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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.06.2021

Mein Kind ist böse!

Der Verdacht
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Blythe hat in Fox einen tollen Ehemann gefunden, den sie vergöttert und zutiefst begehrt. Seine Familie ist eine Bilderbuchfamilie, während sich Blythe für ihre zerrüttete Familie schämt und sich nach ...

Blythe hat in Fox einen tollen Ehemann gefunden, den sie vergöttert und zutiefst begehrt. Seine Familie ist eine Bilderbuchfamilie, während sich Blythe für ihre zerrüttete Familie schämt und sich nach außen hin nicht anmerken lassen will, was die Erfahrungen in ihrer Kindheit mit ihr gemacht haben. Sie bekommt mit Fox ihr erstes Kind, Violet. Blythe möchte alles anders als ihre Mutter machen und eine liebevolle Mutter sein. Aber gleich nach der Geburt spürt sie, dass das Kind anders ist, komisch, oder etwa böse? Fox sieht die Schuld nur bei Blythe und nimmt seine Tochter in Schutz. Doch es passieren schockierende Dinge, die alles auf den Kopf stellen werden.



Meinung:

WOW! Das Buch hat mich von der ersten Seite gefesselt. Zunächst fand ich die Erzählweise etwas verwirrend, da ein "Du" angesprochen wird und man nicht gleich weiß, wer damit gemeint ist und was überhaupt los ist. Es handelt sich am Anfang um einen Ausblick, der die Spannung sofort in die Höhe treibt. Danach erfahren wir, wie es dazu kommen konnte. Die Spannung bleibt vorhanden, da die Gedanken und die Kindheit von Blythe schockierend, aber auch fesselnd und verstörend sind. Wir erfahren auch etwas über die Mutter-Kind-Beziehung zwischen ihrer Großmutter und Mutter, was eine schöne Ergänzung ist. Blythes Innenleben wird sehr eindrücklich beschrieben, ihre Meinung zu sich selbst, zu Fox und zu ihrer Tochter Violet hinterlassen einen bitteren Beigeschmack beim Leser.

Es passieren verstörende Dinge und man weiß nicht, ob das Kind wirklich so böse ist, wie Blythe es beschreibt. Da wir alles aus ihrer Perspektive erfahren, sind die Eindrücke subjektiv. Gerade diese Unsicherheit war für mich am spannendsten. Man überlegt die ganze Zeit mit, wie es zu den Ereignissen kommen konnte und ob Blythe sich alles nur einbildet. Beim Lesen hatte ich durchgehend ein beklemmendes Gefühl, weil die Atmosphäre sehr düster ist.

Das Ende ist für diesen Roman perfekt. Ein anderes hätte hierzu nicht gepasst. Blythes Entwicklung und Innenleben werden im Verlauf des Romans immer weiter aufgedeckt. Aber auch Violet und Fox werden von Blythe immer wieder anders gesehen.

Die Figuren sind größtenteils unsympathisch und das Thema ist verstörend. Aber diese Beziehung zwischen Mutter und Kind ist nicht die, die man erwartet. Es werden die Schattenseiten des Mutterseins aufgezeigt und dies wurde hier mit viel Spannung und einer starken Sogwirkung auf faszinierende Weise gemacht.



Fazit:

Das ist ein sehr spannendes und düsteres Buch, das einen ab der ersten Seite fesselt und verstört. Die Spannung fällt nie ab und das Buch wird bei mir lange in Erinnerung bleiben.

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Veröffentlicht am 04.06.2021

Ein ganzes Land liegt im Koma

Der ehemalige Sohn
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Der Teenager Zisk lebt in Belarus bei seiner Großmutter Elvira Alexandrowna, die ihn liebevoll bei allem unterstützt. Bei einer Massenpanik wird er schwer verletzt und fällt für zehn Jahre ins Koma. Als ...

Der Teenager Zisk lebt in Belarus bei seiner Großmutter Elvira Alexandrowna, die ihn liebevoll bei allem unterstützt. Bei einer Massenpanik wird er schwer verletzt und fällt für zehn Jahre ins Koma. Als er aufwacht, wird ihm bewusst, dass sich in Belarus nichts verändert hat. Während die anderen das Leben in Belarus nicht in Frage stellen, findet sich Zisk in diesem Land nicht mehr zurecht. Das ganze Land scheint im Koma zu liegen, aber Zisk will kein weiteres Mal im Koma liegen.

Meinung:

Ich wusste vor diesem Roman nicht viel über das Land Belarus. Doch ich war überrascht, wie Filipenko auf wenigen Seiten ein intensives Bild von Land und Leuten schafft. Beim Lesen war ich mehrmals schockiert und hatte oft Gänsehaut.

Einige Figuren haben mich zur Weißglut gebracht, andere wiederum habe ich sofort liebgewonnen. Vor allem Zisks Großmutter Elvira Alexandrowna ist eine kluge und herzliche Person, die als Einzige daran geglaubt hat, dass Zisk aus dem Koma erwacht. Stassik ist der einzige Freund, der ihn regelmäßig im Krankenhaus besucht und Zisk auch nach dem Koma hilft, sich im Leben wieder zurechtzufinden. Durch diese beiden Nebenfiguren erfahren wir anhand vieler Monologe interessante Informationen über das Leben und die politische Lage in Belarus. Der Roman besteht größtenteils aus Monologen, was mir sehr gut gefallen hat, da sie sehr vielfältig und authentisch sind. Diese Erzählweise passt sehr gut zu diesem Roman.

Beim Lesen war ich oft schockiert, gerade weil das Beschriebene tatsächlich so oder so ähnlich in Belarus passiert ist. Zisks Innenleben wurde ebenfalls sehr eindrücklich beschrieben und ich konnte seine Gefühle sehr gut nachvollziehen.

Der Anhang am Ende, den die Übersetzerin als Hilfe hinzugefügt hat, ist sehr hilfreich. Dort erfährt man einiges über die Geschichte von Belarus und die im Roman beschriebenen Ereignisse. Dies hat das Lesen des Romans erleichtert.

Neben den Figuren und der besonderen Erzählweise fand ich die Darstellung der Hoffnung von Zisk und dem belarussichen Volk und wie diese Hoffnung dann stirbt, sehr beeindruckend. Das offene Ende regt zum Nachdenken an und passt zu der offenen Zukunft des Landes.



Fazit:

Das Buch konnte mich mit der lebendigen Erzählweise sehr beeindrucken. Auf wenigen Seiten lernt man Belarus kennen und ist schockiert, dass das Beschriebene tatsächlich die Realität dieses Landes ist.

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Veröffentlicht am 12.04.2021

Eine Reise zu sich selbst

Als hätten sie Land betreten
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Zum Inhalt möchte ich nicht viel sagen, da ich nicht zu viel verraten möchte. Es geht zunächst um die besondere Freundschaft zwischen Veza und Lotti. Sie gehen im Guten auseinander, sehen sich aber nie ...

Zum Inhalt möchte ich nicht viel sagen, da ich nicht zu viel verraten möchte. Es geht zunächst um die besondere Freundschaft zwischen Veza und Lotti. Sie gehen im Guten auseinander, sehen sich aber nie mehr wieder. Diese Freundschaft wird über mehrere Generationen hinweg eine große Bedeutung haben. Mit den beiden Figuren sind weitere vier Frauen verbunden, an deren Leben wir auch teilhaben dürfen. Alle sechs Frauen hatten es nicht leicht im Leben, hatten schwere Schicksäler. Und doch finden sie auf besondere Weise zu sich selbst und zu einem unabhängigen Leben.

Es handelt sich hier mit 172 Seiten um ein Büchlein, welches aber von einer unglaublichen Intensität ist und in dem jedem Satz eine große tiefgehende Bedeutung beigemessen werden kann.

Die Sprache ist durchgehend poetisch und bildhaft, sodass die Gedanken und Gefühle der verschiedenen Frauen so greifbar und eindrücklich beschrieben sind, dass man einen Moment in sich gehen muss, um über das Geschriebene zu reflektieren. Man muss aufmerksam lesen, um den Mehrwert jedes einzelnen Satzes aufzugreifen.

Die Zeit- und Perspektivsprünge sind sehr klug eingesetzt worden, weil auf diese Weise im Laufe des Romans unterschiedliche Sichtweisen auf die einzelnen Frauen ermöglicht werden. Die Frauen aus verschiedenen Generationen werden somit miteinander verknüpft und es wird deutlich, welchen Einfluss sie aufeinander haben. Der Roman ist perfekt abgerundet und endet damit, wie er angefangen hat, nämlich mit der Freundschaft zwischen Lotti und Veza.

Die Bandbreite an Themen ist sehr groß. Es geht um Verlust, Unsicherheit, das Einnehmen anderer Rollen im Leben, das Nicht verstanden werden, Fremdsein, Abhängigkeit und Unabhängigkeit, Sich Finden und Sich Verlieren, die Schönheit der Natur und des Lebens, verschiedene Ansichten über Gott und die Welt.

Alle Frauen haben schwierige Zeiten gehabt, aber wieder zu sich gefunden, indem sie ihre Unabhängigkeit wiedererlangt haben.

Zudem geht es auch darum, was die Liebe und ihre Abwesenheit mit einem macht, die Liebe zu und von den Eltern, die Liebe zwischen Mann und Frau, die Liebe zu Gott. Wie löst man sich von den anderen, die einen vorschreiben wollen, was zu tun und zu lassen ist, und geht seinen eigenen Weg?

Fazit:

Das Buch hat mich mit seiner poetischen Bildsprache und den vielfältigen und tiefgehenden Gedanken begeistert. Ich kann aus diesem Buch sehr viel mitnehmen und werde es mit Sicherheit noch weitere Male lesen. Zudem habe ich eine neue Autorin entdeckt, deren andere Romane ich sehr gerne lesen möchte.

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Veröffentlicht am 12.04.2021

Wie kurbeln wir den Fettstoffwechsel an?

Die geheime Kraft des Fettstoffwechsels
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In diesem Ratgeber geht es rund um das Thema Fettstoffwechsel. Im ersten Abschnitt erfährt man viele interessante Informationen zum Fettstoffwechsel, generell zu Fett und zu Nahrungsfetten. Alles ist sehr ...

In diesem Ratgeber geht es rund um das Thema Fettstoffwechsel. Im ersten Abschnitt erfährt man viele interessante Informationen zum Fettstoffwechsel, generell zu Fett und zu Nahrungsfetten. Alles ist sehr verständlich, aber auch ausführlich erklärt. Große, anschauliche Abbildungen sowie Infokästchen sorgen für übersichtliche Seiten. Im zweiten Abschnitt geht es darum, wie wir den Fettstoffwechsel im Gleichgewicht halten bzw. ihn ankurbeln können. Zunächst wird dort angegeben, welche Werte man bei sich untersuchen muss, um herauszufinden, was für Auswirkungen sie auf unseren Fettstoffwechsel haben. Danach gibt es auch zahlreiche Tipps, was wir gegen die Folgen, die ein nicht gut laufender Fettstoffwechsel mit sich bringt, tun können. Dazu gehören Hitzewallungen, Verdauungsprobleme, Antriebslosigkeit etc.. Gerade die Tipps gegen Heißhunger und für Zuckerverzicht und Sportmotivation sind super hilfreich und gar nicht so schwer umzusetzen. Zu guter Letzt warten leckere, gesunde und vegetarische Rezepte auf uns, die unseren Fettstoffwechsel boosten. Die Rezepte sind leicht nachzukochen und die Bilder zu den Gerichten versprechen leckere Mahlzeiten.
Der Ratgeber spricht ein Thema an, über das man nicht gerne spricht. Aber in diesem Buch wird alles so toll und mit einer solchen Selbstverständlichkeit erklärt, dass man positiv an den eigenen Fettstoffwechsel herangeht. Man lernt sehr viel Neues dazu, was man gleich umsetzen kann. Die 50 Rezepte, die hinten im Ratgeber stehen, helfen den LeserInnen, sofort damit anzufangen, sich und dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun.

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Veröffentlicht am 12.04.2021

Erzählerisch eine Wucht!

Krass
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Dieser Roman ist etwas Einzigartiges, eine literarische Kunst, die sich vielfältiger sprachlicher und stilistischer Mittel bedient!

Der Geschäftsmann Ralph Krass ist hier die Hauptfigur, die mit Geld ...

Dieser Roman ist etwas Einzigartiges, eine literarische Kunst, die sich vielfältiger sprachlicher und stilistischer Mittel bedient!

Der Geschäftsmann Ralph Krass ist hier die Hauptfigur, die mit Geld jeden um den Finger wickeln und manipulieren will. Er will sich seine Gesellschaft kaufen. In Neapel trifft er dann auf Lidewine, eine ehemalige Assistentin eines Zauberers, die er dann auch in seiner Gesellschaft aufnimmt und mit ihr einen Pakt schließt. Der Assistent Matthias Jüngel ist dafür zuständig, alles für Krass perfekt zu organisieren, sodass nichts schief läuft. Krass` Gesellschaft geht nach einem Eklat zu Bruch und er flüchtet nach Neapel.

Meinung:

Das Buch ist unglaublich vielseitig. Es teilt sich in drei Teile auf, die sich alle stilistisch voneinander unterscheiden. Während wir im ersten Teil aus der Sicht eines allwissenden Erzählers Krass und Jüngel näher kennenlernen, ist der zweite Teil in der ersten Person geschrieben, da es sich um Tagebucheinträge vom Assistenten von Krass handelt. Er will sich in Frankreich eine Auszeit nehmen und über das Geschehene und die Gründe für den Ausgang reflektieren.

Im dritten Teil treffen Lidewine, Jüngel und Krass wieder zusammen, und zwar viele Jahre später. Der dritte Teil bildet den perfekten runden Abschluss, da es an den ersten Teil anschließt. Den Aufbau fand ich somit sehr gelungen und jeder Teil ist an sich ein Meisterwerk und künstlerisch großartig gestaltet.

Die Sprache ist ebenfalls sehr künstlerisch. Ich musste langsam und aufmerksam lesen, um alles zu verstehen und diese tolle Ausdrucksfähigkeit zu genießen. Die Atmosphäre ist einzigartig und die verschiedenen Schauplätze haben dies nur verstärkt. Wir sind in Neapel, Frankreich und Kairo, nehmen verschiedene Perspektiven ein und lernen außergewöhnliche Figuren und deren Eigenschaften kennen.

Mir haben die detaillierten Beschreibungen der Orte und Menschen sehr gut gefallen. Die Figuren sind nämlich sehr gut gezeichnet worden. Manipulationen und dem Einfluss der Zeit werden in diesem Roman eine große Bedeutung beigemessen.

Fazit:

Dieses Buch ist etwas Besonderes, erzählerisch und literarisch eine Wucht. Man sollte sich Zeit für dieses Buch nehmen, um seine Vielfalt und Raffinesse zu erkennen und genießen. Definitiv hebt es sich von anderen Büchern ab!

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