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Veröffentlicht am 07.03.2021

Mischung aus politischem Thriller und (Science)-Fiction

Der vierte Mond
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Bei diesem Roman fällt mir die Bewertung leider sehr schwer. Grund dafür sind hauptsächlich die falschen Erwartungen, die der Klappentext bei mir geweckt hat. Erhofft hatte ich mir eine spannende Story, ...

Bei diesem Roman fällt mir die Bewertung leider sehr schwer. Grund dafür sind hauptsächlich die falschen Erwartungen, die der Klappentext bei mir geweckt hat. Erhofft hatte ich mir eine spannende Story, die zu großen Teilen im Weltraum, bzw. auf Kallisto spielt, auch weil das Buch als „Science-Fiction“-Epos beworben wird. Leider weicht der tatsächliche Inhalt des Buches stark davon ab, denn die ersten 2/3 des Buches handeln fast ausschließlich von Ereignissen und Protagonisten auf der Erde. Erst das letzte Drittel entsprach meinen Erwartungen, da die Handlung dort endlich auf Kallisto wechselte und noch einige spannende Handlungsaspekte hinzukamen.

„Der vierte Mond“ spielt im Jahr 2104. Seit Generationen betreiben die Menschen Asteroiden Mining, erforschen die Planeten und so dreht sich für viele Menschen alles um ihre Arbeit als Spaceworker. Im Nachwort betont Weise, dass ihr Fokus nicht auf wissenschaftlicher Richtigkeit und Glaubwürdigkeit liegt, sodass komplizierte technische Beschreibungen in diesem Buch ausbleiben, was insbesondere für Laien sehr angenehm ist. Trotzdem habe ich mich daran gestört, dass mehrfach betont wird, wie viele Arbeiter bereits in 4. Generation Spaceworker sind, was auf Grund des gewählten Handlungszeitraums, der nur knappe 80 Jahre in der Zukunft liegt schon relativ unrealistisch ist und sich ja wirklich einfach durch eine andere Zeitangabe hätte lösen lassen können.

Der Roman ist sehr charakterbetont, in den ersten zwei Dritteln lernt der Leser die verschiedensten Persönlichkeiten kennen, von ehemaligen Spaceworkern, , der Callisto-Crew und ihren Verwandten, bis zu politischen Akteuren und anderen eher nebensächlichen Protagonisten. Einige dieser Handlungsstränge waren durchaus interessant zu verfolgen, die Verknüpfungen der Stränge sorgten dafür, dass ein Netz aus Geheimnissen, politischen Intrigen und Ermittlungen gespannt wurde und ersichtlich wurde welchen Einfluss die Raumfahrt auf die Menschen genommen hat. Einige Protagonisten machen eine starke Charakterentwicklung durch, am Ende hatte ich jedoch das Gefühl, dass viele Stränge einfach im Sand verlaufen sind und Potenzial verschenkt wurde. Der Abschnitt war zwar teilweise interessant, hat sich aber leider sehr gezogen.

Wirklich interessant fand ich die Szenen auf Kallisto, die ja leider bis zum Showdown eine Seltenheit waren. Diese konnten mich endlich packen, haben das Potenzial des Buches gezeigt und das geboten, was ich mir für das ganze Buch gewünscht hätte. Hier fand ich es aber sehr schade, dass der spannendste Handlungsstrang eben nicht wissenschaftlich beleuchtet wurde und der Fokus auf den Gefühlen und den Beziehungen der Crew lag.

Gut gefallen hat mir aber Weises Schreibstil. Dieser war sehr locker und flüssig zu lesen. Durch den Verzicht auf technische Beschreibungen ist zudem keinerlei Vorwissen über Physik, Raumfahrt oder Technik notwendig, sodass die Handlung sehr verständlich ist und insbesondere Sci-Fi-Laien hier vielleicht einen zaghaften Einstieg in das Genre finden können, denn die ersten 2/3 waren eher politischer Thriller, während man erst das Ende wirklich als Sci-Fi bezeichnen kann, wobei der Fiction-Aspekt, definitiv überwiegt. Für die Bewertung habe ich versucht mich von meinen Erwartungen zu trennen, kann aber auf Grund des schleppenden Mittelteils und der vielen Handlungsstränge, die sich verlaufen haben leider nur 3 Sterne geben.

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Veröffentlicht am 15.09.2020

Langweiliger New Adult Roman mit Fantasyanteil

Midnight Chronicles - Schattenblick
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Inhalt:
449 entflohene Seelen. 449 Tage, um sie zurück in die Unterwelt zu schicken. Roxy weiß, dass ihre Mission so gut wie unmöglich ist. Dass sie jetzt auch noch ein Auge auf den mysteriösen Shaw haben ...

Inhalt:
449 entflohene Seelen. 449 Tage, um sie zurück in die Unterwelt zu schicken. Roxy weiß, dass ihre Mission so gut wie unmöglich ist. Dass sie jetzt auch noch ein Auge auf den mysteriösen Shaw haben soll, der von einem Geist besessen war und seitdem keinerlei Erinnerungen an seine Vergangenheit hat, passt ihr daher gar nicht. Vor allem weil das Kribbeln zwischen ihnen mit jedem Augenblick, den sie miteinander verbringen, heftiger wird. Und das ist nicht nur für Roxys Herz gefährlich - sondern auch für ihr Leben...

Eine neue Reihe, von Laura Kneidl und Bianca Iosivoni gemeinsam verfasst, das hat direkt meine Aufmerksamkeit geweckt, denn Laura Kneidl konnte mich im letzten Jahr mit ihrer „Krone der Dunkelheit“-Reihe wirklich begeistern. Bei diesem Buch erging es mir leider anders. Ich habe zwei Wochen gebraucht um es zu beenden, da es mich leider nicht packen konnte.

Die grundlegende Idee der Hunter, die verschiedenen Gruppierungen angehören und unterschiedliche Fähigkeiten besitzen, in Quartieren zusammen Leben und Geister, Vampire und andere übernatürliche Wesen bekämpfen hat mir gut gefallen, auch wenn einiges mich stark an die Shadowhunters-Reihe erinnert hat.

Die Protagonistin Roxy hat durch einen Fehler Seelen aus der Unterwelt befreit und muss diese wieder einfangen, um nicht selbst in die Unterwelt verbannt zu werden. Gleichzeitig ist sie aber auch auf der Suche nach ihrem verschollenen Zwillingsbruder, sodass es ihr umso wichtiger ist zu überleben. Sie ist eine freie Huntress, die mit Hilfe ihres Amuletts Seelen in die Unterwelt schicken kann, liebt Fast Food über alles und arbeitet mit ihrem Kampfpartner Finn im Londoner Hunter-Quartier. Bei der Jagd nach einem Geist befreit treibt sie einen Geist aus einem jungen Mann aus, der sich daraufhin aber nicht mehr an seine Vergangenheit erinnern kann und bei den Huntern bleibt. Er bekommt den Namen Shaw und bringt Roxy dazu sich ihm immer mehr zu öffnen.

Gestört hat mich vor allem die Erzählweise des Buches. Für mich ist bei Fantasy die Handlung am wichtigsten, doch Midnight Chronicles war hauptsächlich dialoggesteuert, hatte also viel von einem New Adult Buch, das ja vorwiegend von Dialogen lebt. Die Handlung selbst blieb eher nebensächlich und sehr einfach gestrickt, es gab keine größeren Überraschungen, alles haute irgendwie hin und insbesondere die Kampfszenen wirkten für mich zu einfach. Die Dialoge zwischen den Protagonisten waren nicht schlecht, die Protagonisten und ihre Beziehungen zueinander standen definitiv im Vordergrund, doch waren mir einige Szenen zu gezwungen lustig, zu repetitiv oder zu klischeehaft. So zieht sich die Fast Food-Liebe der Protagonistin Roxy durch das ganze Buch, jede paar Seiten wird darauf angespielt, die Hälfte der Probleme verschwindet, wenn man ihr einen Burger in die Hand drückt und irgendwie war mir das dann einfach zu viel.

Ich konnte merken, dass hier versucht wurde New Adult und Fantasy stärker zu vermischen als es in einem Romantasy-Buch üblich ist. Dadurch hatte ich aber das Gefühl, dass beide Bereiche zu kurz gekommen sind. Die Dialoge und die Liebesgeschichte hatten für mich zu wenig Tiefe und wirkten teils etwas klischeehaft, während im Fantasyteil einfach die Überraschung und Spannung fehlte.

Ich denke das Buch lässt sich gut als Hörbuch hören, da dort die vielen Dialoge mehr zur Geltung kommen, als Buch konnte es mich aber leider nicht besonders überzeugen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass insbesondere Leser, die eher Liebesromane und weniger Fantasy lesen, mit dem Buch ihre Freude haben werden. Da mir die grundlegende Idee, die Protagonisten und Teile der Dialoge aber trotzdem gefallen haben gibt es von mir 3.25 Sterne!

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Veröffentlicht am 05.04.2020

Nette Lektüre für Zwischendurch

Chilling Adventures of Sabrina: Tochter des Chaos
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Chilling Adventures of Sabrina – Tochter des Chaos ist der zweite Teil der Sabrina-Buchreihe und spielt zwischen der 1. und der 2. Staffel der Netflix-Serie.

Nachdem Sabrina im Buch der Bestie unterschrieben ...

Chilling Adventures of Sabrina – Tochter des Chaos ist der zweite Teil der Sabrina-Buchreihe und spielt zwischen der 1. und der 2. Staffel der Netflix-Serie.

Nachdem Sabrina im Buch der Bestie unterschrieben hat, ist sie nicht nur stärker geworden, sondern hat sich auch äußerlich verändert. Sie versucht ihren Platz in der Akademie der Unsichtbaren Künste zu finden, sich mit ihren Mitschülern zu arrangieren, aber auch die Freundschaften zu ihren sterblichen Freunden beizubehalten. Doch seitdem ihre Beziehung zu Harvey vorbei ist, weiß sie nicht mehr recht was sie fühlen soll, denn während sie sich die alten Zeiten zurückwünscht kommt sie dem Hexer Nick gleichzeitig auch immer näher. Doch dann wären da noch die dämonischen Mächte, die Greendale bedrohen.

Das Cover ist etwas düsterer Gehalten als Teil 1, wodurch es optisch sehr passend ist. Das Innere des Buches besteht diesmal aus einheitlich weißen Seiten, die Kapitel werden aber erneut aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Kapitel waren meistens eher länger, was ich sehr angenehm fand, da die ständigen Perspektivenwechsel sonst schnell nervig werden.

Der Schreibstil ist sehr einfach, sodass man das Buch in kurzer Zeit verschlingen kann, gleichzeitig hatte ich aber auch wieder das Gefühl, dass es viel weniger düster als die Serie ist. Ich hatte die Hoffnung, dass es eine Verbesserung zur Vorgeschichte geben würde, schließlich ist Sabrina nun eine richtige satanische Hexe, doch bestand das Buch hauptsächlich aus sehr humorvollen Konversationen. Ein großer Fokus wird auf die „kulturellen Differenzen“ zwischen Sterblichen und Hexen gelegt, was für viele absurde Szenen sorgt. Insbesondere die Gespräche zwischen Harvey und Nick konnten mich mehrfach zum Schmunzeln bringen, mit der Zeit wurde es dann aber zu repetitiv und ich hätte mir mehr Spannung und mehr Düsternis gewünscht, statt immer nur eine „lustige“ Szene nach der anderen. Trotzdem bringt die Autorin die Charaktereigenschaften der Protagonisten sehr authentisch rüber.

Während sich der Großteil des Buches mit den zwischenmenschlichen Problemen von Sabrina, Harvey und Nick beschäftigt hat, gab es gegen Ende noch einen Showdown. Leider fehlte mir dabei die Spannung, die ganze Situation wurde viel zu schnell abgehandelt, da hätte man vielleicht besser ein paar der Unterhaltungen vorher kürzen können und dem spannenden Teil mehr Raum geben können.

Das Buch sollte man definitiv nur Lesen, wenn man die erste Staffel der Serie geguckt hat, nur das erste Buch zu lesen reicht keinesfalls aus, da man als Leser sonst die Handlung nicht verstehen wird.

Falls ihr eine kurze Lektüre für die Zeit zwischen den Staffeln sucht und großer Fan von Sabrina seid, kann ich euch die Bücher als nette Unterhaltung empfehlen, ihr solltet aber keine großen Ansprüche darauf haben viel Neues zu erfahren. Wer die Protagonisten sehr mag und darauf aus ist ein paar zusätzliche Konversationen zwischen diesen zu lesen kann aber trotzdem Freude daran haben. Von mir gibt es insgesamt 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 02.02.2020

Ein unglaublich nerviger männlicher Protagonist

Duty & Desire – Vorsätzlich verliebt
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In den letzten Monaten konnten mich die Bücher aus dem Kyss-Verlag eigentlich immer begeistern, da sie meist eher ruhige Geschichten sind, in denen die Emotionen im Vordergrund stehen und sich das Drama ...

In den letzten Monaten konnten mich die Bücher aus dem Kyss-Verlag eigentlich immer begeistern, da sie meist eher ruhige Geschichten sind, in denen die Emotionen im Vordergrund stehen und sich das Drama in Grenzen hält. Duty & Desire wurde damit beworben, dass es mal etwas Anderes sei, besonders da es mal nicht am College sondern an einer Polizeiakademie spielt. Dementsprechend hatte ich mir irgendwie auch mehr Szenen erhofft, die mit der Polizei zusammenhängen. Abgesehen davon, dass der Protagonist sehr ehrgeizig ist und unbedingt seine Familie stolz machen will, was ungefähr auf jeder zweiten Seite erwähnt wurde, gibt es aber kaum wirklichen Bezug zu der Ausbildung bei der Polizei. Da hätte der Typ halt auch zum College gehen können und es würde keinen Unterschied machen.

Leider hatte ich mir nach Lektüre des Klappentextes auch etwas Anderes vorgestellt. Freunde mit Gewissen Vorzügen sagt für mich aus, dass die beiden eben auch Freunde sind und mal miteinander reden. Ihre einzigen Konversationen belaufen sich aber leider auf Dirty Talk beim Sex, den ich so dermaßen unangenehm fand, dass ich die Seiten meistens nur schnell überflogen habe.

Ever fand ich Großteils recht sympathisch. Sie hat sich selbst ein Catering-Unternehmen aufgebaut, arbeitet viel, legt aber etwas zu viel Wert auf die Meinung ihrer Mutter, die in ihrer Kindheit scheinbar nie wirklich für sie da war. Das einzige was ihr immer gepredigt wurde, war dass sie bloß keine Beziehung zu einem Mann eingehen sollte und nur Affären führen sollte, wie es schon ihre Großmutter gemacht hat. Als ihre Mutter aber plötzlich ihre Meinung ändert, sieht Ever die Chance gekommen sie endlich stolz zu machen. Dieses Mutter-Tochter-Verhältnis fand ich recht absurd und ansonsten war Evers Charakter eigentlich auch nicht sehr tiefgehend beschrieben.

Leider habe ich selten einen so ätzenden männlichen Protagonisten wie Charlie erlebt. Er ist zwar ehrgeizig und möchte Leutnant bei der Polizei werden, ist aber einfach nur prollig, schwanzgesteuert und besitzergreifend. Mehr als die Hälfte des Buches möchte er Ever zurückgewinnen um die Sexbeziehung weiterzuführen. Ihre Gefühle sind ihm dabei herzlich egal und seine eigenen drehen sich nur um das eine. Um sein Ziel zu erreichen sabotiert er jegliche Versuche von Ever einen anderen Mann kennenzulernen, weil sie „ihm gehört“ und das akzeptieren soll. Solche Protagonisten sind mir leider wirklich unsympathisch, zudem hat mir die Ausdrucksweise der beiden gar nicht zugesagt, Charaktere, die sich gegenseitig als „Großer“ und „mein Einhorn“ betiteln finde ich sehr schwierig.

Emotionen sind dabei leider gar nicht rübergekommen und auch das schmalzige Ende, wo Charlie natürlich eine 180°-Wende einlegt und sich auf eine Weise verhält, die charakterlich für ihn einfach unglaublich unpassend war konnte mich nicht überzeugen.

Abgesehen von meinen zahlreichen negativen Punkten gab es natürlich aber auch positives an diesem Buch. Der Schreibstil war flüssig, sodass man das Buch in kurzer Zeit verschlingen konnte und es gab insbesondere bei Charlies Versuchen Evers Dates zu sabotieren einige Stellen, die mich wirklich zum Schmunzeln bringen konnten. Abgesehen davon fand ich die Nebencharaktere recht sympathisch, da sie mehr Tiefgang zu besitzen scheinen als die beiden Protagonisten in diesem Buch, sodass ich möglicherweise trotz meiner Enttäuschung noch die Fortsetzungen lesen werde.

Insgesamt fand ich die Geschichte eher platt und wenig emotional, durch die humorvollen Stellen, die mir immerhin mal ein Lachen entlocken konnten gebe ich dem Buch aber 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.09.2019

Leider sehr klischeehaft und langweilig!

OMG, diese Aisling!
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OMG diese Aisling hat mich leider total enttäuscht. Der Schreibstil des Buches war größtenteils sehr anstrengend, da es kaum Handlung gibt, während Nebensächlichkeiten, Klatsch und Aislings Gedanken immer ...

OMG diese Aisling hat mich leider total enttäuscht. Der Schreibstil des Buches war größtenteils sehr anstrengend, da es kaum Handlung gibt, während Nebensächlichkeiten, Klatsch und Aislings Gedanken immer sehr ausführlich behandelt wurden. Die Anekdoten, die Aisling zu jedem Ereignis und jeder Person zu erzählen hat, haben mich auf Dauer stark gestört, da ich dadurch immer wieder aus dem Lesefluss gekommen bin und sie nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun hatten. Andauernd wird irgendwas über die Vergangenheit von Person XY erzählt, die vorher noch nie in der Geschichte aufgetaucht ist und auch nach der Anekdote nicht nochmal auftaucht. Mir persönlich war das einfach zu belanglos.

Die zahlreichen Anekdoten sollen witzig sein und eben das Wesen einer „typischen Aisling“ beschreiben, doch leider fand ich Aislings übertriebenen Handlungen und Gedanken mehr nervig als lustig.

Aisling ist schwer von Begriff und erkennt häufig die Dinge, die sich vor ihren Augen abspielen nicht. Zudem ist sie altbacken aber gleichzeitig kindisch und naiv, sodass ich mich regelmäßig gefragt habe, wie sie es überhaupt schafft im Leben klarzukommen. Sie hat viele Vorurteile und ist zu Beginn völlig besessen davon zu heiraten. Dazu kommen ihre zahlreichen Ticks, ihr ewiges Punktezählen beim Essen und ihr Wunsch überall Geld zu sparen oder etwas gratis zu bekommen.

Während ich mit Aisling überhaupt nicht warm geworden bin, haben mir die Nebencharaktere und die Art und Weise, wie sie mit Aisling umgehen, um einiges besser gefallen. Sadhbh und Elaine benehmen sich im Gegensatz zu Aisling dann doch eher ihrem Alter entsprechend, auch wenn ihr halbes Leben nur aus Feiern und trinken besteht. Zumindestens haben sie der Geschichte noch einen gewissen Reiz gegeben.

Nach dem Klappentext hatte ich zunächst die Vermutung, dass Aisling durch ihren Umzug nach Dublin eine Charakterentwicklung durchmachen wird. Diese blieb aber bis zu den letzten 10 Seiten komplett aus. Stattdessen ist das Buch eine ständige Wiederholung von Aislings seltsamen Eigenheiten, während sie sich kaum weiterentwickelt und die Handlung nur kriechend vorangeht. Auch die wenigen Stellen, an denen die Handlung etwas emotionaler hätte werden können, kamen für mich persönlich leider komplett emotionslos rüber, denn auch hier tauchten immer wieder die unpassenden Anekdoten auf.

Mehr als eine klischeehafte und ziemlich langweilige Lektüre war das Buch daher nicht. Dafür war die Geschichte zu wenig originell. Lediglich die letzten 50 Seiten konnten meine Meinung noch leicht bessern auch wenn das Ende recht vorhersehbar war. Ich kann mir aber vorstellen, dass einige Passagen lustiger sein könnten, wenn man mit der Hurling-Kultur und generell der irischen Kultur besser vertraut ist. An manchen Stellen fand ich zudem die Übersetzung etwas holprig, da macht es vielleicht mehr Sinn das Buch in Originalsprache zu lesen. Ich denke OMG, diese Aisling ist ein ganz spezielles Buch, das man lieben oder hassen kann. Wenn einem der Schreibstil der Leseprobe super gefällt kommt man höchst wahrscheinlich auch mit dem Rest des Buches gut klar. Wenn nicht, sollte man es vielleicht lieber ganz lassen. Insgesamt gebe ich dem Buch daher 3 Sterne.