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Veröffentlicht am 22.03.2017

Kuriose Kunstinstallation oder Maibaumstehlen f. Fortgeschrittene

Wolfsschlucht
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Gleich zwei mysteriöse Fälle hat die Kripo Miesbach mit ihrem Kommissar Wallner zu lösen: Der Bestattungsunternehmer Florian Scheffler versinkt mitsamt seinem Leichenwagen in der Mangfall und gleichzeitig ...

Gleich zwei mysteriöse Fälle hat die Kripo Miesbach mit ihrem Kommissar Wallner zu lösen: Der Bestattungsunternehmer Florian Scheffler versinkt mitsamt seinem Leichenwagen in der Mangfall und gleichzeitig verschwindet eine junge Frau spurlos, deren Wagen man in der Wolfsschlucht kurze Zeit später findet - durchbohrt von einem Maibaum. Haben die beiden Fälle etwas miteinander zu tun? Und was hat der Polizeikollege Leonhardt Kreuthner damit zu tun?

Ja, ich war wirklich gespannt auf diesen Krimi, zumal ich im Hinterkopf hatte, dass ich schon mal was von Andreas Föhr gelesen hatte. Und ja, das war damals wohl Der Prinzessinnenmörder , was mir auch gut gefallen hat.

In die Geschichte um Kommissar Wallner und seine Kripo hab ich mich direkt gleich gut eingefunden, der Schreibstil gefällt mir gut, nichts kompliziertes, alles gut verständlich, auch von der Sprache her. Wenn mal was im bayrischen Dialekt auftaucht, was für Nicht-Bayern nicht verständlich ist, dann wird dieser Begriff direkt auch erklärt, damit man Bescheid weiß. Ansonsten sind die bayrischen Gespräche im Buch für mich durchaus nachvollziehbar - aber nicht alles im Buch ist so geschrieben, es ist sogar eher die Ausnahme, also baucht man keine Bedenken haben, wenn man das Buch lesen möchte.

Die Geschichte ist an und für sich wirklich sehr spannend geschrieben und auch durchaus plausibel, teilweise ist es etwas verworren, so dass man da schon aufpassen muss, dass man gedanklich mitkommt. Zum Schluss hin wollte ich fast noch etwas bemängeln, was sich dann jedoch noch aufgeklärt hat... Man verteilt die spannenden Sachen also wirklich über das gesamte Buch hinweg, was ich sehr gelungen finde.

Durch die geschilderten Verhaltensweisen von einzelnen Personen und Orten kommt man auch hier in Richtung des Heimatkrimi, es ist kein hochgestochener Krimi, sondern durchaus ein bodenständiger Krimi mit Menschen wie du und ich, was mir auch sehr gefallen hat. Zumal manche Anekdoten im Buch immer wieder für Schmunzler sorgen. Entsprechend humorvoll war das Buch gelegentlich auch. Und auch eine eher kleine Geschichte am Rande fand ich gut eingebaut und auf die Krankheit Leukämie hinweisend bzw. die Prüfung ob man Stammzellen spenden kann. Vielleicht erreicht der Autor damit ja auch, dass sich ein paar mehr Menschen in dieser Hinsicht endlich mal registrieren lassen? (Geht ganz einfach, Infos gibts bei der dkms, und nein, dafür ist KEIN Tropfen Blut notwendig...!) Fand ich einfach auch noch so eine tolle Geschichte.

Eine weitere nette Sache: Die Kapitel sind nie übermäßig lang, so dass man auch abends vorm Einschlafen eben nochmal kurz ein bißel was lesen kann ohne ein Kapitel mittendrin unterbrechen zu müssen. Find ich gut.

Für mich war das ein äußerst unterhaltsames Buch, eine spannende Geschichte, die auch einige humorvolle Momente mit sich brachte, ein Buch, das ich in kurzer Zeit gelesen habe. Entsprechend kann ich hier auch nur eine Empfehlung aussprechen sowie5 von 5 Sternen vergeben.

Veröffentlicht am 22.03.2017

Ja mei. Auch Frauen können mit der Kettensäge umgehen.

Wo brennt's denn?
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Manuela Wedel hat vor 10 Jahren bei der Berufsfeuerwehr angefangen zu arbeiten. Klar, dass sie sich als Frau da manchen dummen Spruch anhören durfte. Inzwischen hat sie sich bis zur Brandinspektorin fortgebildet ...

Manuela Wedel hat vor 10 Jahren bei der Berufsfeuerwehr angefangen zu arbeiten. Klar, dass sie sich als Frau da manchen dummen Spruch anhören durfte. Inzwischen hat sie sich bis zur Brandinspektorin fortgebildet und schildert ihren bisherigen beruflichen Werdegang und die verschiedensten Einsätze der Berufsfeuerwehr.

Bücher in denen es um Schilderungen geht finde ich recht interessant. Egal ob es dabei ums Obduzieren, Ermitteln oder Einsätze von Feuerwehr, Rettungswache geht, die meisten Berichte sind richtig gut geschrieben.

Hier hat mich das Cover mit dem Titel direkt angesprochen. Kurz angelesen, ausgeliehen. Das Buch liest sich so dermaßen gut, so dass ich es innerhalb kürzester Zeit ausgelesen hatte. Die Schilderungen von Manuela Wedel sind so dermaßen unterhaltsam und gut geschrieben, dass man das Buch regelrecht verschlingt. Sie erklärt immer wieder, wie was genau bei der Berufsfeuerwehr läuft, welche Fortbildungen sie belegt hat, etc., so dass man hier alles gut nachvollziehen kann. Ich finde es auch sehr interessant, wie sie Einsätze schildert, sie schildert diese ausführlich und wirklich nachvollziehbar.

Dieses Buch hat mich regelrecht gefesselt, so dass ich es innerhalb kürzester Zeit gelesen habe, weil ich immer wieder wissen wollte, welche neuen Angelegenheiten der Beruf von Manuela Wedel als "Feuerwehrfrau" mit sich bringt. Wer hier gerne mal in ein interessantes berufliches Feld blicken möchte, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen und vergebe hier 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 22.03.2017

Wir träumten davon, frei zu sein.

Wir wollten nichts. Wir wollten alles
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Aus dem Limfjord werden zwei Leichen gezogen. Mit Handschellen aneinander gekettet sind Louise und Liam selbst im Tod unzertrennlich, genau so wie es zu Lebzeiten der beiden Teenager war. Doch was brachte ...

Aus dem Limfjord werden zwei Leichen gezogen. Mit Handschellen aneinander gekettet sind Louise und Liam selbst im Tod unzertrennlich, genau so wie es zu Lebzeiten der beiden Teenager war. Doch was brachte die beiden Jugendlichen dazu, sich vermeintlich das Leben zu nehmen? Vor allem Louises Vater lässt das keine Ruhe und er versucht herauszufinden was in seiner Tochter vor ging.

Die Geschichte des Buches hat mich wirklich neugierig auf das Buch gemacht, ich wollte wissen, was da genau dahinter steckt, wie man zu solch einer Tat fähig ist. (Wenn gleich es sich ja um eine fiktive Geschichte handelt.) Dass es sich hier um ein Jugendbuch ab 16 Jahren handelt war mir da wirklich egal.

Allein das Buchcover finde ich auch sehr gut gemacht, das hat mich zusätzlich sehr angesprochen. Da ich Buchumschläge beim Lesen jedoch nicht so praktisch finde hab ich mich entschieden, während des Lesens den blauen Buchumschlag runter zu machen.

Die Geschichte ist gut verständlich geschrieben, ist soweit gut verständlich, hier wurden keine großartigen Fachbegriffe bzw. Fremdwörter verwendet. Dennoch ist es keine einfache Sprache, sondern eine durchaus geschickte Wortwahl, wie ich finde. Für ein Jugendbuch hätte ich da ggf. eine eher leichtere Schreibweise erwartet, was aber nicht heißt, dass mir diese Art und Weise hier nicht gefallen hat. Das Buch lässt sich soweit eigentlich gut und flüssig lesen - wäre die Thematik nicht so starker Tobak. Denn im Hinterkopf hat man ja immer wieder, dass hier zwei Heranwachsende ums Leben gekommen sind, ja, sich das Leben freiwillig genommen haben.

Man merkt im Buch auch durchaus wie verzweifelt die Eltern sind, wie sie versuchen mit der neuen, ungewohnten Situation ohne die Kinder klar zu kommen, in welche Wege sie sich verrennen, entfernen und doch wieder annähern. (Näher möchte ich da gar nicht drauf eingehen um dem geneigten Leser nichts vorweg zu nehmen.)

Das Buch ist wenig humorvoll, dafür sehr spannend, wenngleich anders spannend als ein Krimi. Man möchte hinter die Fassade von Louise blicken, weshalb ich hier immer wieder sehr lange am Stück gelesen habe, das Buch wirklich nicht weglegen konnte. Je nach emotionaler Verfassung wird man hier auch mehr oder weniger berührt, zumindest ging es mir so.

Die generelle Kernaussage, die hinter diesem Buch steckt, ist für Heranwachsende sicherlich wichtig, wobei ich nicht weiß, ob man in diesem Alter für soviel Sex etc. schon wirklich reif ist. (Auch wenn's nur drum geht davon zu lesen... - es ist nämlich keineswegs die Kernaussage.) Entsprechend finde ich es für ein Jugendbuch fast ein bißchen heftig, vom möglichen Lerneffekt aber weiterhin sicher sinnvoll. (Ob man das als Schullektüre verwenden kann ist wieder eine ganz andere Frage...).

Mich hat das Buch wirklich sehr gefesselt, berührt und auch beeindruckt. Es ist sehr gut geschrieben, so dass ich es am Liebsten direkt am Stück gelesen hätte, was bei über 300 Seiten für mich aber nicht mal eben machbar ist. Die Thematik ist durchaus wichtig und sollte vielleicht öfter behandelt werden - ich gehe mal vorsichtig so weit, dass ich sage, dass es sich hier um eine neue Interpretation von "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" handelt - im weiteren Sinne allerdings!

Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen und vergebe hier 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 22.03.2017

Big girls have more fun.

Winterkartoffelknödel
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In das Sonnleitnergut kehrt wieder leben ein. Mercedes Dechamps-Sonnleitner, die 28jährige vermeintliche Tochter kommt in das Anwesen um es zu renovieren. Zuerst soll der Flötzinger, der örtliche Heizungsbauer, ...

In das Sonnleitnergut kehrt wieder leben ein. Mercedes Dechamps-Sonnleitner, die 28jährige vermeintliche Tochter kommt in das Anwesen um es zu renovieren. Zuerst soll der Flötzinger, der örtliche Heizungsbauer, einmal eine Heizung einbauen. Doch bei der attraktiven Dame wird auf einmal auch Franz Eberhofer, seines Zeichens Dorfpolizist von Niederkaltenkirchen, schwach. Eigentlich sollte er ja noch in einem vermeintlichen Mordfall ermitteln...

Hach ja, den Stil der Autorin finde ich einfach herrlich. Sie schreibt so wunderbar locker, oft kommen auch bayrische Begriffe zum Einsatz (werden zum Schluss im Buch aber auch erklärt), die Sprache ist manchmal so wunderbar aus dem Leben gegriffen, finde ich. Durch den Film Dampfnudelblues habe ich nun auch immer das Bild von Sebastian Bezzel vor mir, wie er den Franz Eberhofer, den Dorfpolizisten spielt. Auch die anderen Charaktere im Buch finde ich wirklich toll und gut gelungen - die schwerhörige Oma vom Franz, seinen Vater, der ständig die Beatles hört, seinen Bruder Leopold, den Buchhändler, den Metzger Simmerl, den Heizungsbauer Flötzinger, seine immer-mal-wieder-Freundin die Susi.

Ja, Rita Falk versteht es schon, einen mit diesem Buch sehr gut zu unterhalten. Das Buch ist sehr unterhaltsam, sehr witzig, aber auch spannend und gut nachvollziehbar. Manchmal möchte man dem Eberhofer vielleicht ein wenig auf die Sprünge helfen, aber das ist ja gewollt. Ein Krimi ist es auf alle Fälle, wenn gleich es ein Bayern-Krimi ist und wirklich mit viel Witz geschrieben ist.

Wer gut unterhalten werden mag, dem lege ich dieses Buch bzw. die Bücher von Rita Falk ans Herz, mir hat dieses Buch wieder sehr gut gefallen, ganz hinten im Buch findet man übrigens noch die Rezepte von der Oma, falls man die nachkochen möchte.

Von mir gibts hier 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 21.03.2017

"Woher willst du wissen, dass Vanille dein Lieblingseis ist, ...

Wie ich mit meiner Oma Onlinedating machte - ... UND DIE GROSSE LIEBE FAND
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wenn du die anderen nicht probiert hast?" Seite 34-35 oder: Ein Mädchenbuch. Hach. Eigentlich ging Kayli davon aus, dass ihre Beziehung für die Ewigkeit bestimmt ist. Doch als diese auseinander geht und ...

wenn du die anderen nicht probiert hast?" Seite 34-35 oder: Ein Mädchenbuch. Hach. Eigentlich ging Kayli davon aus, dass ihre Beziehung für die Ewigkeit bestimmt ist. Doch als diese auseinander geht und sie erstmal in ein tiefes Loch fällt ermuntert sie ihre außergewöhnliche Oma dazu, es mal mit "einer dieser Dating-Websites" zu versuchen. Oma Gail, selbst nicht auf den Mund gefallen, schließt sich direkt der Enkelin an und so suchen die beiden, die mal gut fünfzig Jahre voneinander trennt, nun online jeweils nach einem Mann. Die räumliche Entfernung macht Treffen untereinander nicht mal eben möglich, entsprechend tauschen sich die beiden immer telefonisch aus, uns so lernt Kayli einiges aus der romantischen Vergangenheit der Oma.

Hach ja, die Geschichte an sich hat mich total gereizt, gerade weil eben die Oma im Titel auch mit vorkommt, das Cover so schön gemacht ist (gerade beim gedruckten Buch in farbig ist es nochmal schöner... mädchenhaft, verschnörkelt eben). Ich war wirklich happy, als ich es über die Onleihe ergattert habe, da ich damit überhaupt nicht gerechnet habe.

Der Schreibstil und die Sprache im Buch haben mir gut gefallen, alles ist soweit gut nachvollziehbar, keine großartig verschachtelten Sätze, keine unmöglichen Fremdwörter etc., alles locker, leicht zu lesen, wirklich angenehme Literatur.

Die Bescheibungen von Kayli sind immer wieder interessant, so schildert sie, wie sie die online kennen gelernten Männer sich vorstellt, was sie sich anhand der jeweiligen Beschreibungen der Männer ausmalt. Oftmals liegen zwischen Bildern die online gestellt werden und der Realität ja durchaus Welten... diese Erfahrung muss sie auch machen, oftmals wird bei der Größe geschummelt, viele Männer geben sich um einiges größer aus, als sie es tatsächlich sind. Auch die Art und Weise wie manche Männer "ran gehen" schildert sie, manchmal auch auf durchaus amüsante Weise.
Es ist schön davon zu lesen, wie es so bei ihr abläuft, aber auch interessant zu hören wie es bei der Oma in Florida ja läuft.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, ich konnte einiges durchaus gut nachvollziehen, wurde gut unterhalten, wurde aber durchaus auch emotional berührt.
Angeblich ist das Ganze auf einem Blog begründet und schildert so also die wahre Geschichte von Kayli, ich lese so etwas allerdings erst nach der Lektüre - entsprechend werde ich also jetzt mal das Internet danach durchforsten... ;)

Für mich hat sich die Lektüre absolut gelohnt, mir hat das Buch sehr zugesagt, es ließ sich locker, leicht lesen, ich wurde angenehm unterhalten, vergebe entsprechend 5 von 5 Sternen und spreche eine Empfehlung aus.