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Veröffentlicht am 19.03.2017

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Morgen lieb ich dich für immer
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Jennifer L. Armentrout gehört zu meinen Lieblingsautorinnen, deswegen war ich natürlich gespannt auf ihr nächstes Buch. Morgen lieb ich dich für immer ist mir schon im Original aufgefallen. Den Titel finde ...

Jennifer L. Armentrout gehört zu meinen Lieblingsautorinnen, deswegen war ich natürlich gespannt auf ihr nächstes Buch. Morgen lieb ich dich für immer ist mir schon im Original aufgefallen. Den Titel finde ich auch besser, The Problem with Forever passt einfach so schön. Außerdem mag ich auch das Original Cover lieber, die Farbe passt zur Handlung und die Gesichter hier auf dem Cover finde ich nicht so schön. Aber ich mag die Schrift Art und den Stil des Bildes. Ein tolles Detail ist, dass es bei jedem Kapitel drei Herzen gibt. Und diese verändern im Verlauf der Handlung ihre Farbe. So ist am Ende das größte Schwarz, wohin gegen am Anfang alle Grau waren.

Zum Inhalt. Mallory und Rider wachsen unter sehr schlechten Bedienungen auf. Ihre Pflegefamilie ist alles andere als ein Zuhause. So lernen sie aufeinander aufzupassen, oder eher gesagt. Rider passt auf Mallory auf. Doch dann passiert etwas, das auch er nicht verhindern kann und die beiden werden getrennt. Vier Jahre vergehen und dann treffen sie sich zufällig in der Highschool wieder. Doch beide haben sich verändert. Mallory kämpft jeden Tag für ein halbwegs normales Leben und Rider, Rider weiß nicht so recht für was er kämpfen soll.........

Worte waren weder meine Freunde noch Monster, die mir Angst machten,
aber trotzdem hatten sie ungeheurer Macht über mich.
Sie waren wie der Geist eines geliebten Verstorbenen, der mich heimsuchte.
Seite 101

Jennifer L. Armentrout gehört nicht umsonst zu meinen Lieblingsautoren. Ich mag ihre lockeren und flüssigen Schreibstil unheimlich gerne. Auch hier hat sie es geschafft, dass ich die fast 550 innerhalb Kurzer zeit gelesen hatte. Dies lag aber leider nicht an der von ihr eingebauten Spannung, diese kam in meinen Augen viel zu kurz. Viel mehr lag es an den tollen Charakteren. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Mallory. Dadurch lernt der Leser sie sehr gut kennen. Da wirkt Rider im Vergleich fast ein bisschen blass. Dies liegt aber eher daran, dass der Leser nicht so viel über ihn bzw. seine Gefühle weiß.

Mallory ist ein ganz besonderer Charakter. Als Kind wurde sie darauf konditioniert still zu sein, damit sie keine Aufmerksamkeit auf sich zieht und somit in ihrer Pflegefamilie sicher ist. Und im Verlauf der Handlung arbeitet sie daran, dieses Verhalten abzulegen. Ich fand es sehr schön und auch berührend diese Fortschritte zu begleiten. Zum einen, weil sie so detailliert und authentisch erzählt wurden. Aber auch, weil ich mich in vielen davon wieder gefunden habe. Mittlerweile habe ich, genau wie Mallory meinen Weg gefunden, aber es ist ein stetiger Prozess und mich hat ihre Geschichte dazu motiviert, wieder eine Etappe in angriff zu nehmen. Und ich hoffe, dass auch viele andere Leser etwas aus diesem Buch mitnehmen könne. Den alleine deswegen lohnt es sich schon die Geschichte zu lesen.

Du alleine hast die Macht darüber.
Die Leute können sagen, was sie wollen.
Sie können denken, was sie wollen, aber nur du alleine kontrollierst, was du dabei empfindest.
Seite 240

Doch leider fehlte mir auch etwas die Handlung an sich. Die Geschichte wirkte auf mich, als würde etwas fehlen. Versteht mich nicht falsch, Mallory und Rider sind wirklich ein süßes Paar und ich habe sehr gerne über sie gelesen. Da ihre Geschichte nicht gerade typisch ist. Rider ist mal nicht der typische Bad Boy, er ist ein sehr liebenswerter Junge, der sich leider selbst aufgegeben hat und er tat mir so unglaublich leid. Die beiden zusammen sind einfach süß, besonders wenn er rot wird. Aber beim Lesen hatte ich immer das Gefühl, da müsste noch was kommen.

Fazit:
Eine wirklich süße und berührende Geschichte.
Trotz über 500 Seiten lies es sich sehr flüssig lesen.
Ich mochte Mallory sehr gerne und fand es schön ihren Werdegang zu begleiten.
Doch fehlte mir etwas die Handlung.

Veröffentlicht am 05.03.2017

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Chasing Home – Mit dir allein
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Dies war mein erstes Buch aus dem Gay Romanc Genre. Darauf gekommen bin ich, weil ich etwas genervt war über diesen klassischen schwulen besten Freund in YA / NA Büchern, welcher gerne auftaucht, aber ...

Dies war mein erstes Buch aus dem Gay Romanc Genre. Darauf gekommen bin ich, weil ich etwas genervt war über diesen klassischen schwulen besten Freund in YA / NA Büchern, welcher gerne auftaucht, aber der nie seine eigene Story bekommt.

Wenn ich das Cover mit anderen aus diesem Genre vergleiche gefällt es mit sehr gut. Es schreit nicht gleich "Erotik" und beide haben auch was an. Der Titel passt rückwirkend auch sehr gut.

Zum Inhalt. Lincoln lebt in New York und arbeitet dort als Thriller und Horror Autor, seit über 20 Jahren hat er nichts mehr von seinem Vater gehört. Bis ein Anwalt anruft und ihm mitteilt, dass dieser gestorben ist und ihm dazu auch noch ein Haus in Iowa vererbt hat. Linc wird bewusst, wie wenig er seinen Vater gekannt hat, den er kann ihn sich nur schwer auf dem Land vorstellen. Hals über Kopf beschließt er dorthin zu fahren, um. Ja, das weiß er selbst nicht so genau. Auf der Farm angekommen trifft er auf denn halb nackten und übellaunigen Chase, der sich als sein Stiefbruder entpuppt. Die Entscheidung zu bleiben wird ihm von der neuen Frau seines Vaters abgenommen, die ihn herzlich einlädt zu bleiben. Ob dies so eine gute Idee war, den Chase ist zwar extrem nervig und sein Stiefbruder, aber auch extrem sexy.

Abbi W. Reed ist das Pseudonym einer jungen, österreichischen Autorin. Ihr Schreibstil war sehr einfach und dadurch schnell zu lesen. Das eBook umfasst gerade mal 147 Seiten, so habe ich es innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Die Kürze merkt man dem Buch aber kaum negativ an, nur an manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Im Vergleich zu anderen so kurzen Geschichten funktioniert die Story hier aber gut. Die Autorin erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Linc. In meinen Augen hätten ein paar Abstecher zu Chase nicht geschadet. Gerne hätte ich auch ein paar Szenen aus seiner Sicht gelesen. Dadurch wäre sein Charakter vielleicht verständlicher geworden.

Die Charaktere. Da man das Buch über aus der Sicht von Linc liest, versteht man ihn und sein Handeln gut. Leider hat die Autorin kein genaues Alter verraten, was die beiden angeht, aber ich schätze Linc auf Ende zwanzig und Chase wohl eher Anfang bis Mitte. So zumindest habe ich es mir aufgrund der paar Zeitangaben und dem impulsiven bzw. ruhigen Verhalten der beiden zusammengereimt. Beide wirken aufgrund der wenigen Seiten nicht sehr tief, aber ich denke, dies ist in diesem Genre auch nicht unbedingt notwendig. Chase ist oft schlecht gelaunt und wechselhaft wie das Aprilwetter. Mir viel es manchmal schwer, seine Emotionen zu verstehen. Die beiden zusammen sind eine recht explosive Mischung, es knallt öfters gewaltig.

Die Handlung hat mir so weit gut gefallen. Die Story ist einfach. Vater stirbt, Sohn bereut den Kontaktabbruch und fährt zu der neuen Familie seines verstorbenen Vaters. Dort trifft er auf den attraktiven Stiefbruder und beide kommen sich näher. Dabei spielt die Trauerbewältigung aber auch eine entscheidende Rolle. Besonders toll waren die bissigen Wortgefechte zwischen den beiden. Und wie der Stadtmensch Linc das Landleben kennenlernt. Sein Erstes aufeinandertreffen mit einer Kuh und ihren Ausscheidungen war sehr witzig. Diese Szene habe ich noch sehr bildlich vor Augen. Zwischen den beiden gibt es auch so einige intime Szenen, diese kamen zwar oft vor. Waren aber verhältnismäßig eher kurz und nicht so detailliert beschrieben. Und zum Glück auch nicht vulgär, sondern eher abgeklärter, leider auch nicht unbedingt romantisch. Dafür aber realistisch, endlich bekommt fast mal jemand einem Krampf bei den Verrenkungen.

Fazit:
Eine schöne und kurzweilige Geschichte, die sich superschnell lesen lässt. Die Charaktere sind zwar nicht sehr tief schöpfend, dafür aber unterhaltsam. Die zuweilen bissigen Wortgefechte haben mir sehr gefallen, genauso wie die Kulisse der Handlung. Die Erotik Szenen waren zwar nicht herausstechend, aber auch nicht schlecht. Zwischen den beiden Protagonisten hat es definitiv so einige Male gefunkt und dieser Funke kam auch beim Leser an.

Veröffentlicht am 05.03.2017

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Verliebt in Mr. Daniels
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Kurzmeinung

Nachdem ich Wie die Luft zum Atmen gelesen und geliebt habe. Wollte ich gleich noch ein weitere Buch der Autorin lesen.

Vielleicht hätte ich zuerst Verliebt in Mr. Daniels lesen sollen und ...

Kurzmeinung

Nachdem ich Wie die Luft zum Atmen gelesen und geliebt habe. Wollte ich gleich noch ein weitere Buch der Autorin lesen.

Vielleicht hätte ich zuerst Verliebt in Mr. Daniels lesen sollen und danach dann Wie die Luft zum Atmen, denn dann hätte eine Steigerung stattgefunden. So hatte ich leider einiges zu kritisieren, nicht wirklich Schlimmes. Aber da ich immer im Hinterkopf hatte, wie umwerfend sie es kann, war ich viel kritischer als sonst. Deswegen versuche ich auch etwas Abstand zu nehmen und die Bücher getrennt voneinander zu bewerten.

Außerdem sind die wirklich wichtigen Dinge im Leben nie leicht,
sondern schwer, schmerzhaft und rau.
Deshalb ist es ja so lohnend, das Ziel zu erreichen.
Seite 75

Den auch mit diesem Buch hat die Autorin eine sehr berührende Geschichte geschaffen. Die Protagonistin ist 19 Jahre alt und somit noch nicht so gefestigt. Manchmal wirkt sie doch sehr jugendlich. Daniel ist gerade 21 Jahre alt, aber schon Lehrer. Beide sind für das, was sie schon durchmachen mussten sehr jung. Hier gibt es jede Menge Tod. Da hat es die Autorin in meinen Augen übertrieben. Klar Menschen werden krank und Unfälle passieren, aber hier treffen sie gewallt aufeinander. Da es so gewollt wirkte, konnte mich das Buch lange nicht richtig berühren, doch gegen Ende flossen dann doch die Tränen.Von der Wortwahl her ist es wieder etwas ganz besonders. Es gibt so einige wunderschöne Sätze. Die Autorin hat es einfach drauf, sehr viele Emotionen in Sätze zu legen. Diese Lehrer und Schülerin Sache fand ich schon bei Weil ich Layken liebe von Colleen Hoover sehr interessant. Für mich ist ein ausgebildeter Lehrer mit 21 Jahren zwar etwas befremdlich, aber wenn es möglich ist, passt es.

Du verdienst es, der Refrain in meinem Lieblingssong zu sein.
Die Widmung in meinem Lieblingsroman
Seite 245

Wenn ich die beiden Bücher der Autorin miteinander vergleiche, wirkt Verliebt in Mr. Daniels in vielerlei Hinsicht, wie die kleine Schwester von Wie die Luft zum Atmen. In diesen Roman hat die Autorin in meinen Augen zu viel rein gepackt. Es geht um das Thema Trauerbewältigung, Zwillinge, Musiker und Schriftsteller, Schüler Lehrer Beziehung, Religion, Homosexualität, Drogen, Mord, 2 bis 3 Autounfälle, Krebs, Familie. Und ich habe bestimmt noch was vergessen. Das waren mir zu viele unterschiedliche Thematiken. Dafür ist ihr Sprachstil aber ganz großes Kino.

Fazit:
Kommt für mich leider nicht an Wie die Luft zum Atmen ran.
Meine Erwartungen waren aber auch sehr hoch, hätte ich dieses Buch zuerst gelesen, wäre mein Urteil bestimmt besser ausgefallen.
Die Wortwahl der Autorin ist schön poetisch und die Taschentuch Momente kommen nicht zu kurz.

Veröffentlicht am 26.02.2017

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Drei Tage Wut
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Hier sprach mich vor allem der Klappentext an. Nachdem der Titel meine Aufmerksamkeit bei den Neuerscheinungen auf sich zog. Ich habe mir eine Gesellschaftskreistische Lektüre versprochen, doch dieser ...

Hier sprach mich vor allem der Klappentext an. Nachdem der Titel meine Aufmerksamkeit bei den Neuerscheinungen auf sich zog. Ich habe mir eine Gesellschaftskreistische Lektüre versprochen, doch dieser Aspekt kam mir etwas zu kurz.

Den Titel finde ich sehr aussagekräftig, so prangt er auch dominierend auf dem Cover. Welches ich nicht unbedingt schön finde, dafür aber sehr passend. Die beiden Personen schauen genauso aus, wie im Buch beschrieben. Außerdem kommt durch den typischen roten Doppeldecker Bus sofort der Handlungsort raus.

Zum Inhalt. Maggie fühlt sich alleine gelesen, der Vater hat die Familie verlassen und die einflussreiche Mutter arbeitet nur. So geht sie auf die Straße und versteckt sich hinter ihrer Kamera. Es ist fast, als wäre sie unsichtbar, wenn sie filmt. Die Geschehnisse dringen nicht richtig zu ihr durch. Deswegen merkt sie auch zunächst nicht, was sie da Film. Als der Anführer der berüchtigten Starfish Gang, den jungen Little Pea bedroht. Den dies und die Tatsache, dass sich ein fremder farbiger Junge in diesen Twist einmischt, könnten ihr zum Verhängnis werden. Den es gibt Dinge, die sollte man nicht filmen.

Catherine Bruton schreibt sehr flüssig. Die ganze Handlung ist sehr schnell. Langeweile kommt keine auf, aber mir fehlte dadurch auch manchmal die Tiefe. Das Buch umfasst gerade mal 270 Seiten, da sind große Charakterzeichnungen schwer. Sie erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Maggie. Die Kapitel sind meist eher kurz und tragen die Überschrift als Szene mit dem Handlungsort. Da es um das Filmemachen in dem Buch geht, ein schönes Detail. Durch Szene 1 wissen wir sogleich, dass etwas Schlimmes passieren wird und nicht alle überleben werden. Dies war ein kluger Schachzug, da ich so sehr gespannt war, wenn es treffen wird und was genau passiert. Dies steigerte die Spannung.

Zu den Charakteren. Maggie wirkt etwas verloren. Weiß nicht recht etwas mit sich anzufangen. Leider gibt es wenig Hintergrundinfos zu ihrem Charakter, so wirkte sie auf mich sehr eindimensional. Manchmal habe ich mich über ihr Verhalten geärgert, da musste ich mir aber vor Augen führen, dass sie noch sehr jung ist, sodass ihre Beweggründe dann doch verständlich waren. Tokes ist etwas älter und gefestigter. Er weiß genau was richtig und was falsch ist und wie schwer es manchmal ist, das eine mit dem anderen zu vereinbaren. Little Pea ist wuselig, immer in Bewegung und er treibt die Geschichte sehr voran. Sein Charakter war für die Handlung zwar sehr wichtig, aber ich fand ihn sehr anstrengend und nervig.

Im Allgemeinen merkt man, dass es ein Jugendbuch ist. Da vieles sehr schnell geht. Die Freundschaft zwischen Tokes und Maggie entwickelte sich für mich viel zu schnell. So war die Handlung zwar dynamisch, aber nicht so tief wie erhofft. Auf den rassistischen Aspekt hätte man gerne noch mehr eingehen können, finde ich. Sowie auch auf das Banden Thema. Da gerade diese beiden das Buch für mich interessant machten. Spannend zu lesen war es definitiv. Besonders gegen Ende, als die Krawalle schlimmer wurden und es blutig wurde. Erschreckend, wie schnell sich ein Ereignis zu so etwas Großen zusammen brauchen kann. Dies hat die Autorin gut eingefangen, diesen Mob und wie er gewütet hat. Beim Lesen habe ich richtig gespürt, wie sich die Atmosphäre zu zog.

Fazit:
Dynamische und schnelllebige Geschichte,
von der ich mir mehr Tiefe versprochen habe.
Die Atmosphäre wurde von der Autorin toll eingefangen.
Spannend erzähltes Jugendbuch.

Veröffentlicht am 21.02.2017

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Club der letzten Wünsche
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Club der letzten Wünsche, ein sehr aussagekräftiger Titel, der mich sogleich angesprochen hat. Der erste Satz lautet: Ich wünschte mir, die Sonnenstrahlen könnten meine Eingeweide wärmen. Klingt etwas ...

Club der letzten Wünsche, ein sehr aussagekräftiger Titel, der mich sogleich angesprochen hat. Der erste Satz lautet: Ich wünschte mir, die Sonnenstrahlen könnten meine Eingeweide wärmen. Klingt etwas strange, aber ich mag so etwas. Meine Erwartungen waren, vor allem eine emotionale Geschichte zu lesen, die mich bewegt. Leider konnte dies das Buch nicht ganz schaffen.

Ich bin eine abstoßende Ruine, der klägliche Rest meiner Selbst, der immer mehr in sich zusammenfällt. Seite. 41

Cover und Titel finde ich passend und schön. Beides harmoniert gut miteinander. Und durch die Farbwahl hat es für mich etwas leichtes und wirkt nicht so drückend. Bei jedem neuen Kapitel befinden sich Sterne, sowie der auf dem Cover.
Zum Inhalt: Jesslyn ist erst 19 Jahre alt, weiß aber, ihr Leben hat ein Verfallsdatum. Ein Datum, das immer näher rückt. So kommt es, dass sie und ihr Bruder eine Liste schreiben. Mit lauter Dingen, die sie noch erleben will. Doch dies ist gar nicht so leicht, wenn man kaum atmen kann und die Metastasen einen zerfressen. Ob sie es schafft, alle Punkte abzuhacken?

Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Jesslyn. Hin und wieder wechselt die Perspektive zu James, dort wird aber aus der Sicht eines Erzähler erzählt. Dies fand ich etwas schade. Der Schreibstil hat mir so weit gut gefallen. Das Buch lies sich gut lesen. Die Wortwahl passte zu einer Gruppe von Jugendlichen. Leider schaffte es die Autorin nicht, mir die Emotionen der Charaktere richtig nahe zu bringen. Das Thema Krebs und Sterben ist natürlich ein sehr trauriges Thema, welches einen leicht emotional aufwühlen kann. Doch für mich waren die Ausführungen oft nicht ausreichend und die Zeitsprünge zu lange. Ich hatte öfters das Gefühl, etwas nicht mit bekommen zu haben. Dinge wurden angesprochen, verliefen sich dann aber wieder. Gegen Ende wird es dann so richtig traurig. Aber für mich wirkte es leider zu gewollt.

Mein ganzes Leben lang hatte ich so getan, als wäre Schmerz eine Art Nebenwirkung des Lebens. Dass er einfach dazugehört und man ihn in Kauf nehmen musste. Seite 17

Zu den Charakteren. Jesslyn, die Protagonistin war mir gleich sehr sympathisch. Sie spricht aus was sie denkt und macht einfach ihr eigenes Ding. Wie sie dann ihre Situation meistert, fand ich auch ganz toll. Sie ist sehr stark, aber auch frech und dickköpfig. Die anderen Charaktere in dem Buch waren für mich nicht so greifbar. Die Autorin hat ihnen zwar einige Eigenschaften verpasst, aber da fehlte einfach etwas. Aber bei so wenig Seiten ist eine größere Charakterisierung auch schwer.

Die Geschichte umfasst nur 288 Seiten. Und dies war für mich eindeutig zu kurz. Die Idee und auch der Entwurf der Charaktere hat mir sehr gut gefallen. Doch vieles ging einfach zu schnell. Mir fehlten Aufklärungen und Begründungen. Warum hilft ein Arzt, der jeden Tag mit sterbenden Menschen zu tun hat, ausgerechnet ihr in seiner Freizeit. Wie sieht es mit der Krankenversicherung aus. Was genau war da mit der Schwester und was mit der Vorstrafe. Um nur ein paar Dinge zu erwähnen, die für mich nicht ganz rund waren. Die Geschichte an sich ist schön, doch das Gerüst fehlte mir. Die Substanz.

Fazit:
Ein trauriges und emotionales Thema.
Die Geschichte war für mich nicht ganz rund, ein paar Seiten mehr und die Geschichte wäre großartig geworden.