Profilbild von Dark_Rose

Dark_Rose

Lesejury Star
offline

Dark_Rose ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Dark_Rose über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2021

Total wichtiges Buch, aber den Schreibstil empfand ich als anstrengend

DIE EIGENE SEELE BEFREIT
0

Gabrielle hatte keine leichte Kindheit. Und als wäre alles nicht sowieso schon schlimm genug, nennen sie alle Jochen und wollen, dass sie ein Junge ist. Gabrielle versucht es. Wirklich, sie gibt sich alle ...

Gabrielle hatte keine leichte Kindheit. Und als wäre alles nicht sowieso schon schlimm genug, nennen sie alle Jochen und wollen, dass sie ein Junge ist. Gabrielle versucht es. Wirklich, sie gibt sich alle Mühe, obwohl sie lieber mit Mädchen spielt als mit Jungs und sich einfach alles falsch anfühlt, sie befolgt die Regeln, sie ist ein Junge. Sie gründet sogar eine Familie, aber obwohl sie alles zu haben scheint, ist Gabrielle unglücklich, zutiefst unglücklich. Denn Jochen ist nicht Gabrielle und sie kann einfach nicht mehr länger Jochen sein. Sie muss endlich Gabrielle sein, oder sie wird daran zerbrechen.





Ich finde es so wichtig, dass es dieses Buch gibt. Man ist als Leser dabei, wenn es Reibungspunkte zwischen Jochen und Gabrielle gibt, von klein auf. Wie Gabriele krampfhaft versucht ihre Rolle in ihrer Gemeinschaft zu finden, wie sie alles dafür tut, um mehr Jochen, als Gabrielle zu sein. Aber egal, wie sehr sie es auch versucht, in ihrem Herzen bleibt sie immer Gabrielle. Sie versteht nicht, warum sie nicht Jochen sein kann, warum ihr Äußeres nicht zu ihrem Inneren passt, warum ausgerechnet sie so anders sein muss und was das überhaupt ist, das sie da fühlt.



Ich bin wirklich begeistert, dass es diese Biografie nun zu kaufen gibt, denn ganz ehrlich: mir ist bislang keine Trans-Biografie untergekommen. Gut, ich bin auch bei Weitem keine Expertin für die Community oder deren Literaturszene, also liegt es vielleicht auch einfach an mir. Aber ich bin echt froh, dieses Buch entdeckt zu haben. Als jemand, der sich mit seinem Geschlecht identifiziert, kann man es sich einfach nicht einmal ansatzweise vorstellen, was in Gabrielle vorgegangen sein muss. Man bildet sich ein zu wissen, dass es bestimmt schwer sein muss, wenn man in dieser Situation ist, aber wie schwer, davon kann man einfach keine Ahnung haben. Die Selbstvorwürfe, die Verwirrung, die Angst, das Gefühl ein Freak zu sein und alle zu enttäuschen – das ist einfach unvorstellbar. Aber genau das bringt uns Gabrielle mit ihrer Biografie nahe.



Leider war aber der Schreibstil einfach nicht meins. Viele Sätze sind sehr verschachtelt und ich hatte große Probleme zu Folgen. Zwischendrin wurde es auch oft langatmig. Satzstellung und Wortwahl empfand ich persönlich als sehr steif und für ein Buch wie dieses zu distanziert. Es hätte deutlich mehr herausgeholt werden können, wäre eine andere, persönlichere und auch einfachere Wortwahl und Satzstellung gewählt worden. So lenkt das leider immer wieder vom Inhalt ab. Man ist zu sehr damit beschäftigt, die Sätze zu analysieren. Mir fehlte auch oft das Gefühl, manchmal ist es da, dann wieder weg. Diese Situation, in der sich Gabrielle befand, ist hochemotional. Doch genau diese Emotionen bekommt man meistens nur ganz am Rande mit. Klar werden sie benannt, aber auf mich wirkt es, als fungiere die komplizierte Satzstellung und auch die Wortwahl als eine Art Schutzmauer, um die wirklich tiefen Gefühle vor dem Leser zu schützen.





Fazit: Ich finde es unglaublich wichtig, dass es dieses Buch gibt und auch die Trans-Gemeinschaft eine literarische Stimme bekommt. Allerdings hatte ich massive Probleme mit dem Schreibstil. Ich empfand die Satzstellung als zu kompliziert und verschachtelt. Zudem war es auch oft zwischendrin langatmig. Ich war mehr damit beschäftigt, zu versuchen die Sätze zu entwirren, als der Handlung zu folgen.



Ich finde die Geschichte und das Buch selbst sehr wichtig, aber der Schreibstil war leider absolut nicht meins. Von mir bekommt das Buch ganz knappe 2,5 Sterne, ohne die wichtige Message wären es weniger geworden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.04.2021

Sehr vorhersehbar und ohne emotionale Tiefe

Deadly Rendezvous – Süßer Kuss der Gefahr
0

Lara kann es gar nicht fassen! Sie, ausgerechnet sie, darf ihren Jugendschwarm, den Filmstar Brice treffen! Sie wurde von ihm auf sein Anwesen eingeladen, um ihm persönlich ein Portrait zu überreichen, ...

Lara kann es gar nicht fassen! Sie, ausgerechnet sie, darf ihren Jugendschwarm, den Filmstar Brice treffen! Sie wurde von ihm auf sein Anwesen eingeladen, um ihm persönlich ein Portrait zu überreichen, das sie von ihm gemalt hat. Gut, Brice ist kein junger Mann mehr, aber gutaussehend ist er noch immer. Und er scheint Lara aufrichtig zu mögen. Kurze Zeit später bietet er ihr den Job als Assistentin an, sie soll ihm helfen seine Memoiren zu schreiben. Bald merkt Lara, dass da mehr ist, als bloß eine Arbeitsbeziehung zwischen ihr und Brice. Doch es gibt dunkle Schatten in seiner Vergangenheit und als dann auch noch einen Mord gibt und Brice Verwicklung in einen früheren Mordfall in anderem Licht erscheint, weiß Lara nicht mehr, was sie noch glauben soll. Ist sie mitten in einem tödlichen Vipernnest gelandet?


Ich hatte anfangs große Probleme in das Buch hineinzufinden. Ich kann nicht genau sagen, woran es lag. Ich habe mich einfach sehr schwergetan. Ich kam nur langsam an die Protagonisten heran, habe aber leider zu keinem Zeitpunkt eine richtige Verbindung zu ihnen gefühlt. Sie haben mich nicht kaltgelassen, aber gepackt haben sie mich auch nicht.

Ich konnte leider schon sehr früh einiges erraten und dann zum frühstmöglichen Zeitpunkt den kompletten Rest. Das an sich hat mich zwar etwas enttäuscht, aber auch nicht massiv gestört. Ich fand es aber schade, dass es so lange gedauert hat bis etwas „passiert“ ist. Die Geschichte plätschert ziemlich vor sich hin und kommt gefühlt nicht voran. Immer wieder wird scheinbar künstlich auf die Bremse getreten.

Ich hatte erwartet, dass mich die Liebesgeschichte mitreißen würde, dass ich dahinschmilzen würde und Brice und Lara ganz fest die Daumen drücken würde. Doch leider ist das nicht passiert.

Das lag zu einem Großteil sicherlich auch daran, wie die Protagonisten dargestellt wurden. Brice war oft ein jähzorniges A… und ist Lara über den Mund gefahren, als wäre sie ein kleines Kind. Lara wurde als nachtragend und überreagierend dargestellt, was ich echt schade fand, weil sie auf mich eben nicht so wirkte. Das machte auf mich den Eindruck von Klischee.
Gut, Brice Verhalten sollte vielleicht dafür sorgen, dass man ihm die Morde zutraut, aber er wirkte dadurch nicht wie ein potentieller Mörder auf mich, sondern wie ein bockiges Kind, das einen Wutanfall bekommt.


Ein Hinweis noch an die Leser: in diesem Buch gibt es keine expliziten Szenen. Für wen das ein Must-have ist, würde bei diesem Buch enttäuscht.


Fazit: Ich fand die Idee gut, aber mir hat letztlich die Tiefe gefehlt. Abgesehen davon, dass ich beinahe alles erraten habe, fand ich es einfach nur schade, dass die Protagonisten für mich recht blass geblieben sind. Ja, es gab Wutanfälle, Trotzanfälle und jede Menge Vorwürfe, aber mir hat die emotionale Tiefe gefehlt. Dadurch konnte ich mit den beiden keine so enge Bindung eingehen. Sie haben mich nicht kaltgelassen, aber mitgerissen haben sie mich leider auch nicht.

Ich hatte leider mehr erwartet. Von mir bekommt das Buch 2,5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2021

Ein Blick in eine unbekannte Welt, aber leider fehlte mir die Spannung

Unorthodox
0

Die Erzählerin beschreibt ihr Leben in einer chassistischen jüdischen Gemeinschaft in Williamsburg, New York. Wir nennen die Mitglieder dieser Gemeinschaft orthodoxe Juden. Das Leben ist geprägt von strengen, ...

Die Erzählerin beschreibt ihr Leben in einer chassistischen jüdischen Gemeinschaft in Williamsburg, New York. Wir nennen die Mitglieder dieser Gemeinschaft orthodoxe Juden. Das Leben ist geprägt von strengen, sich ständig weiter verschärfenden Regeln, die die Rabbiner bestimmen und der Überwachung durch die anderen Mitglieder der Gemeinschaft. Entweder man akzeptiert die Regeln, oder lebt in Angst. Aber was, wenn der Geist nach Freiheit strebt?


Deborah Feldman hat dieses Buch als Biographie geschrieben. Es ist tatsächlich aber eine Mischung aus Biographie, mit einigen Anpassungen, um die Anonymität der anderen Beteiligten zu schützen, Enthüllungsbuch und Roman.

Es kommt bei diesem Buch sehr stark darauf an, wie man es liest, was für Erwartungen man hat. Es wird beworben als „mitreißend“ und dergleichen. Ich fand es interessant, aber mitgerissen hat es mich nicht.

Deborah Feldman bezeichnet die Gemeinschaft, in der sie gelebt hat, als Sekte, was meiner Meinung nach durchaus zutrifft. Einige klassische Anhaltspunkte sind gegeben.

Ich habe das Buch gelesen, weil ich die Miniserie gesehen habe, die mit dem Buch nur am Rande etwas zu tun hat. Die Serie ist um ein Vielfaches spannender.

Ich wollte mehr wissen. Also habe ich mir das Buch angeschafft. Einerseits finde ich es sehr interessant einen Einblick in diese Welt zu erhalten, die uns so fremd ist. Die strengen Regeln, wie willkürlich sie verändert werden, wie irrsinnig sie uns als Außenstehenden erscheinen und was für furchtbare Verbrechen geschehen und unter den Teppich gekehrt werden.

Die namenlose Protagonistin und Erzählerin beschreibt ihre Erfahrungen, die teilweise nicht ohne sind, vor allem aber zeigen, wie die Rollenverteilung in dieser Gemeinschaft ist: Die Frau ist rechtlos und immer schuld, egal woran. Sie muss eingeschränkt werden wo es nur geht, der Mann ist ihr König.
Die Erzählerin hat sich von klein auf gegen diese Regeln aufgelehnt, meist nur im Inneren. Aber dennoch. Sie stellt sich Fragen, sie denkt, sie will nicht einfach alles schlucken. Sie sieht die Fehler im System, die Unlogik und sie erkennt, dass es Dinge gibt, die einfach viel zu weit gehen und nicht ungestraft bleiben dürfen.

Das Problem an diesem Buch ist die Spannung. Sie ist nicht vorhanden. Es wird einfach erzählt, ohne Höhepunkte, ohne Spannung. Da ist es vielleicht einfach zu sehr Biographie. Zudem wird die Handlung nach der Heirat zu eindimensional. Es geht nur noch um Sex und wie der Erzählerin immer mehr die Freiheit genommen wird. Ja, das ist wichtig, aber es geht nur noch darum, wie sie versuchen Sex zu haben, was sie alles unternimmt, wie das mechanisch abläuft oder eben nicht und wie die Lösung darin gesucht wird, sie noch mehr zu unterdrücken, weil es ja ihr Fehler sein muss. Hier wäre so viel Luft nach oben gewesen, aber mir fehlte das Gefühl.


Fazit: Es ist interessant einen Blick in eine ganz andere Welt zu erhalten, die uns so absolut fremd ist. Allerdings ist für mich die Mischung aus Roman und Biographie nicht wirklich gelungen. Es fehlt zu oft am Gefühl. Es wird einfach „nur“ erzählt, aber man erlebt zu selten wirklich etwas mit der Protagonistin.
Das Ende kam mir persönlich viel zu abrupt und zu glatt. Auch hier fehlte die Spannung.

Wenn das, was hier geschildert wird stimmt, dann hat Deborah Feldman recht mit ihrer Einschätzung, die Gemeinschaft, in der sie aufgewachsen ist, gleiche einer Sekte. Ich hätte mir gewünscht, dass das Buch entweder eine klare Biographie ist, oder ein Roman. Mir hat einfach die Spannung gefehlt. Es gab ab und an mal „Schockmomente“, aber das war einfach nur dem Geschilderten geschuldet, weil das so unfassbar klang. Ich habe nicht mit ihr mitgefiebert oder an den Seiten geklebt, im Gegenteil. Leider hat mich das Buch meistens eher gelangweilt.

Von mit bekommt es 2,5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.12.2020

Mir war leider die Protagonistin viel zu kindisch

What I Like About You
0

Halle führt unter dem Pseudonym Kels einen sehr erfolgreichen Blog, in dem es um Bücher und Cupcakes geht. Sie verbindet diese beiden Dinge miteinander und hat damit direkt ins Schwarze getroffen. Ihr ...

Halle führt unter dem Pseudonym Kels einen sehr erfolgreichen Blog, in dem es um Bücher und Cupcakes geht. Sie verbindet diese beiden Dinge miteinander und hat damit direkt ins Schwarze getroffen. Ihr Blog bildet die Grundlage für ihre Zukunft. Er soll ihre Eintrittskarte in die Verlagswelt sein. Gerade ist sie mit ihrem Bruder zu ihrem Großvater gezogen, um die Weichen für ihr späteres Leben zu stellen. Ihre Eltern, berühmte Dokumentarfilmer, reisen währenddessen wieder ans andere Ende der Welt, wie immer.
Doch dann passiert etwas, womit Halle nie gerechnet hätte: plötzlich steht sie ihrem besten Internet-Freund Nash gegenüber, der auf ihre neue Highschool geht. Was soll Halle jetzt tun? Ihm sagen, dass sie Kels ist? Oder es verschweigen?


Das Buch umfasst Twitter-Posts, Kommentare, Blog-Einträge, Kurznachrichten und "klassisches" Erzählen. Das verleiht dem Buch ziemlich viel Schwung und passt total zum Thema. Auch Seiten von Grafik-Novels sind enthalten.


Ich fand Halle Anfangs wirklich toll. Zum einen gefiel es mir, dass eine Buchbloggerin Protagonistin sein darf, zum anderen noch viel mehr, dass wir so viel gemeinsam haben. Ja, Halle ist deutlich jünger als ich, aber sie hat ebenfalls Probleme mit „Herr der Ringe“ und ihr Blog hat ihr Leben verändert und bereichert, wie bei mir. Er hat mich so viel mutiger gemacht und letztlich mein gesamtes Leben zum Positiven verändert. Bei Halle merkt man das auch schon anklingen. Auf ihrem Blog und bei Social Media, kann sie so sein, wie sie immer sein wollte, sie ist selbstbewusst, schlagfertig und geradeheraus. Im wahren Leben ist das weniger einfach.

Es gelingt ihr nicht, die "online"-Halle auch im "echten" Leben zu sein. Sie mag Kels lieber als die Halle, die sie eigentlich ist.
Der Grund für ihr Pseudonym war ursprünglich ihre Verwandtschaft. Ihre Eltern sind berühmt, ihre Großmutter aber noch mehr. Sie wollte es allein schaffen und nicht als Tochter- bzw., Enkelin-von.

Das Problem ist nur, dass Halle sich entscheidet, Nash nicht die Wahrheit darüber zu sagen, wer sie ist. Gut, beim allerersten Treffen ist sie vielleicht zu erschrocken dafür, aber dann entfällt diese Ausrede. Sie spielt eine Doppelrolle und ich finde es leider unglaublich kindisch von ihr, ihn so an der Nase herumzuführen. Sie lügt und lügt und lügt und das nervt.

Die Wendung und das Ende kamen recht abrupt, dramatisch und vorhersehbar daher. Ich weiß nicht, vielleicht bin ich langsam zu alt für Young Adult Bücher, weil mich das unlogische, kindische Verhalten der Protagonistin so nervt.


Fazit: Ich fand den Anfang echt toll, aber leider biegt die Protagonistin für mich falsch ab und verhält sich plötzlich total unlogisch und kindisch. Ich fand es echt total schade, dass Halle, die anfangs recht erwachsen wirkte, sich plötzlich wie eine 13-jährige benahm.

Ich fürchte, ich bin wohl langsam zu alt für Young Adult Romane, oder zumindest für einen großen Teil des Genres. Dieses Buch ist meiner Meinung nach definitiv eher für jüngere Leser ab 12 geeignet.

Von mir bekommt es leider nur 2,5 Sterne. Ich hatte nach dem tollen Anfang einfach mehr und vor allem eine erwachsenere Protagonistin erwartet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.12.2020

Leider nichts meins - mich hatte Protagonistin unbeschreiblich wütend gemacht

What if we Drown
0

Achtung: Band 1 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen.

Laurie will einen Neuanfang. Noch immer leidet sie sehr unter dem Verlust ihres Bruders und versucht einfach nur irgendwie die Trauer zu überstehen. ...

Achtung: Band 1 einer Reihe, aber in sich abgeschlossen.

Laurie will einen Neuanfang. Noch immer leidet sie sehr unter dem Verlust ihres Bruders und versucht einfach nur irgendwie die Trauer zu überstehen. Sie beginnt ein Medizinstudium in Vancouver und hofft so, den Traum ihres Bruders wahr zu machen. Auch Austin wollte Arzt werden, unbedingt, doch er starb bereits in der ersten Woche des Studiums.
Alles scheint perfekt und fügt sich für Laurie und schon nach kürzester Zeit hat sie Freunde, eine Wohnung, einen Job und einen jungen Mann kennengelernt, zu dem sie sich magisch hingezogen fühlt. Doch kurze Zeit später erfährt sie, wer er ist: Samuel Averett. Der Samuel Averett, dem Laurie die Schuld am Tod ihres Bruders gibt.


Anfangs gefiel mir das Buch wirklich gut. Ich mochte vor allem die Nebencharaktere sehr und auch Laurie und Sam waren mir zu Beginn sehr sympathisch. Aber dann erfährt Laurie wer Sam ist und ab da hat sie bei mir komplett verloren. Ich kann verstehen, dass sie leidet, sehr, sehr leidet, aber was sie tut ist nicht nur total kindisch, sondern einfach nur bescheuert. Sie weiß, dass das was sie macht falsch ist, trotzdem tut sie es. Sie hat sich wie ein Pitbull in ihrer Idee verbissen und gibt einfach nicht nach.

Natürlich ist sie nicht die ganze Zeit so, sie hat auch schöne Szenen und Momente, in denen ich mit ihr fühle, aber ich kann einfach nicht gutheißen, was sie tut und ich hasse sie dafür. Gerade sie, die selbst einen Verlust erlitten hat und doch eigentlich einfühlsam ist, sollte es besser wissen.

Ich habe mich einfach schrecklich über Laurie aufgeregt. Ich wollte am liebsten ins Buch springen und ihr eine heftige Standpauke halten. Ich konnte ihrer „Logik“ oft nicht folgen und das kann leider auch die Trauer nicht erklärbar machen.

Ich hatte von Anfang an einen besseren Draht zu Sam, als zu Laurie, obwohl es doch eigentlich um sie geht und das Buch aus ihrer Sicht geschrieben ist. Klar ist er nicht unfehlbar, aber bei ihm habe ich die echten Emotionen gefühlt, bei Laurie wirkte ihre Trauer manchmal auch wie eine Ausrede auf mich: ich verhalte mich jetzt total daneben, aber das ist okay, weil ich ja noch trauere.

Da man leider ab einem relativ frühen Punkt weiß, worauf die Handlung hinauslaufen wird, konnte ich leider die Liebesgeschichte nicht fühlen. Für mich hat Laurie alles überlagert. Ich fand es gut, dass nicht ewig ein Geheimnis darum gemacht wurde, welche Rolle Sam gespielt hat und was Laurie macht, aber andererseits konnte ich dadurch Laurie einfach gar nichts mehr glauben und sie hat mich nur noch tierisch aufgeregt.


Fazit: Leider war das Buch nicht meins. Ich kam mit der Protagonistin einfach überhaupt nicht klar. Anfangs mochte ich sie noch ganz gern, aber dann verhält sie sich so bescheuert, dass ich sie einfach gern geschüttelt oder gegen die Wand geworfen hätte. Ich mochte den Protagonisten und die Nebencharaktere viel lieber als Laurie. Ihr habe ich ab einem Punkt einfach nichts mehr geglaubt.

Von mir bekommt das Buch leider nur 2,5 Sterne, mehr war einfach nicht drin.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere