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Veröffentlicht am 30.03.2021

Berührend und aus dem Leben gegriffen - TOP

So nah von dir entfernt
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Leni ist Krankenschwester und hat einen Grundsatz im Leben: Nie und nimmer funktioniert eine Beziehung zwischen Arzt und Krankenschwester. Und daran will sie auch festhalten, trotz der Gegenbeispiele, ...

Leni ist Krankenschwester und hat einen Grundsatz im Leben: Nie und nimmer funktioniert eine Beziehung zwischen Arzt und Krankenschwester. Und daran will sie auch festhalten, trotz der Gegenbeispiele, die es um sie herum bereits gibt. Dass sie selbst eines davon werden könnte, will sie sich lange nicht eingestehen und macht es dem jungen Arzt Mats und auch sich selbst damit ziemlich lange, ziemlich schwer.

Der Debütroman "So nah von dir entfernt" von Johanna Moertl hat es in sich - er vereint unzählige Themen: Leben und Sterben, Träume und Wünsche, Ängste und Sorgen, und alles umrahmt von der Liebe. Sie findet eine gute Balance und jedes der Themen bekommt ausreichend Raum in dem Buch.

Der Schreibstil ist wunderbar, man taucht sofort in die Geschichte ein und die Seiten fliegen nur so an einem vorbei, weil man wissen will, wie es weitergeht. Auch die sehr kurzen Kapitel können den Lesefluss nicht unterbrechen, ich persönlich mag den Cut zwischen den Szenen in Form eines Kapitelwechsels sehr.

Die Protagonisten sind gut ausgearbeitet und wirken trotzdem herrlich normal - mit Eigenschaften wie mitten aus dem Leben gegriffen. Dadurch werden sie einem sehr schnell sympathisch mit ihren Gedankengängen, Ideen und Sorgen.

Ich hatte wunderschöne, kurzweilige Lesestunden und hoffe, künftig noch mehr von Johanna Moertl zu lesen. Mich hat sie mir ihrer Schreibweise und dem steirischen Flair total mitgenommen, und wer weiß: vielleicht gibt es ja bald neues aus der Steiermark oder vielleicht sogar von Leni und Mats? Ich würde mich freuen und bin gespannt.


"So nah von dir entfernt" von Johanna Moertl erhält meine uneingeschränkte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 29.03.2021

Oldie but Goldie - ich liebe Fitzek einfach

Amokspiel
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Ich gebe es zu: ich bin ein Fitzek-Fan. Ich liebe seinen Schreibstil, die kurzen Kapitel, die vielen Kniffe und Wendungen in seinen Büchern und dieses "auf die falsche Fährte locken". Da ich von den "neueren" ...

Ich gebe es zu: ich bin ein Fitzek-Fan. Ich liebe seinen Schreibstil, die kurzen Kapitel, die vielen Kniffe und Wendungen in seinen Büchern und dieses "auf die falsche Fährte locken". Da ich von den "neueren" Büchern aber nicht immer 100% begeistert war, hab ich jetzt ein Buch zur Hand genommen, das zu den ersten zählt und es hat mich wieder mal nicht enttäuscht.

Die Geschichte klingt einfach und ist doch komplex aufgebaut, wie man im Laufe des Buches erfährt (oder auch erst mal nicht): Irrer nimmt Geiseln und verschanzt sich in einem Radiosender, SEK wird auf den Plan gerufen. Wer glaubt, dass das langweilig sein muss, weil "man ja eh schon alles weiß" der täuscht sich sehr oft im Laufe dieses Buchs.

Einfach nur toll gemacht und kommt trotzdem völlig ohne gruselige Elemente aus - was für einen Angsthasen wunderbar ist, weil es auch abends gut zu lesen ist ohne dass man die Geschichte mit ins Bett oder ins Traumland mitnimmt. Uneingeschränkt zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 08.09.2023

Interessanter Auftakt, aber mit wenig Tiefe

Nichts als Staub
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Das Cover hat eine auffällige Farbgebung und der Titel weckt das Interesse des Lesers. Auch der Klappentext wirkt vielversprechend, wenn er auch rückblickend für meinen Geschmack viel von der Geschichte ...

Das Cover hat eine auffällige Farbgebung und der Titel weckt das Interesse des Lesers. Auch der Klappentext wirkt vielversprechend, wenn er auch rückblickend für meinen Geschmack viel von der Geschichte preisgibt und damit etwas Spannung einbüßt.
Der Schreibstil war leicht und flüssig zu lesen, die kurzen Kapitel laden zum Weiterlesen ein und so kommt man sehr schnell durch die Geschichte.
Die Protagonisten rund um Alina Grimm und Elias Feith waren sympathisch, wurden aber zumindest in diesem Teil nicht weiter beleuchtet.
Die Story-Idee war gut, aber die Umsetzung lag mir leider nicht so, es gab zwar einige Stolpersteine und Sackgassen aber vieles Andere lief für eine suspendierte Polizistin und einen Personenschützer dann doch zu glatt und problemlos.
Leider wurde es – vermutlich auch aufgrund der Kürze des Buchs – auch komplett ausgelassen, dass man die Polizistin etwas auf persönlicher Ebene kennenlernen konnte, was ich bei einem Reihenauftakt aber erwartet hätte, da dem Leser die Bindung zu den Protagonisten sonst wenig gelingt.

Nichtsdestotrotz hatte ich eine kurzweilige Lesezeit und bin gespannt wie es mit dem Ermittler-Team weitergeht.

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Veröffentlicht am 15.08.2023

Von Anfang bis Ende auf der falschen Spur

Fifty-Fifty
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Wer bereits Bücher von Steve Cavanagh gelesen hat, weiß: nichts ist wie es scheint und der Autor hat es wie kein anderer drauf, einen aufs Glatteis zu führen und den Leser lange im Dunkeln tappen zu lassen.
Doch ...

Wer bereits Bücher von Steve Cavanagh gelesen hat, weiß: nichts ist wie es scheint und der Autor hat es wie kein anderer drauf, einen aufs Glatteis zu führen und den Leser lange im Dunkeln tappen zu lassen.
Doch Fifty Fifty setzt dem Ganzen noch die Krone auf, denn hier glaubt der Leser er/sie ist besonders schlau und hat alles sowieso schon durchschaut, weil man detailliert auf die Kleinigkeiten geachtet hat (die der Autor natürlich absichtlich droppt), um erst im nächsten Kapitel zu merken, dass man nicht falscher hätte liegen können. Das hat anfänglich richtig Spaß gemacht, mich aber auch ein bisschen geärgert, wie er es wieder mal geschafft hat, mich auf die falsche Fährte zu locken. Ab einer bestimmten Stelle hab ich es dann aber tatsächlich aufgegeben mitzurätseln und zu überlegen ob ich eine Spur entdecke, weil ich sowieso falsch liegen würde.

Dennoch musste ich natürlich immer weiterlesen, und die Perspektivenwechsel und die kurzen Kapitel tragen dazu auch maßgeblich bei, dass man superschnell durchkommt, um endlich die ganze Wahrheit zu erfahren.
Ob sie den Leser zufriedenstellt ist auch hier wieder eine Fifty-Fifty Chance, mir persönlich wurden die wirklichen Beweggründe am Ende etwas zu wenig aufgeklärt und zu schnell abgehandelt. Dennoch wieder ein tolles Buch vom Meister der Verwirrung!

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Veröffentlicht am 18.06.2023

Wendungsreicher und komplexer Justizkrimi mit Suchtpotential

Liar
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Mitten in der Nacht erhält Rechtsanwalt Eddie Flynn einen Anruf von Leonard Howell – dessen Tochter Caroline wurde entführt und Eddie soll ihm helfen, sie zu finden und ihn vor Gericht vertreten, da er ...

Mitten in der Nacht erhält Rechtsanwalt Eddie Flynn einen Anruf von Leonard Howell – dessen Tochter Caroline wurde entführt und Eddie soll ihm helfen, sie zu finden und ihn vor Gericht vertreten, da er Eddie aufgrund zurückliegender privater Ereignisse für mehr als geeignet für den Job hält. Doch es gibt keine Lösegeldforderung, kann er die verschwundene Tochter so wirklich rechtzeitig finden?

Beim Cover des Buchs hat sich der Verlag wieder an die übliche rot-schwarze Optik der Neuauflagen der Steve Cavanagh Bücher gehalten, was mir persönlich super gefällt, da man das Buch auch ohne große Kenntnisse von Erscheinungsterminen im Regal entdecken und direkt zuordnen kann. Das Buch punktet außerdem wieder durch den tollen Schreibstil, die gute Übersetzung und die knackig kurzen Kapitel über wenige Seiten, die einen so durch das Buch fliegen lassen, dadurch hatte ich es trotz der knapp über 500 Seiten in 3 Tagen gelesen. Es gibt hier zwar keinen Perspektivenwechsel, weshalb man lange nichts über Täter und Zustand des Opfers sagen kann, dies mindert die Spannung aber keineswegs, und man erfährt kapitelweise etwas aus der Vergangenheit einer Person, die man zunächst nicht zuordnen kann. Wer die Bücher um Eddie Flynn kennt, weiß, dass es auch einen erheblichen Anteil an Gerichtsszenen und Verhandlungstagen gibt, dennoch fördern sie oft unglaubliches zutage, weshalb auch diese Szenen niemals langweilig werden.
Die Zusammenarbeit mit seinem Freund Harry Ford und der FBI-Agentin Harper steckt in „Liar“ noch in den Kinderschuhen, wird aber schon gut angedeutet und in den Folgebüchern dann weiter ausgebaut.

Die Story war insgesamt sehr vielschichtig und die Zusammenhänge zunächst unklar, was zum Miträtseln und dem Aufstellen eigener Theorien einlädt (die natürlich letztendlich falsch waren), dennoch schafft es Steve Cavanagh nach und nach Klarheit reinzubringen und die Verwirrung aufzulösen.
Das Ende war ganz gut aufgelöst, eine Kleinigkeit hat mich etwas gestört und wurde für mich nicht ausreichend beleuchtet, dennoch hat es mich nicht unzufrieden zurückgelassen.

Es handelt sich hierbei um Teil 3 der Eddie Flynn-Reihe, aber man kann (wie ich) auch mittendrin einsteigen, sie unabhängig voneinander lesen und hat dennoch nicht das Gefühl, dass einem nötiges Vorwissen fehlt. Frühere Fälle werden allerdings kurz angeschnitten, weshalb man, wenn man alle Bücher lesen will, in der richtigen Reihenfolge anfangen sollte, um nicht unnötig gespoilert zu werden. Tolle Lesezeit, ich freu mich auf die weiteren Teile!

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