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Veröffentlicht am 17.03.2021

urig

Prost, auf die Erben
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Den Autor kannte ich vorher nur aus der " Hearts on Fire Reihe" und auch dort schon war ich angetan von dem leichten und humoristischen Schreibstil. Auch in" Prost auf die Erben" findet sich dieser Stil ...

Den Autor kannte ich vorher nur aus der " Hearts on Fire Reihe" und auch dort schon war ich angetan von dem leichten und humoristischen Schreibstil. Auch in" Prost auf die Erben" findet sich dieser Stil .

Sehr eingängig und durchaus schmunzelwürdig wird hier das Leben in einer urbayrischen Kleinstadt beschrieben. Ermittlungstechnisch nicht allzu korrekt wahrscheinlich aber hier steht der Unterhaltungsfaktor hoch im Kurs. Wobei der Kriminalfall sehr gut eingebettet ist in das Kleinstadtambiente. Alles ist stimmig und das Verhältnis Spurensuche - persönliches Leben der Ermittler neigt sich zwar minimal zugunsten der persönlichen Befindlichkeiten tut aber der Spannung keinen Abbruch, da beide Handlungsstränge perfekt ineinander verwoben und miteinander abgestimmt sind.

Dieses Buch lebt nicht von harten ermittlungstaktischen Fakten, sondern von der bayrischen Lebens – (und in diesem Fall Todes - ) Art, der Skurrilität der Nebenprotagonisten und deren Verbindungen zum Mordopfer. Schön beschrieben sind auch die rasend schnellen , allumfassenden Informationsflüsse in einer Kleinstadt. Das Ermittlerteam lebt von den Gegensätzen des Anderen und den niedlichen Sticheleien. Der Autor schafft es, dieses Buch locker und leicht zu präsentieren und alle sich darin tummelnden Personen, zwar schon ein wenig klischeebehaftet, aber dennoch immer mit sehr viel Sympathie zu beschreiben.

Fazit: Ein echter Wohlfühlkrimi, toll geschrieben mit herzigen Charakteren in toller Umgebung.

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Veröffentlicht am 16.03.2021

Ostseeliebe

Bornholmer Falle
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Dies ist der zweite Band einer neuen Reihe um die Ermittlerin Sarah Pirohl. Sie ist Verbindungsbeamtin zwischen Dänemark und Deutschland und lebt auf Bornholm. Als ein junger Mann spurlos dort verschwindet ...

Dies ist der zweite Band einer neuen Reihe um die Ermittlerin Sarah Pirohl. Sie ist Verbindungsbeamtin zwischen Dänemark und Deutschland und lebt auf Bornholm. Als ein junger Mann spurlos dort verschwindet wird sie in die Ermittlungen involviert und erlebt, dass viele Zusammenhänge komplexer und verworrener sind, als alle jemals gedacht hatten. Jetzt beginnt eine hektische Zeit.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, Sarah ist als Hauptprotagonistin sehr interessant gestaltet und die Kriminalgeschichte ist stimmig beschrieben. Natürlich bin ich auch begeistert, dass Hannah und Kotti soviel Ermittlungsspielraum eingeräumt wird, dass beide Frauen gut zusammen arbeiten können.
Da ich schon einige Bücher der Autorin gelesen habe wusste ich schon vorher, dass mir der Schreibstil gefallen wird, alle Charaktere sind klar beschrieben und das Verhältnis Beschreibung – Krimihandlung und persönliches Leben ist perfekt. Ich habe mich zu keiner Zeit gelangweilt, im Gegenteil, der Spannungsbogen ist durchgängig hoch,weil immer neue Verdächtige und neue Spuren gefunden werden und zum Schluss niemand mehr weiß, wem er vertrauen kann und wem nicht.
Nahezu alle Nebenfiguren spielen ihre eigenen Spielchen, verschleiern die Wahrheit oder sind nicht die, für die sie sich ausgeben, diese falschen Fährten sind geschickt beschrieben und machen das Buch sehr kurzweilig.
Leider fehlen mir als Leser, der nicht alle Bücher aus der Hannah Jacob Reihe kennt, einige Informationen in diesem Buch. Bezüglich einiger Arbeitskollegen , ihres Sohnes, überhaupt sind einige rote Fäden aus dem Umfeld der Hauptprotagonisten ein wenig zu locker erzählt, das rächt sich für mich zum Ende des Buches. Es war mir zu abrupt und ehrlich gesagt auch in der zeitlichen Abfolge nicht ganz ersichtlich.
Aber gut, der Rest ist gewohnt klasse.

Fazit: Ein solider Krimi, der geografisch einen weiten Bogen spannt und von der Dynamik der Protagonistinnen lebt.

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Veröffentlicht am 16.03.2021

Der silberne Elefant

Der silberne Elefant
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Ein Zeichen für Hoffnung und ein Symbol für alle drei Frauen.

Emily, die in ihrem Leben schon unglaublich schlimme Dinge erlebt hat, versucht sich in London ein neues Leben aufzubauen. Sie leidet an PTBS ...

Ein Zeichen für Hoffnung und ein Symbol für alle drei Frauen.

Emily, die in ihrem Leben schon unglaublich schlimme Dinge erlebt hat, versucht sich in London ein neues Leben aufzubauen. Sie leidet an PTBS und schafft es nicht über das zu reden, was ihr widerfahren ist. So lebt sie ein halbes Leben, ein eisiges, unemotionales, indem sie niemandem vertraut und alles auf den Prüfstand stellt. Vera hingegen vertraut allen anderen , außer sich selbst. Sie hatte , im Gegensatz zu Emily , ihr Schicksal selber in der Hand. Sie lebt ein Leben voller Emotionen, Angst und dem Gefühl der Unzulänglichkeit.Lynn hingegen sieht alles ganz klar. Sie ist das Bindeglied zwischen den beiden anderen Frauen, hat ein „sorgloses“ Leben gelebt und sieht nun, schwer erkrankt, ihrem Tode entgegen.

Dieses Buch hat mich schwer beeindruckt. Ich mochte die Distanz zwischen den drei Frauen und dass alle ihren Weg alleine finden müssen. Dieses Buch hat einen Kitschfaktor von exakt null Komma null, das hat mir sehr imponiert, eine so gewaltige Geschichte so emotional zu erzählen, dass mir beim Lesen sogar die Seiten des Buches schwer erschienen. Gewichtig, Worte wie Waffen eingesetzt, um die Protagonisten zu charakterisieren, ihre Träume und Ängste platzen zu lassen , an die Oberfläche zu drängen oder gar zu heilen.
Dieses Buch hat einen unglaublich atmosphärischen Schreibstil. Sehr dicht gepackt mit Emotionen, die alle an genau den richtigen Stellen sitzen und die drei Frauen zu Weggefährten des Lesers machen. Man staunt über Emily und ihr Leben, man ist von Veras Unsicherheit berührt und leidet mit Lynn.

Auch ist der Schreibstil sehr wortgewaltig mit vielen Vokabeln und Beschreibungen, jedoch nie blumig oder abschweifend. Leider eher brutal ehrlich, da der Leser haarklein erfährt, was die Protagonisten sich nicht eingestehen möchten, sich nicht zu sagen trauen, oder in ihrer Seele schlummert.


Fazit: Eine absolute Leseempfehlung !!!

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Veröffentlicht am 13.03.2021

"Wir sollen einen Wasserfall stoppen und bekommen ein Glas in die Hand gedrückt"

Rechtsstaat am Ende
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Dieses Buch macht mich wütend, betroffen und traurig. Als jemand, der Gott sei Dank eine ruhiges beschauliches Leben führt, hatte ich noch nie Berührungspunkte mit der Justiz. Außerdem lebe ich einem ...

Dieses Buch macht mich wütend, betroffen und traurig. Als jemand, der Gott sei Dank eine ruhiges beschauliches Leben führt, hatte ich noch nie Berührungspunkte mit der Justiz. Außerdem lebe ich einem sehr flauschigen , dörflichen Eckchen dieser Republik und alleine schon das Großstadtleben an sich ist für mich nahezu unvorstellbar. Deshalb entsetzt es mich geradezu, welche Missstände der Autor hier aufzeigt. Bürorechner mit Windows 7 , fehlendes Personal und absolut fehlgeleitete Ansprüche scheinen die deutsche Justiz in den Abgrund zu führen.
Das Buch liest sich für die Thematik sehr flüssig und entbehrt nicht einer gewissen , wenn auch gruseligen, Spannung. Man beachte bitte, dass sich dieses Buch rein auf interne Vorgehensweisen und Gegebenheiten konzentriert, es kommen keine True-Crime – Fälle oder ähnliches darin vor , und wenn dann nur absolut dezent und am Rande um einen Missstand anzuprangern, nicht um einen Fall zu erklären.
Ich persönlich fand den Schreibstil objektiv und nicht persönlich anprangernd , sondern eher bewertend und erklärend.
Der Autor erklärt die Absurdität des politischen Sparwahns anhand sehr ergreifender Beispiele, die alle aus dem täglichen Leben gegriffen sind und leider keine Ausnahmen, sondern Regelfälle darstellen. Schade, dass dieser Zwang auf dem Rücken der Menschen ausgetragen wird, die wahrlich Empathie für ihren gewählten Beruf mitbringen müssen, um all diesen Widrigkeiten entgegenzuarbeiten.
Das Buch ist gut gegliedert und thematisch sehr strukturiert. Auch für Laien ist alles verständlich erklärt und beschrieben und man bekommt hier einen absolut realistischen Einblick in das wahre Leben der deutschen Strafverfolgungsbehörden. Arg entsetzt hat mich auch das Kapitel über Kapitalverbrechen in dem beschrieben wird, dass die Staatsanwaltschaft oft monatelang !!!! auf die Auswertung der gefundenen Spuren warten muss. Also das geht in jedem Fernsehkrimi schneller...
Ich finde es gut, dass Herr Knispel dieses Buch geschrieben hat und ich habe es mit einer Faszination und geradezu morbidem Erstaunen gelesen, denke allerdings, dass sich nicht sehr viel an den gegebenen Zuständen ändern wird.

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Veröffentlicht am 11.03.2021

Evolution toll erklärt

Die Geschichte des Lebens
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In dem Buch" die Geschichte des Lebens" beschreibt Neil Shubin in gut zubereiteten und wohlproportionierten Häppchen über die Evolution. Warum wir so geworden sind wie wir sind und was die Genetik damit ...

In dem Buch" die Geschichte des Lebens" beschreibt Neil Shubin in gut zubereiteten und wohlproportionierten Häppchen über die Evolution. Warum wir so geworden sind wie wir sind und was die Genetik damit zu tun hat.
Man merkt in jeder Zeile dieses Buches, dass der Autor seinen Beruf sehr liebt und mit ganzem Herzen Wissenschaftler ist.
In einigen Kapiteln habe ich mich ein bisschen schwergetan, den ganzen Zusammenhängen zu folgen. Da beginnen viele Sätze mit der Vorstellung sehr vieler beteiligter Wissenschaftler, ansonsten ist das Buch sehr gut verständlich und hat mich staunend immer weiterlesen lassen. Wahnsinn, diese komplexen Zusammenhänge, die Einzigartigkeit der DNA, des Lebens und wie es die Wissenschaft es immer wieder schafft neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Der Schreibstil ist recht wissenschaftlich, aber auch sehr empathisch. Ich fand die einzelnen Kapitel gut gegliedert und alle Zusammenhänge sind auch für Laien hinreichend gut erklärt.

Fazit: Eine klare Leseempfehlung für alle Menschen die spannend und gut verständlich erklärt bekommen möchten was auf der Erde in vier Milliarden Jahren so alles passiert ist :)

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