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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2021

Mein Highlight waren die Alpakas

Mein kleiner Apfelhof zum Glück
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Emma wird nach einer langjährigen Beziehung nicht nur von ihrem Freund verlassen, sondern verliert auch noch unerwartet ihren Job. Da hilft nur eine Auszeit bei ihrer Großmutter. Doch als sie in der Lüneburger ...

Emma wird nach einer langjährigen Beziehung nicht nur von ihrem Freund verlassen, sondern verliert auch noch unerwartet ihren Job. Da hilft nur eine Auszeit bei ihrer Großmutter. Doch als sie in der Lüneburger Heide ankommt, wird sie vor neue Herausforderungen gestellt. Ihre Oma muss nach einem Unfall mehrere Wochen das Krankenbett hüten und so muss sich Emma alleine um Haus und Hof kümmern. Dazu gehören auch ein paar knuffige und quirlige Alpakas. Nicht nur diese sorgen für einiges an Chaos, auch Tierarzt Lukas geht ihr ganz schön auf die Nerven.

Alpakas? Da werde ich ja direkt hellhörig. Ich finde diese flauschigen Tierchen mit ihren süßen Gesichtern und Frisuren total drollig und ulkig. Und grade diese Herde war für mich persönlich das Highlight des Buches. Auch die Nebencharaktere fand ich ich wirklich sympathisch. Allen voran Oma Luise, die ihre Enkelin versucht in ihre Schranken zu weisen und einiges an Weisheit und Menschenkenntnis mitbringt.

Leider war Emma selber manchmal mehr als anstrengend. Sie kommt nach viel zu langer Zeit auf den Hof, begegnet vor allem Lukas sofort voller Vorurteile, absolut unfreundlich und unhöflich. Sie hat zu allem und jedem sofort eine Meinung ohne Hintergrundinformationen zu haben oder den Menschen wirklich zu kennen... Generell wirkt sie in einigen Situationen reichlich naiv.

Sonja Flieder hat auch noch eine weihnachtliche Geschichte für uns, die auf dem Apfelhof spielt. Im August erscheint außerdem der dritte Teil, in dem es um Emmas beste Freundin Lisa gehen wird, die sich dort eine Art Auszeit nimmt.

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Veröffentlicht am 19.05.2021

Gilmore Girls trifft Mittelalterfestival: Tolles Setting, super Atmosphäre

A History of Us − Vom ersten Moment an
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Emily hat sich dazu überreden lassen als freiwillige Helferin an einem Mittelalterfestival teilzunehmen. Dort soll sie die forsche Tavernendirne Emma verkörpern und das alles nur ihrer Nichte zu Liebe, ...

Emily hat sich dazu überreden lassen als freiwillige Helferin an einem Mittelalterfestival teilzunehmen. Dort soll sie die forsche Tavernendirne Emma verkörpern und das alles nur ihrer Nichte zu Liebe, die eine erwachsene Begleitperson braucht, um selber mitmachen zu dürfen. Es könnte alles eigentlich ganz unterhaltsam werden, wäre da nicht der ernste Simon, der zwar der Organisator des Festivals ist, sich aber gleichzeitig auch als ganz schöne Spaßbremse erweist. Doch als er in seine Rolle als verruchter Pirat schlüpft, erkennt sie ihn kaum wieder: plötzlich ist er unglaublich charmant und aufregend. Allerdings stellt sich die Frage: wer flirtet hier eigentlich grade miteinander? Dirne und Pirat oder Emily und Simon?

Der Verlag wirbt mit dem Slogan "Gilmore Girls trifft Mittelalterfestival!" Wer könnte da bitte widerstehen? Ich definitiv nicht, denn ich liebe beides. Und wie erwartet und erhofft habe ich mich im Buch sofort wohl und heimelig gefühlt. Es ist eine Geschichte, die bezaubert, in einem Ort mit Einwohnern, die das Herz erwärmen. Das Setting des Mittelalterfestivals und die dortige Atmosphäre hat mir unheimlich gut gefallen. Obwohl ich selber momentan nicht hingehen kann, konnte ich mir das Flair einfach zu mir auf die Couch holen, was kann es schöneres geben?

Die Protagonisten waren spannend und sympathisch, selbst wenn Emily doch einige Male recht begriffsstutzig bezüglich der Verhaltensweisen und Intentionen ihrer Mitmenschen wirkte. Auch die Nebenrollen waren gut besetzt und haben Lust auf die folgenden Bände gemacht. Der zweite Teil, in dem es um ihre Dirnen-Kollegin und Freundin Stacey gehen wird, ist schon vorbestellt!

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Veröffentlicht am 12.05.2021

Wissenswertes wunderschön illustriert

Kat Menschiks und des Diplom-Biologen Doctor Rerum Medicinalium Mark Beneckes Illustrirtes Thierleben
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Dr. Mark Benecke sammelt in diesem wunderschön aufgemachten Büchlein interessante, amüsante, teils beeindruckende und manchmal wenig appetitliche Fakten über die verschiedensten Tiere. Dazu nutzt er Forschungsergebnisse, ...

Dr. Mark Benecke sammelt in diesem wunderschön aufgemachten Büchlein interessante, amüsante, teils beeindruckende und manchmal wenig appetitliche Fakten über die verschiedensten Tiere. Dazu nutzt er Forschungsergebnisse, Zitate aus Fachbüchern sowie eigens oder fremderlebte Anekdoten. So erfährt der Leser beispielsweise, dass Meerjungfrauen früher tatsächlich auch in seriöser Fachliteratur zu finden waren. Diese kurzen Kapitel über beschämte Hunde, betrunkene Elche, nekrophile Enten und Co. sind unterhaltsam und kurzweilig. Von Insekten, über Vögel und Möpse bis hin zur Fledermaus findet sich für jeden Tierliebhaber eine spannende Erzählung, die noch zusätzlich mit Wissenswertem versorgt.

Natürlich stechen auch besonders die tollen Illustrationen von Kat Menschik heraus, die nicht nur Cover und Klappentext zieren, sondern auch die einzelnen Kapitel. Diese befinden sich auf schwarzem Untergrund und sind herrlich bunt gestaltet, der Fokus liegt definitiv auf den Tieren, von denen die Rede ist. Cool ist auch der schwarze Buchschnitt!

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Veröffentlicht am 11.05.2021

Roadtrip zu sich selbst

Nach oben führt auch ein Weg hinab
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Maddy ist verzweifelt: sie ist durchs Abi gefallen, hat keinen Ausbildungsplatz gefunden und sowohl sie selber als auch ihre Mutter und Großeltern sehen sie generell eher als Versagerin. Jetzt soll sie ...

Maddy ist verzweifelt: sie ist durchs Abi gefallen, hat keinen Ausbildungsplatz gefunden und sowohl sie selber als auch ihre Mutter und Großeltern sehen sie generell eher als Versagerin. Jetzt soll sie den Sommer bei ihrem Vater in Kanada verbringen, den sie schon einige Jahre nicht mehr gesehen hat. Als ihr ein Job als Influencerin angeboten wird, wittert sie endlich ihre Chance. Ein Roadtrip durch die Rocky Mountains soll ihre Followerzahl pushen. Blöd nur, dass sie dabei ihren Großvater im Schlepptau hat, der auch noch zusätzlich im Rollstuhl sitzt.

Anfangs war mir Maddy ziemlich unsympathisch, weil sie allem und jedem gegenüber super negativ eingestellt war und außerdem ziemlich überheblich und egoistisch wirkte. Sie hat einiges gedacht/ gesagt oder geplant, was für mich erstmal gar nicht ging. Im Verlauf des Buches macht sie eine riesen Entwicklung durch, ihre Einstellung verändert sich zunehmend und ihr geht das ein oder andere Licht auf. Dennoch verhält sie sich auch weiterhin manchmal ziemlich blauäugig und naiv, was doch den Puls öfter mal in die Höhe schnellen ließ.

Es ist eine Geschichte über die Höhen und Tiefen sowie den Druck der Sozialen Medien. Vieles ist mehr Schein als Sein und manche Influencer sind bereit für den perfekten Shot einiges zu tun und das ohne Rücksicht auf Verluste. Es geht aber auch um Unterschiede zwischen verschiedenen Generationen. Für Maddy dreht sich nahezu alles um Instagram, ihre Likes und die Anzahl ihrer Follower. Ohne ihr Handy geht nichts und sie lebt nicht im Augenblick, sondern ist ständig auf der Suche nach der perfekten Location für ihre nächsten Bilder. Im Gegensatz dazu steht ihr Großvater, der seine Fotos noch analog macht und jedes davon auch zu schätzen weiß. Er genießt die Natur und die Zeit mit seiner Enkelin. Das Miteinander der beiden hat mir sehr gut gefallen. Stan (also der Großvater) hat immer einen klugen Spruch auf Lager und wird auch nie müde, diesen zu teilen.

Außerdem mochte ich auch die Roadtrip-Idee, denn für Geschichten über Reisen bin ich immer zu haben. Die beiden besuchen einige wunderschöne View-Points, fahren durch atemraubende Landschaften, treffen interessante Menschen und haben eine unvergessliche Zeit zusammen - auch wenn das Ganze arg von Maddys eigentlichen Vorstellungen von ihrem Aufenthalt in den Rocky Mountains abweicht.

"Nach oben führt auch ein Weg hinab" beschreibt, was im Leben wirklich wichtig ist. Es geht um Freundschaft, Familie, das Leben im Hier und Jetzt und die Suche nach sich selbst. Dabei hält es einige wichtige Botschaften für uns Leser bereit.

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Veröffentlicht am 04.05.2021

Gelungener Abschluss

Die Chroniken von Alice - Dunkelheit im Spiegelland
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Dieser dritte und finale Teil unterscheidet sich ein wenig von seinen Vorgängern. Bei den beiden handelt es sich um Romane, hier erhalten wir vier Kurzgeschichten, die nahtlos an die Ereignisse des zweiten ...

Dieser dritte und finale Teil unterscheidet sich ein wenig von seinen Vorgängern. Bei den beiden handelt es sich um Romane, hier erhalten wir vier Kurzgeschichten, die nahtlos an die Ereignisse des zweiten Bandes anschließen. Man bemerkt allerdings eigentlich gar nicht, dass es sich um einzelne Geschichten handelt, weil sie alle irgendwie doch miteinander verwoben sind. Sie wirken eher wie vier extrem lange Kapitel.

Die erste Kurzgeschichte erzählt von einem ungewöhnlichen Ausflug, den Alices' kleine Schwester macht. Dort erfahren wir auch mehr über ihr Elternhaus und die Gesellschaft, in der Alice aufgewachsen ist.

In der zweiten Kurzgeschichte ist Alice gezwungen die Nacht in einem mehr als mysteriösen Haus zu verbringen.

Die dritte Kurzgeschichte entführt in Hatchers Vergangenheit und beschreibt wie er vom jungen Nicholas zum verrückten Axtmörder wurde.

In der vierten Kurzgeschichte werden Alice und Hatcher auf eine weitere Probe gestellt.

Auch hier hat mich neben der phantastischen und magischen Welt sowie den beiden bereits bekannten Protagonisten wieder besonders der Schreibstil überzeugt. Dieser ist sehr metaphorisch und erschafft eine dunkle und oft beängstigende Atmosphäre, die definitiv nichts für schwache Nerven ist. Teilweise kommt die Geschichte auch ziemlich blutig und brutal daher, wie man es schon aus den Vorgängern gewöhnt ist.

Manch einer mag sich fragen: braucht man diese Kurzgeschichten? Bieten sie einen Mehrwert zum ersten und zweiten Band? Ich meine ja, wenn einem die Vorgänger gefallen haben. Denn sie bieten zusätzliche Informationen und geben Einblick, wie es weitergeht mit Alice und Hatcher bezüglich deren Beziehung, deren Kräften und ihrer Zukunft. Für meinen Geschmack machen diese Kurzgeschichten die Trilogie rund und geben ihr einen würdigen Abschluss.

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