Profilbild von Kristall86

Kristall86

Lesejury Star
offline

Kristall86 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Kristall86 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2021

Über ein Hausboot und den Rest von London

London Calling
0

Klappentext:
„Es ist Liebe auf den ersten Blick, als Annette Dittert 2008 als Korrespondentin der ARD in London ihre Zelte aufschlägt. Nach vielen Jahren beruflichen Nomadentums weiß sie sofort: Hier will ...

Klappentext:
„Es ist Liebe auf den ersten Blick, als Annette Dittert 2008 als Korrespondentin der ARD in London ihre Zelte aufschlägt. Nach vielen Jahren beruflichen Nomadentums weiß sie sofort: Hier will ich bleiben. Während ihrer vielen Jahre in der britischen Hauptstadt hat sie im Fernsehen nicht nur über Politik, Kultur und Königshaus berichtet, sondern auch immer wieder über die Eigenarten der Engländer im Allgemeinen und der Londoner im Speziellen. In ihrem Buch erzählt sie sehr persönlich über das Leben in dieser wunderbaren Stadt: über die Leidenschaft zu ihrem Hausboot namens Emilia, über das Prinzip des englischen Sich-Durchwurschtelns, über Straßenkünstler, gentrifzierte Stadtteile, den Bären Paddington – und natürlich den Brexit, der das Lebensgefühl in der Metropole auch für sie ganz persönlich verändert hat.“

Annette Dittert ist mir schon von Anfang an ihrer Karriere als Reporterin sympathisch gewesen, aber nach diesem Buch einfach noch mehr. Mit ganz viel Charm, Witz und Wissen, lässt sie uns in ihrem Buch ganz nah an sie heran. Ihre Art des Erzählens ist besonders und man klebt nicht nur im TV an ihren Lippen sondern auch hier in diesem Buch. Sie hat eine Art den Leser einzunehmen und man möchte sehr gern mit ihr eine Tasse Tee trinken und dazu ein paar Scones vernaschen. Das was sie alles erzählen kann, macht sie alles ohne überheblich oder hochgestochen zu sein und ihr Wissen ist wahrlich enorm vielseitig und weitblickend. Sie beschreibt mit sehr viel Feingefühl und Herzblut ein London, welches man selbst vielleicht so noch nicht entdeckt hat. Auch spricht sie Themen an, wie zum Beispiel Armut und deren Umgang. Themen die man nicht gleich so präsent im Kopf hat, die gern „vergessen“ werden. Sie ist dabei authentisch und ehrlich, nimmt kein Blatt vor den Mund und man merkt in jeder einzelnen Zeile, das sie ihre Erlebnisse unbedingt teilen will, egal ob sie gut oder schlecht sind. Als Korrespondentin hat sie eine große Aufgabe und die meistert sie mit Bravour. In diesem Buch gibt sie uns sehr persönliche Einblicke und natürlich wird auch das Lieblingsthema „Brexit“ beleuchtet.
„London Calling“ ist eine Art Reiseführer mit geheimen Tipps von Dittert, aber auch eine Art Biografie, Liebeserklärung an London und ihren Beruf und ein Blick von einer Nicht-Londonerin auf die Stadt selbst. Diese Geschichte hat mich sehr gut unterhalten, mich tief beeindruckt und mittlerweile habe ich es mehrmals verschlungen, weil ihr Schreibstil einfach herrlich ehrlich ist - 5 von 5 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 01.05.2021

So wird‘s was!

So locke ich Vögel in meinen Garten
0

Klappentext:
„... Schaffen Sie sich ein buntes Vogelparadies direkt vor der Haustür! Angefangen bei der Auswahl der richtigen Pflanzen zeigt Ihnen dieses Buch, wie Sie einen vogelfreundlichen Garten anlegen. ...

Klappentext:
„... Schaffen Sie sich ein buntes Vogelparadies direkt vor der Haustür! Angefangen bei der Auswahl der richtigen Pflanzen zeigt Ihnen dieses Buch, wie Sie einen vogelfreundlichen Garten anlegen. Mithilfe von leicht verständlichen Anleitungen entstehen Schritt für Schritt Häuschen, Nistplätze, Teiche & Badeplätze für heimische Gartenvögel. Über 50 Porträts mit wunderschönen Fotos & Illustrationen helfen beim Erkennen und Bestimmen zahlreicher Vogelarten im Garten...“

Wir brauchen sie und können ohne sie einfach nicht leben - unsere Vögel! Ich habe schon viele Vogel-Bücher gelesen, aber selten eines in der Hand gehabt wie dieses, das so kompakt und wunderschön bebildert ist. Autor Dan Rouse beantwortet unglaublich viele Fragen und gibt die bestmöglichen Tipps für angehende Vogel-Hüter. Vorab wird das Verhalten der Tiere erläutert und dann geht es mit dem eigentlich wichtigsten weiter: dem Futter! Wobei er hier auch klar sagt: jeder wird feststellen, das auch bei Vögeln alles Geschmacksache ist, da kann man noch so viele Tipps geben. Dann kommen Themen wie Nisten, Pflanzen, Wasser, Sicherheit etc. mit dazu und untermalen alles sehr gekonnt. Jedes Thema nimmt Rouse ganz genau und akribisch unter die Lupe und kein Leser wird hier noch Fragen haben nach beenden. Rouse behandelt aber auch Themen, die gern vergessen werden wie eben Futterspender etc. richtig reinigen, einfache Wasserschalen immer sauber halten, die richtigen Pflanzen anbauen und die richtige Nisthilfe schaffen und das müssen nicht immer Nistkästen sein! Neben vielen Fotos sind auch einige Anleitungen liebevoll gezeichnet oder als Comic dargestellt. So fällt es auch Kindern leicht, schnell das Gesprochene vor Augen zu haben. Gerade mit Kindern ist dieses Buch ein echter Dauerbrenner, denn die Erklärungen sind einfach aber sehr wissensreich! Am Ende des Buches gibt es noch ein großes Kapitel über Vogelporträts welches uns die Gesellen am Futterhaus mal ruhig und näher als sonst erklärt. Die Optik und auch die Haptik ist bei diesem Buch ganz perfekt gelungen und es macht Spaß es immer wieder in die Hand zu nehmen und darin zu schmökern - 5 von 5 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 01.05.2021

Ausprobieren!

Wildnis im Garten
0

Klappentext:
„... Natürlich schön statt künstlich angelegt! Vom einfachen Pflanzen einer Naturhecke über den Bau eines Nistkastens bis zum nachhaltigen Anlegen einer Blumenwiese zeigt Ihnen dieses Gartenbuch, ...

Klappentext:
„... Natürlich schön statt künstlich angelegt! Vom einfachen Pflanzen einer Naturhecke über den Bau eines Nistkastens bis zum nachhaltigen Anlegen einer Blumenwiese zeigt Ihnen dieses Gartenbuch, wie Sie ganz einfach eine grüne Oase für Mensch und Tier in Ihrem Garten schaffen können! Fundierte Expertentipps & bebilderte Schritt-für Schritt-Projekte begleiten Sie bei der nachhaltigen Gartenplanung und Gartengestaltung....“

„Wildnis“ bedeutet nicht gleich Chaos und Unordnung im eigenen Garten. Es geht auch gesittet und schön, nämlich anhand dieses Buches! Das Autorenduo „The Butterfly Brothers“ Jim und Joel Ashton zeigen anhand von Blühwiesen, Totholzhecken und vielem mehr, wie man durch ein wenig Wildnis die Vögel und Insekten glücklich machen kann. Sie betrachten klassische Themen wie Gartenplanung, Gewässer, Rabatten und Co.. Ihre Beschreibungen sind nicht nur humorvoll, sondern auch leicht und konstruktiv umsetzbar! Das fängt an mit einfach mal ein Stück Rasen stehen lassen, wachsen lassen und sehen was passiert - einfacher geht‘s nun wirklich nicht! Die beiden geben Pflanzentipps und viele sinnvolle Ratschläge um es den Amphibien und dem Rest der Tierwelt so unkompliziert wie möglich zu machen. Egal ob einjährig, mehrjährig oder Stauden oder einfach Hauptsache blühend, hier wird jeder fündig und feststellen, ein wenig Wildnis ist immer drin und tut nicht nur den Tieren gut! Ein Stück Garten einfach mal der Wildnis zu überlassen ist ein Schauspiel auch für uns Menschen! „Ausprobieren“ lautet hier die Devise!
Zur Haptik und Optik: Ein Hardcover welches leicht gummiert scheint! Dadurch ist das Buch herrlich griffig, zudem ist die rechteckige Größe sehr handlich und leicht. Texte, Bilder und Zeichnungen sind äußert geschmackvoll angeordnet und bekommen jeweils genug Raum um zu wirken. Alles ist übersichtlich und wunderbar strukturiert!
5 von 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 29.04.2021

Ansichten einer neuen Generation

Viktor
0

!ein Lesehighlight 2021!

Klappentext:
„Wien, 1914. Der junge Viktor entwickelt sich zielstrebig zum schwarzen Schaf seiner wohlhabenden jüdischen Familie.
Nimwegen, 1994. Die Studentin Geertje hat es ...

!ein Lesehighlight 2021!

Klappentext:
„Wien, 1914. Der junge Viktor entwickelt sich zielstrebig zum schwarzen Schaf seiner wohlhabenden jüdischen Familie.
Nimwegen, 1994. Die Studentin Geertje hat es satt, dass sich ihre Familie noch immer für ihr Judentum schämt. Auf der Suche nach ihrer eigenen Identität will sie die Mauer des Schweigens endlich durchbrechen. Denn das Schicksal ihrer Familie ist allgegenwärtig – auch das von Viktor.“

Ich muss gestehen, ich war mir zu Beginn nicht ganz sicher, was ich von diesem Roman halten sollte, aber von Seite auf Seite nahm er mich mehr gefangen und löste ein besonderes Lesegefühl aus. Autorin Judith Fanto hat mit „Viktor“ einen sehr persönlichen Roman geschrieben und zeigt uns damit, einen tiefen Einblick in ihre Familiengeschichte. Viktor Rosenbaum war der Rebell der Familie und der Bruder von Geertjes Großvater. Über ihn sprechen? Um Himmels Willen! Aber warum wird so über ihn geschwiegen? Zart und einfühlsam erzählt uns Fanto die Geschichte von Viktor und eröffnet uns somit ihre jüdischen Familiengeschichte. Gene vererben sich in einem gewissen Rhytmus und Geertje scheint einen großen Schwung von Viktor abbekommen zu haben, denn auch sie ist eine Rebellin, die nicht versteht, warum das jüdische Familienleben so unter den Teppich gekehrt wird. Wenn sie doch Juden sind, sollen sie doch auch so leben! Doch die Zeit ist eine andere. Der Holocaust sitzt noch zu tief in den Alten und die Gefahr, sich öffentlich als Jude zu „outen“ ist immer noch eine undefinierbare. Geertje geht einen besonderen Weg und bricht aus diesem Schweigen auf besondere Art und Weise aus. Hier wird Fanto dementsprechend laut und es wird aufwühlend. Muss es aber auch, denn Geertje ist in einer neuen Zeit angekommen und die ist nunmal eben lauter und kräftiger als damals. Der größte Schrei ist ihr Namenswechsel in „Judith“. Was sie damit auslöst, ist ihr nicht ganz bewusst, aber es wird eine Reise in die Vergangenheit aber auch die Findung eines neuen „Ich‘s“. Die Zeitenwechsel sind Fanto mit ganz großem Bravour gelungen und auch die Wortwahl und der Ausdruck sind der Zeit jeweils angepasst. Es tauchen immer mehr Fragen auf und man grübelt immer mehr als Leser mit. Fragt sich, ob Judith den richtigen Weg einschlägt, was sie damit auslöst und vor allem, was es für ihre Familie wohl bedeutet. Muss man den Namen ändern um anerkannt zu werden? Versteckt sie sich denn damit nicht auch? Viele Fragen werden ganz gekonnt von Judith Fanto beantwortet, aber einige bleiben im Geheimen. Sie merken schon anhand vom Vornamen der Protagonistin und der Autorin, das es sich hier wohl um ein und die selbe Person handeln könnte...lassen Sie sich verzaubern! Das schafft ein neues Bild und das Kopfkino beginnt seine Bahnen zu ziehen.
Ich bin wirklich begeistert von dieser Geschichte und hätte nie gedacht, das hier so eine Kraft darin steckt. Es ist ein Kampf von Generationen den Judith hier führt, aber wie gesagt, die Zeit ist eine andere und vielleicht ist sie reif, das endlich über Viktor gesprochen wird und über so viele andere Dinge, die Familie Rosenbaum gern „verdrängt“ und umschreibt. Fantos Schreibstil ist keine reine Biografie, aber der aufmerksame Leser kann erkennen was die Autorin hier loswerden will. Shoa - ein Wort das dieser Geschichte den roten Faden verleiht und eine zarte Bande zwischen den geschichtlichen Ereignissen knüpft.
Für dieses Lesehighlight vergebe ich 5 von 5 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2021

Die verpackte Leiche am Strand

Verhängnisvolles Lavandou (Ein-Leon-Ritter-Krimi 7)
0

Klappentext:
„Schließlich ist es doch noch Sommer geworden in Le Lavandou. Nach einem verregneten Mai genießen die Menschen die Sonne auf den belebten Terrassen der Bistros. Doch eines Morgens wird die ...

Klappentext:
„Schließlich ist es doch noch Sommer geworden in Le Lavandou. Nach einem verregneten Mai genießen die Menschen die Sonne auf den belebten Terrassen der Bistros. Doch eines Morgens wird die Urlaubsidylle jäh zerrissen: Am Strand wurde die Leiche eines Jungen angespült, er trägt ein Kleid und ist wie ein Paket in einer Plastikplane verschnürt. Die Spuren führen Rechtsmediziner Leon Ritter und Capitaine Isabelle Morell bis zu einem katholischen Internat, in dem niemand so recht über die Vergangenheit sprechen will. Es bleibt nicht bei diesem einen Mord, und der Täter ist Leon näher, als er es für möglich hält …“

Endlich ein neuer Fall für Leon Ritter! Mittlerweile bin ich dieser Krimi-Reihe regelrecht verfallen und auch Fall Nummer Sieben hat es wieder in sich. Selbstredend sind die bildhaften Landschaftsbeschreibungen eine äußerst bezaubernde Kulisse für eine Leiche. Der Fall ist diesmal wirklich sonderbar und mystisch und Autor Remy Eyssen legt immer wieder neue Spuren für uns Leser und führt uns gekonnt in die Irre. Isabelle ist selbstverständlich auch wieder mit von der Partie und gemeinsam mit Leon geht es in ein altes Internat, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Das Schweigen macht das Ermitteln nicht gerade einfach aber Leon und Isabelle kommen immer mit ihrer Art ans Ziel.
Der Sprachstil ist, wie immer, ungebrochen stilvoll und rein. Hier ist kein Wort zu viel, keine Phrase sinnlos und auch kein Gedankengang überflüssig. Nicht nur der Fall wird gekonnt beleuchtet, auch das Privatleben von Leon und Isabelle bekommt wieder Platz und als Leser binden wir uns einfach nur noch mehr an die beiden Protagonisten.
Auch hier gilt, man muss die vorherigen Bände nicht unbedingt gelesen haben um einzusteigen. Es macht aber natürlich Sinn, um die privaten Verhältnisse bei Leon Ritter besser zu verstehen.
Alles in allem wieder äußerst gelungen, spannend und somit 5 von 5 Sterne wert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere