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Veröffentlicht am 19.08.2021

Der Fluch eines gestohlenen Gemäldes!

Böses Schweigen
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„Bitte hilf mir“ lautet der Eingangssatz eines Briefs, den Levi Kant eines Abends von einem Kurier erhält. Das Merkwürdige ist, dass der Brief von der vor zwei Jahren ermordeten Schauspielerin Sophie Bernstein ...

„Bitte hilf mir“ lautet der Eingangssatz eines Briefs, den Levi Kant eines Abends von einem Kurier erhält. Das Merkwürdige ist, dass der Brief von der vor zwei Jahren ermordeten Schauspielerin Sophie Bernstein stammt. Der Mörder wurde nie gefasst. Mit Hilfe der Psychiaterin Olivia Hofmann macht Levi sich in diesem Cold Case Fall auf den Täter und stößt dabei mehrfach auf „Böses Schweigen“.

Es handelt sich um den dritten Thriller mit den Protagonisten Levi und Olivia. Zuvor hat das Autorenduo B.C. Schiller die beiden bereits in „Böses Geheimnis“ und „Böse Tränen“ ermitteln lassen. Leider kenne ich die vorherigen beiden Bücher nicht. Das hat bei mir leider dazu geführt, dass ich mit den Personen nicht so richtig warm geworden bin. Und das, obwohl es sich bei dem jüdischen Levi Kant um eine interessante Figur handelt. Er ist ein ehemaliger Kommissar, der nach einer Schussverletzung nun an einer Polizeiakademie lehrt und nicht aufgeklärte Fälle löst. Ein an für sich tolles Genre. Ich hatte hier aber bei ihm immer das Gefühl, dass zu viele Eigenschaften von ihm bereits als bekannt vorausgesetzt werden, so als würde ich die Vorgänger bereits kennen. Ein bisschen mehr an Charakterdarstellungen und innere Eindrücke hätten mir besser gefallen. Auch Olivia konnte mich nicht vollends überzeugen. Sie ist auf der Suche nach ihrem vor Jahren verschwundenen Mann und ihrer kleinen Tochter. Auf der Suche nach ihnen, die immer wieder durch kleine Hinweise fortgeführt wird, handelt sie manchmal in einer Art und Weise, die ich oft so nicht nachvollziehen konnte. Interessanter fand ich jedoch Sophie. In zahlreichen Rückblenden, die auch die Überschrift „Sophie will nicht sterben“ haben und in denen sich auch der Sprachstil ändert, erfährt man viel über das Leben und die Geschehnisse um den rätselhaften Tod der jungen Schauspielerin. Aufhänger ist dabei ein wertvolles Gemälde, das in der Nazizeit ihrer Familie gestohlen worden ist. Sie kämpft darum, es zurück zu holen. Das Gemälde schein dabei den Besitzern jedoch Pech zu bringen. Die Geschichte an sich ist gut. Jedoch konnte mich die Erzählweise nicht mitreißen. Oftmals geschehen Dinge viel zu schnell, Kommissar Zufall hilft meinem Geschmack nach zu oft. Und zudem hatte ich den Eindruck, dass die Geschichte schnell erzählt werden sollte. Demgegenüber fand ich die zahlreichen Intrigen und Vertuschungsmanöver sehr interessant und gekonnt dargestellt. Insgesamt konnte mich der Thriller aber nicht wirklich überzeugen.

Dem Buch gebe ich daher 3,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 04.05.2021

guter Thriller mt R.A.F.-Vergangenheit!

Sechs Tage im Herbst
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Henning Kollwey hat zusammen mit seiner Frau und Tochter ein befreundetes Ehepaar zum Abendessen eingeladen. Während Henning mit seinem Freund noch in der Küche ist, entgeht er nur knapp einem Attentat ...

Henning Kollwey hat zusammen mit seiner Frau und Tochter ein befreundetes Ehepaar zum Abendessen eingeladen. Während Henning mit seinem Freund noch in der Küche ist, entgeht er nur knapp einem Attentat als eine unbekannte Person in die Küche schießt. Der Polizei gegenüber gibt er an, keine Ahnung zu haben, wer ihn töten wollte. Doch er hat einen Verdacht, und als er Recherchen im Internet durchführt, wird ihm klar, wer es auf ihn abgesehen haben könnte. Viele ehemalige Bekannte sind auf merkwürdige Art und Weise vor Kurzem verstorben, Bekannte aus der Unterstützerszene der R.A.F…..

Die Story beginnt somit recht rasant und verheißt eine gute Spannung. Doch je mehr ich in das Buch eintauchte, umso schwieriger kam ich damit zu Recht. Denn wie schon das Cover und der Klappentext beschreiben, war Henning gut 30 Jahre zuvor ein Unterstützer der R.A.F. und half dabei, Waffen und Munition zu schmuggeln und über geheime Netzwerke an Terroristen zu liefern. Allein diese Tatsache hat ihn mir unsympathisch gemacht, auch wenn nach und nach klar wird, dass er heute völlig andres denkt und handelt als früher. Der Autor fasst dieses traurige deutsche Kapitel in diesem Buch mit viel Sachverstand auf. Das Hintergrundwissen ist groß und wird sehr ausgiebig in vielen Nuancen dargestellt. Ich war der Meinung, mich einigermaßen mit dem Thema auszukennen, habe ich doch selbst diese Attentate und Anschläge im Fernsehen als Schüler mit Schrecken verfolgt. Dennoch haben mich all die verschiedenen Verbindungen zu RAF, Geheimdiensten aller Art, die Stasi, der BND usw. mehr verwirrt als unterhalten.

Das Buch ist spannend geschrieben. Keine Frage. Wie Henning einzelne Personen aufsucht, wie er in Gefahr gerät, nur knapp weiteren Attentaten entkommt, sich verstecken muss, sich äußerlich verwandeln muss, das ist wirklich schon sehr gut geschrieben. Aber die genannten Hintergründe zur Terrorszene, die verschiedenen politischen Ansichten etc. zu verstehen, zu verarbeiten und zu verbinden, war für mich eher schwierig und hat das Lesevergnügen leider doch mehr als gedacht beeinträchtigt. Wer diese Themenstellungen jedoch grds. mag und sich damit auskennt, wird sicher bestens unterhalten.

Leider kann ich nur mein subjektives Leseempfinden wider geben. Daher gebe ich dem Buch nur 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 04.10.2020

Hätte besser sein können!

Die Frequenz des Todes
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Eine Frau ruft hilferufend die Polizei an, nur wenige Worte zu ihrem verschwundenen Baby kann sie sagen, bevor der Ehemann den Anruf unterbricht. Ein LKA Mitarbeiter bittet den in Haft sitzenden Professor ...

Eine Frau ruft hilferufend die Polizei an, nur wenige Worte zu ihrem verschwundenen Baby kann sie sagen, bevor der Ehemann den Anruf unterbricht. Ein LKA Mitarbeiter bittet den in Haft sitzenden Professor Hegel um Mithilfe, der seinerseits die Krimipodcasterin Jula Ansorge um Hilfe bittet....

Was hat mir gefallen:
Das Taschenbuch hat 352 Seiten und insgesamt 63 kurze und knackige Kapitel, so dass dieser Thriller schnell gelesen ist. Jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger, so dass man "gezwungen" wird, schnell weiter zu lesen. Das war auch im ersten Band so.
Man erfährt etwas mehr über das berufliche Umfeld von Hegel und was forensische Phonetik auch beinhaltet.

Was hat mir nicht gefallen:
Erneut kann mich die Geschichte nicht restlos überzeugen. Es klingt für mich ein bisschen zu sehr konstruiert. So konnte mich die Story leider nicht fesseln. Die Figur Hegel ist mir immer noch nicht sympathisch. Was seine Fähigkeiten angeht, hätte er meiner Meinung nach noch mehr im Vordergrund stehen müssen. Es ist auch nicht ganz klar, welche Rolle er nun wirklich innehat. Das dürfte natürlich beabsichtigt sein, ändert aber nichts daran, dass ich mit ihm nicht klar komme.
Ich kann auch nicht verstehen, warum Jula Jula heißt. Warum nicht einfach Julia? Jedesmal muss ich mich selbst korrigieren, das nervt mich. Gut, der Name ist nicht alltäglich und sticht so natürlich heraus.
Auch die Umstände und das mysteriöse Verschwinden von Jula's Bruder werden nicht weiter aufgeklärt, sondern das bleibt weiter völlig im Unklaren. Der Cliffhanger zu diesem Thema am Ende des Buches war für mich auch deplatziert. Warum erhellt sich diese Nebengeschichte nicht ein wenig mehr?
Und schließlich war der Auftritt von Elyas eher unglücklich. Weiterhin finde ich die Protagonisten nicht ausdifferenziert. Alle sind irgendwie oberflächlich.

Mein persönliches Fazi:
Eine schnell erzählte Story, dem der Tiefgang fehlte und bei dem die Cliffhanger ein wenig zu häufig vorkommen.

Ich gebe 3,5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 10.02.2020

Perchtenjagd

Perchtenjagd
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Dieser Krimi spielt im wunderschönen Salzburg zur Weihnachtszeit. Bei einem Besuch des Weihnachtsmarktes in St. Wolfgang verschwindet bei einem Perchtenlauf die kleine fünfjährige Marie. Kurze Zeit später ...

Dieser Krimi spielt im wunderschönen Salzburg zur Weihnachtszeit. Bei einem Besuch des Weihnachtsmarktes in St. Wolfgang verschwindet bei einem Perchtenlauf die kleine fünfjährige Marie. Kurze Zeit später wird von einem Pärchen auf dem Unterberg eine männliche Leiche mit dem verlorenen Teddybär von Marie gefunden. Hat der Mörder auch Marie entführt und wird er diese auch töten? Der Gerichtspsychologe Meiberger, der die Mutter von Marie betreut hat, versucht Marie zu finden. In der Zwischenzeit werden weitere Personen ermordet und die Zeit für Marie wird knapp.

Das Autorenpaar Maja und Wolfgang Brandstetter lassen viel Lokalkolorit in die spannende und amüsante Geschichte einfließen. Erst vor kurzem war ich selbst in Salzburg und konnte einige Ecken wiedererkennen. Der Schreibstil ist zu Beginn sehr humorvoll und erfrischend anders. Es gibt zahlreiche Sätze, die ich zweimal gelesen habe, weil ich sie gut, cool, nice fand. Mit Leichtigkeit und einem steten Lächeln auf den Lippen habe ich Seite um Seite gelesen. Dieser Humoranteil geht in etwa nach einem Drittel des Buchs ein wenig verloren, denn da weitere Morde geschehen, passt sich die Sprache dieser ernsten Situation wieder etwas an. Dennoch bleibt der spaßige Hintergrund bei der Beschreibung mancher Szenen oder Personen erhalten. Das hat mir insgesamt sehr gut gefallen.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven geschrieben, aus der Sicht von Marie, natürlich Meiberger, den Polizeibeamtem, weiteren Figuren und eben auch dem Mörder. Besonders eindrucksvoll waren die wirklich ganz kurzen Kapitel, in denen Marie ihre Gedanken oder Gespräche wiedergegeben wurden. Denn ich wusste nicht, spricht sie mit sich selbst oder mit dem Entführer. Sie tat mir unheimlich leid, ich habe immer nur gehofft, dass Meiberger sie rechtzeitig finden werde.

Die Hauptfigur in diesem recht kurzen Plot mit gut 250 Seiten ist aber der Gerichtspsychologe Meiberger, der mir sehr sympathisch geworden ist. Nicht verschweigen möchte ich, dass auf dem Fernsehsender ServusTV eine gleichnamige Fernsehserie „Meiberger“ läuft. Er und seine Gedankengänge zu den psychologischen Hintergründen der Personen, die ihm im Laufe der Geschichte begegnen, werden sehr gut beschreiben. Er beobachtet die ihn umgebenden Menschen sehr genau. Auch seine persönlichen Beziehungen und seine Schicksalsschläge werden nachvollziehbar dargestellt. So erhält man einen guten Eindruck von Meiberger. Nicht gut weg kommen die Polizeibeamten, die recht trottelig aus der Sicht von Meiberger analysiert und skizziert werden. Das war recht lustig, macht aber auch nachdenklich, wenn man bedenkt, dass dieses Waffenträger eigentlich für Recht und Ordnung sorgen sollen. Aber das kommt bei Krimis oder Thrillern auch häufig vor, dass ein Offizielle neben der Spur ist.

Es gibt in dem Buch einige Szenen, in denen Meiberger und andere Personen in schwierige, fast ausweglose Situationen geraten. In diesen brenzligen Situationen war nie klar, ob und wie sie der Gefahr entrinnen. Auch Marie hatte eine gefährliche Situation zu meistern. Diese Szenen empfand ich teilweise nachvollziehbar, teilweise aber echt unrealistisch.

Das Ende des Buches und die Auflösung des Falles kommen dann doch recht schnell. Viel zu kurz finde ich das Ende. Ich hätte mit dort ein wenig mehr Acton gewünscht. Zum Schluss dann noch ein Cliffhanger. Das weckt Interesse am nächsten Buch, das in 2020 erscheinen soll.

Schließlich enthält das Buch ein sehr interessantes Nachwort eines österreichischen Gerichtspsychologen zu den zahlreichen Aspekten dieser beruflichen Tätigkeit.

Ein recht amüsanter und schnell gelesener Krimi, der passend zur Jahreszeit gelesen werden kann und grundsätzlich keine Langeweile aufkommen lässt. Das Buch hatte gute und weniger gute Momente. Insgesamt gebe ich dem Buch aber dennoch gute 3 Sterne und damit kann ich das Buch ruhigen Gewissens jedem Krimi-Fan empfehlen.

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Veröffentlicht am 10.02.2020

Guter Anfang! Luft nach oben!

Auris
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Durch das sehr interessante Cover und eine Leseprobe bin ich zu diesem Buch Auris von Vincent Kliesch gekommen. In roter Schrift mittig auf dem Buch mit fühlbaren Rillen kommt es gut daher und hat dafür ...

Durch das sehr interessante Cover und eine Leseprobe bin ich zu diesem Buch Auris von Vincent Kliesch gekommen. In roter Schrift mittig auf dem Buch mit fühlbaren Rillen kommt es gut daher und hat dafür alleine schon einen Pluspunkt verdient. Die Idee zu diesem Buch stammt allerdings von Sebastian Fitzek, der mit auf dem Cover steht und in einem humorvollen Vorwort die Entstehungsgeschichte zu Auris erzählt.

Im Mittelpunkt stehen der beste akustische Profiler Matthias Hegel, genannt Auris, sowie die True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge. Hegel hat das absolute Gehör und vermag an der Stimme einer Person dessen wesentlichen Charaktereigenschaften heraus zu hören. Er hilft der Polizei bei der Verbrechensbekämpfung. Zu Beginn es Buches rettet er eindrucksvoll Kinder aus den Fängen eines vermeintlichen Irren, gesteht dann aber seltsamerweise einen Mord an einer Obdachlosen und wird anschließend entsprechend verurteilt. Jula dagegen war einige Jahre zuvor unter mysteriösen Umständen in Begleitung ihres Bruders Moritz in Argentinien Opfer einer Vergewaltigung. Moritz hat die Tat fragwürdigweise gestanden und sich anschließend getötet. Seitdem verfolgt Jula Kriminalfälle und versucht Justizirrtümer aufzuklären. So möchte sie Hegel helfen, der sich aber gar nicht helfen lassen will und gerät dabei selbst in große Gefahr.

Das Buch hat mir insgesamt gut gefallen. Allerdings bin ich doch ein wenig über den Titel verwundert und fühle mich ein wenig davon in die Irre geführt. Auris ist der Spitzname von Hegel und mit diesem Titel verbinde ich die Erwartung, dass Hegel gerade mit diesen Eigenschaften einen spannenden Fall löst. Ich hatte also erwartet, dass Hegel aufgrund zahlreicher Verhöre, Telefonaten und Gesprächen stetig ein Detail nach dem anderen aufdeckt und eben einen schwierigen Fall löst. Stattdessen steht Jula mit ihren Recherchen zum angeblichen Verbrechen von Hegel im Vordergrund. Das hatte ich nicht erwartet. Allerdings hilft Hegel im Verlauf des Thrillers und wendet seine Spezialfertigkeiten an. Und letztlich ist auch diese Geschichte solide gelungen und interessant.

Leicht zu bemängeln habe ich aus meiner rein subjektiven Sichtweise, dass die beiden Hauptfiguren noch besser hätten herausgearbeitet werden können. Irgendwie fehlt es mir ein wenig an der Tiefe der Protagonisten. Vielleicht wird das in dem oder den nächsten Bücher besser. Dennoch finde ich die Figuren gelungen und glaubwürdig.

Die Story an sich ist auch gut erzählt. Die Spannung baut sich langsam, aber stetig auf und es kommt zu einem interessanten Finale mit einem noch größeren Cliffhanger. Der Schreibstil ähnelt dem von Fitzek, war aber nach dem Vorwort zu erwarten. Die Kapitel sind, was ich besonders bevorzuge, recht kurz gehalten und enden immer so, dass man gleich das nächste Kapitel lesen muss. Der Schreibstil ist flüssig und locker.

Ich gebe dem Buch "nur" 3 1/2 Sterne. Zu vier Sternen hat es leider nicht gereicht. Hegel kommt meiner Meinung nach aufgrund des Titels und der zumindest bei mir verbundenen Erwartung zu kurz. Zudem könnten die Personen noch ein klein wenig besser dargestellt werden.

Dennoch gebe ich eine absolute Leseempfehlung und werde das nächste Buch definitv lesen.

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