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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2021

Selbstmord?

Die Toten auf Helgoland
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Auf Helgoland werden ein verdeckter Ermittler und seine Lebensgefährtin tot aufgefunden. Alles deutet auf erweiterten Suizid hin, denn der Mann war schon lange von seiner Undercover-Mission abgezogen ...


Auf Helgoland werden ein verdeckter Ermittler und seine Lebensgefährtin tot aufgefunden. Alles deutet auf erweiterten Suizid hin, denn der Mann war schon lange von seiner Undercover-Mission abgezogen und in den Innendienst versetzt worden. Zum einen, weil die Gefahr seiner Enttarnung bestand, zum anderen, weil er augenscheinlich unter Verfolgungswahn litt und Maulwürfe bis in die höchsten Etagen des Polizeiapparates vermutete. Doch nun ist er tot und Lena Lorenzen soll herausfinden, ob nicht mehr hinter dem angeblichen Selbstmord steckt.

Eigentlich habe ich mit einem stimmungsvollen, gemächlichen Regionalkrimi gerechnet. Tatsächlich fängt die Story auch ziemlich in diesem Tempo an, indem man etwas mit den Örtlichkeiten und ein paar wortkargen, bärbeißigen Friesen bekannt gemacht wird. Doch ganz allmählich verdichtet sich die Handlung, nachdem deutlich wird, dass es sich hier um gut organisierten Rauschgiftschmuggel handelt.

Lena Lorenzen ist eine Ermittlerin ganz nach meinem Geschmack: unerschrocken, intelligent, unprätentiös und ein echter Teamplayer. Sie hat ein gutes Team und die Polizeiarbeit wird sehr spannend erzählt.

Hier in diesem Buch gefällt mir alles, sowohl das Setting als auch die Handlung. Das Erzähltempo ist gleichbleibend ruhig bis auf ein paar wenige Actionszenen. Die wahre Spannung entwickelt sich durch die intelligente Spurensuche und die geschickten Befragungen.

Auch einem Quereinsteiger in die Inselkommissarin-Reihe fällt es nicht schwer, sich in dem Buch zurechtzufinden. Und wie schon gesagt: Es ist mehr als nur ein Regionalkrimi.

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Veröffentlicht am 06.03.2021

Muss man lesen

Die Meisterin: Der Beginn
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Nachdem ich Band 2 aus der Trilogie "Die Meisterin" von Markus Heitz förmlich inhaliert habe, wollte ich durch Band 1, "Der Beginn", in die Ursprünge abtauchen. Auch hier gibt sich Geneves Mutter als allwissende ...

Nachdem ich Band 2 aus der Trilogie "Die Meisterin" von Markus Heitz förmlich inhaliert habe, wollte ich durch Band 1, "Der Beginn", in die Ursprünge abtauchen. Auch hier gibt sich Geneves Mutter als allwissende Erzählerin, die Vergangenheit und Gegenwart kunstvoll miteinander verbindet und dabei ganz nebenbei historische Fakten zur Henkerszunft einfliessen lässt.

Die Vergangenheit zeigt auf, wie sich Geneve durch ihre Gutherzigkeit und Leichtgläubigkeit von einer Schattenhexe derart täuschen ließ, dass ein Spross der römischen Henkersfamilie Bugatti sein Leben verlor, und somit war der Grundstein für eine jahrhundertelange Fehde gelegt. Alessandro Bugatti hat nach all der Zeit eigentlich nur den Wunsch, das Vergangene zu vergessen. Auch Geneve will nichts lieber als das. So kommt es, dass beide gemeinsam den Mörder von Geneves Bruder suchen, um den Bugatti-Clan vom Tatverdacht zu befreien.

Es ist unglaublich, welch bösartige Kreaturen der Fantasie des Autors entspringen und in der Gegenwart ihr Unwesen treiben.

Ich sag nur: Gänsehautfeeling.

Neben den charmanten Hauptcharakteren hat mir der Exorzist aus Rom sehr gut gefallen, der zwar überaus mächtig, aber auch von seiner Sache viel zu sehr überzeugt ist. Er spielt nicht mit offenen Karten und soll dafür noch einen gerechten Dämpfer bekommen.

Markus Heitz ist ein Meister der Cliffhanger. An den spannendsten Stellen wechselt er in eine andere Zeitebene, aber dort landet er auch wieder in einer aufregenden Szene, sodass man als Leser das Buch fast nicht aus der Hand legen kann.

Jetzt bin ich gespannt auf den letzten Band der Trilogie, den ich mir nicht entgehen lasse.

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Veröffentlicht am 05.03.2021

Viele Köche

Ich dachte schon, du fragst mich nie
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Nur eine minutenlange Begegnung auf Mallorca reicht aus für einen coup de foudre zwischen Sophie und Marc. Wie es der Zufall will, führt Fortuna die beiden in Hamburg erneut zusammen, sodass sie sich kennenlernen ...

Nur eine minutenlange Begegnung auf Mallorca reicht aus für einen coup de foudre zwischen Sophie und Marc. Wie es der Zufall will, führt Fortuna die beiden in Hamburg erneut zusammen, sodass sie sich kennenlernen können. Marc ist nämlich ein hervorragender Koch und Sophies Tochter Liv hat einen mörderischen Engpass in ihrem frisch eröffneten Restaurant. Marc hilft gekonnt aus und so hat das Schicksal Gelegenheit, die beiden Liebenden zusammen zu führen. Es ist eine herzerwärmende Liebesgeschichte, die nicht nur mit durchweg sympathischen Akteuren glänzt, sondern auch zwischen den schönsten Plätzen Mallorcas und Hamburgs hin und her springt.

Gabriella Engelmann lässt ihre Leser den Alltag vergessen. Sie lenkt aber auch den Blick auf nachhaltige Küche, was mir in der heutigen Zeit ein wichtiger Punkt ist. Der Autorin gelingt das mit Leichtigkeit und ohne erhobenen Zeigefinger.

Der muntere Erzählstil trägt dazu bei, dass man sich von der ersten Seite an in der quirligen Familie Hartmann wohlfühlen kann.

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Veröffentlicht am 26.02.2021

Beziehungen

Gespenster
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In erster Linie handelt dieser unterhaltsame Roman von den Schwierigkeiten einer Singlefrau jenseits der 30 einen Partner zu finden, nachdem der Freundeskreis sich schon längst nach und nach in Paarbeziehungen ...

In erster Linie handelt dieser unterhaltsame Roman von den Schwierigkeiten einer Singlefrau jenseits der 30 einen Partner zu finden, nachdem der Freundeskreis sich schon längst nach und nach in Paarbeziehungen gewandelt hat. Mangels anderer Gelegenheiten lädt sie sich, wie so viele Frauen ihrer Generation, zu diesem Zweck die passende App auf ihr Handy und schon tut sich ihr eine endlose Galerie frauensuchender Männer auf, denen sie größtenteils nichts abgewinnen kann. Bis auf Max, mit dem sie eine tiefe, leidenschaftliche Beziehung eingeht, bis er plötzlich von einem Tag auf den anderen nicht mehr auf ihre Mails und SMS reagiert. Ohne ein Wort der Erklärung im Nichts verschwunden. Ghosting nennt man dieses Phänomen feiger Menschen, die sich einer klärenden Aussprache nicht stellen wollen. Nina leidet, ihre beste Freundin macht die gleichen Erfahrungen. Beide finden einen Weg, mit der Situation umzugehen.
Aber dieser Roman ist mehr als eine Momentaufnahme moderner Partnersuche. Er zeigt auch, wie sich Freundschaften aus der Jugend verändern und vor allem den Wandel in der Eltern-Kind-Beziehung, in der irgendwann ein Wendepunkt eintritt, an dem das Kind die Verantwortung für das Leben der Eltern übernimmt.
All das können wir durch die Augen von Nina miterleben. Intelligent und selbstbewußt wie sie ist, muss sie doch emotional einen Tiefschlag nach dem anderen einstecken. Doch man kann sagen, sie wächst mit ihren Aufgaben.
Die Autorin leuchtet Ninas Leben mit gleichviel Humor wie auch Einfühlungsvermögen aus, sodass man als Leser das Gefühl hat, mit zu ihrem Freundeskreis zu gehören. "Gespenster" ist ein wundervoll leichter Frauenroman, dessen Tiefe man nicht unterschätzen sollte.

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Veröffentlicht am 24.02.2021

Bezaubernde Lisa

Inspektor Takeda und die stille Schuld
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Die spröde, beziehungsuntaugliche Claudia Harms und der tiefgründige Japaner Ken Takeda sind schon ein seltsames, aber auch ein sich perfekt ergänzendes Team bei der Hamburger Mordkommission. Mehrere Brandstiftungen ...

Die spröde, beziehungsuntaugliche Claudia Harms und der tiefgründige Japaner Ken Takeda sind schon ein seltsames, aber auch ein sich perfekt ergänzendes Team bei der Hamburger Mordkommission. Mehrere Brandstiftungen in Altenwohnungen mit vielen Toten entpuppen sich als Mordanschläge. Immer ist ein neuartiger Pflegeroboter am Ort. Diese Lisa genannte Maschine ist raffiniert konstruiert, erweckt durch gezielt designtes Kindchenschema schnell Sympathien und ist bei den alten Menschen sehr beliebt, nicht nur, weil sie in den Alltagsdingen die perfekte Hilfe ist, sondern auch, weil sie wie eine gute Freundin aufgenommen wird.
Ist vielleicht ein Konstruktionsfehler der Grund für die Brände, oder steckt eventuell das Pflegepersonal dahinter, das sich gegen die Wegrationalisierung von Arbeitsplätzen wehren will?
Keine leichte Aufgabe für das Duo, das momentan vor dem Aus seiner Liebesbeziehung steht. Eine Liebe, die in jeder Folge andere Formen annimmt und nie langweilig wird.
Ken ist wie immer hinter der coolen Fassade sehr emotional und schreit seinen Schmerz mit dem Saxofon hinaus in die Welt. Seine Arbeit wird nicht negativ von den Gefühlen beeinflusst. Sehr interessant ist die Szene, als er auf die japanische Geschäftsleitung der Roboterfirma trifft und genau weiß, wie er den Hebel ansetzen muss, um an Informationen zu kommen.
Überhaupt gibt Takeda den Hamburg-Krimis aus der Feder von Henrik Siebold das gewisse Extra, denn seine japanische Herkunft und seine Denkweise sind mit nichts zu vergleichen. Claudia kann eigentlich auch nur an seiner Seite zu ihrer Höchstform auflaufen, denn gerne rennt sie mit dem Kopf durch die Wand und ist keinen Argumenten zugänglich.
Das Ende lässt hoffen, dass es für die beiden doch noch einen gemeinsamen Weg gibt. Also warten wir mal gespannt auf Band 6.

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