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Veröffentlicht am 22.03.2017

Wir kämpfen für die Menschen, die wir lieben.

Zwanzig Zeilen Liebe
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Stella arbeitet nachts in einem Hospiz. Dort schreibt sie die letzten Briefe für Menschen, die bald aus dem Leben scheiden werden. Briefe, mit den letzten, wichtigen Worten, die sie ihren Lieben unbedingt ...

Stella arbeitet nachts in einem Hospiz. Dort schreibt sie die letzten Briefe für Menschen, die bald aus dem Leben scheiden werden. Briefe, mit den letzten, wichtigen Worten, die sie ihren Lieben unbedingt noch mitteilen wollten. Das können manchmal vielleicht eher nebensächliche Dinge sein, die aber schon lange jemandem auf dem Herzen liegen, es können aber auch wunderbare Liebeserklärungen sein. Doch auch in Stellas Leben läuft nicht alles so, wie es früher einmal war, was sie aber erst versteht, als sie einen Brief schreibt, für den sie keine Zeit verlieren darf. Denn man muss um die Menschen, die man liebt, kämpfen. Und um die Momente, die das Leben so unglaublich lebenswert machen.

Ja, die Geschichte des Buches klang einfach gut, also musste ich es unbedingt lesen. Zu Beginn hat es einen kleinen Moment gedauert, bis ich so richtig in der Geschichte drin war, für mich klar war, um welche Person es gerade geht, in welchem Bezug sie zu Stella stehen, etc. Teilweise ergibt sich das aber auch mit der Zeit erst. Auf die einzelnen Personen, aus deren Sicht hier die Geschichte immer mal wieder erzählt wird, möchte ich nicht eingehen, da man die Personen am Besten beim Lesen kennen lernt. Ich kann nur sagen, dass ich die verschiedenen Sichtweisen gut gewählt finde. Zumal es auch "nur" vier Personen sind, ggf. noch eine fünfte. Die Briefe hingegen sind von den unterschiedlichsten Personen, teilweise auch von Personen die in der Geschichte nicht explizit erwähnt sind, was aber nichts macht.

Auch finde ich es hier sehr interessant, welche Geschichten hier gewählt wurden, wie die Personen dann zueinander stehen, welchen Inhalt man hier gewählt hat, etc. Ich glaube die Autorin war hier ein wenig in phantasievoller Kreativrunde unterwegs, hat ihren Gedanken hier wirklich viel Freiraum lassen können. Was ich aber durchaus toll finde!

Die Geschichte an und für sich spielt ja u.a. eben im Hospiz, was das ganze teilweise doch auch schon sehr emotional macht. Ich mag sowas ja auch mal gerne, es war jedoch nicht so, dass es ein Buch ist, bei dem man nur heult. Lediglich zum Schluß hat es mich dann mal so richtig gepackt. Nun ja.

Die Hauptakteurin im Buch ist ja Stella, die ich vom Lesen her auf eine Frau mit Mitte 50 geschätzt hätte, was sie aber wohl gar nicht ist. Irgendwann erfährt man mal ihr Alter, ich fand es interessant, wie ich rein vom Lesen der Geschichte her, das ganz anders geschätzt habe.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, keine allzu schwierigen Sätze, keine Fremdwörter oder Fachbegriffe, alles wunderbar, locker, leicht zu lesen, so dass man hier auch gut voran kommt. Auch die Einteilung der Kapitel passt für mich gut, so ist kein Kapitel übermäßig lang und zwischen den einzelnen Kapiteln gibt es immer mal wieder Briefe zu lesen.

Mir hat dieser Stil des Buches sehr gut gefallen, es ist toll und abwechslungsreich, ein wunderbar emotionales Buch, das durchaus auch zum Nachdenken anregt, das mir wieder tolle "Weisheiten" mit auf den Weg gegeben hat. Ich kann das Buch dementsprechend nur empfehlen und vergebe hier 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 22.03.2017

Romeo und Julia 2.0

YOLO, Julia
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Im Buch wir die Geschichte von Romeo und Julia auf moderne Art und Weise erzählt – nämlich als Chat und mit ganz vielen Emoticons. So ist das ganze vielleicht für eine junge Zielgruppe auch eher zugänglich ...

Im Buch wir die Geschichte von Romeo und Julia auf moderne Art und Weise erzählt – nämlich als Chat und mit ganz vielen Emoticons. So ist das ganze vielleicht für eine junge Zielgruppe auch eher zugänglich und wird entsprechend eher gelesen als es vielleicht beim Klassiker der Fall wäre.

Einen Klassiker als Chat bzw. Nachrichten, die man übers Smartphone empfängt darzustellen und so unheimlich viele Emoticons einzubauen darzustellen, das fand ich spannend. Entsprechend habe ich das Buch natürlich ausgeliehen, ganz klar!

Mein eBook-Reader kann ja „nur“ schwarz-weiß, ggf. ist das bei neuen eBook-Readern anders, entsprechend die Darstellung dann auch eine andere. Ich habe also alles in schwarz-weiß gelesen, wobei die Emoticons für mich trotzdem gut zu erkennen waren. (Klar, Farbe ist sicher noch nett, aber nicht wirklich nötig, denn es kommt ja auf den Inhalt an.)

Den Klassiker „Romeo und Julia“ sollte man soweit ja kennen, entsprechend war es für mich kein Geheimnis wie die Geschichte verläuft. Die Darstellung gefällt mir wirklich gut, so ist es eine locker-leichte Lektüre, oftmals mit Jugendsprache-Abkürzungen, bei denen selbst ich etwas überlegen musste. Mit Sachen wie „bb“ – bis bald – komme ich durchaus noch klar, für weitere Erläuterungen gab es eine Übersicht ganz am Ende des Buches. Fand ich wirklich gut gemacht.

Bei den Chats erkennt man immer wieder wer schreibt, es ist quasi im SMS- bzw. Whatsapp-Nachrichten-Stil alles geschrieben, oftmals auch in Gruppen-Chats, gelegentlich gibt es auch Ortsangaben oder „Postings“. („Ist jetzt hier“, Infos was jemand gerade tut). Das fand ich auch sehr amüsant, einfach gelungen.

Ich denke dieses Buch bringt vielleicht junge Leute wieder mehr zum Lesen – oder eignet sich gar als Schullektüre – womöglich als Gegenüberstellung des alten Klassikers mit dieser neuen Version?

Beim Lesen habe ich mich hier wirklich gut unterhalten gefühlt, es war eine lustige Unterhaltung, durchaus kurios, amüsant, natürlich auch emotional, eben angenehm sowas mal zwischendurch zu lesen. Natürlich ist das Buch eine gekürzte Version von Romeo und Julia – man hat sich hier quasi auf das Wichtigste konzentriert (und wollte die Nerven von jungen Lesern vielleicht nicht zu sehr strapazieren… ;) ).

Generell ist das ganze natürlich schon sehr modern, aber die Zeiten ändern sich eben auch und die Sprache Shakespeares ist eben doch durchaus recht anspruchsvoll, man kann das durchaus mal im Original lesen, hier hat man aber anhand der vielen verwendeten Emoticons seine wahre Freude daran. Entsprechend kann ich dieses Buch wirklich absolut empfehlen und vergebe hier 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 22.03.2017

Kuriose Kunstinstallation oder Maibaumstehlen f. Fortgeschrittene

Wolfsschlucht
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Gleich zwei mysteriöse Fälle hat die Kripo Miesbach mit ihrem Kommissar Wallner zu lösen: Der Bestattungsunternehmer Florian Scheffler versinkt mitsamt seinem Leichenwagen in der Mangfall und gleichzeitig ...

Gleich zwei mysteriöse Fälle hat die Kripo Miesbach mit ihrem Kommissar Wallner zu lösen: Der Bestattungsunternehmer Florian Scheffler versinkt mitsamt seinem Leichenwagen in der Mangfall und gleichzeitig verschwindet eine junge Frau spurlos, deren Wagen man in der Wolfsschlucht kurze Zeit später findet - durchbohrt von einem Maibaum. Haben die beiden Fälle etwas miteinander zu tun? Und was hat der Polizeikollege Leonhardt Kreuthner damit zu tun?

Ja, ich war wirklich gespannt auf diesen Krimi, zumal ich im Hinterkopf hatte, dass ich schon mal was von Andreas Föhr gelesen hatte. Und ja, das war damals wohl Der Prinzessinnenmörder , was mir auch gut gefallen hat.

In die Geschichte um Kommissar Wallner und seine Kripo hab ich mich direkt gleich gut eingefunden, der Schreibstil gefällt mir gut, nichts kompliziertes, alles gut verständlich, auch von der Sprache her. Wenn mal was im bayrischen Dialekt auftaucht, was für Nicht-Bayern nicht verständlich ist, dann wird dieser Begriff direkt auch erklärt, damit man Bescheid weiß. Ansonsten sind die bayrischen Gespräche im Buch für mich durchaus nachvollziehbar - aber nicht alles im Buch ist so geschrieben, es ist sogar eher die Ausnahme, also baucht man keine Bedenken haben, wenn man das Buch lesen möchte.

Die Geschichte ist an und für sich wirklich sehr spannend geschrieben und auch durchaus plausibel, teilweise ist es etwas verworren, so dass man da schon aufpassen muss, dass man gedanklich mitkommt. Zum Schluss hin wollte ich fast noch etwas bemängeln, was sich dann jedoch noch aufgeklärt hat... Man verteilt die spannenden Sachen also wirklich über das gesamte Buch hinweg, was ich sehr gelungen finde.

Durch die geschilderten Verhaltensweisen von einzelnen Personen und Orten kommt man auch hier in Richtung des Heimatkrimi, es ist kein hochgestochener Krimi, sondern durchaus ein bodenständiger Krimi mit Menschen wie du und ich, was mir auch sehr gefallen hat. Zumal manche Anekdoten im Buch immer wieder für Schmunzler sorgen. Entsprechend humorvoll war das Buch gelegentlich auch. Und auch eine eher kleine Geschichte am Rande fand ich gut eingebaut und auf die Krankheit Leukämie hinweisend bzw. die Prüfung ob man Stammzellen spenden kann. Vielleicht erreicht der Autor damit ja auch, dass sich ein paar mehr Menschen in dieser Hinsicht endlich mal registrieren lassen? (Geht ganz einfach, Infos gibts bei der dkms, und nein, dafür ist KEIN Tropfen Blut notwendig...!) Fand ich einfach auch noch so eine tolle Geschichte.

Eine weitere nette Sache: Die Kapitel sind nie übermäßig lang, so dass man auch abends vorm Einschlafen eben nochmal kurz ein bißel was lesen kann ohne ein Kapitel mittendrin unterbrechen zu müssen. Find ich gut.

Für mich war das ein äußerst unterhaltsames Buch, eine spannende Geschichte, die auch einige humorvolle Momente mit sich brachte, ein Buch, das ich in kurzer Zeit gelesen habe. Entsprechend kann ich hier auch nur eine Empfehlung aussprechen sowie5 von 5 Sternen vergeben.

Veröffentlicht am 22.03.2017

Ja mei. Auch Frauen können mit der Kettensäge umgehen.

Wo brennt's denn?
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Manuela Wedel hat vor 10 Jahren bei der Berufsfeuerwehr angefangen zu arbeiten. Klar, dass sie sich als Frau da manchen dummen Spruch anhören durfte. Inzwischen hat sie sich bis zur Brandinspektorin fortgebildet ...

Manuela Wedel hat vor 10 Jahren bei der Berufsfeuerwehr angefangen zu arbeiten. Klar, dass sie sich als Frau da manchen dummen Spruch anhören durfte. Inzwischen hat sie sich bis zur Brandinspektorin fortgebildet und schildert ihren bisherigen beruflichen Werdegang und die verschiedensten Einsätze der Berufsfeuerwehr.

Bücher in denen es um Schilderungen geht finde ich recht interessant. Egal ob es dabei ums Obduzieren, Ermitteln oder Einsätze von Feuerwehr, Rettungswache geht, die meisten Berichte sind richtig gut geschrieben.

Hier hat mich das Cover mit dem Titel direkt angesprochen. Kurz angelesen, ausgeliehen. Das Buch liest sich so dermaßen gut, so dass ich es innerhalb kürzester Zeit ausgelesen hatte. Die Schilderungen von Manuela Wedel sind so dermaßen unterhaltsam und gut geschrieben, dass man das Buch regelrecht verschlingt. Sie erklärt immer wieder, wie was genau bei der Berufsfeuerwehr läuft, welche Fortbildungen sie belegt hat, etc., so dass man hier alles gut nachvollziehen kann. Ich finde es auch sehr interessant, wie sie Einsätze schildert, sie schildert diese ausführlich und wirklich nachvollziehbar.

Dieses Buch hat mich regelrecht gefesselt, so dass ich es innerhalb kürzester Zeit gelesen habe, weil ich immer wieder wissen wollte, welche neuen Angelegenheiten der Beruf von Manuela Wedel als "Feuerwehrfrau" mit sich bringt. Wer hier gerne mal in ein interessantes berufliches Feld blicken möchte, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen und vergebe hier 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 22.03.2017

Wir träumten davon, frei zu sein.

Wir wollten nichts. Wir wollten alles
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Aus dem Limfjord werden zwei Leichen gezogen. Mit Handschellen aneinander gekettet sind Louise und Liam selbst im Tod unzertrennlich, genau so wie es zu Lebzeiten der beiden Teenager war. Doch was brachte ...

Aus dem Limfjord werden zwei Leichen gezogen. Mit Handschellen aneinander gekettet sind Louise und Liam selbst im Tod unzertrennlich, genau so wie es zu Lebzeiten der beiden Teenager war. Doch was brachte die beiden Jugendlichen dazu, sich vermeintlich das Leben zu nehmen? Vor allem Louises Vater lässt das keine Ruhe und er versucht herauszufinden was in seiner Tochter vor ging.

Die Geschichte des Buches hat mich wirklich neugierig auf das Buch gemacht, ich wollte wissen, was da genau dahinter steckt, wie man zu solch einer Tat fähig ist. (Wenn gleich es sich ja um eine fiktive Geschichte handelt.) Dass es sich hier um ein Jugendbuch ab 16 Jahren handelt war mir da wirklich egal.

Allein das Buchcover finde ich auch sehr gut gemacht, das hat mich zusätzlich sehr angesprochen. Da ich Buchumschläge beim Lesen jedoch nicht so praktisch finde hab ich mich entschieden, während des Lesens den blauen Buchumschlag runter zu machen.

Die Geschichte ist gut verständlich geschrieben, ist soweit gut verständlich, hier wurden keine großartigen Fachbegriffe bzw. Fremdwörter verwendet. Dennoch ist es keine einfache Sprache, sondern eine durchaus geschickte Wortwahl, wie ich finde. Für ein Jugendbuch hätte ich da ggf. eine eher leichtere Schreibweise erwartet, was aber nicht heißt, dass mir diese Art und Weise hier nicht gefallen hat. Das Buch lässt sich soweit eigentlich gut und flüssig lesen - wäre die Thematik nicht so starker Tobak. Denn im Hinterkopf hat man ja immer wieder, dass hier zwei Heranwachsende ums Leben gekommen sind, ja, sich das Leben freiwillig genommen haben.

Man merkt im Buch auch durchaus wie verzweifelt die Eltern sind, wie sie versuchen mit der neuen, ungewohnten Situation ohne die Kinder klar zu kommen, in welche Wege sie sich verrennen, entfernen und doch wieder annähern. (Näher möchte ich da gar nicht drauf eingehen um dem geneigten Leser nichts vorweg zu nehmen.)

Das Buch ist wenig humorvoll, dafür sehr spannend, wenngleich anders spannend als ein Krimi. Man möchte hinter die Fassade von Louise blicken, weshalb ich hier immer wieder sehr lange am Stück gelesen habe, das Buch wirklich nicht weglegen konnte. Je nach emotionaler Verfassung wird man hier auch mehr oder weniger berührt, zumindest ging es mir so.

Die generelle Kernaussage, die hinter diesem Buch steckt, ist für Heranwachsende sicherlich wichtig, wobei ich nicht weiß, ob man in diesem Alter für soviel Sex etc. schon wirklich reif ist. (Auch wenn's nur drum geht davon zu lesen... - es ist nämlich keineswegs die Kernaussage.) Entsprechend finde ich es für ein Jugendbuch fast ein bißchen heftig, vom möglichen Lerneffekt aber weiterhin sicher sinnvoll. (Ob man das als Schullektüre verwenden kann ist wieder eine ganz andere Frage...).

Mich hat das Buch wirklich sehr gefesselt, berührt und auch beeindruckt. Es ist sehr gut geschrieben, so dass ich es am Liebsten direkt am Stück gelesen hätte, was bei über 300 Seiten für mich aber nicht mal eben machbar ist. Die Thematik ist durchaus wichtig und sollte vielleicht öfter behandelt werden - ich gehe mal vorsichtig so weit, dass ich sage, dass es sich hier um eine neue Interpretation von "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" handelt - im weiteren Sinne allerdings!

Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen und vergebe hier 5 von 5 Sternen.