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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2021

Erschreckendes Szenario

Der Report der Magd
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Meinung:
In meinen Augen besticht der Roman durch zweierlei Dinge. Zum einen ist die dystopische Idee, die Atwood schafft, so grausam wie vorstellbar. Die Mischung aus atomarer Bedrohung, totalitärem Staat ...

Meinung:
In meinen Augen besticht der Roman durch zweierlei Dinge. Zum einen ist die dystopische Idee, die Atwood schafft, so grausam wie vorstellbar. Die Mischung aus atomarer Bedrohung, totalitärem Staat und religiösem Eifer ist wirklich gruselig. Jedes für sich genommen ist schon gefährlich genug, aber die Vermengung ist natürlich hochexplosiv und leider eben auch realitätsnah. Denn es gibt alle drei Dinge auf dieser Welt heute schon häufiger, als es uns Menschen lieb sein darf.

Hinzu kommt die gute Ausarbeitung Atwoods, die uns die Praktiken in Gilead deutlich vor Augen führt. Besonders der sehr nüchterne, aber gleichzeitig eindringliche Schreibstil verstärkt das Grauen immens.
Man darf dabei aber auch nicht verschweigen, dass der Stil nicht immer angenehm zu Lesen ist. Auf Dauer kann er je nach Leser auch langweilen oder zu viel des Guten sein, da er wirklich eigenwillig ist. Mir war es zwischendurch auch zu anstrengend, obwohl ich generell ein Fan davon bin.

So oder so trägt die Schreibe dazu bei, dass ich von der Geschichte genauso entrückt war, wie Desfred von ihrer Situation. Sie lässt die meiste Zeit, die Dinge einfach über sich ergehen und versucht mit dem Kopf woanders zu sein oder an nichts zu denken. Beispielsweise bei Szenen der Vergewaltigung.
(Wer davon getriggert wird, also bitte die Finger weg von diesem Buch!)
Man wird einfach beim Lesen gezwungenermaßen Zeuge oder Beobachter von Szenen, vor denen schon die Protagonistin die Augen verschließt und die man gerne überspringen würde. Ein recht spezielles Gefühl.
Andererseits mag ich aber auch das Beobachten ihrer kleinen Rebellionen und Triumphe zwischendurch. Man freut sich einfach mit ihr, auch wenn man die Freude nicht immer nachvollziehen kann. Man merkt aber deutlich das Kleinigkeiten in so einer ätzenden Situation überraschend viel ausmachen können. Kleine Anker die sie durch ihr Leben tragen und im Endeffekt Liebe, Träume und Hoffnung die sie weitermachen lassen.

Fazit:
Eine erschreckend realitätsnahe Zukunft, die sowohl als Buch als auch als Serie eine Empfehlung ist. Lest euch aber vor dem Kauf die Leseprobe durch!

Veröffentlicht am 10.06.2021

Interessanter Reiheneinstieg

Die Augenzeugin
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Meinung:
Anfänglich habe ich nicht so richtig Zugang zu dem Buch gefunden. Ich habe einige Seiten gebraucht, um mit dem Schreibstil und der Atmosphäre warm zu werden. Konkrete Gründe dafür kann ich kaum ...

Meinung:
Anfänglich habe ich nicht so richtig Zugang zu dem Buch gefunden. Ich habe einige Seiten gebraucht, um mit dem Schreibstil und der Atmosphäre warm zu werden. Konkrete Gründe dafür kann ich kaum benennen, außer vielleicht das Hauptfigur Harriet sich erst im Laufe des Buches immer weiter öffnet. Auf jeden Fall war ich dann aber spätestens nach dem ersten Drittel voll bei der Sache. Ich mochte das nordische Feeling, das mir aber nicht zu düster wurde. Damit habe ich nämlich gern mal Schwierigkeiten bei Krimis aus diesem Teil der Welt, weil es oft künstlich düster gehalten wirkt. Hier sind die Stilmittel aber recht dezent eingesetzt.
Auch durch einen weiteren Aspekt unterscheidet sich das Buch ein wenig von ähnlichen Büchern, nämlich der Tatsache, das die Protagonistin „nur“ Ermittlerin ist und keine klassische Polizeiausbildung hat. Eine interessante Idee, wie ich finde, denn die Perspektive und auch die Handlungsbefugnisse sind einfach andere.

Abgesehen von diesen Punkten haben wir es aber mit einem klassischen Krimi zu tun. Die Handlung ist nichts komplett Neues, aber durchaus spannend und gut konstruiert. Schade finde ich, dads es gleich beim Auftaktband so persönlich wird. Das bedient für mich zu viele typische Krimiklischees.

Die Einführung der Charaktere hat mir dagegen gut gefallen. Man hat von allen Figuren einen groben Überblick bekommen, ohne zu viel hinter die Kulissen zu schauen. Schließlich soll für die folgenden Teile der Reihe noch Neues zu entdecken sein. Die Ermittlertruppe rund um Harriet hat auf jeden Fall das Potenzial gut zu unterhalten und ich bin neugierig, was noch für Fälle folgen werden. Auf den letzten Seiten wird schon deutlich, worum es wohl im nächsten Band gehen wird. Diesen werde ich wohl auch lesen, da ich denke, dass die Reihe unterhaltsam werden könnte. Kein ganz großer Wurf, aber auf jeden Fall eine schöne Lektüre.

Fazit:
Ein guter Auftakt, der auf mehr hoffen lässt. Ich bin gespannt.

Veröffentlicht am 23.05.2021

Tierisch gut

School of Talents 1: Erste Stunde: Tierisch laut!
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Meinung:
Dank NetGalley durfte ich dieses Buch als Hörbuch hören – etwas, was ich euch ganz klar empfehlen kann.
Denn gerade die jungen Hörer haben bestimmt Spaß daran, den Schafen, Fischen und vielen ...

Meinung:
Dank NetGalley durfte ich dieses Buch als Hörbuch hören – etwas, was ich euch ganz klar empfehlen kann.
Denn gerade die jungen Hörer haben bestimmt Spaß daran, den Schafen, Fischen und vielen anderen Tierarten zu lauschen. Für deren wirklich nette Vertonung sorgt dabei Sprecher Marian Funk, der die verschiedenen Tiere zum Leben erweckt und ihnen einen einzigartigen Charakter gibt. Wer mag, kann hier gerne mal reinhören.

Nicht nur die tierischen Figuren des Buches, sondern auch die verschiedenen Menschen sind bei Funk in guten Händen. Protagonistin Alva ist sympathisch, ein wenig schüchtern und möchte eigentlich nur ein ganz normales Mädchen sein. Sie hat es wirklich nicht leicht mit ihrer Gabe, was ich als Grundidee sehr gut finde. Denn oft werden in Büchern oder Filmen spezielle Talente nur als Vorteil betrachtet, was sie sicherlich nicht immer sind. Es lehrt uns einfach mal wieder, dass manche Sachen nur auf den ersten Blick toll erscheinen und man nicht auf alles neidisch sein sollte, was man selbst nicht hat. Eine Moral, die für mich in der Geschichte mitschwingt und die ich in einem Kinderbuch gerne sehe.

Trotzdem sollen natürlich auch in diesem Buch die coolen Gaben der Schüler nicht runtergespielt werden.
Bei den Fähigkeiten ist auf jeden Fall einiges dabei, was man als Hörer auch gerne können würde.
Besonders gefallen haben mir aber nicht nur die einzelnen Talente, sondern vor allem auch die Zusammenarbeit unter den Schülern, die gerade zum Ende hin an Wichtigkeit zunimmt. Man darf, denke ich, auch gespannt sein, was hier in den weiteren Bänden der Reihe noch folgen wird, da Band 1 wirklich nun einen groben ersten Eindruck vermittelt. Mit ca. 173 Minuten Laufzeit ist der Einstieg doch noch recht begrenzt, liefert aber trotzdem ein in sich abgeschlossenes Abenteuer.

Fazit:
Ein interessanter Reihenauftakt für Kids, bei dem man nichts falsch machen kann.

Veröffentlicht am 27.04.2021

Saisonal kochen

Food for Future für jeden Tag
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Hallo liebe Kochfreunde,

heute habe ich euch das neuste Werk von Autor Martin Kintrup mitgebracht. Im Dezember durfte ich bereits den Vorgänger Food for Future für euch testen (https://buchkenner.wordpress.com/2020/12/07/food-for-future-martin-kintrup/ ...

Hallo liebe Kochfreunde,

heute habe ich euch das neuste Werk von Autor Martin Kintrup mitgebracht. Im Dezember durfte ich bereits den Vorgänger Food for Future für euch testen (https://buchkenner.wordpress.com/2020/12/07/food-for-future-martin-kintrup/ hier gehts zur Rezension), der besonders unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit überzeugen konnte. Auch hier bleibt es natürlich nachhaltig, aber viel mehr noch liegt der Fokus auf der täglichen Machbarkeit. Auch nach einem langen Tag soll es noch möglich sein, diese Gerichte umzusetzen und seinem grünen Gewissen treu zu bleiben. Martin Kintrup möchte mit seinem Buch ein Baustein der „grünen Küche“ sein und sie jedermann zugänglich machen, egal wie stressig der Alltag auch sein mag.

Dafür teilt sich das Buch in folgende Bereiche ein:

Theorie
Kapitel 1 Salate, Bowls und Snacks
Kapitel 2 Genüsslich satt essen
Kapitel 3 Sweet Treats
Saisonkalender

Gestaltung:
Das Buch ist, wie schon sein Vorgänger, wertig gearbeitet und optisch ansprechend. Wunderschön bebildert und gut gegliedert, verschafft man sich schnell einen Überblick. Durch ein gelungenes Inhaltsverzeichnis lassen sich einzelne Rezepte leicht wiederfinden. Eine positive Besonderheit bei den einzelnen Kochanleitungen ist die Unterteilung in „Schlüsselzutaten“ und „aus dem Vorrat“. Zu Beginn des Buches teilt der Autor uns mit, was für ihn essenziell in der Küche vorhanden sein sollte und diese Zutaten finden sich eben unter dem Stichwort aus dem Vorrat. Dies sind recht alltägliche Dinge, die sich in unterschiedlicher Zusammensetzung in jedem Rezept wieder finden. Wenn man sich danach richtet, hat man einen vernünftigen Grundstock an Zutaten immer zu Hause und bekommt auch gerade als Anfänger eine gute Übersicht. Alles, was dazu gekauft werden muss, ist unter Schlüsselzutaten zu finden. Das schafft einen bessern Überblick vor dem Einkauf und erspart so ein wenig Zeit.

Zeit, die ich bei dem ein oder anderen Rezept auch mehr einplanen sollte. Denn nicht alle Gerichte sind tatsächlich in 30 Minuten machbar. Vielleicht was die Vorbereitung angeht, aber nicht inklusive der Garzeiten. Trotz manchem Aufwand sind die Rezepte für Hobbyköche aber auf jeden Fall gut umsetzbar. Wer Spaß am Kochen hat, darf sich über viele verschiedene Zubereitungsarten freuen und wird entsprechend mit Abwechselung belohnt. Auch Freunde der gesunden Küche finden hier vielfältige Gerichte, bei denen lediglich wieder die mangelnden Nährwertangaben zu kritisieren sind. Auch Angaben für Allergiker fehlen leider. Dafür steht bei jedem Gericht die Personenanzahl dabei und als besonderer Clou auch noch die passenden Monatsangaben. Denn Saisonalität ist hier wieder Trumpf. Dazu passend gibt es am Ende des Buches einen Kalender, der nach Monaten unterteilt verschiedene Obst und Gemüsesorten aufzählt. Ein tolles Plus!

Geschmack:
Wir sind zufrieden mit den bisher probierten Gerichten und haben auch noch einige schmackhaft klingende Rezepte auf dem Zettel. Beispielsweise klingt ein Spinatsalat mit Erdbeeren so ungewöhnlich, dass ich ihn noch ausprobieren muss. Generell sind wir Kräuterfans und würden großzügiger damit arbeiten, es ist aber natürlich klar, das man den Geschmack der breiten Masse treffen möchte. Als Basis sind die Rezepte auf jeden Fall lecker und die Würzung kann ja individuell erweitert werden.

Fazit:
Ein sehr abwechselungsreiches Buch aus der grünen Küche, das besonders Anhängern der Saisonalen Küche eine Freude bereiten dürfte.

Veröffentlicht am 09.04.2021

Die Welle 2.0

Fair Play
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Meinung:
Fair Play behandelt hochaktuelle Themen und ist eine Art „Die Welle 2.0“. Wer die Welle kennt, weiß das es dort um ein Experiment mit Schülern und vor allem um Gruppendynamik geht. Hier ist dieses ...

Meinung:
Fair Play behandelt hochaktuelle Themen und ist eine Art „Die Welle 2.0“. Wer die Welle kennt, weiß das es dort um ein Experiment mit Schülern und vor allem um Gruppendynamik geht. Hier ist dieses Experiment in eine moderne Umgebung mit Social Media, Influencern und Fridays for Future eingeflochten worden.
Denn Umwelt und Naturschutz sind zentrale Themen der App und jeder Verbrauch wird aufgezeichnet.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von vier Schülern, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Eine sehr gut Art der Erzählung in diesem Fall, da eine einzelne Perspektive deutlich weniger Reiz geboten hätte.
Wir erleben, wie die Vier mit der App, mit sich selbst und miteinander umgehen. Erleben ihren Alltag, aber auch ihren Ehrgeiz, den Wettbewerb zu gewinnen.
Wirklich sympathisch ist dabei von den Figuren eigentlich niemand. Das macht mir hier aber wenig aus, da dies für eine gelungene Umsetzung der Geschichte nicht unbedingt notwendig ist. Viel wichtiger sind die unterschiedlichen Standpunkte und damit auch die Sichtweisen der Probanden.

Allgemein haben der Schreibstil und die verschiedenen Protagonisten dafür gesorgt, dass das Buch sehr kurzweilig zu lesen ist. Ich mochte das Setting und die Erzählweise, auch wenn der letzte Sogfaktor nicht eingetreten ist. Dazu hat die Autorin einfach zu wenig Nähe hergestellt. Man bleibt als Leser einfach mehr Zuschauer als Teil der Gruppe.
Trotzdem konnte mich das Buch unterhalten und ist für heutige Jugendliche sicher eine ebenso wichtige Lektüre, wie es für mich damals die Welle war. Zum einen wegen der Umwelt noch viel wichtiger aber, wegen dem Influencing, das für Jugendliche eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellt.


Fazit:
Ein gutes Buch mit aktuellen und wirklich wichtigen Themen. Ein klare Kaufempfehlung an Eltern für ihre Kinder.