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Veröffentlicht am 23.04.2021

Eine wunderschöne magische Geschichte die mich zum Lachen und Weinen brachte!

Behind the salt line
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Stell dir vor, du findet die wahre Liebe.
Doch es gibt eine Schwierigkeit. Er ist bereits tot.

Seit ihrem sechsten Lebensjahr verfügt Hope über eine besondere Gabe. Sie kann Geister sehen und mit ihnen ...

Stell dir vor, du findet die wahre Liebe.
Doch es gibt eine Schwierigkeit. Er ist bereits tot.

Seit ihrem sechsten Lebensjahr verfügt Hope über eine besondere Gabe. Sie kann Geister sehen und mit ihnen kommunizieren. Einige wollen ihren Angehörigen unbedingt noch etwas sagen, andere wissen nicht, wohin sie gehen müssen. Hope hilft ihren und führt die verwirrten Seelen ins Licht.
Nachdem vor fünf Jahren ihre Eltern bei einem Verkehrsunfall verunglückt sind, lebt Hope nun bei ihren Großeltern und unterstützt sie in ihrem Bestattungsinstitut. Durch ihre magische Fähigkeit wird sie von vielen als Freak angesehen. Deshalb ist Hope mit der Zeit zu einer Einzelgängerin geworden, die sich von allen Freunden und Bekannten zurückgezogen und isoliert hat.
Doch dann trifft sie auf den Geist Liam, der sich nach seinem Selbstmord, einen Spaß daraus macht, Mädchen zu beobachten und sich so sein Geisterleben versüsst. Liam ist sehr von sich eingenommen und ziemlich überheblich. Er versucht mit allen Mitteln, ihre Aufmerksamkeit zu erlangen. Doch so einfach ist das für Hope nicht, denn so sehr ihr Liam auch im Kopf herumspukt, er ist ein Geist und eine Beziehung mit ihm, würde sie zur Königin der Freaks befördern.

Eigentlich wollte ich gestern Nachmittag nur kurz in die Geschichte hineinlesen, doch als ich am Abend das Buch zuklappte, war ich am Ende angekommen und neben mir lagen drei nasse Taschentücher.
Veronica More hat mit "Behind the salt line" eine außergewöhnliche, magische Liebesgeschichte geschrieben, die mich sehr schnell in den Bann gezogen und nicht mehr losgelassen hat.
Nun werden vielleicht einige sagen, eine 19/20-jährige mit magischen Fähigkeiten ist nichts Neues. Ich finde jedoch, Veronica hat es geschafft, eine Geschichte zu kreieren, die mich von der ersten Seite an abgeholt und begeistert hat.
Eine romantische Liebesgeschichte zu schreiben, in denen es um triggernde Themen, wie Tod, Verlust und Suizid geht, ist nicht einfach. Doch die Autorin ist sehr behutsam und gefühlvoll damit umgegangen.

Die Hauptprotagonistin Hope ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Sie hat schon früh ihre Eltern verloren und durch ihre magische Fähigkeit, wirkt sie auf Außenstehende oft wie ein Freak. Darüber reden kann sie nur mit ihren Großeltern. Bei ihnen findet sie Halt und Unterstützung und die Beiden sind immer für sie da. Ihre einzigen Freunde sind Trudy und Jim, zwei Geister, die die Welt der Lebenden nicht verlassen haben.
Liam, der nicht auf den Mund gefallen und sehr attraktiv ist, entfacht bei Hope schnell Gefühle, die über Mitleid hinausgehen.
Neben ergreifenden und emotionalen Momenten, gibt es aber auch viele lustige und humorvolle Situationen, die mich zum Lachen gebracht haben.
Ich möchte an dieser Stelle nicht Spoilern und sage nur "Frau Hopper"!
Auch Trudy und Jim sorgen mit ihren Streitereien, sowie lebhaften und witzigen Dialogen dafür, dass ich nicht nur vor Rührung geweint habe, sondern auch oft herzhaft lachen musste.
Die magische Spannung zieht sich durch die ganze Handlung. Ich habe die ganze Zeit überlegt, ob es ein Happy End gibt und wie die Autorin das schaffen will.

Ob es ein glückliches Ende gibt, erfahrt ihr, wenn ihr das Buch lest.
Von mir gibt es für diese romantische, humorvolle und berührende Geschichte 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐ und eine Leseempfehlung.

Triggerwarnung: Tod, Verlust, Suizid

Ich bedanke mich bei der Autorin für das Rezensionsexemplar! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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Veröffentlicht am 11.04.2021

Ein tolles Debüt

IOSUA
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Was bist du bereit für ein Leben in Freiheit zu riskieren?

Der junge Rumäne Iosua (Joshua) ist in Berlin aufgewachsen, inmitten eines kriminellen Umfeldes. Seine Mutter hat ihn früh verlassen und sein ...

Was bist du bereit für ein Leben in Freiheit zu riskieren?

Der junge Rumäne Iosua (Joshua) ist in Berlin aufgewachsen, inmitten eines kriminellen Umfeldes. Seine Mutter hat ihn früh verlassen und sein Vater ist der Chef einer skrupellosen Diebesbande. Schon als Kind wurde er gezwungen zu stehlen. Anstatt Liebe und Zuneigung zu erfahren, werden Zigaretten auf seinem Körper ausgedrückt und er wird grün und blau geschlagen.
Gegen seinen cholerischen und jähzornigen Vater kommt Joshua nicht an und um zu überleben, gehorcht er.
Doch mit den kriminellen Machenschaften seines Vaters will er nichts mehr zu tun haben und auch am liebsten vergessen woher er kommt. Denn schon durch seine rumänische Abstammung wird ihm ein Stempel aufgedrückt, der es ihm schwer macht, in der Gesellschaft einen Platz zu finden.
Als er bei einem seiner Streifzüge auf Isabelle trifft, ist er sofort fasziniert von ihr und schöpft Hoffung auf ein Leben ohne Kriminalität. Doch es ist nicht so einfach, sich aus den Fängen der Diebesbande zu lösen.

Das Cover ist schlicht gehalten, passt jedoch sehr gut zur Stimmung des Buches.
Mit ihrem leichten, flüssigen Schreibstil hat Annemarie Bruhns mich direkt in den Bann gezogen. Nichts lässt erahnen, dass es sich hierbei um ihr Debüt handelt.

Schon auf der ersten Seite wirft die Autorin ihre Leser mitten ins Geschehen. Ein schicksalhafter Zwischenfall ist der Ausgangspunkt für die Geschichte von Joshua. Im weiteren Verlauf erfahren wir durch geschickt eingeschobene Rückblenden nach und nach immer mehr über die Vergangenheit und die Zusammenhänge.
Ungeschönt und authentisch beschreibt die Autorin wie Joshua versucht, sich aus diesem Millieu und von seinem tyrannischen Vater und dessen Nachfolger zu befreien.
Die Perspektiven wechseln zwischen Joshua und Isabelle. So fiel es mir leicht, mich in die beiden Protagonisten hineinzuversetzen.
Joshua und Isabelle sind starke Charaktere, die mir beide sehr schnell ans Herz gewachsen sind. Erst durch Isabelle lernt Joshua Gefühle, wie Glück, Zufriedenheit und Fürsorge kennen.
Aber auch Yvonne war mir sofort sympathisch, denn sie ist nicht nur Isabelle eine große Stütze und Hilfe.
Die Figuren sind ausführlich charakterisiert, sehr realistisch und fügen sich wunderbar in die Geschichte ein.
Die Autorin schildert die Gefühle und Empfindungen so ausdrucksvoll und lebendig, dass man als Leser den Eindruck bekommt, durch die Augen des Protagonisten zu schauen.
Das Ende hat mich sehr überrascht! Ich werde sicher noch oft darüber nachdenken.

Mit „Iosua“ ist Annemarie Bruhns ein beeindruckendes und fabelhaftes Erstlingswerk gelungen. Sie hat mich mit ihrer tragischen, sozialkritischen Geschichte emotional berührt und sehr bewegt.
Ihren Namen sollte man sich auf jeden Fall merken.
Ein tolles Debüt, dass 5 Sterne verdient und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 08.04.2021

Eine sehr emotionale Geschichte

Die Wahrheit schmeckt nach Marzipan
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"Das Sterben ist wie eine Geburt, nur rückwärts...."

Die sechszehnjährige Tabitha verliert, nachdem ihr geliebter Vater plötzlich stirbt, völlig den Boden unter den Füßen. Sie versinkt in ihrer Trauer ...

"Das Sterben ist wie eine Geburt, nur rückwärts...."

Die sechszehnjährige Tabitha verliert, nachdem ihr geliebter Vater plötzlich stirbt, völlig den Boden unter den Füßen. Sie versinkt in ihrer Trauer und zieht sich zurück auf ihre imaginäre Insel.
Immer wieder wird sie in ein Loch gezogen und von einer Sekunde auf die andere ist der Himmel grau statt blau.
Ihre Mutter, die ihre eigene Art hat, die Trauer zu verarbeiten, kommt nicht an sie heran. Auch von der Psychologin will sich Tally nicht helfen lassen und sie hat erst recht keine Lust Tagebuch zu führen.
Die einzige Person, die mit ihren ständigen Gefühlsausbrüchen einigermaßen zurechtkommt, ist ihre Freundin Sanne, die Kraft und Stärke in ihrem Glauben findet. Tally will davon jedoch nichts hören. Doch dann lernt sie Timo kennen und er verdreht ihr schnell den Kopf. Wäre er nur nicht der Leiter von Sannas Jugendgruppe und somit ebenfalls sehr gläubig.
Als Tabitha dann eines Tages zufällig die Seniorin Frau Möller kennenlernt, die eine Vorliebe für Marzipan hat, entwickelt sich zwischen ihnen eine ungewöhnliche Freundschaft. In ihrem Wohnzimmer hat sie das Gefühl ins zwanzigste Jahrhundert zu reisen. Als ihr bei einem Besuch, dass alte Foto eines gutaussehenden, jungen Mannes in die Hände fällt, ist sie sofort von ihm fasziniert und beginnt, ihn in einer Geschichte zum Leben zu erwecken.

Der Titel des Buches und der Klappentext haben mich sofort neugierig auf die Story gemacht. Es hat dann allerdings etwas gedauert, bis ich mit dem, für mich recht unbewohnten Schreibstil der Autorin zurecht gekommen bin. Wir verfolgen die Geschichte aus der Sicht von Tabitha und so konnte ich mich sehr gut in sie hineinversetzen und ihre Gedanken und Emotionen nachvollziehen. Tabitha, genannt Tally, hat es nicht leicht nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters. Er war ihre wichtigste Bezugsperson und immer für sie da. Nun ist von einem auf den anderen Moment plötzlich alles anders und am liebsten würde sie sich irgendwo verkriechen.
Die Autorin hat die Hauptprotagonistin, ihrem Alter entsprechend, wunderschön lebendig und authentisch beschrieben. Auch die Nebencharaktere sind großartig und fügen sich wunderbar in die Geschichte ein. Frau Möller habe ich sofort ins Herz geschlossen und ich hätte sie gerne auf einen Tee besucht und ihre Marzipanpralinen probiert. Denn im Gegensatz zu Tally liebe ich Marzipan.
Ihre Freundin Sanna und auch Timo sind immer für sie da und nehmen ihre Gefühlsausbrüche klaglos hin.
Besonders gut hat mir gefallen, dass sie nicht versuchen, Tally zu bedrängen, sondern ihr den Raum gelassen haben, den sie benötigt.

Es ist kein Buch, dass ständig auf einen dramatischen Höhepunkt zusteuert und das braucht diese Geschichte auch nicht. Der Weg ist das Ziel.
Und wer glaubt, dass sie ist kitschig, sentimental und schwermütig ist, der ist auf der falschen Fährte.
"Die Wahrheit schmeckt nach Marzipan" ist ein ruhiges Buch, dass voller Emotionen ist und eine tiefgründige Botschaft vermittelt.
Trauer, Verlust und Abschied nehmen von geliebten Menschen, sind keine leichten Themen, doch Anni E. Lindner ist es gelungen, einen sehr emotionalen Plot gekonnt in Worte zu fassen.
Er regt zum Nachdenken an und ist wunderbar für Jugendliche und Erwachsene geeignet.
Nehmt euch Zeit dafür und lasst Tallys Geschichte auf euch wirken.

Von mir gibt es dafür verdiente 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐ und eine Leseempfehlung!

AnniELindner

DieWahrheitschmecktnachMarzipan

Franckeverlag

literaturtest

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Veröffentlicht am 28.03.2021

Eine tolle Fortsetzung

Die Hüter der vier Elemente Band 2
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Nachdem Aaron, Jules, Moe und Summer einen der Elementsteine zum Schloss zurückbringen konnten, machen sie sich auf der Weg zum Elfenvolk um den nächsten Stein zu suchen.
Die Zeit drängt, denn Kratos ist ...

Nachdem Aaron, Jules, Moe und Summer einen der Elementsteine zum Schloss zurückbringen konnten, machen sie sich auf der Weg zum Elfenvolk um den nächsten Stein zu suchen.
Die Zeit drängt, denn Kratos ist weiter auf dem Vormarsch und es besteht nicht nur große Gefahr für Nimoron, sondern auch für die Heimat der vier Hüter.

Was soll ich sagen?! Die Fortsetzung hat mich fast noch mehr begeistert als Teil eins der Trilogie. Dagmar Winter hat mich wieder von der ersten Seite an in ihre magische Welt gezogen und erst am Ende ausgespuckt. Sie spielt gekonnt mit Wörtern und kreierte wunderschöne Bilder in meinem Kopf. Ich hatte das Gefühl, die einzelnen Schauplätze durch die Augen der Protagonisten zu sehen und mit den Hütern durch den vergessenen Wald und die Unterwasserwelt zu reisen.
Die vier Freunde haben sich in beeindruckender Weise weiterentwickelt und gelernt mit ihren Kräften umzugehen. Besonders die beiden Mädchen sind reifer geworden. Obwohl Aaron immer noch der Hauptprotagonist ist, wurde Jules ist für mich fast so etwas wie die Anführerin der Gruppe. Sie ist scharfsinnig und neugierig und ihrem Bauchgefühl ist immer zu trauen. Außerdem hat Jules hat stets gute Einfälle und Eingebungen wenn es darum geht eine Entscheidung zu treffen.
Auch Summer wächst in Band zwei über sich selbst hinaus. Sie entwickelt sich von dem oberflächlichen Mädchen, zu einer mutigen und intelligenten jungen Frau.
Während ihrer Suche treffen die vier Freunde auf neue Mitstreiter, die ihnen unterstützend zur Seite stehen, aber sie müssen sich auch an Ende von einer liebgewonnenen Figur verabschieden. Dagmar Winter hat die Charaktere sehr authentisch beschrieben und ich konnte das arrogante Lächeln des überheblichen und selbstverliebten Elfen Loén förmlich vor meinen Augen sehen.
Besonders gut gefallen hat mir die Botschaft der Geschichte, in der die Leser darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie zum Schutz der Menschen, der Natur und Umwelt besser auf unsere Erde achtgeben und Selbstverantwortung übernehmen müssen. Die Autorin schafft es mit ihrer Geschichte, das Umweltbewusstsein ihrer Leser zu sensibilisieren und zum Nachdenken anzuregen.
Auf der Suche nach den Elementsteinen tauchen immer wieder Fragen auf, Geheimnisse werden gelüftet und neue Erkenntnisse ans Licht gebracht.
Unerwartete Wendung sorgen dafür, dass die Spannung immer mehr ansteigt und es zu keinem Zeitpunkt langeweilig wird.
Dagmar Winter konnte mich auch mit Band zwei begeistern und ich warte nun gespannt auf den dritten Teil der Trilogie.

In der Fantasyreihe "Die Hüter der vier Elemente", wird nicht nur eine magische Geschichte voller Abenteuer erzählt, sondern den Lesern eine tiefgründige Botschaft und viel Stoff zum Nachdenken über wichtige Themen vermittelt.
Von mir bekommt der zweite Teil der Reihe hochverdiente 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐ und eine Leseempfehlung für Kinder ab 10 Jahren und junggebliebene Erwachsene.
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DagmarWinter

DieschwarzeKrone

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Veröffentlicht am 14.03.2021

Was für ein wunderbares Buch!

Das Leben ist zu kurz für irgendwann
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Terry will eigentlich nur ihren Vater im Seniorenheim besuchen und anschließend zu ihrer Freundin Iris fahren, doch dann erfährt sie, dass es im Pflegeheim zu einem Schädlingsbefall gekommen ist und ...



Terry will eigentlich nur ihren Vater im Seniorenheim besuchen und anschließend zu ihrer Freundin Iris fahren, doch dann erfährt sie, dass es im Pflegeheim zu einem Schädlingsbefall gekommen ist und sie ihren demenzkranken Vater für ein paar Tage zu sich nehmen muss. Deshalb nimmt sie ihn kurzerhand mit, als sie die an Multiple Sklerose erkrankte Iris mit einem Kuchen zum Geburtstag überraschen will. Doch sie trifft ihre Freundin weder im Yoga-Zentrum, noch zu Hause an und merkwürdigerweise sind in ihrem Cottage auch alle Vorhänge zugezogen. Im Haus verdichten sich dann die Hinweise darauf, dass Iris auf dem Weg nach Zürich ist, um ihr Leben zu beenden.
Terry, die eigentlich alles andere als impulsiv ist, macht sich kurzentschlossen, mit ihrem Vater im Schlepptau, auf den Weg um Iris aufzuhalten. Doch diese ist alles andere als begeistert, als ihre Freundin plötzlich auf der Fähre auftaucht. Sie hat ihre Entscheidung getroffen und möchte, dass Terry das akzeptiert und sich nicht einmischt.
Aber die lässt sich nicht umstimmen und daran können auch ihr Mann und ihre beiden Töchter, die sich von der Ehefrau und Mutter im Stich gelassen fühlen, nichts ändern. Sie kann und will ihre Freundin nicht alleine fahren lassen und begleitet sie kurzerhand, mit ihrem demenzkranken Dad im Schlepptau. So begeben sich die Drei auf eine abenteuerliche Reise quer durch Europa, die jedoch ganz anders verläuft, als sie es für möglich gehalten hätten.

Als ich das wunderschöne Cover gesehen und den Klappentext gelesen hatte, stand für mich sofort fest, dass ich dieses Buch unbedingt lesen möchte! Dieses Thema sprach mich sofort an, denn ich habe selbst nicht nur einige Jahre in einem Demenzzentrum gearbeitet, sondern ehrenamtlich auch schon viele Sterbende auf ihrem letzten Weg begleitet.
Der Schreibstil machte es mir leicht, in die Geschichte einzutauchen, denn er ist angenehm leicht und sehr flüssig.
Wenn Ihr jedoch glaubt, dass es in dieser Story hauptsächlich um Iris geht, die auf dem Weg in die Schweiz ist, um ihrem Leiden ein Ende zu bereiten, dann täuscht Ihr Euch. Die Hauptperson ist Terry, die während der Reise beginnt, ihr Leben zu reflektieren, aufzuarbeiten und darüber nachzudenkt, wo ihr Platz im Leben eigentlich ist.

Wir verfolgen die Geschichte aus der Perspektive von Terry und ich konnte mich gut in ihre Gefühle und Empfindungen hineinversetzen.
Terry ist eine sehr fürsorgliche Mutter und Ehefrau und ihre Familie stand bisher immer an erster Stelle. Sie kümmerte sich mit großem Engagement darum, dass es allen gut geht. Eigentlich ist Terry alles andere als impulsiv, doch als ihre Freundin Iris ihr Leben beenden will, wächst sie plötzlich über sich hinaus. Sie reist ihr, in Begleitung ihres demenzkranken Vater Eugene, hinterher und versucht sie von ihrem Vorhaben abzubringen. Doch Terry muss begreifen, dass es selbstsüchtig von ihr ist, wenn sie den Wunsch von Iris, diesen Weg zu gehen, nicht toleriert.
Iris ist eine lebensfrohe, sehr starke Protagonistin. Sie hat in all den Jahren, in denen sie sich schon mit ihrer Erkrankung auseinandersetzen musste, nie gejammert und geklagt. Doch nun hat sie die Entscheidung getroffen, ihr Leben zu beenden bevor sie völlig zum Pflegefall wird. Sie zaudert nicht, sondern geht zielbewusst und entschlossen ihren Weg und erwartet von ihrer Freundin, dass sie dies akzeptiert.
Aber auch Terry's demenzkranker Vater spielt eine wichtige Rolle. Er war früher Taxifahrer, erzählt immer wieder die gleiche Geschichte und gibt auf der Autofahrt gerne seinen Kommentar zum Fahrstil seiner Tochter ab. Die Überschriften der einzelnen Kapitel schaffen eine Verbindung zu ihm, denn sie bestehen aus Verkehrsregeln, die an den Plot angepasst wurden.
Ciara Geraghty hat die Charaktere sehr glaubwürdig und lebendig beschrieben und auch die Nebenfiguren fügen sich perfekt in die Handlung ein, ohne mit zu vielen Details zu überfordern.
Wer glaubt, diese Geschichte ist kitschig, sentimental und schwermütig, der täuscht sich!
Demenz und Sterbehilfe sind keine leichten Themen, doch Ciara Geraghty hat es geschafft, einen sehr emotionalen Plot so in Worte zu fassen, dass er anstatt Angst vor dem Sterben, Lust auf das Leben macht.
Es fiel mir schwer, dass Buch zwischendurch zur Seite zu legen und so habe ich es innerhalb von zwei Tagen gelesen.

Ein tolles Buch, dass nicht nur von dem Verlust eines wichtigen Menschens erzählt, sondern auch von dem Start in ein neues Leben.
Irgendwo habe ich einmal gelesen, Zitat: "Es gibt nicht immer ein Happy End für jeden, aber man sollte sich nicht schuldig fühlen, wenn das Leben für einen selbst weitergeht." Ich finde, dieses Zitat passt hervorragend zu dieser Geschichte, die eine wunderschöne Hommage an eine Freundschaft ist, die über den Tod hinaus besteht.
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Ein Lesevergnügen auf höchstem Niveau, dass von mir verdiente 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐ und eine Leseempfehlung bekommt!
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Vielen Dank an Literaturtest und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar!
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CiaraGeraghty

DasLebenistzukurzfürirgendwann

goldmannverlag

literaturtest #Rezensionsexemplar

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