 40 Jahren, die unglücksseligen Inselbewohner, der Erlkönig, Sandrines Trauma, und die tragische Vergangenheit des Ermittlers zusammen? Der Autor streut zwar viele Hinweise, diese sind allerdings so geschickt nebensächlich in ein elaboriertes Rätsel eingebaut, dass die Auflösung wohl niemand auch nur zu erahnen kann. Zum Ende hin amüsiert sich der Professor über die Studierenden „indem er ihnen ihre Unfähigkeit vorführte, Lösungen zu finden, die direkt vor ihrer Nase lagen“. Ich finde der Autor macht das Gleiche mit der Leserschaft, wobei er für mein Empfinden bei einem entscheidenden Aspekt ziemlich trickreich vorgeht - das trübt für mich jedoch weder den Lesegenuss im Nachhinein, noch die unerwartete Auflösung!

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Veröffentlicht am 28.02.2021

Soziopathin trifft auf Psychopathin - die kranken Psychospielchen sind eröffnet!

Die Frau ohne Namen
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Es ist ein Zufall, eine Chance schnell, viel Geld zu verdienen– Jessica schummelt sich in eine psychologische Studie zum Thema Moral & Ethik (allein schon diese Ironie ist einfach herrlich), wo sie an ...

Es ist ein Zufall, eine Chance schnell, viel Geld zu verdienen– Jessica schummelt sich in eine psychologische Studie zum Thema Moral & Ethik (allein schon diese Ironie ist einfach herrlich), wo sie an zwei Tagen Fragebögen ausfüllen muss, doch die anspruchsvollen Fragen bzw. ihre Antworten darauf wühlen unverhofft Traumatisches auf…

Ihr Denken und Handeln wird zunehmend beeinflusst, das nimmt noch zu, als die Studie persönlich wird und Jessica regelmäßig zu Sitzungen mit Dr. Shields sowie überwachten Experimenten mit Männern in der Öffentlichkeit gebeten wird. Sie findet zwar einiges an der Studie suspekt, aber sie braucht das Geld für ihre kranke Schwester, ist sie von Dr. Shields fasziniert, zudem hat sie sich noch nie so verstanden gefühlt. Dr. Shields kennt ihre dunkelsten Geheimnisse und ist dennoch immer verständnisvoll, tröstet sie sogar.

Aber was geht hier wirklich vor sich? Es mag als Studie begonnen haben, allerdings ist Dr. Shields nicht grundlos besessen von Moral & Ethik…

Als Jessica eher zufällig herausfindet, was hier wirklich gespielt wird, hat die Falle bereits zugeschnappt: viele Bereiche von Jess’ Leben liegen in Trümmern, und weitere Bedrohungen stehen im Raum. Aber sie ist nicht die Erste, auch nicht die einzige, die Dr. Shields im Klammergriff hat, sodass sich nun die Frage stellt; wer kann ihr wie helfen? Wem kann sie trauen? Wer lügt und wer irrt sich einfach nur?

„Die Frau ohne Namen“ ist von der ersten Seite an fesselnd: der Schreibstil ist mitreißend und eine Perspektive ist oft im passiv geschrieben; ihr wird gesagt, ihr wird zugehört, ihr wird versichert etc. - was sehr gut zu der Figur bzw. ihren Absichten passt! Die Charaktere sind auf verstörende Weise interessant, die Handlung ist perfide spannend, außerdem überrascht sie immer wieder mit ungeahnten Wendungen! Hier und da, empfand ich einiges als ein wenig konstruiert und das endgültige Ende im Epilog hat mir nicht wirklich gefallen, weil ich es als „Übers Ziel hinausschießen“ empfand und auch als nicht "ganz rund" – aber das ist natürlich Geschmackssache!

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Veröffentlicht am 06.02.2021

Witzig, verrückt, spannend

Der 13. Brief
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Die herrlich schräge Protagonistin Lila Ziegler ist wirklich unterhaltsam, aber auch der Privatdetektiv & der fürsorgliche Kneipenbesitzer sind interessant und ungewöhnlich.

Der Wortwitz, der über allem ...

Die herrlich schräge Protagonistin Lila Ziegler ist wirklich unterhaltsam, aber auch der Privatdetektiv & der fürsorgliche Kneipenbesitzer sind interessant und ungewöhnlich.

Der Wortwitz, der über allem schwebt sowie die Ping-Pong-Dialoge, sind amüsant mitreißend, und ließen mich durch die Seiten fliegen.

Die Handlung, bzw. der Fall, ist eine harte Nuss, spannend, und es gibt gelungene Wendungen.

Der amüsante Erzählstil, zusammen mit den außergewöhnlichen Figuren und der vielseitigen Handlung, machen dieses Buch absolut lesenswert!

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